Mit LaCoya Terry kam der Erfolg
– MLP BasCats bejubeln nach 82:78-Sieg in der Verlängerung gegen Ludwigsburg den Klassenerhalt
Von Michael Rappe (Rhein-Neckar-Zeitung, v.22.02.2010)
Heidelberg. „Bitte achten Sie auf wilde Katzen!“, riet der Hallensprecher des USC Heidelberg vor Beginn der Partie MLP BasCats USC Heidelberg gegen mhplus Ludwigsburg. Und dann zeigten die Heidelbergerinnen tatsächlich ihre Krallen und erwiesen sich kampfeslustig wie Tiger. Trotz erbitterter Gegenwehr Ludwigsburgs setzten sich die BasCats mit 82:78 (70:70, 36:45) durch und haben sich ein weiteres Jahr Zugehörigkeit zur 2. Damen-Basketball-Bundesliga gesichert. Entsprechend groß war der Jubel nach Ende der dramatischen Partie. Eine der kleinsten im Team, Sandra Heller, wurde zu einer ganz Großen, als sie, gerade eingewechselt, 45 Sekunden vor Schluss der Verlängerung bei ihrem einzigen Korbwurf einen Dreipunktetreffer zum 78:75 landete. „Ich war kalt, hatte Angst vor einem Dribbling und habe ohne nachzudenken geworfen“, schilderte Heller strahlend ihren goldenen Wurf.

Für die BasCats war es der dritte Sieg in Serie, und dieser Erfolg hat vor allem einen Namen: LaCoya Terry. Was die 22-jährige Flügelspielerin aus Hephzibah/Georgia den gut 250 Zuschauern bot, war Basketball vom Allerfeinsten. 32 Punkte, 13 Rebounds, 9 Vorlagen belegen dies eindrucksvoll. Gerade in den Schlusssekunden aller Viertel bot sie Spektakuläres, beispielsweise die Aktion direkt vor der Halbzeitsirene, die Amerikaner wohl als „Monsterblock“ bezeichnen würden. „Sie ist ganz wichtig für uns“, meinte Sandra Heller, „sie motiviert uns zusätzlich und setzt Serena und Berit gut in Szene“. Mit Serena Benavente und Berit Adrion sind neben Hellen Zipser die weiteren Spielerinnen genannt, die der schnellen Begegnung ihren Stempel aufdrückten. Benavente lebt an Terrys Seite förmlich auf, Adrion ist unter dem Korb eine feste Größe, und Zipser kämpfte bis zu ihrem fünften Foul zu Beginn des vierten Viertels vorbildlich.
Doch sie alle sind erst durch Terry so richtig ins Rollen gekommen, und das zeigt, dass es in der 2. Bundesliga ohne zwei Amerikanerinnen kaum geht. Denn die MLP BasCats nehmen sich immer noch ihre unerklärlichen „Auszeiten“ in der Defensive. Das führte zum 16-Punkte-Rückstand direkt nach der Halbzeitpause, und bei der folgenden Standpauke war die Stimme von Trainer Dennis Czygan wohl laut wie nie. Zwei Dreipunktetreffer von Benavente waren der Beginn einer spektakulären Aufholjagd, die Terry mit der 63:59-Führung nach drei Vierteln abschloss. Ludwigsburg kämpfte aber dank der Amerikanerinnen Crystal Woodley (27 Punkte) und Katie Warehime (20) sowie der Bosnierin Mirna Turcinovic (13) weiter, und wieder musste Terry ihr Team in die Verlängerung retten.
Zunächst wollte der USC ganz auf seine Talente setzen, musste aber erkennen, dass das direkt zurück in die Regionalliga geführt hätte. An der Seite von Benavente und Terry kann sich das sehr junge Team gut entwickeln und hat Perspektiven.
„Ich bin glücklich über den Sieg und meine Leistung heute“, meinte Terry, „ich möchte gerne hier bleiben“, meinte sie.
Stenogramm: 4:0 (1.), 6:13 (5.), 19:22 (10.), 26:35 (25.), 30:41 (27.), 36:45 (Halbzeit), 38:54 (23.), 54:55 (27.), 63:59 (30.), 65:66 (35.), 70:70 (40.), 73:74 (42.), 78:75 (44.), 82:78 (Endstand).
Punkte MLP BasCats: Terry 32/3, Benavente 16/2, Adrion 10, Veith 9/1, Zipser 8, Stage 4, Heller 3/1, A. Hofmann, Maurer, Meusel, Oehler, Koch
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