Interview mit Oliver Komarek
Hallo Oli, erst mal herzlichen Glückwunsch! Du wurdest von „Eurobasket“ nach der Saison 2009/2010 in das „ALL-Domestic Players Team“ der 2. Basketball-Bundesliga Pro A gewählt. Deine herausragenden Stats lauteten 17,2 Punkte, 6,4 Rebounds, 34,9 % Dreier und 15,4 Effektivitätspunkte. Schon nach der Saison 08/09 wurdest Du von derselben Basketball-Website aufgrund von 16,8 PpG, 5,5, Rebounds, 32,8 % Dreiern und 14,2 Effektivität als „Most improved Player“ der Liga ausgezeichnet. Was bedeuten Dir solche Auszeichnungen?
Solche Auszeichnungen zeigen einem natürlich, dass sich harte Arbeit auszahlt, jedoch ist Basketball ein Teamsport und man wird daran gemessen, wie der Erfolg der Mannschaft war. Und dort sehe ich gerade für die Zukunft noch viel Potenzial, sowohl bei der Mannschaft als auch bei mir persönlich, und ich werde alles dafür tun, um der Mannschaft bestmöglich zu helfen!
Du bist vor der letzten Saison ja auch von Bundestrainer Dirk Bauermann ins A2-Nationalteam berufen worden und hast an der Universiade teilgenommen. Wie sind Deine schönen Erinnerungen daran? Was hast Du dabei gelernt?
Es gab in der Tat viele schöne Erinnerungen und eine besondere war mit Sicherheit die Eröffnungsfeier in der Beogradska Arena!
In jenem Sommer habe ich enorm viel gelernt! Die Nominierung war für mich eine wirklich tolle Sache. Mich den ganzen Sommer mit den besten Junioren Deutschlands und schließlich auch der Welt zu messen war eine schöne, aber auch interessante Erfahrung, bei der man ganz klar erkennen konnte, woran man arbeiten muss!!
Was waren Deine schönsten und wichtigsten Erfahrungen in den vergangenen 2 Spielrunden Pro A für den USC Heidelberg?
Die schönste Erfahrung war zu Beginn der Saison, die Jungs wiederzusehen, mit denen man ein Jahr vorher auch schon zusammengespielt hat. Als wichtigste Erfahrung werde ich mit in die neue Saison nehmen, dass es trotz guter Stimmung im Team keineswegs ein Selbstläufer wird und man ab und zu auch mal die „Komfort-Zone“ verlassen muss, um als Mannschaft und als Spieler Erfolg zu haben.
Was meinst Du zur neu sich entwickelnden Fan-Entwicklung gegen Ende der Saison? Wie wichtig sind die Fans für Euch Spieler?
Ich denke, man kann sehr zufrieden sein, wie die Entwicklung vor allem gegen Ende der Saison war. Wir hatten ein schwieriges Jahr, in dem es nicht immer leicht war uns zu unterstützen, da wir in wichtigen Spielen manchmal den absoluten Willen haben vermissen lassen.Fans sind sehr wichtig für uns Spieler. Ich persönlich genieße es, die Fans mitzureißen und ihnen einfach noch mehr Spaß an unserem tollen Sport zu vermitteln! Jedoch ist es für mich auch reizvoll, in gegnerischen Hallen gegen ein großes und euphorisches Publikum anzuspielen wie zum Beispiel in Crailsheim! In deren Halle herrscht immer eine unfassbar aufgeheizte tolle Stimmung und es macht Riesenspaß, dort als Gegner zu spielen!
Die letzte Pro A-Saison war anstrengend. Wie erholst Du Dich diesen Sommer? Und wie bereitest Du Dich auf die neue, Deine dritte Saison in Folge für den USC Heidelberg, vor
Im Gegensatz zur vorherigen Saison, wo ich im Sommer überwiegend mit der A2-Nationalmannschaft unterwegs war, war diesmal etwas mehr Zeit für Regeneration und individuelles Fitnesstraining vorhanden. Nun trainieren wir allerdings bereits die zweite Woche schon wieder sehr hart als Team und ich bin absolut überzeugt, dass wir zum Saisonbeginn sehr gut vorbereitet sein werden.
Wie und wann bist Du eigentlich zum Basketball gekommen? Wem hast Du bisher am meisten zu verdanken?
Ich habe mit 14 Jahren im Ferienlager Peter Eberhardt kennengelernt und dieser hat es dann geschafft, mich durch Einzeltraining relativ schnell vom Basketball zu überzeugen – außerdem war ich einfach schon immer viel größer als alle anderen :)
Ich habe im Grunde jedem meiner Trainer etwas zu verdanken, da ich von allen natürlich das Beste mitgenommen habe, viele verschiedene Auffassungen und Spielarten von Basketball kennenlernen durfte. Mit Sicherheit haben Peter Eberhardt und Torsten Daume die größten Eindrücke hinterlassen, da ich viel mit ihnen zusammengearbeitet habe und weiterhin arbeiten werde! – Und klar ist es natürlich für jeden Basketballer eine tolle Erfahrung, mit dem Bundestrainer zusammenarbeiten zu dürfen!!
