I. Höhenflüge (Anfänge bis Saison 1976/1977)

1. Vorgeschichte

Gegen Ende der vierziger bis Anfang der sechziger Jahre war Heidelberg die deutsche Basketball-Hauptstadt. War der Begriff Hochburg jemals gerechtfertigt, so hier, gingen doch in den Jahren von 1948 bis 1963 bei den Herren zehn, bei den Damen neun Meistertitel an den Neckar.

Zu hinterfragen ist, ob diese rasante Entwicklung eher zufällig oder zwangsläufig erfolgte. Hätte diese so auch etwa in Wuppertal oder in Kassel ablaufen können? Um dies zu verstehen, müssen wir den Blick auf das Heidelberg der unmittelbaren Nachkriegszeit richten.

Heidelberg war im Gegensatz zu fast allen anderen Städten unzerstört geblieben. Inwieweit wir diese Tatsache der durch “Student Prince” romantisch-verklärten Bekanntheit Heidelbergs in den USA zu verdanken haben, also einem Kalkül, ist bis heute umstritten.

In der Folge verschlug es zahlreiche Flüchtlinge hierher. Viele davon kamen aus Osteuropa, z. B. aus der früheren CSSR oder aus dem Baltikum. Einige, z. B. die später noch zu erwähnenden Anton Kartak und Helmut Kulikowski, brachten Basketball-Erfahrungen aus ihrer früheren Heimat mit, trafen mit anderen zusammen und betätigten sich als Entwicklungshelfer.

Ein zusätzlicher Anziehungspunkt war die altehrwürdige Universität, die ihren Lehrbetrieb bald wieder aufnehmen konnte. Im Zusammenhang mit der intakt gebliebenen Stadt lockte sie zusätzlich zahlreiche in- und ausländische Studenten nach Heidelberg. Diese bildeten seinerzeit für diese Sportart, die in Deutschland insbesondere von der akademischen Jugend betrieben wurde, das Hauptpotential. Hier seien beispielhaft Günter Piontek und Willi Kitzing genannt.

Heidelberger Gemengelage aus Aufbauhilfe, akademischem Nachwuchs, „Amis“ und Altstadtsumen

Schließlich kamen die Amerikaner nach Heidelberg! Die amerikanischen Streitkräfte, die in Heidelberg das Haupt- quartier der 7. US-Army errichtet hatten, belegten die Marstall-Halle und spielten dort eben auch Basketball. In den Pausen zwischen den einzelnen Spielen gab es für die Altstadt-Kinder die Möglichkeit, sich selbst mit dem großen Ball und dem hohen Korb zu versuchen. Bald, auch im Zusammenhang mit anderen geopolitischen Entwicklungen (Kalter Krieg), änderten sich amtliche amerikanische Politik und offizielles sowie inoffizielles Handeln vor Ort. Woll- te man zuvor Deutschland niederhalten und isolieren, so versuchte man nun Demokratie und last but not least den „American Way of Life“ zu vermitteln, so eben auch Basketball.

Vielleicht waren es tatsächlich begehrte Artikel wie Schokolade, Kaugummi, Coca Cola oder auch superchice Bas- ketballschuhe, weshalb Altstadtsumen sich für das Basketballspiel zu interessieren begannen. Möglicherweise spielte auch eine Rolle, dass in den engen, stets belebten Altstadt-Gassen weniger als anderswo gekickt werden konnte. Auch gab es in Heidelberg, im Gegensatz etwa zur Arbeiterstadt Mannheim, kaum eine Fußball-Tradition. Jedenfalls gab es in dieser Zeit in Heidelberg ein Potential Basketball-Verrückter, die sich anderswo wohl dem Hand- und insbesondere dem Fußball zugewandt hätten.

So entstand in Heidelberg aus sich gegenseitig beeinflussenden, parallel und auch zeitversetzt auftretenden und ablaufenden Faktoren und Prozessen eine Gemengelage, welche in Deutschland einmalig war und blieb. Sie sorgte für eine hochklassige Basketball-Landschaft, wie man sie vorher und nachher nirgendwo sonst in Deutschland an- treffen konnte. Die Dominanz Heidelbergs im deutschen Basketball jener Zeit war auch wesentlich mitbedingt durch die Tatsache, dass finanzielle Aspekte damals kaum eine Rolle spielten.

Basketball war Freizeitsport, der neben einer Arbeit oder insbesondere einem Studium betrieben wurde und für den sich die Frage einer Entlohnung gar nicht stellte. Gerade die hier drastisch veränderten Rahmenbedingungen, die Professionalisierung des heutigen Basketball-Sports, sorgen dafür, dass eine solche Hochburg auch künftig nicht mehr wird entstehen können. So wird es einmalig bleiben, dass man sich in Heidelberg insbesondere gegen die lokale Konkurrenz durchsetzen musste, um beste Aussichten auf den deutschen Meistertitel zu haben.

Ein kurzer Rückblick auf das Geschehen bis dahin: 1939 hatte der LSV Spandau den ersten deutschen Herrentitel geholt. Der MTSC Schwabing errang 1947 den ersten Nachkriegstitel (nochmals 1949), 1948 kam der Turnerbund Heidelberg zu seiner ersten Meisterschaft. 1950 folgte der SC Degerloch, 1954 und 1955 war es jeweils der FC Bayern München. Dazwischen sicherte sich wiederum der TB von 1951 bis 1953 gleich drei weitere Meistertitel. (Der Turnerbund fusionierte auf Initiative des damaligen OB Zundel, der einen Heidelberger Großverein wünschte, 1968 mit den Freien Turnern und dem DSC (Dresdner Sportclub) Heidelberg zum neuen Verein Heidelberger SC. Dieser konnte 1973 mit den Damen gegen die KuSG Leimen nochmals eine DM erringen, verlor jedoch später sein Basketball-Profil.)

Anton Kartak hatte beim Turnerbund 1947 die Basketballabteilung gegründet. Mit Torry Schober, Günter Piontek, Helmut Kulikowski, Willi Kitzung, Wolfgang Heinker und Kurt Siebenhaar konnte der TB auf Anhieb die badische und 1948 gar die deutsche Meisterschaft erringen.

