79-71 nach Verlängerung – die „Kleinen“ machen es den „Großen“ gleich
Vor dem Spiel prasselte zunächst eine Hiobsbotschaft nach der Anderen auf die Basket-Girls Rhein-Neckar ein. Im entscheidenden Spiel um Platz 5, dem vor der Saison festgelegtem Saisonziel mussten die WNBL-Mädels gleich auf mehrere Leistungsträgerinnen verzichten.
Das Sara Kranzhöfer aufgrund der Nationalkader-Sichtung Jhg.96 fehlen würde, war lange bekannt. Auch das Caro Eibner und Selina Wedel für ihren Heimverein TG Sandhausen in der U17-Oberliga auflaufen würden war lange abgesprochen. Bei einem Kader von 15 Spielerinnen sollte dies nicht das Problem sein. Doch dann kam es, wie es kommen musste. Nach Anastasija Kocevska (verletzt), Mira Hahn (krank) und Feli Raschig (privat) musste Headcoach Dennis Czygan auch noch auf Jenny Reichel (Einsatz für TG Sandhausen) verzichten. Zu acht machte man sich also morgens um 7:00 Uhr auf den Weg nach Wasserburg. Unter den acht Tapferen die Beiden gesundheitlich angeschlagenen Sophia Rickert und Kapitänin Anna-Lea Frenzel. Nach der fünfstündigen Anfahrt merkte man, dass zu Beginn des Spiels die Beine noch müde waren. In der Defensive zu langsam auf den Beinen, gestattete man dem Gegner zu viele freie Würfe. Coach Czygan fühlte sich an den Vortag beim Spiel der Bundesliga Damen erinnert. Die WNBL-Mädels gingen mit einem 10-Punkte Rückstand in die Pause. Und dann geschah das unfassbare. Wasserburg punktete gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit und lag in der 23. Minute mit 16 in Führung – ein gutes Omen für Coach Czygan. Am Vorabend stand es zu diesem Zeitpunkt bei den Damen genauso 23. Minute, 16 hinten. Er nahm wie am Vortag eine Auszeit und auch diesmal fruchtete die kurze Unterbrechnung. Die Basket-Girls gingen von nun an beherzter zu Werke. In der Offensive wurde der Ball dazu gut bewegt und die Basket-Girls kamen Punkt für Punkt ran. Zu Beginn des 4. Viertels waren es noch 7 Punkte Rückstand.
Die Basket-Girls schienen nun aber frischer zu sein und übernahmen in der 35. Minute die Führung. (60-59). Die letzten Minuten waren an Dramatik kaum zu überbieten. Beide Teams suchten nun die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Die Führung wechselte ständig. 3 Sekunden vor Schluss stand es 66-66 bei Einwurf für die Basket-Girls Rhein-Neckar. Auszeit BG RN und ein Trickspielzug wurde verabredet. Wasserburg viel darauf rein und Topscorerin Johanna Glutsch (29 Pkt) bekam den Pass, zwei schnelle Dribblings, Wurf und Korb!!! Der Sieg, dachten die vielen mitgereisten Fans – aber Pustekuchen. Der Schiedsrichter pfiff ab und ließ den regulär erzielten Korb nicht mehr gelten. Seiner Meinung nach kam der Wurf erst nach dem Schlusssignal. Zwei Dribblings dauern seiner Meinung nach länger als 3 Sekunden. (Bem. d. Red.: Die Zeit läuft erst dann wieder an, wenn der Ball auf dem feld berührt wird, also nach Passerhalt). Egal, am Vortag wurde das Spiel bei gleichem Verlauf auch erst in der Verlängerung gewonnen. So war es auch diesmal. Die WNBL-Girls waren sichtlich verärgert über die unnötige Extraschicht und erzielten gleich zu Beginn einen 6-0 Lauf, von dem sich Wasserburg nicht mehr erholen sollte.
Die Freunde war riesig, die fünf Stunden Rückfahrt verflogen wie im Flug und Coach Czygan konnte es immer noch nicht glauben. Die vierte Verlängerung in dieser Saison und der vierte Sieg – nicht gerade alltäglich.
Es spielten: Glutsch 29, Schöneberg 14, Frenzel 13, Rickert 10, Klitzke 6, Pätzold 5, Herold 2, Loesche










