Hitchcock Nr. 1 – mit unglücklichem Ende aus USC-Sicht
Alles war ok, fast alles – Superspiel zum Saisonauftakt, tolle Stimmung in der Halle, Spannung ohne Ende, nur das letzte Quäntchen zur Seligkeit der trotz Wahlsonntag, Formel eins und herrlichem Herbstwetter am Ende doch noch 750 USC-Fans wollte sich nicht einstellen. Beim Spielstand von 84:85 überschlugen sich 12 Sekunden vor Schluss noch einmal die Ereignisse: 2 Freiwürfe von Gästepointguard Mark Dorris – daneben. Der Ball springt aber weit ab, so dass Sascha Kesselring den Rebound sichern kann. Jibril Hodges, überragender USC-Spieler, muss leider sein 5. Foul begehen, um 11,2 Sekunden vor der Sirene Kesselring an die Freiwurflinie zu schicken. Wieder beide Würfe daneben – Rebound Komarek. Der Ball kommt zu Sebastian Adeberg, der sich ein Herz fasst und vehement zum Korb zieht, der Ball geht nur an´s Brett und wird von Mark Dorris geblockt. Goaltending? Wie auch immer, der Ball landet jedenfalls nicht im Korb, kein Pfiff der Schiris – ein unglaublich intensives Spiel, das eigentlich alles gehalten hat, was man sich von einem ersten Saisonspiel versprechen kann, geht mit 84:85 (43:48) zu Ende. Was für eine Herzschlag-Dramatik!
Schon das erste Viertel (23:27) hatte Offensiv-Basketball ganz nach dem Herzen der Zuschauer geboten. Es ging mit hohem Tempo rauf und runter. Lee Jeka (14 Punkte) für Cuxhaven und Jibril Hodges (11) für Heidelberg lieferten sich ein spektakuläres Shooting-Duell. Auch im 2. Viertel erlaubte die USC-Defense den Gästen zu viele freie Würfe, welche von diesen hochprozentig verwertet wurden. Das Teamplay des USC wurde besser, die Punkte verteilten sich jetzt mehr, unter anderem je 1 Dreier von Burleson, Vierneisel, Hodges und Komarek hielten den USC bis zum 43:48-Pausenstand im Spiel. Vor allem das Reboundverhältnis von 12:21 hatte bis dahin den Ausschlag für die BasCats bedeutet.
Dieses besserte sich aber in der 2. Halbzeit (20:20). Allerdings konnte jetzt der schon im 2. Abschnitt zu großer Form aufgelaufene athletische Eric Williams kaum noch gehalten werden. Er erzielte im 2. und 3. Viertel 17 seiner 19 Punkte. Gegen Ende des 3. Viertels gab es im USC-Spiel einen Bruch, als beim Stand von 61:60 Hodges hintereinander ein Offensivfoul und ein unsportliches Foul wegen Trikotzupfens erhielt und kurz darauf auch Danilo Barthel mit einem Offensivfoul bedacht wurde. Die Gäste nutzten dies zum 63:69 (3. Viertel).
Nach dem Dreier von Jeka zum 65:74 (33.) sah es nach einer Vorentscheidung für die kompakten und kombinationssicheren BasCats aus, die ersten Dreierversuche auf Heidelberger Seite im 4. Viertel (Komarek, Adeberg, Hodges) waren daneben gegangen. Der neben Hodges herausragende Oliver Komarek und Hodges (per Dreier) brachten den USC aber beim 70:74 wieder auf Schlagdistanz (34.). Weitere Dreierersuche von Vierneisel (2) und Komarek fanden nicht das Ziel, so dass sich die BasCats durch Dreier von Morris und Stachula zum 71:84 (36.) endgültig abgesetzt zu haben schienen. Doch der Kampfgeist des Daume-Teams war enorm und knüpfte nahtlos an die gute Schlussphase der vergangenen Saison an. Nach 6 Punkten in Folge von Oliver Komarek, der viel Verantwortung übernahm, einem Korb von Eric Vierneisel und einem phantastischen Dreier von Jibril Hodges zum 84:85 war alles offen und das Publikum aus dem Häuschen. 12 Sekunden vor Spielende wurde Mark Dorris gefoult ….. „noch 12 Sekunden oder: Wie ein hochklassiges Basketballspiel einen ebenso verdienten wie glücklichen Sieger fand.“ – Mehr Unterhaltung kann man von einer Sportbegegnung kaum verlangen!
USC: Komarek 28 (2 Dreier, 9 Rebounds), Hodges 26 (6/11 Dreier), Adeberg 13 (10 Rebounds, 7 forcierte Fouls), Vierneisel 8 (1 Dreier, 4 Rebounds, 3 Assists), Burleson 7 (7Assists), Barthel 2, Hirschberg, Dietz,- Hug, Debus.
Cuxhaven: Jeka 25 (3), Williams 19, Fuller 10, Dorris 9 (2), Hasenkamm 8 (2), Kesselring 6, Wischnewski 5 (1), Stachula 3 (1).
Claus Ebert
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