Vielfältige Vereinslandschaft mit TBH, HTV 46, BCH und TSG 78

Kristallisationspunkte dieser Aktivitäten waren die leider längst einem modernistischen Seminarbau gewichene alte Marstall-Sporthalle, die “Gymnasiumshalle” des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums und die altehrwürdige Klingenteich-Sporthalle. Protagonisten jener Jahre waren der Prager Anton Kartak, späterer USC-Trainer, -vorstandsmitglied, Nationaltrainer und DBB-Präsident, Torry Schober aus Mährisch Ostrau (Ostrava), später ebenfalls USC- und Bun- destrainer, der Lette Helmut Kulikowski und Hannes Babies, der den BCH gründete und nach seinem Weggang aus Heidelberg das Albert-Schweitzer-Turnier in Mannheim aus der Taufe hob. Zu ihnen stießen seinerzeit “Neckarschleimer” wie Wolf Heinker (+), späterer Meistertrainer der HTV- und HSC-Damen sowie Damen-Bundestrainer, Kurt Siebenhaar (+), später langjähriger Landestrainer in Baden-Württemberg, oder Oskar (Ossi) Roth, späterer Rekord-Nationalspieler, Studenten wie Günter Piontek, Willi Kitzing und Dr. Siegfried Reinhard, der 15 Jahre zuvor in Berlin mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft Olympiasieger geworden war.

1948 wurde der TB Heidelberg erstmals deutscher Meister mit der Mannschaft Kartak, Schober, Heinker, Piontek, Siebenhaar, Roth, Neustrupa, Truchly, Fabian, Kitzing und Kulikowski. Es folgten 1951 – 1953 drei weitere Titel. 1952 gelang dem Turnerbund gar die Doppelmeisterschaft bei den Damen und den Herren, die später nur noch einmal (1979 durch den TuS 04 Leverkusen) erreicht werden konnte.


Keimzelle des Heidelberger Herren-Basketballs: Der Turnerbund
Die Aufnahme zeigt den Deutschen Meister 1949 bei einem Auswärtsspiel in Stuttgart, friedlich vereint mit dem Gastgeber. Obere Reihe von links: 2. Schober, 4. Heinker, 6. Kulikowski, 8. Neustrupa
Untere Reihe von links: 2. Siebenhaar, 4. Kartak, 6. Piontek, 8. Roth (Quelle: „50 Jahre Basketball in Baden-
Württemberg“)

In diesen frühen 1950er Jahren war die erste Fünf der Nationalmannschaft mit jener des TBH identisch!

In gekonnt martialischer Pose zeigten sich die Nationalspieler des Turnerbundes am 7.5.1951 in Paris. Von links: Oskar Roth, Theodor Schober, Kurt Siebenhaar, Günter Piontek (Slg. Oskar Roth)

Beim HTV 1846 gründete Heinrich Evers am 7.11.1948 die Basketball-Abteilung, die ebenfalls bald glänzende Erfolge erringen sollte. Die Damenszene dominierte der HTV ab 1955 bis 1960 unangefochten mit sechs Meis- terschaften, die siebente sollte 1963 folgen. Den HTV-Herren war ein Meistertitel auf Bundesebene freilich nicht vergönnt. Sie mussten sich mit zwei Vizemeisterschaften, beide (1957 und 1958) mit Niederlagen gegen den USC, begnügen.

Noch vor dem HTV errang die TSG ´78 1954 einen deutschen Meistertitel bei den Damen. Dorthin hatten die Da- men des TB Heidelberg geschlossen gewechselt. Von der TSG zog es sie schließlich wiederum z. T. zum HTV, mit dem sie dann Ihre denkwürdige Siegesserie antraten. Andere TSG-Spielerinnen schlossen sich dem USC an, einige beendeten ihre Laufbahn.

Der in amerikanischen Diensten stehende Fotograf Hans Babies gründete 1947 den Basketball-Club Heidelberg (BCH), der jedoch über eine Vizemeisterschaft bei den Damen und zwei A-Jugend-Meisterschaften bei der männlichen Jugend nicht hinauskam. Hans Babies wanderte später nach Mannheim ab, wo er mit dem Albert-Schweitzer-Turnier den weltweit größten Junioren-Vergleichskampf initiierte.

2. Akademiker des USC betreten die Bühne

 

1952 betrat der USC Heidelberg mit der Gründung der Basketballabteilung die noch junge deutsche Basketball-Bühne, die in diesen Jahren von gerade einer sehr starken Heidelberger Konkurrenz geprägt war. Initiator des bald so erfolgreichen USC-Basketballs war Prof. Otto Neumann, der für seine Söhne Hannes und Fritz ein adäquates sportliches Betätigungsfeld suchte. In dieser Zeit beherrschte der Lokalrivale Turnerbund Heidelberg die Szene. Ab Mitte der 1950er Jahre schickte sich nun der USC an, die Basketball-Krone zu übernehmen. Damals bedeutete dies insbesondere, sich zuerst gegen die Heidelberger Konkurrenz zu behaupten. Bereits der Auftakt 1956 in der Düsseldorfer Rheinhalle zeigte dies eindrucksvoll. Bei den dort ausgetragenen deutschen Meisterschaften der Damen und Herren kamen von jeweils vier Mannschaften jeweils zwei aus Heidelberg. Bei den Herren waren dies der USC und nochmals der TB, bei den Damen der HTV und ebenfalls der USC. Bei den Herren konnte der Gast- geber ATV Düsseldorf den Titel vor dem USC und dem TB (4. Berliner SC) erringen. Bei den Damen verteidigte der HTV seinen Titel und setzte damit seine im Vorjahr begonnene Serie (1954: TSG ´78 Heidelberg) fort, die ununter- brochen bis 1960 dauern sollte (1963 nochmals HTV). Auf den Plätzen landeten hier die Neuköllner Sportfreunde, der Hamburger TB und der USC.

Professor Dr. Otto Neumann, Gründer der Basketball-Abteilung des USC (Slg. Gerhard Treutlein)

Im Jahr darauf wurde die Endrunde in der Sporthalle der High School in Heidelberg ausgetragen. Bei den Damen und Herren hatten sich jeweils der USC und der HTV qualifiziert. Beide Endspiele gerieten zu einer Heidelberger Stadtmeisterschaft, da sich jeweils der USC und der HTV gegen ihre auswärtige Konkurrenz durchsetzen konnten. Bei den Damen kam es zu einem Städtevergleich gegen Berlin, da der HTV 46 den ASV Berlin mit 34:29, der USC den VfL Lichtenrade mit 40:36 ausschaltete. Im Endspiel setzte sich dann der Titelverteidiger HTV mit 44:23 klar gegen den USC durch. Bei den Herren distanzierte der HTV die Sportfreunde aus Neukölln mit 65:55, während der USC den Meister ATV Düsseldorf mit 43:36 aus dem Rennen warf. Das Männerendspiel konnte der USC deutlich mit 67:47 für sich entscheiden.

