WNBL: Abgebrühte Leistung in Wasserburg
“Wahnsinn! So eine abgerühte Leistung eines U17-Teams (wobei die meissten Spielerinnen noch U15 sind, Anm.d.Red.) hab ich noch nicht gesehen!”: rutschte es einem Wasserburger Zuschauer nach dem Spiel der beiden ambitionierten WNBL-Teams Wasserburg gegen Basket-Girls Rhein Neckar heraus. Dabei meinte er aber nicht “sein” Team. Denn die Basket-Girls Rhein-Neckar waren es, die mit einer reiferen Spielanlage das Geschehen auf dem Feld diktierten. Doch der deutliche 60-35 Erfolg gegen die Play-Off-Konkurrentinnen aus Wasserburg gestaltete sich zunächst mühsam.
Nach 4,5 Stunden Fahrt inklusive einer kleinen Pause kamen die Heidelbergerinnen im malerischen Wasserburg am Inn an. Die Halle wurde inspiziert und ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft sollte den notwendigen Sauerstoff für ein erfolgreiches Spiel liefern.
Doch zu Beginn wollte zunächst gar nichts klappen. Die Basket-Girls spielten zwar schon gefällig und kamen zu guten Abschlußmöglichkeiten, doch der erste zählbare Erfolg wollte einfach nicht fallen. Erst in der vierten Minute war es der wieder einmal starken Sophia Rickert gegönnt die ersten Punkte zu erzielen. Zum 2-0! Denn auch Wasserburg traf bis dahin den Korb nicht. Coach Czygan nahm eine Auszeit und zeigte ein paar Angriffsvarianten auf. Danach entwickelte sich das Spiel immer gefälliger. Die Basket-Girls zogen bis zur 7. Minute auf 9-3 weg und gingen mit einer 12-7 Führung in die erste Viertelpause.
Doch auch das zweite Viertel begann noch sehr verhalten. Man ließ Wasserburg wieder bis auf 16-15 heran kommen (14. Minute), um dann aber einen ersten Run zu starten. Ein 12-0-Lauf der nun bestens aufgelegten Heidelbergerinnen besiegelte den 30-17 Halbzeitstand. Alle acht mitgereisten Spielerinnen hatten an diesem Ergebnis mitgearbeitet und so konnten sich auch die Leistungsträgerinnen schon etliche Minuten auf der Bank ausruhen. Ein Ass, welches in der zweiten Halbzeit zum Tragen kommen sollte.
Aufgrund der schon zur Halbzeit komfortablen Führung und dem Gefühl, dass immer noch nicht alles “normal” laufen würde, gingen die Rhein-Neckar-Talente mit sehr viel Selbstvertrauen auf das Feld. Der Ball wurde nun gut durch die eigenen Reihen gespielt, fast jeder Angriff wurde ausgiebig ausgespielt und vor allem aber am Ende mit einem Korb oder gezogenem Foul abgeschlossen. Die Basket-Girls ließen sich nun die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und spielten absolut abgeklärt und ruhigen Basketball. Höchst effektiv wurde jeder Angriff ausgekostet und über 43-24 (28. Minute) ging das Team um Kapitänin Sara Kranzhöfer mit einer 47-26 Führung ins letzte Viertel. Hervorragend auch bis dahin die Leistung von Centerin Anna Klötzl, die gegen die Riesinnen von Wasserburg (drei Spielerinnen über 1,90m!!!) 18 Punkte erzielte.
Das letzte Viertel glich dann eher einem Schaulaufen der Heidelberger Talente. Jeder Angriff der Wasserburgerinnen wurde erfolgreich gekontert. Der Ball wurde sicher unter Ausnutzung der 24-Sekunden-Uhr gepasst, um dann kurz vor Ablauf selbiger zu punkten. Ein deutlicher 60-35 Sieg gegen einen Play-Off-Kandidaten stand am Ende zu buche und macht Lust auf mehr. “Wir sind heute schwer gestartet, haben dann aber sehr souverän gespielt. Das war eine reife Leistung unseres auch heute wieder extrem jungen Teams. Wir hatten heute nur 2 Spielerinnen des Jahrgangs 95 dabei, der Rest kann noch 2-3 Jahre WNBL spielen.” so ein zufriedener Coach Czygan vor der 4,5 stündigen Rückfahrt.
Für die Rhein-Neckar-Girls:
Anna Klötzl 18, Sophia Rickert 17, Sara Kranzhöfer 11, Helena Rickert 7, Anastasija Kocevska 4, Tamara Saam 2, Helena Chatzitheodorou 1, Anika Heiß
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