USC auch in Kirchheim/Teck nur Außenseiter

Nach dem schwer erkämpften 94:91-Pokalsieg  bei den Licher Basketbären tritt der USC am kommenden Samstag wieder bei einem Spitzenteam der Pro A, bei den  Kirchheim Knights an, die derzeit Platz vier der Pro A-Tabelle belegen.

 Überhaupt, will man nach sieben absolvierten Saisonspielen beim USC Heidelberg ein kleines Zwischenfazit ziehen, so fällt vor allem auf, dass man in den bisherigen Heimspielen gegen vier der ersten sechs Mannschaften der Tabelle (Cuxhaven, Bayreuth, Chemnitz und Braves) ran musste. Dadurch relativiert sich die Tatsache, dass bisher noch kein Heimsieg zu Buche steht. Auch die Auswärtspartien hatten es in sich, doch da konnte man sich – durchaus positiv überraschend – mit Erfolgen in Osnabrück und bei Bayern München – beide vor der Saison sehr hoch gehandelt – gut aus der Affäre ziehen. Es  ist also bei realistischer Einschätzung noch nichts Betrübliches passiert. Wer geglaubt hatte, dass es trotz des Auftaktprogramms mit dem „Gewinnen“ wie im März/April zu Beginn der neuen Saison einfach so weiter gehen würde, verkennt die tatsächlichen Verhältnisse in der Liga. Man steht genau da, wo man es in dieser starken und enorm ausgeglichenen Liga nach dem sehr schweren Auftaktprogramm in etwa erwarten konnte. Das Team, das ja gegenüber der vergangenen Spielzeit bisher nicht personell verstärkt wurde – es wurden lediglich gezwungenermaßen zwei Amerikaner ausgetauscht – ist inzwischen wieder zu einer guten Einheit zusammengewachsen.

 Auf der anderen Seite gilt es aber, den Realitäten ins Auge zu sehen. Beim USC tut man das mit Sicherheit und bringt jedem Pro A-Team den gehörigen Respekt entgegen, auch den – nur vermeintlich – „schwächeren“ Teams, gegen die in der 2. Hälfte der Vorrunde noch zu spielen ist!  Unsere Mannschaft nimmt zwar bei einigen statistischen Werten, insbesondere bei den Trefferquoten, im Ligavergleich sehr gute Plätze ein, in der Reboundstatistik aber steht es mit deutlichem Abstand an letzter Position. Die Verteidigungsintensität muss erhöht werden. Daher überlegt man beim USC derzeit folgerichtig – nur möglich durch die zuletzt positive Entwicklung im Marketingbereich und im letzten Jahr auch nach acht Niederlagen in Folge  undenkbar – baldige Abhilfe zu schaffen und noch einen geeigneten Spieler nachzuverpflichten. Es geht dabei insbesondere darum, mehr Tiefe im Kader zu erlangen und auch bei Verletzungen und Erkrankungen besser gerüstet zu sein.       

 Davon unabhängig haben sich Trainer und Spieler vorgenommen, weiter – wie im letzten Jahr – zielgerichtet und hart zu arbeiten, um im weiteren Verlauf der Saison wieder so viele Siege wie möglich  einzusammeln. Abgerechnet wird auch in dieser Saison erst am Ende! Vor allem gilt es, wieder mehr als Team zu agieren, so wie es bei den beiden Siegen in Osnabrück und München oder auch bei der hauchdünnen 84:85-Niederlage gegen Cuxhaven schon mehrfach  demonstriert wurde. Am Samstag kann das  Daume-Ensemble in jedem Fall ohne  Druck in die Partie gehen, da Kirchheim als Tabellenvierter und als Heimteam natürlich klarer Favorit ist. Die Knights haben mit den Amerikanern Gordon Scott (32 Jahre), Ryan De Michael (32) und Scott Freymond (29) sowie mit Radi Tomasevic (31) sehr erfahrene Spieler zur Verfügung, die an einem guten Tag jeden Gegner dominieren können. Es wird also mit Sicherheit wieder eine schwierige Begegnung für unsere Jungs, die sich allerdings bei guter Tagesform ihrerseits auch vor den Spitzenteams der Liga keinesfalls verstecken müssen.

 Claus Ebert


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