Namhafte Spieler hatten den Weg zum USC gefunden, als er erstmals 1957 den Titel errang. Vom TBH waren Anton Kartak (zunächst als Spieler, später als Trainer) und Ossi Roth (der spätere Rekordnationalspieler und Vater der Handball-Zwillinge) sowie Kurt Siebenhaar, vom HTV Horst Stein gekommen. Zusammen mit Werner Lamade, Ulli Ottmar, Fritz und Hannes Neumann, Volker Heindel, Manfred „Mampitz“ Ziegler, Mike Gailius und Joe Beinert besiegte der USC im Endspiel den Lokalrivalen HTV eindrucksvoll mit 67:47. Mit identischer USC-Mannschaft en- dete 1958 mit 51:47 der zweite nationale Vergleich des USC mit dem HTV wesentlich knapper. Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass dem HTV in seiner Blütezeit des Herren-Basketballs, in dem er u. a. namhafte Spieler wie Gerhard Biller, Kurt Auer, Karl „Watcher“ Körner sowie die Brüder Hans und Peter Brydniak aufbieten konnte, der Meistertitel ausgerechnet durch den erstarkten USC verwehrt wurde. Diese erste deutsche Meisterschaft des USC von 1957 bildete den Auftakt zu einer Serie, die bis 1962 anhalten sollte. Später folgten 1966, 1973 und 1977 drei weitere Titel zum damals unangefochtenen Rekordmeister. Dieser inoffizielle Ehrentitel ging freilich in den 1990er Jahren an den TuS 04 Leverkusen (14 Meisterschaften) verloren. Die Zeiten hatten sich eben verändert. Nicht Studienmöglichkeit, akademisches Umfeld, reizvolle Stadt und Aussicht auf einen Titel bestimmten nun den Kader, sondern finanzielle Möglichkeiten, die nun mal bei einem Universitäts-Sportclub im Gegensatz zu einem von einem Weltkonzern gesponserten Club eng begrenzt sind. Ohne Häme ist allerdings zu ergänzen, dass die jüngere konzernstrategische Ausrichtung von Bayer eine Förderung des Spitzensports nicht mehr vorsieht. So fügte es das Schicksal nicht ohne Ironie, dass der aktuelle Rekordmeister TuS 04 mittlerweile in der unterklassigen Pro B antritt.

Dem USC-Management aber gelang es Schritt für Schritt, Finanzausstattung und Strukturen den Erfordernissen des Profi-Basketballs anzupassen. So erscheint die Vorstellung, der USC könnte in naher Zukunft an seine großen Erfolgsjahre anknüpfen, nicht allzu vermessen.

Übrigens haben Alba Berlin acht und MTV Gießen fünf Titel vorzuweisen. Hinter ihnen folgen mit jeweils vier Meis- terschaften unser Turnerbund und Saturn Köln.

Zahlreiche auswärtige Basketball-Talente fanden den Weg zum USC. Stellvertretend seien hier Klaus Weinand, Jürgen Langhoff, Rassem Yahya, Hillar Gese, später Didi Keller, Volkmar Gaber, Harry Rupp, Wolfgang Fengler und Rainer Frontzek genannt. Sie repräsentierten zu ihrer Zeit auf ihrer jeweiligen Position Deutschlands absolute Spit- ze. Gerade in den frühen Erfolgsjahren reichten das akademische Umfeld, die reizvolle Stadt und die Aussicht auf Teilhabe an einem Meistertitel allemal als wichtige Argumente für den Wechsel an den Neckar aus.

Bald trugen auch Spieler aus dem Mutterland des Basketball-Sports zu den Erfolgen bei. Zunächst bildeten hier stationierte Armeeangehörige ein Reservoir talentierter Spieler, später kamen sie auch direkt aus den USA. Eddy Johnson (1966), George Weston (1973) und Hershel Lewis (1977 mit Pokalsieg) waren zu ihrer Zeit wichtige Er- folgsgaranten. Der Deutschamerikaner Joe Linnemann war eigens zum USC gekommen, um so die Nominierung für den Olympiakader 1972 zu erreichen. Der Halbindianer Mike Wells, der wie Mohammed Ali oder Keerim Abdul Jabbar zum Islam konvertierte Malek Abdul Mansour und der blonde Hüne Mark Veenstra waren an den Vizemeis- terschaften der Jahre 1974, 1975 und 1978 (und Pokalsieg) beteiligt.

Doch auch viele einheimische Talente entwickelten sich beim USC und trugen bei ihm und auch anderswo promi- nent zu den Erfolgen bei. Der spätere Rekordnationalspieler Ossi Roth, der Verteidigungsspezialist Volker Heindel, Hannes und Fritz Neumann, später das Sprungwunder Klaus „Pollo“ Urmitzer, das Rebound-As Christoph Staiger, der Kunstschütze Joe Loibl, der spätere Erfolgstrainer Hans „Lambi“ Leciejewski, der Ballzauberer Hans Riefling, Wolfgang und Eckhard Lachenauer kamen alle aus der Region, waren z. T. waschechte Altstädter. Daher fehlt der gelegentlich geäußerten Behauptung, der USC verdanke seine großen Erfolge ausschließlich auswärtigen Talenten, die es an den Neckar gezogen hatte, jede Grundlage.

Zu den Erfolgen trug die gute Jugendarbeit bei, die der USC früh betrieb. So wurde die A-Jugend unter dem Trainer Ossi Roth bereits 1957 im Endspiel gegen den HTV (!) Deutscher Meister. Die Spieler Ludwig „Gundi“ Gundacker, Hannes Neumann und Volker Heindel sollten auch im Herrenbereich eine gute Rolle spielen. Die von Volker Heindel betreute A-Jugend, die 1963 erst im Endspiel gegen den MTV Wolfenbüttel unterlag, bildete mit Klaus Urmitzer und Joe Loibl zwei Eigengewächse für die Nationalmannschaft heran. Ähnliche Erfolge gab es in den 1970er und 1980er Jahren in der B- und A-Jugend, damit auch Nachschub für die 1. Herrenmannschaft (u. a. Horst Wolf).

