USC verliert trotz großer Aufholjagd in Chemnitz
„Wir haben uns in der 1. Halbzeit ein Loch gegraben. Da hat Chemnitz mit mehr Energie gespielt, sich viele zweite und dritte Chancen erarbeitet und den Grundstein zum Sieg gelegt“, fasste der neue USC-Trainer Uwe Sauer in seinem Resümee nach der 79:88 (41:56)-Niederlage vor 1600 Zuschauern in der schmucken Chemnitzer Richard-Hartmann-Halle seine Eindrücke zusammen. Auch Matthias Lautenschläger vom USC-Organisationsteam konnte da nur zustimmen: „In der ersten Halbzeit waren wir unter dem Korb zu löchrig und haben sieben 3-Punktspiele der Chemnitzer zugelassen. Dies war hauptverantwortlich für die deutliche Pausenführung der Gastgeber“. In der zweiten Halbzeit – auch darin waren sich die beiden USC-Verantwortlichen einig – bewies das USC-Team dann aber angesichts der schwierigen Ausgangslage und hohen Foulbelastung sehr viel Moral und hätte die Begegnung mit einer beeindruckenden Aufholjagd fast noch gedreht.
Der USC war ohne Paul Zipser angetreten, da dieser nach einer Klassenfahrt nicht mehr rechtzeitig zum Team stoßen konnte. Das Spiel hatte sehr ausgeglichen begonnen, ehe sich die Sachsen bis zum Ende des 1. Viertels mit acht Punkten absetzen konnten. Auch das zweite Viertel wurde von den Gastgebern dominiert. Das USC-Team ließ bis zur Pause eine eindeutig zu hohe Trefferquote des Gegners zu. Kurz vor dem Seitenwechsel betrug der Vorsprung der „Niners“ 17 Punkte (56:39). Björn Schoo hatte zu diesem Zeitpunkt bereits vier Fouls auf dem Konto und im dritten Viertel gesellten sich Oliver Komarek und Charles Burgess mit ebenfalls ihrem vierten Foul hinzu. Die Partie schien unter diesen Umständen beim 60:43 (23.) zu Gunsten von Chemnitz entschieden. Doch jetzt trieb Janis Heindel, der neue USC-Kapitän, sein Team mit einer großen kämpferischen Vorstellung zu einer imposanten Energieleistung. „Janis gebührt ein Gesamtlob. Er spielte eine tolle Defense und war insgesamt sehr effektiv“, zeigte sich Matthias Lautenschläger von der Vorbildfunktion des zu seinen Wurzeln zurückgekehrten USC-Eigengewächses begeistert. Beim 64:56 war das Sauer-Team erstmals wieder auf Tuchfühlung. Auch von der neuerlichen 78:65-Führung der Niners in der 34. Minute ließ sich das USC-Ensemble zunächst nicht mehr aufhalten. Durch vier Punkte von Schoo sowie durch den neben Heindel am ehesten überzeugenden Watts, Heindel und einen Dreier von Sargent hieß es plötzlich nur noch 78:72 (35.). Beim 80:76 (2:34 vor Ende) durch vier Punkte von Burgess lag gar die vom Spielverlauf her sensationelle Wende in der Luft. Doch jetzt hatte Charles Burgess Pech mit einem schnellen Dreierversuch zum möglichen 1-Punkt-Rückstand. Chemnitz konterte zum 82:76 und abermals Burgess vergab zwei von drei Freiwürfe. Damit war endgültig der Weg zum 88:79-Erfolg der Chemnitzer frei.
Für das neue USC-Team war es ein Wechselbad der Gefühle, letztlich aber immerhin ein Achtungserfolg, dass man einen mehrmaligen 17-Punkte-Rückstand am Ende beinahe noch gedreht hätte.
Stenogramm: 15:14 (5.), 29:21 (1. Viertel), 42:30 (12.), 49:32 (17.), 56:41 (Halbzeit), 64:56 (26.), 70:61 (3. Viertel), 78:65 (34.), 80:76 (38.), 88:79 (Endstand).
Chemnitz: Johnson 20 (2 Dreier), Ishizaki 19 (3), Lawson 17, Schaffrath 11, Stachula 6 (1), Rosenthal 6 (1), Schmidt 5 (1), Shaw 4.
USC: Burgess 17 (1/4 Dreier, 5 Assists), Watts 16 (8/13-Feldquote, 7 Rebounds), Heindel 14 (1/1 Dreier, 9 Reb. 3 Steals), Komarek 12 (1/3 Dreier, 5 Reb.), Sargent 10 (2/6 Dreier), Schoo 8 (5 Reb. 3 Blocks), Barth 2, von Fintel – Kuhn.
Am Montag in Jena
…….. steht bereits die nächste große Herausforderung bevor. Am Montagnachmittag geht es in die Werner-Seelenbinder-Halle nach Jena. Auch Paul Zipser wird dann mit von der Partie sein und dem USC-Team vielleicht weitere Impulse verschaffen können.
Die Thüringer hatten in der vergangenen Saison große Mühe, den Abstieg zu vermeiden. Am Ende landeten sie auf dem 14. Platz. In dieser Saison soll alles anders werden. Hierzu haben die Saalestädter enorm aufgerüstet. Mit Jeremy Black (zuletzt BG Karlsruhe) wurde ein früherer Jena-Spieler zurückgeholt. Hinzu kamen zunächst vier weitere Pro A-bzw. BBL-bewährte Akteure: Kenny Barker (vor zwei Jahren bei Bayern München, vergangene Saison BBC Bayreuth), Tyler Kepkay (einst Essen) und Eric Vierneisel (vorletzte Saison beim USC Heidelberg, dann Düsseldorf) – die beiden Letzteren stießen schon während der Saison 2010/2011 zu Jena – und schließlich wurde noch Lyndale Burleson in den Kader geholt, ebenfalls bei den USC-Fans aus der vorletzten Saison noch bestens in Erinnerung. Burleson konnte sich aber mit der Tatsache nicht abfinden, hinter dem vom Verein gesetzten Tyler Kepkay womöglich nur ein Schattendasein führen zu können und verließ Jena inzwischen wieder. Die Jenaer Verantwortlichen haben daraufhin den Amerikaner Chase Adams verpflichtet, der in der vergangenen Saison für den Regionalligisten Dortmund bemerkenswerte 21,5 Punkte, 7 Rebounds, 4 Assists und 3 Steals verzeichnete. Mittlerweile steht zusammen mit dem grundsoliden Center Christoph Roquette und dem inzwischen BBL-erfahrenen Tim Schwartz (ehemals Saar-Pfalz Braves, letzte Saison LTi Gießen)) auf dem Papier ein sehr starkes Team zur Verfügung. Am Samstagabend trat Jena zum Saisonauftakt in Kirchheim/Teck an und verlor 80:91. Effektivste Spieler waren dabei aus Jena-Sicht Schwartz (18 Punkte, 6/10 Feldwurfquote), Roquette (16 Punkte, 8/9) und Black (12 Punkte, 4/6). Kepkay, Vierneisel und Barker erzielten 13 bzw. 9 und 5 Punkte.
Claus Ebert
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