Aufstiegsfavorit Nr.1 kommt ins OSP!
Trainer Dragan Torbica („Coach des Jahres 2006“ in Serbien): „Es war ein unglaubliches Spiel, so was habe ich noch nie gesehen.“ – Gerade war der Thriller GiroLive-Ballers Osnabrück gegen USC Heidelberg zu Ende gegangen. Endstand 98:103 nach Verlängerung. 83:62 hatten die „Ballers“ vor 1200 – bis dahin – über alle Maßen begeisterten Osnabrücker Zuschauern in der 31. Minute geführt. Dann brach so etwas wie die „Basketball-Hölle“ über sie herein. Eine Partie – selbst für Basketballverhältnisse – mit absolutem Seltenheitswert. Umso mehr Achtung verdient die Energieleistung des Teams von USC-Trainer Torsten Daume, der mit hervorragendem Coaching ebenfalls einen beträchtlichen Teil zum – dem Spielverlauf nach – sensationellen Triumph beigetragen hat.
Mit gesundem Selbstvertrauen kann das USC-Team nun am kommenden Sonntag, 17 Uhr im Heidelberger Olympiastützpunkt, in die Begegnung mit dem von der Fachwelt für diese Saison deutlich am höchsten eingeschätzten Meisterschaftsfavoriten BBC Bayreuth gehen. Alles andere als ein Bayreuther Sieg wäre allerdings eine riesige Überraschung. Das Management der Oberfranken hat einen Kader zusammengestellt, dessen „Zweite Fünf“ bei vielen anderen Pro A-Vereinen auch als „Starting Five“ denkbar wäre. Derrick Lang (USA), Fabian Brütting, Sebastian Barth, vom TV Langen gekommen und seit Jahren nach eigenen Aussagen „Wunschkandidat“ der Oberfranken, Christoph Tetzner und – der fünfte – Amerikaner, Adam Baumann, seit Jahren in Hagen, VFL Kirchheim und jetzt ohne Zweifel auch in Bayreuth einer der herausragenden Spieler der zweiten Liga und speziell der Pro A, sind – neben den derzeit verletzten Michael Schröder (vom Erstligisten Ulm) und Stefan Schmidt allesamt Spieler, die wohl bei anderen Pro A-Teams nicht allzu lange die Bank drücken müssten. Adam Baumann (Fünfter der Pro A-Effektivitätstabelle 08/09) wäre in jedem anderen Pro A-Team mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Starting Five.
Hauchdünn scheiterten die Bayreuther in der vergangenen Saison bei ihren Aufstiegsbemühungen. Am Ende fehlte ein einziger Korb – 66:67 verlor man zu Hause gegen Phoenix Hagen. Nun versuchen sie es in einem neuen Anlauf mit aller Macht – und mit Jaivon Harris (im dritten Jahr bei den Oberfranken), Jermaine Raffinton (zweite Bayreuth-Saison), Edward Seward (Top-Rebounder der Pro A 08/09), Emeka Erege (vom Erstligisten ratiopharm Ulm) sowie dem neuen 1,75 m-Pointguard Thomas Jackson als Starting Five. Letzterer spielte zuletzt in Uppsala und ist seit Jahren einer der herausragenden Aufbauspieler der 1. Schwedischen Liga.
Die Oberfranken haben allenfalls das psychologisch nicht zu unterschätzende Problem, dass sie mit diesem Kader im Grunde kein Spiel in der Pro A verlieren dürften. Wie groß der Druck des Aufsteigenmüssens auf den Bayreuther Verantwortlichen lastet, zeigt am besten die Tatsache, dass sie 11 Tage vor Saisonbeginn nochmals ihren Headcoach Derrick Taylor, eigentlich ein „Basketball-Denkmal“ und ein sehr bewährter früherer BBL-Star, auswechselten. „Unterschiedliche Auffassungen über die Personalpolitik und konzeptionelle sportliche Fragen“ führten laut BBC-Geschäftsführer Manfred Schöttner zur Trennung. Nachfolger ist Andreas Wagner, der 2008 die Giants aus Nördlingen zum Aufstieg in die BBL führte.
Wie dem auch sei, in der „Underdog“-Position fühlen sich die USC-Spieler – deren Hosen erstmals das Logo des neuen Großsponsors des USC, die Gesellschaft für Grund-und Hausbesitz mbH (GGH) verschönern wird – wohl. Sie können ohne jeden Druck, aber mit viel Willen und hoher Konzentration in die Partie gehen. Zu verlieren haben sie gegen eine solche „Übermannschaft“ im Grunde nichts.
Claus Ebert
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