Treuer Wegbegleiter der so erfolgreichen USC-Herren war von Anfang an bis Mitte der 1970er Jahre Walter „Pulver“ Kaiser, der als Mannschaftsbetreuer für den USC mehr Meisterschaften „verantwortete“ (8) als sämtliche Spieler, Trainer, Abteilungsleiter und USC-Vorsitzende. Seinen Spitznamen verdankte der Altstädter dem Beruf seines Va- ters, der einen Großhandel mit Seifenpulver betrieb. Das Markenzeichen des Originals war sein Hut, dem er bzgl. der Siegesaussichten „seines“ USC magische Bedeutung beimaß. In Anspielung auf seine Anstellung bei der Stadtgärtnerei bezeichnete „Pulver“ sich als „Topfpflanzen- und Schnittblumen-Kultivateur“. Um seinen Mutterwitz, seine Schlagfertigkeit und seine Schnurren ranken sich unzählige Anekdoten. Dazu trug auch bei, dass er nicht nur bei Spielen selbst, sondern auch in der „Nachbesprechung“ nach Spielen und dem Training in der Gaststätte „Backmulde“ (später im „Weißen Stein“) stets präsent war und zum Umsatz des Wirts kräftig beitrug.

Wegbegleiter bei acht Deutschen Meisterschaften: Walter „Pulver“ Kaiser (Slg. Jürgen Loibl)

In der Saison 1972/1973 fand nach einem (für den USC siegreichen) Europapokalspiel in Porto ein Empfang des Gastgebers statt. Dabei wurde zur Eröffnung ein großer Pokal mit Rotwein herumgereicht. Jeder sollte einen klei- nen Schluck nehmen und den Pokal dann weiterreichen. Unser Pulver aber, dem kleine Schlucke fremd waren, trank kurzerhand den ganzen Pokal aus. Die Anderen in der Runde hatten dann das Nachsehen.
Bei einem Freundschaftsspiel in Italien stellte sich ihm einer der Gastgeber mit „Principe“ vor und übersetzte ihm diesen Name mit dem deutschen „Fürst“. Pulver bedeutete ihm daraufhin, dass er damit in seinem Rang weit über ihm stünde, da er schließlich ein „Kaiser“ sei.

3. Heidelberg Basketball-Hauptstadt – USC Abonnement-Meister (55/56 – 61/62)


Saison1955/56

 Deutscher Vizemeister – in Düsseldorf 35:51 gg. ATV Düsseldorf

Aufgebot 55/56:
Siebenhaar, Lamade, Smith, Ziegler, Neumann, Ottmar, Roth, Pflaumer, Riehl, Beinert; Trainer: Siebenhaar

Nach Beendigung der Punktspiele in der Landesliga Baden rangierten die Lokalrivalen USC und Turnerbund Heidelberg mit jeweils 20:4 Punkten an der Spitze.
Der USC bezog in der Vorrunde Niederlagen gegen den Turnerbund sowie gegen den vorjährigen Südwestmeister Karlsruher SC und blieb in der Rückrunde ungeschlagen, während der TBH in der Vorrunde ohne Niederlage blieb, sich aber in der Rückrunde dem USC und dem Badischen Meister von 1955, dem Heidelberger Turnverein, beugen musste.
Im nach den damaligen Statuten notwendigen Entscheidungsspiel besiegte der USC den TBH mit 57:53 (33:26) und konnte damit erstmals die Badische Meisterschaft erringen.

Auch bei den Südwestdeutschen (14./15.4.1956 in Wetzlar: USC – TBH 43:38) und bei den Süddeutschen Meister- schaften (28./29.4.1956 in Heidelberg: USC – TBH 58:46) belegte der USC jeweils den ersten Platz vor dem TBH. Bei den Damen lautete die Rangfolge jeweils HTV vor USC.
Damit traten bei den am 12./13.5.1956 in der Düsseldorfer Rheinhalle ausgetragenen Deutschen Meisterschaften bei den Herren der USC und der Altmeister TBH, bei den Damen der Titelverteidiger HTV und ebenfalls der USC für Süddeutschland an.

Bei den Herren konnte der ATV Düsseldorf den USC im Endspiel mit 51:35 (28:22) in die Schranken weisen. Die RNZ berichtete von einem reiferen und raffinierteren Spiel des USC, doch auch von gravierenden Konditionsmän- geln. Der TBH erreichte den dritten Rang.

Bei den Damen setzte sich der HTV im Endspiel gegen den Hamburger SV mit 69:46 (53:25) sicher durch und verteidigte damit seinen Titel. Der USC erreichte den vierten Platz.

 Saison1956/57

Deutscher Meister (1. Meistertitel) – in HD 67:47 (28:25) gg. HTV

Aufgebot 56/57:
Lamade, Roth, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Siebenhaar, Stein, Ziegler, Gailius, Beinert; Trainer: Anton Kartak

Der USC konnte seinen Badischen Meistertitel vor dem HTV verteidigen, während der Altmeister TBH sich mit dem dritten Platz begnügen musste und damit aus dem Rennen schied.
Der HTV qualifizierte sich durch Siege gegen die Zweiten aus Hessen und Rheinland-Pfalz neben dem USC für die Teilnahme an den Südwestdeutschen Meisterschaften.

Bei den am 12./13.4.1957 in der High School in HD ausgetragenen Südwestdeutschen Meisterschaften konnte sich bei den Herren der USC ebenfalls den 1. Platz vor dem HTV sichern (USC – HTV 57:49). Bei den Damen lautete die Reihenfolge HTV vor USC (HTV – USC 63:34).
Auch die Süddeutschen Meisterschaften am 27./28.4.1957 fanden in der High School in HD statt. Dabei siegte bei den Herren wieder der USC gegen den HTV (USC – HTV 51:46). Bei den Damen holte sich sensationell ebenfalls der USC den ersten Platz vor dem HTV (USC – HTV 51:38).

Ebenfalls wurde die Meisterschaftsrunde 1957 (11./12.5.57) in der High School ausgetragen. Es kam dabei zur denkwürdigen Konstellation, dass nicht nur alle Endspielgegner aus Heidelberg kamen, sondern es jeweils auf einen Vergleich zwischen dem HTV und dem USC hinauslief.

Bei den Damen hatte der Südmeister USC den Nordzweiten VfL Lichtenrade mit 40:36 (13:15), der Meister HTV den Nordmeister ASV Berlin mit 34:29 (16:15) ausgeschaltet. Zum Finale traten die Kontrahenten in folgender Besetzung an:
USC: Kaehler, Neumann, Kitzing, Egner, Burckhardt, Ottmar, Siebenhaar, Riehl, R. Marien, Scholl, Buchner, J. Marien
HTV: Heinker, Becht, Lindowski, Gieser, Kreische, Pfeiffer, Stein, Uhrig, Himmel, Frey, Holl

Der Titelverteidiger HTV konnte sich dabei klar mit 44:23 (26:15) gegen seinen Herausforderer USC behaupten (HTV: Becht 11, Lindowski 10, Gieser 9; USC: Egner 9, Ottmar 8):
Deutscher Meister der Damen HTV 46, Deutscher Vizemeister und Südmeister USC.

