Interview mit Coach Dennis Czygan

Die Redaktion der USC-Homepage hat sich in der Winterpause mit Trainer Dennis Czygan getroffen und ihm einige Fragen gestellt.
USCHD: Die erste Saisonhälfte lief weitestgehend sehr positiv. Konnte man diesen Verlauf so erwarten?
Czygan: Wir sind schon davon ausgegangen, dass wir wieder ähnlich erfolgreich spielen wie in der vergangenen Saison. Wir mussten zwar den Abgang von Danielle Clark, die jetzt in der ersten Liga voll überzeugt, verkraften, aber wir haben als Team sehr viel aus der letzten Saison gelernt und mit in diese Spielzeit genommen. Das kommt uns jetzt zu Gute. Unsere Eigengewächse sind mittlerweile voll in der Liga angekommen und präsentieren sich sehr stark. Wenn man dann bedenkt, dass unsere Topscorerin Tara Flaherty gerade einmal 6 Spiele für uns gemacht hat, dann sind wir im Moment voll im Soll.
USCHD: Flaherty ist ein gutes Stichwort. In dieser Saison sind die BasCats von einem unglaublichen Verletzungspech verfolgt. Wieso sind die Ergebnisse dennoch so positiv?
Czygan: Ja, die vielen Ausfälle sind wirklich sehr ärgerlich. Am Anfang der Saison hat sich unsere Starting Five-Aufbauspielerin KiKi Veith verletzt und leider ja auch im letzten Spiel in Bamberg wieder, dazu dann eben die vielen Ausfälle von Tara Flaherty und viele andere, die auch immer wieder mit Wehwehchen oder Krankheiten zu tun haben. Warum wir dennoch so erfolgreich waren lässt sich aber leicht beantworten. Als KiKi Veith ausgefallen ist, ist zum Beispiel Angie Oehler richtig aufgeblüht. Sie hat den Sprung absolut geschafft. Und Sara Kranzhöfer ist mit ihren 15 Jahren mittlerweile mehr als nur Ersatz. Sie hat den Sprung ebenfalls geschafft und gehört voll zum Team. Aber auch auf den großen Positionen haben wir viel Qualität hinzugewonnen. Auch in den Spielen in den Tara und/oder Nina nicht dabei waren, sind eben Anna Meusel und auch Sophia Rickert (16 Jahre) Berit zur Seite gesprungen und haben dieses Niveau danach gehalten. Wir haben zwar fast das gleiche Team der letzten Saison, sind aber trotzdem besser und tiefer besetzt.
USCHD: Gibt es irgendwelche Änderungen im Team nach der Winterpause? Ersetzt der USC vielleicht Tara mit einer neuen Spielerin?
Czygan: Es gibt leichte Änderungen im Team. Caterina Maurer wird sich in der zweiten Saisonhälfte voll auf ihr Studium und ihr Examen konzentrieren. Sie wird uns erstmal nicht mehr zu Verfügung stehen. Mit Mariem Ouertani bekommen wir eine tunesische Nationalspielerin hinzu. Sie wird auf unseren beiden Ausländerpositionen ein wenig Rotation einbringen, so dass die beiden nicht mehr 35+ Minuten spielen müssen. Was Tara betrifft, müssen wir abwarten. Wir hoffen, dass sie nach dem ersten Spiel der Rückrunde wieder zur Verfügung steht, aber natürlich halten wir Augen und Ohren offen. Ich habe mir auch schon die eine oder andere Spielerin angeschaut, bzw. werde das noch machen. Aber vom Grundsatz her möchte ich das Team so zusammen halten und in der Rückrunde lieber die nächsten Eigengewächse nach vorne puschen. Ich sehe da noch viel Potenzial. Aber auch unsere beiden Youngster Sara und Sophia sollen noch weiter reinrutschen und mehr Verantwortung bekommen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir am Ende mit diesem Team in den Play-Off’s stehen werden.
USCHD: Die anderen Teams rüsten zum Teil ordentlich auf. Wie ist die Entwicklung im Damenbasketball allgemein zu sehen?
Czygan: Es ist doch schön zu sehen, dass im deutschen Damenbasketball mittlerweile mehr investiert wird. Bamberg hat eine tolle Struktur, Aufsteiger Bad Aibling spielt regelmäßig vor 400 und mehr Zuschauern, in Keltern ist jetzt richtig Geld vorhanden. Was die Vereine aus ihren Möglichkeiten machen ist jetzt nur die Frage, die Entwicklung in Keltern z.B. sehe ich da eher kritisch. Keltern hat jahrelang gute Jugendarbeit gehabt. Im Moment sehe ich bei den Damen aber eher eine Entwicklung in Richtung eines Söldnerteams. Das ist schade, so sehr ich es Keltern auch gönne, dass sie jetzt die finanziellen Möglichkeiten dazu haben. Bamberg hätte den Sprung letzte Saison vielleicht wagen sollen, wer weiß ob sie noch mal dazu kommen, oder ob sie es sich nicht zu gemütlich in der zweiten Liga machen. Aber im Endeffekt sind das nicht unsere Probleme. Wir haben in Heidelberg aufgrund unserer Nähe zu vielen Bundesligisten einen Standortnachteil Für die Jugendarbeit ist die Konzentration der vielen Vereine zwar toll, aber wenn es um Leistungssport geht ist es eher hinderlich. Viele Vereine zerren an einzelnen Spielerinnen und das Geld sitzt hier auch nicht gerade locker. Uns fehlen noch etliche Euro, um das Ziel erste Liga kurz- oder mittelfristig angehen zu können. Wir würden den Aufstieg gerne machen, aber dazu müssen wir noch breiter und professioneller arbeiten. Gerade im Management würde uns frisches Blut noch sehr gut tun.
USCHD: Mit Speyer, Leimen, Sandhausen und Trier sitzen euch vier Teams im Nacken. Gerade einmal zwei Punkte Vorsprung sind es noch auf Platz vier. Welche Teams kommen am Ende in die Play-Off’s?
Czygan: Ich hoffe natürlich, dass wir uns auf dem dritten Platz festbeißen können. Die unnötigen Niederlagen gegen Sandhausen und in Bamberg haben uns wehgetan. Das müssen wir irgendwie wieder wettmachen. Den ersten Platz wird am Ende Bamberg vor Viernheim innehaben. Wir dann auf Platz drei und um den vierten Platz werden sich wahrscheinlich Sandhausen und Leimen streiten. Speyer denke ich wird diese Saison im gesicherten Mittelfeld abschließen, genauso wie Trier. Wenn der Abstand nicht schon so groß wäre, würde ich auch noch auf Keltern tippen. Die werden in der Rückrunde nicht viele Spiele verlieren. Eine Minimalchance auf die Play-Off’s haben die aber auch noch.


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