Der USC braucht ein Erfolgserlebnis
Man kann es nicht anders sagen – beim USC Heidelberg lief am Sonntag in Karlsruhe gar nichts zusammen. Coach Sauer war nach dem Spiel „sprachlos“ und konnte sich das miserable Auftreten seiner Schützlinge bei der 67:88-Niederlage nicht erklären. Inzwischen ist man auf Platz sieben der Tabelle abgerutscht, punktgleich mit dem zehnten. Es ist vonnöten, dass die Heidelberger in dieser Woche den Akku aufladen und sich neu fokussieren – am Sonntag kommt der Nürnberger BC in den Olympiastützpunkt.

Jaivon Harris (am Ball) war 2009 mit Bayreuth als Spieler des Jahres Pro-A-Meister geworden. Inzwischen ist er für den Nürnberger BC auf Korbjagd (Foto: www.bbc-bayreuth.de)
Auf die meisten der Akteure war in Karlsruhe kein Verlass, sodass in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt wurden. Die Verantwortlichen und Trainer justieren im Moment die Stellschrauben so, dass der USC hoffentlich bald wieder auf die Gewinnerstraße fahren wird. Am Mittwochabend gab es ein Trainingsspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen eine Auswahl der US Army, das 115:102 endete. Die erste Halbzeit wurde konzentriert gespielt, gegen Ende ließen es die USC-ler dann etwas lockerer angehen. Topscorer war Clint Sargent mit fünf Dreiern. Leider verletzte sich Jerrell Williams ernst, als er mit einem Soldat zusammenstieß und sein Knie und den Knöchel verdrehte. Er liegt im Moment noch im Krankenhaus, ein Einsatz ist sehr unwahrscheinlich.
Mit dem Nürnberger Basketballclub als Gast hat der USC erstmals in diesem Jahr ein Heimspiel gegen einen Aufsteiger. Die Franken waren per Wildcard in die Pro A gekommen, nachdem neben Freiburg und Osnabrück bekanntlich auch Rhöndorf keine weitere Pro-A-Saison antrat. Nürnberg ist sozusagen der Rhöndorf-Ersatz und als Standort für die Pro A wichtig geworden – fast 1000 Zuschauer besuchen die Heimspiele des NBC, jeweils gut 200 mehr als in Ehingen und Leitershofen. Auch sportlich ist die Mannschaft von Derrick Taylor erfolgreich: Letzte Woche gewann man gegen Chemnitz mit 70:68 nach Verlängerung, acht Tage zuvor mit 76:66 gegen Ehingen. Sogar in Düsseldorf gewannen die Pegnitzstädter! Mit Cory Abercrombie, Will Chavis, Jaivon Harris und Ike Okoye wurden sowohl routinierte als auch jüngere US-Amerikaner verpflichtet. Power Forward Ryan DeMichael wurde mittlerweile eingebürgert und besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Der 34-jährige ist noch von seinen Bundesligazeiten in Nürnberg und Tübingen bekannt, die letzten Jahre war er für die Kirchheim Knights aktiv. Der letzte Sieg gegen Chemnitz geht dank seiner 20 Punkte, 17 Rebounds, 5 geblockten Würfen und 3 Assists auf seine Kappe. Weitere deutsche Leistungsträger sind Sebastian Barth, der vier Jahre ältere Bruder von USC-Pointguard Kai, sowie 1,98m-Forward Cornelius Adler. Allein durch seine körperliche Erscheinung beeindruckt der Deutsch-Tscheche Martin Ides (2,17m bei 134 Kilogramm). Damit hat Björn Schoo das Duell gegen den einzig größeren Spieler der Liga vor sich. Ebenfalls im Kader steht der 16-jährige Sohn von Trainer Derrick Taylor. Der 1,86m große David erzielte in Cuxhaven 8 Punkte in 12 Minuten. Auch auf solche Spieler müssen die Heidelberger also aufpassen.
Was der Partie aber die entscheidende Brisanz verleiht ist Folgendes: Nürnberg und Heidelberg verloren bisher als einzige Mannschaften gegen Karlsruhe. Wer also in die Playoffs will, sollte eine Mannschaft besiegen können, die gegen Karlsruhe verlieren konnte.
Manager Matthias Lautenschläger: „Wir müssen am Wochenende wieder zurück zu unserem Teamspiel finden, um eine Siegchance zu haben. Nürnberg ist ein individuell sehr starker Gegner mit Harris, DeMichael und Chavis, aber wir verstecken uns nicht. Ich denke, dass die beiden Teams auf dem Blatt ebenbürtig sind. Wir brauchen aber wieder einen Sieg.“
Es wird Zeit für die nächsten zwei Punkte! Kommen Sie und unterstützen Sie die Neckarriesen!
USC Heidelberg – Nürnberger BC: Sonntag, 27. November, 17 Uhr im OSP
Robin Herbert
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