Bei den Herren hatte der HTV in einem mitreißenden Spiel die Sportfreunde Neukölln mit 65:55 (29:23) besiegt, während der USC in einer beiderseits nervös geführten Partie den amtierenden Meister ATV Düsseldorf mit 43:36 (18:12) aus dem Rennen warf. Die Besetzung der Endspiel-Gegner:
USC: Roth, Lamade, Ottmar, Stein, Siebenhaar, H. Neumann, F. Neumann, Ziegler, Heindel, Gailius, Ueberle, Beinert
HTV: Laux, Biller, Auer, H. Brydniak, Körner, Skanda, Burrer, Schubert, P. Brydniak, Liedtke, Neureither, Wallenwein

Die USC-Mannschaft in ihrer 1. Meisterschaftssaison.
Stehend v. l.: Coach Anton Kartak, Werner Lamade, Oskar Roth, Ulli Ottmar, Hannes Neumann, „Quetsch“ Überle, Joe Beinert, Fritz Neumann, “Pulver“ Kaiser
Kniend v. l.: Mike Gailius, Volker Heindel, Kurt Siebenhaar, Horst Stein, Manfred Ziegler (Slg. Oskar Roth)

Die Begegnung war trotz des klaren Endergebnisses lange hart umkämpft. Die RNZ berichtete seinerzeit von siche- ren Kombinationen des USC und sah bei ihm keinen Schwachpunkt. Doch auch der HTV lieferte danach eines sei- ner besten Spiele, hatte aber das Pech, nach der Pause auf einen Gegner in Hochform zu treffen. Die Grünhemden konnten anfangs gegen den nervös beginnenden USC eine 10:4-Führung erringen. Gerhard Biller hatte für sein mit äußerster Konzentration startendes Team gleich vier Punkte vorgelegt, bis insbesondere Horst Stein, vor Saisonbe- ginn vom HTV zu den Gelbhosen gestoßen, zum 16:15 konterte. Immer wieder wechselte dann die Führung, ehe der USC nach einem 23:23 bis zur Halbzeit einen 28:23-Vorsprung erringen konnte. Als beim Stand von 47:37 für den USC der HTV-Spieler Gerhard Biller wegen fünf Fouls ausscheiden musste, waren die Gelbhosen nicht mehr zu halten. Diesem Sturmlauf konnten die Klingenteichler nichts mehr entgegensetzen. Beim erstmaligen Deut- schen Meister USC zeichneten sich als Korbschützen Stein (16), Roth (14) und Lamade (10), beim ehrenvoll un- terlegenen Lokalrivalen HTV Auer (12), Brydniak (11) und Körner (10) aus.

Saison 1957/58

Deutscher Meister (2.) – in HD 51:47 gg. HTV

Aufgebot:
Lamade, Roth, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Siebenhaar, Stein, Ziegler, Gailius, Beinert; Trainer: Anton Kartak

Die badische Oberliga wurde von sechs Mannschaften gebildet: USC Heidelberg, Turnerbund Heidelberg, Heidel- berger Turnverein 1846, TSG 78 Heidelberg, Karlsruher SC und TSV 46 Mannheim.
Unangefochten dominierten die „großen Drei“ aus Heidelberg (USC, HTV, TBH) die Liga und konnten nur unter- einander besiegt werden. Dabei lauteten die Ergebnisse: HTV – USC 64:62/USC – HTV 46:43, TBH – USC 32: 53/USC – TBH 63:40, TBH – HTV 65:41/HTV – TBH 62:43. Die Rangfolge der Abschlusstabelle hieß daher wie im Vorjahr USC (18:2) vor HTV (16:4) und TBH (14:6). Damit hatten sich der USC als Badischer Meister und der HTV als Zweiter für die Südwestdeutschen Gruppenmeisterschaften qualifiziert.
Auch bei den Damen vertraten der HTV als Badischer Meister und der USC als Vizemeister die badischen Farben.

Bei den am 12./13.4.1958 in Bad Neuenahr ausgetragenen Südwestdeutschen Gruppenmeisterschaften konnte  bei den Herren der HTV den Spieß umdrehen und im Endspiel den USC mit 53:50 besiegen. Zuvor hatten der USC den TV Kirchheimbolanden mit 71:50, der HTV die TSG Darmstadt mit 66:42 ausgeschaltet. Auch bei den Damen lau- tete die Reihenfolge HTV vor USC (HTV – USC 71:27). Die Vorergebnisse hier: USC – UBC Mainz 42:28, HTV – Grün-Weiß Frankfurt 46:28.

Die Süddeutschen Meisterschaften am 26./27.4.1958 fanden wieder in der High School in HD statt. Bei den Herren qualifizierten sich der USC mit 51:20 gegen TS Jahn München und der HTV mit 55:45 gegen TG Viktoria Augsburg für das Finale. Im Endspiel besiegte der USC den HTV klar mit 62:37 (Stein 15, Lamade 14, Roth 13, Ottmar 10 – Auer 12) und wurde damit erneut Südmeister.
Bei den Damen siegten der HTV gegen SV Backnang mit 62:16, der USC gegen TV Augsburg mit 39:25. Den süd- deutschen Titel holte sich nach 1-jähriger Unterbrechung wieder der HTV mit einem deutlichen 48:11-Sieg gegen den USC.

Auch die Meisterschaftsrunde wurde am 10./11.5.58) in der High School ausgetragen. Wie im Vorjahr stellten der USC und der HTV jeweils bei den Damen und bei den Herren die süddeutschen Teilnehmer.
Bei den Herren schalteten der HTV den Nordmeister ATV Düsseldorf mit 48:46 (27:26), der USC den Nordzweiten TuSpo Göttingen mit 64:34 (28:11) aus. Den 3. Platz errang ATV Düsseldorf mit 69:51 gegen TuSpo Göttingen.
Im Endspiel blieb der USC in einer spannenden Begegnung mit 51:47 (27:18) gegen den HTV siegreich und sicher- te sich damit den zweiten Meistertitel. Oskar Roth und Horst Stein hatten für den USC eine schnelle 4:0-Führung erzielt, die Kurt Auer, Hans Brydniak und Gerhard Biller in einen 13:8-Vorsprung für die Klingenteichler umwandel- ten. Dann setzte sich bis zum Halbzeitpfiff das sichere Kombinationsspiel der „Akademiker“ immer mehr durch, für die Volker Heindel und Oskar Roth einen deutlichen Vorsprung herausschossen. Nach der Pause kam der unbän- dig kämpfende HTV nach einem 23:33-Rückstand auf 38:42 heran. Mit etwas Glück konnte der USC jedoch am Ende seinen knappen Vorsprung behaupten.

