Spielbericht: Dimplex Falke Nürnberg – USC Heidelberg n.V. 96:89 (14:18 – 32:42 – 54:56 – 75:75)

13.10.2007: Das nachträgliche Video-Studium des Spiels auf der Heimfahrt nützte nichts. Auch wenn es den schon während des Spiels entstandenen Eindruck zahlreicher abenteuerlicher Schiri-Entscheidungen gegen den USC eindringlich bestätigte – das Spiel war verloren, 89:96 nach Verlängerung. Es war nicht mehr zu ändern. So hatte auch der bedauernswerte USC-Trainer Torsten Daume zuvor bei der Pressekonferenz brav dem Gegner zum Sieg gratuliert. Er wollte „kein schlechter Verlierer“ sein, über die Schiedsrichter kam kein Wort über seine Lippen. Im Innern mag es anders ausgesehen haben. Selten fühlte man sich beim USC in einem Spiel derart verschaukelt wie an diesem Abend.

Der Reihe nach: Das USC-Team begann vor 800 Zuschauern in der Halle am Berliner Platz sehr konzentriert und schien den Gegner sicher im Griff zu haben (2:11 und 9:18 durch Bynum, Starr, Adeberg und Huber-Saffer). Dann schlichen sich erste Nachlässigkeiten ein, welche das junge Nürnberger Team mit vier Dreiern zum zwischenzeitlichen 14:18 und 32:32 weidlich ausnutzte. In den letzten drei Minuten vor der Pause „klauten“ die Jungs von Torsten Daume den Nürnbergern mit einer gut funktionierenden Zonenpresse dann einen Ball nach dem anderen und sicherten sich mit einem 10:0-„run“ eine beruhigende 42:32-Pausenführung. Alles schien wieder im Lot.

Im dritten Viertel verpasste es der USC aber, „den Sack zu zu machen“. Ein Korbleger nach dem anderen wurde „verlegt“, hinzu kamen weitere Ballverluste und völlig unnötigerweise ließ man den Gegner wieder auf zwei Punkte herankommen. Die nie aufgebenden Gastgeber waren inzwischen endgültig wach – und die Schiedsrichter auch. Haarsträubend das zweite Foul gegen John Bynum – auf dessen zaghafte Reklamation folgte natürlich prompt obendrauf das technische Foul, sein Drittes. Nach seinem Vierten (33. Min.) musste Trainer Daume ihn wohl oder übel kurz rausnehmen (57:63) – der Anfang vom Heidelberger Untergang. Nach dem 63:71 (35.) durch Starr zieht Starr erneut aussichtsreich zum Korb, wird dabei mindestens zweimal grob gefoult und liegt danach schmerzverzerrt am Boden – kein Pfiff. Starr wird von zwei USC-Spielern hinausgeführt. 67: 73. Bynum kommt zurück, erzielt das 67:75 (2:30 vor Spielende). Offensiv-Foul gegen Jones – sehr zweifelhaft. 69:75. Offensiv-Foul gegen Bynum. Wie bitte? Sein Fünftes. 71:75. Starr kommt zurück. Dann die Krönung: Nash – diesmal schon wesentlich besser integriert – holt nach USC-Fehlwurf (1:30 vor Schluss) sauber den Rebound, wird in der Luft von Hauer umgerissen. Das wäre das 5. Foul von Hauer gewesen – geht nicht. Also bekommt Nash das Foul – angeblich zwei Sekunden zuvor begangen.

Unglaublich! Bei 72:75 (1:17) angebliche Schrittfehler Jones. Waren keine – siehe Videostudium. McDuffie vergibt, ebenfalls Tobias Stoll zwei Freiwürfe – und es kam wie es kommen musste: Brütting trifft seinen 3. Dreier zum 75:75. Verlängerung! Starr bekommt sein 5. Foul – ebenfalls zweifelhaft. Ohne Bynum und Starr verliert der USC trotz eines – jetzt erst – mächtig aufdrehenden Jones 89:96. Sehr, sehr bitter!

Stenogramm: 2:11 (5.), 14:18 (1. Viertel), 27:24 (15.), 32:32 (17.), 32:42 (Halbzeit), 38:50 (25.), 54:56 (3. Viertel), 67:75 (38.), 75:75 (Ende reg. Spielzeit), 82:79 (42.), 87:84 (44.), 92:89 (45.), 96:89 (Endstand).

USC: Jones 25 (3 Dreier), Starr 20, Adeberg 16, Huber-Saffer 12, Bynum 10, Nash 6, Stoll, Kirchhoff, – Neuschl, Breuer, Hug.

Nürnberg: Hauer 32 (2), McDuffie 18 (3), Dill 17 (1), Brütting 12 (4), Schneider 8, Stafford 4 (1), Doreth 3 (1), Dühring 2.

Claus Ebert


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