Paul Zipser – die neue Nachwuchshoffung beim USC
Bester deutscher Spieler bei der U 16-Europameisterschaft
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Mitte der neunziger Jahre verhalf 2,06m-Center Dieter Zipser, unter anderem zusammen mit 2,08m Mann Horst („Horschek“) Wolf, dem USC Heidelberg zum Wiederaufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga, jetzt hat es sein Sohn Paul Zipser gar zu internationalen Meriten bei der Mitte August in Montenegro stattgefundenen U-16-Europameisterschaft gebracht. Paul war dabei mit durchschnittlich 11,4 Punkten, 4,1 Rebounds, 1,3 Assist und 1,7 Steals effektivster Spieler des deutschen Teams. Ein schöner Erfolg für den jungen USC-Spieler und seinen Entdecker und langjährigen Trainer Alexander Schönhals.
Der Weg bis zur Euro war mit großem Aufwand und vielen Entbehrungen, aber auch unvergesslichen Eindrücken verbunden. Immerhin gingen nicht weniger als sechs Vorbereitungsturniere dem großen Ereignis voraus – in der Türkei, in Israel, Italien, Tschechien, Frankreich und Dänemark. Da ist es terminlich nicht einfach, dies alles mit den schulischen Pflichten am Bunsengymnasium, wo man sich sehr kooperativ verhielt, in Einklang zu bringen. Training, Schule, Reisen – der Rhythmus war vorgegeben. Anstrengend? Eintönig? „Nein, ich mache es ja gerne“, meint Paul „die Euro war mein großes Ziel“.
Bei der Europameisterschaft gab es fünf Siege – einen davon gegen den späteren Europameister Kroatien -, vier Niederlagen und einen abschließenden 13. Platz für das deutsche Team. Immerhin wurde damit der Klassenerhalt in der A-Gruppe geschafft – für das nächstjährige deutsche U 16-Team. Paul wird dann aber nicht mehr dabei sein. „Ich spiele dann hoffentlich schon U18, zusammen mit Julius Wolf, dem ein Jahr älteren Sohn von Horst Wolf“. Da wird sich der USC-Kreis also wieder schließen.
Trotz seiner Größe von inzwischen stattlichen 1,98m spielt Paul meist Aufbau – sicherlich ein beachtlicher Vorteil für seine spätere Karriere. Die Trainer des U16-Nationalteams, Headcoach Harald Stein und Ex-Nationalspieler Marvin Willoughby als Assistenzcoach, sehen in ihm jetzt schon einen Allrounder. „Sie haben mich auf den Positionen eins bis vier eingesetzt, je nach Größe der jeweiligen Gegenspieler. Variabel ist Paul auch, was seine berufliche Zukunft anbelangt. „Ich will einmal mit Basketball mein Geld verdienen. Das ist mein Traumziel, aber ich weiß, dass es ein sehr langer und beschwerlicher Weg bis dahin ist und dass ich daneben die Schule und sonstige berufliche Entwicklung nicht außer Acht lassen darf“.
Nach der Europameisterschaft hat Paul erst mal eine Trainingspause eingelegt. Doch der weitere Weg ist vorgezeichnet: Aufnahme in den erweiterten Kreis des USC-ProA-Teams. „Gegen richtige Profis hab ich bisher noch nicht gespielt. Ich freu mich drauf, mich gegen starke Gegner im Training weiterentwickeln zu können.“ Spielpraxis wird Paul voraussichtlich erst einmal im NBBL-Team des Basket College Rhein-Neckar und im Regionalligateam des USC Heidelberg genügend bekommen – und natürlich hoffentlich in der deutschen U18-Nationalmannschaft mit dem überaus reizvollen Fernziel Albert-Schweitzer-Turnier 2012 in Mannheim, dem Paul jetzt schon entgegenfiebert.
Claus Ebert
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