Bei den Damen unterlag der USC dem Nordmeister ASV Berlin mit 24:41 (11:16), während sich der Meister HTV mit 60:22 (32:9) gegen ATV Düsseldorf durchsetzte. Auch im Endspiel triumphierte der HTV mit 64:20 (36:9) gegen ASV Berlin. Im Spiel um den 3. Platz siegte der USC gegen ATV Düsseldorf 41:24 (19:15).
Deutscher Meister der Damen HTV 46, Dritter USC.

Saison 1958/59

Deutscher Meister (3.) – in Augsburg 56:42 gg. Alemannia Aachen

Aufgebot:
Lamade, Roth, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Stein, Ziegler, Überle, Pflaumer, Echner, Gundacker; Trainer: Kurt Siebenhaar

In der badischen Oberliga waren vertreten:
Freie Turner Heidelberg, Heidelberger Turnverein 1846, Turnerbund Heidelberg, USC Heidelberg, SG Heidelberg-Kirchheim, Karlsruher SC, EK Karlsruhe, TSV 1846 Mannheim, Mannheimer TG

Die badische Meisterschaft errang erneut der USC vor dem HTV und dem Turnerbund.

In den Gruppenspielen gegen die Vertreter aus Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland konnten sich der HTV und der USC durchsetzen.

Im Südwestfinale der Herren sahen am 13.4.1959 1000 Zuschauer in der High School einen deutlichen 65:47-Sieg des USC. Über 7:2 und 15:6 beherrschte der Titelverteidiger durch ein beeindruckendes Kombinationsspiel gegen einen nervösen HTV das Geschehen und konnte mit einem 10-Punkte-Vorsprung in die Kabine gehen. Mit guten Vorsätzen gingen die Klingenteichler in die zweite Halbzeit, waren jedoch verkrampft und mussten die Akademiker auf 40:22 und 51:30 ziehen lassen. Durch verbissenen Einsatz erzwangen die Grünhemden noch den 42:57-Zwi- schenstand, konnten die Gelbhosen aber nicht mehr gefährden, die sich auch in dieser Höhe verdient durch- setzten.
USC – HTV 65:47 (29:19)
Korbschützen: USC: H. Neumann 22, Ottmar 13, Roth 11; HTV: H. Brydniak 16, Körner 8, Auer 6, Biller 5.

Bei den Damen hatte der HTV in Frankfurt gegen Grün-Weiß Frankfurt anzutreten. Der Hessenmeister setzte in der zu engen und unzureichend markierten Halle den HTV-Damen über weite Strecken des Spiels sehr zu. GW führte anfänglich mit 11:3, musste aber den Titelverteidiger bis zur Halbzeitpause mit acht Punkten ziehen lassen. Nach der Pause kam GW bis auf 23:25 heran, musste sich jedoch dann dem überlegenen Spiel des HTV beugen.
GW Frankfurt – HTV 36:53 (17:25)
Korbschützinnen: GW: Becker 9, Czok, Spille 7; HTV: Biller 25, Becht 12, Gieser 6.


Der Deutsche Meister von 1959.
Obere Reihe: Trainer Siebenhaar, Ueberle, Heindel, F. Neumann, Gundacker, Ottmar, Lamade, Echner, Betreuer „Pulver“ Kaiser
Untere Reihe: Ziegler, Pflaumer, Roth, H. Neumann, Stein (Slg. Gerhard Treutlein)

Die Halbfinalspiele um die deutsche Meisterschaft fanden am 26.4.1959 in der High School statt. Dabei hatten bei den Herren der USC und bei den Damen der HTV jeweils gegen Jahn München anzutreten. Beide Heidelberger Vertreter setzten sich erwartungsgemäß gegen die Bajuwaren durch und qualifizierten sich damit für die Endspiele.
Damen: HTV – Jahn München 68:37
Herren: USC  – Jahn München 76:54

Die Endspiele wurden am 9.5.1959 in der Sheridan-Kaserne in Augsburg ausgetragen. Wieder verteidigten die fa- vorisierten Titelverteidiger aus der kurpfälzischen Hauptstadt sicher ihre Titel.

Mit einer Maria Biller (geb. Nagy) in Bestform wies im Damenendspiel der zudem konditionsstärkere HTV 46 den gleichwohl verbissen kämpfenden VfL Lichtenrade mit 61:45 (24:18) in die Schranken. Bei den Klingenteichlerinnen erzielte allein Maria Biller 33 Punkte und trug damit zum 5. nationalen Titel in Folge kräftig bei.

Im Herrenfinale bezwang der USC seinen Herausforderer Alemannia Aachen mit 56:42 (32:20). Die „Akademiker“ starteten furios und schossen rasch einen 10-Punkte-Vorsprung heraus. Ein Zwischenspurt brachte die Alemannen auf zwei Punkte heran (18:20). Eine durch Trainer Siebenhaar verordnete taktische Umstellung ließ den USC bis zur Halbzeitpause auf 32:20 davonziehen. Der nach der Pause vom Herausforderer gezeigte harte körperliche Ein- satz forderte als Tribut bald das 5. Foul ihres besten Akteurs, des Nationalspielers Schulz. So konnte der USC, ohne Bestform zu zeigen, doch letztlich ungefährdet seinen dritten Meistertitel in Folge sichern.