Welchen Stellenwert hat Basketball in Deinem Leben überhaupt? Hast Du neben dem Basketball schon eine berufliche Entwicklung ins Auge gefasst?
Basketball hat natürlich einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben…ich liebe einfach diesen Sport!! Aber für mich sind auch andere Dinge wichtig wie Familie, Freundin und Freunde. Ich denke, es ist als Sportler sehr wichtig, dass es auch im Umfeld passt, um sich total auf seine Aufgaben als Basketballer konzentrieren zu können!
Ich werde ab Oktober mit meinem Studium in Ludwigshafen an der FH anfangen. Ich denke, es wird ein interessantes Jahr für mich werden.
Kommen wir zur neuen Saison: Du hast Deinen Vertrag verlängert, Dir scheint es in Heidelberg und Umgebung zu gefallen Was hat Dich dazu bewogen? Wie man hört, lagen viele Angebote, auch aus der Beko BBL, auf dem Tisch…
Für mich war Heidelberg immer eine Herzensangelegenheit. Ich mag den Verein, das Umfeld. Ich fühle mich hier einfach sehr wohl, was aber nicht heißt, dass ich hier für immer spielen werde. Ich bin jedoch mit der Entwicklung des Vereins sehr zufrieden und ich denke, dass Heidelberg mir alles bietet, was ich als Sportler momentan brauche.
Woran wirst Du vor allem arbeiten, um noch besser zu werden?
In meinem Alter ist es wichtig an allen Aspekten des Spiels zu arbeiten, aber mit Sicherheit werde ich diese Saison ein Hauptaugenmerk auf Defense und Athletik legen, weil ich da wahrscheinlich noch am meisten Entwicklungspotenzial habe und es vor allem diese zwei wichtigen Aspekte sind, um den nächsten Schritt auf ein besseres Niveau machen zu können!
Die Weichen sind beim USC neu gestellt. Die Stammformation für die neue Saison steht weitgehend fest. Vom Verein wurden die Ziele höher gesteckt. Wie siehst Du die Situation aus der Spieler-Perspektive derzeit? Hast Du ein persönliches Ziel oder Motto für die Saison 2010/11?
Ich habe den Eindruck – soweit man dies nach knapp zwei Wochen Training schon sagen kann -, dass wir dieses Jahr insgesamt kompakter sind. Vor allem direkt unter dem Korb sind wir jetzt mit Björn Schoo und Nate Montgomery sehr stark besetzt. Von daher war es sicher richtig und berechtigt, von Vereinsseite die Ziele dieses Jahr anzuheben. Auch für mich und für Danilo wird es vorteilhaft sein, dass wir einen (zwei) richtige(n) Big Man unter den Körben wissen. Wir haben dadurch größere Chancen, unsere Variabilität in die Waagschale zu werfen. Mein persönliches Ziel ist es, in jedem Spiel alles für den Sieg zu geben und – soweit es in meinen Kräften steht – die Mannschaft und die Fans mitzureißen.
Man hört derzeit sehr viel über andere Vereine. Bayern München strebt mit einem offenbar überproportionalen Etat wohl den Durchmarsch in die BBL an. Es gibt andere hoch ambitionierte Vereine wie etwa Würzburg, Karlsruhe, Saar-Pfalz Braves und Cuxhaven. Auch bei Kirchheim, Chemnitz, Osnabrück zeichnen sich hochwertige Spielerkader ab. Wie siehst Du – zum jetzigen Zeitpunkt – die Relationen? In welchen Regionen kannst Du Dir den USC nach einem 13. und zwei 11. Plätzen der vergangenen drei Jahre vorstellen?
Wir werden auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung der Tabellenplätze anstreben. Auf eine genaue tabellenmäßige Platzierung möchte ich mich gar nicht unbedingt festlegen. Es sieht tatsächlich so aus, als würde sich das Niveau der Pro A von Jahr zu Jahr verbessern. Aber wir müssen uns vor keinem Team verstecken. Bei allem Respekt vor der starken Konkurrenz kann ich eines sagen: Wir werden in jedes Spiel mit dem festen Vorsatz gehen, es zu gewinnen. Man wird sehen, was dabei herauskommt.
Hey Oli, vielen Dank, für die Zeit und Mühe, die Du für dieses Interview aufgewendet hast.
Robin Herbert, Claus Ebert
Vorherige News: MLP-Sommercamp des USC in der letzten Ferienwoche
Nächste News: Die BasCats des USC Heidelberg weiterhin mit MLP auf der Brust
Zurück zur Übersicht