Saison 1959/60

Deutscher Meister (4.) – in Berlin 52:36 gg. ATV Düsseldorf

Aufgebot:
Lamade, Roth, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Siebenhaar, Stein, Ziegler, Pflaumer, Gundacker, Körner (wechselte während der Saison vom HTV zum USC); Trainer: Anton Kartak

Die neugegründete Oberliga Südwest umfasste Baden sowie die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saar- land.
In ihrer ersten Saison gehörten der aus 10 Vereinen gebildeten OL Südwest an:
VfL Bad Kreuznach, BC Darmstadt, Eintracht Frankfurt, GW Frankfurt, Heidelberger Turnverein 1846, Turnerbund Heidelberg, USC Heidelberg, TV Kirchheimbolanden, TV 1817 Mainz und Saar 05 Saarbrücken

Der im Saisonverlauf mit dem Ex-HTVler Karl Körner verstärkte USC errang in der Endabrechnung mit 33:3 Punkten unangefochten bei einer Niederlage (60:67 beim TV Mainz, der mit dem späteren USCler Rassem Yahya antrat) und einem Unentschieden (51:51 gegen den HTV) die Südwestmeisterschaft. Auf den Plätzen folgten der TBH (26:10), der HTV (25:11) und der BC Darmstadt (21:15), die sich damit für die Vorrunde zur deutschen Meister- schaft qualifizierten.

In der Vorrunde zur deutschen Meisterschaft setzten sich der USC gegen den SV Möhringen, der HTV gegen die TS Göppingen sicher durch. Der TBH scheiterte dagegen an Bayern München. Nach einer 39:50-Heimniederlage siegte er in München zwar mit 78:67, schied jedoch nach den damaligen Regeln wegen der höheren Anzahl der Fouls aus. Ebenso auf der Strecke blieb der BC Darmstadt gegen Jahn München.

Bei der Zwischenrunde zur deutsche Meisterschaft blieb der USC am 9.5.1960 ungeschlagen. Mit Siegen gegen den HTV (67:62), den PSV Hannover (53:52) und die Spfr. Neukölln (62:52) zog er in die Endrunde ein.
Die drei Konkurrenten belegten mit jeweils 2:4 Punkten die Plätze. Der HTV hatte sich gegen den USC gut ge- schlagen, gegen die Spfr. Neukölln aber mit 50:70 Federn gelassen. Auch der abschließende 100:69-Sieg gegen den PSV Hannover nützte den Turnern nichts mehr, da die Sportfreunde die bessere Korbdifferenz aufwiesen (+ 8 gegen + 6) und sich so zusammen mit dem USC für die Endrunde in ihrer Heimatstadt Berlin qualifizierten.

Zu der am 23.5.1960 in Berlin ausgetragenen Endrunde um die deutsche Meisterschaft traten neben dem USC und den Spfr. Neukölln Jahn München und ATV Düsseldorf, die sich in der anderen Zwischenrunde durchgesetzt hatten, an.
Auch dort konnte sich der USC behaupten und Jahn München mit 47:41 sowie den ATV Düsseldorf mit 52:36 be- siegen. Für den USC war es die vierte Meisterschaft in Folge. Zweiter wurde der ATV Düsseldorf.

Ihren sechsten nationalen Titel in Folge errangen die HTV-Damen.

Saison 1960/61

Deutscher Meister (5.) – in der vollbesetzten High-School-Sporthalle in HD 54:43 gg. Jahn München

Aufgebot 60/61:
Lamade, Roth, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Stein, Ziegler, Weinand, Pflaumer, Gundacker, Körner, Echner; Trainer: Anton Kartak

Ullrich Ottmar verließ den USC und wechselte zum SSV Hagen. Guten Ersatz fand der USC mit dem 1,98 m großen Nationalcenter Klaus Weinand, der von RW Koblenz an den Neckar kam.
Der Lokalrivale HTV aber verlor nach Karl Körner, der bereits im Laufe der vorigen Saison zum USC gewechselt war, nun auch den Nationalspieler Hans Brydniak, der sich Alemannia Aachen anschloss.

Die Teilnehmer der OL Südwest:
VfL Bad Kreuznach, BC Darmstadt, TSG Darmstadt (Aufsteiger), Eintracht Frankfurt, TB Heidelberg, TV 46 Heidel- berg, USC Heidelberg, 1. FC Kaiserslautern (Aufsteiger), TV Kirchheimbolanden, TV Mainz

Der Deutsche Meister von 1961.
Stehend von links: Ludwig Gundacker, Werner Lamade, Oskar Roth, Klaus Weinand, Fritz Neumann, Volker Heindel, Hannes Neumann; kniend von links: Karl Körner, Kurt Siebenhaar, Horst Stein, Gerd Pflaumer, Günter Echner

Der USC blieb in den Rundenspielen der Oberliga Südwest ungeschlagen und sicherte sich mit 36:0 Punkten die erneute Meisterschaft. Der TBH erreichte mit 22:14 Punkten den 2. Platz vor dem punktgleichen TV Kirchheimbo- landen und Eintracht Frankfurt (20:16).
Der HTV beendete die Saison mit einem ausgeglichenen Punktekonto (18:18) und dem 5. Tabellenplatz.
Der Südwestmeister USC hatte sich damit für die Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft qualifiziert, während die auf den Plätzen 2 – 4 angekommenen Vereine in der Vorrunde anzutreten hatten.

Bei den Damen hatte der HTV seinen Südwestmeistertitel verteidigt, der USC den vierten Rang erreicht.

In der Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft unterlag der TBH am 6.3.1961 bei Hellas Göttingen mit 55:74. Zwar konnte er das Rückspiel am 13.3.1961 mit 66:54 siegreich gestalten, schied aber wegen der schwächeren Korb- differenz aus.
Ähnlich ging es den USC-Damen, die zunächst beim Hamburger TB mit 28:49 unterlagen, im Rückspiel mit 41:29 siegten.

In der Zwischenrunde schalteten die USC-Herren Bayern München mit zwei Siegen aus. Tat sich der Titelverteidiger im Hinspiel am 19.3.1961 mit 63:51 noch etwas schwer, so beseitigte er am 26.3.1961 mit einem souveränen 75: 58-Sieg in der bayerischen Metropole die letzten Zweifel.
Die HTV-Damen setzten sich indes gegen Göttingen 05 durch.

Das Semifinale gegen Alemannia Aachen bot spannenden und hochklassigen Basketball. In Heidelberg dominierte der USC am 9.4.1961 seinen Gast und siegte mit 55:42 (27:19). Am 16.4.1961 drehten die Alemannen den Spieß um und setzten sich mit 58:50 durch, schieden aber wegen der schwächeren Korbdifferenz gegen den Meister aus. Der USC hatte damit seine einzige Saisonniederlage in einem Punktespiel bezogen!

Am 22.4.1961 sahen die über 1000 Zuschauer in der ausverkauften High-School-Halle in Heidelberg ein bis in die Schlussminuten spannendes Herren-Endspiel zwischen dem Südmeister Jahn München und dem USC. Ausschlaggebend für den letztlich doch noch deutlichen 54:43-Sieg (28:28) des Titelverteidigers war wohl dessen Dominanz auf der Centerposition, wo Klaus Weinand (24 Punkte) von seinen Gegenspielern Braun (9) und Nees (6) nie kontrolliert werden konnte. Nach der Pause führte Werner Lamade mit großartiger Übersicht Regie, und rasch lagen die Heidelberger mit 44:34 in Front. Verbissen konterten die Münchener und schafften über 36:44 den 42:44-Anschluss – das Spiel schien zu kippen. Doch scorte Werner Lamade unter den ohrenbetäubenden Anfeuerungs- rufen des Publikums das wichtige 48:42. Obwohl Klaus Weinand nun nach seinem 5. Foul das Feld verlassen musste, war das Momentum der Münchener gebrochen. Der technisch brillant aufspielende Titelverteidiger hatte sich gegen den konditionsstarken und mannschaftlich geschlossen auftretenden Herausforderer verdient behauptet. Beim USC boten neben Klaus Weinand auch Horst Stein (10) und Werner Lamade herausragende Leistungen. Jahn München hatte im Nationalspieler R. Puell (14 Punkte) seinen stärksten Akteur. Der USC setzte mit seiner fünften Meisterschaft in Folge seine Dominanz im bundesdeutschen Basketball fort.

Bei den Damen kam es hingegen vor dem Herrenendspiel an gleicher Stätte zu einer Wachablösung. Mit dem ku- rioserweise gleichen 54:43-Endergebnis wie später bei den Herren besiegte der Herausforderer TV Augsburg den langjährigen Titelverteidiger HTV. Bei den HTV-Damen endete damit eine von 1955 bis 1960 andauernde Serie von sechs Deutschen Meisterschaften.

Ähnlich wie 10 Jahre zuvor dominierten Heidelberger Spieler auch die Nationalmannschaft. Die Aufnahme zeigt das deutsche Aufgebot im April/Mai 1961 beim Freiplatztraining in Belgrad.
Stehend v. l.: Heindel (USC), H. Brydniak (HTV => Aachen), Langhoff (Hagen), Schulz (Aachen), H. Neumann (USC), Puell (München), Biller (HTV), Weinand (USC)
Kniend v. l.: Stolz (Neukölln), Erüffner (Aachen), Roth und Stein (beide USC) (Slg. Klaus Weinand)

Saison 1961/62

Deutscher Meister (6.) – in Wiesbaden gg. hochfavorisierte Alemannia Aachen mit 69:65

Aufgebot:
Werner Lamade, Rassem Yahya, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Volker Heindel, Horst Stein, Manfred Ziegler, Klaus Weinand, Gerd Pflaumer, Ludwig Gundacker, Oskar Roth (Spielertrainer)

Als Neuzugang konnte der USC Rassem Yahya gewinnen und sich damit nochmals verstärken. Der gerade 1,75 m große Syrer hatte zuvor mehrere Jahre beim TV Mainz gespielt und galt als technisch brillant, ungemein flink und sehr korbgefährlich.

Die Oberliga Südwest wurde 1961 von zehn auf zwölf Mannschaften aufgestockt. Die Vereine der OL Südwest: TSG Darmstadt, BC Darmstadt, GW Frankfurt, Eintracht Frankfurt, TB Heidelberg, TV 1846 Heidelberg, USC Heidelberg, 1. FC Kaiserslautern, EK Karlsruhe, TV Kirchheimbolanden, BBC Linz, TV 1870 Mainz


Die Meister-Mannschaft von 1962.
Stehend von links: Weinand, Gundacker, Ziegler, Lamade, F. Neumann, Heindel, Roth
Kniend von links: H. Neumann, Yahya, Pflaumer, Heinze, Stein (Slg. Gerhard Treutlein)

Der amtierende Deutsche Meister USC wurde mit nur einer Niederlage (50:52 gegen Altmeister Turnerbund) und einem Unentschieden (gegen den TV Kirchheimbolanden) wieder unangefochten Südwestmeister.
Auf den Plätzen folgten der TV Kirchheimbolanden (SW II) und der TBH (SW III), die damit in die am 26.3.1962 und am 4.3.1962 stattfindende Vorrunde einzogen. Der USC hatte sich als Südwestmeister ebenso wie Alemannia Aachen (Westmeister), Spfr. Neukölln (Nordmeister) und Jahn München (Südmeister) direkt für die Zwischenrunde qualifiziert.

Der TBH hatte in der Vorrunde gegen den SB Augsburg (Süd II) anzutreten. Er unterlag in Augsburg mit 47:68, in Heidelberg mit 58:64 und schied damit aus.

Der USC schaltete in der Zwischenrunde zur DM den Westzweiten SSV Hagen mit zwei souveränen Siegen aus.
Am 7.4.62 fertigte er in der High-School seinen von Bundestrainer Volfer betreuten Gast mit 103:56 (50:28) ab. Rassem Yahya (30 Punkte), Klaus Weinand (24), Werner Lamade und Hannes Neumann (beide 18) zeichneten sich bei diesem Kantersieg als Korbschützen besonders aus. Einzig Jürgen Langhoff (18) konnte auf Hagener Seite einigermaßen mithalten.
Auch im am 14.4.62 in Hagen stattfindenden Rückspiel blieb der USC ungefährdet und siegte mit 94:62.

Im Halbfinale schuf sich der USC am 28.4.62 mit dem 63:54-Sieg (33:27) bei Post Hannover eine gute Ausgangs- basis für den Einzug ins Finale. Beim USC hatten Yahya (20 Punkte), Weinand (15) und Ziegler (10) zweistellig gepunktet, während beim sich zäh wehrenden Nordzweiten der Nationalspieler Sorodnik 27 Punkte sammeln konnte.
Im Rückspiel am 7.5.62 beseitigte der USC mit 82:64 (35:27) die letzten Zweifel (Weinand 31 – Sorodnik 25).

In das am 21.5.1962 in Wiesbaden stattfindende Finale ging der USC, obwohl Titelverteidiger, als Außenseiter. Der Gegner Alemannia Aachen galt mit seinen semi-professionellen Strukturen 1962 als hoher Favorit und hatte gewal- tig aufgerüstet, um endlich den Titel zu holen. Beeindruckend war die „Luftwaffe“ mit dem belgischen Nationalcenter John Loridon, dem schwarzen US-Captain Gene Moss und dem Ex-Erfurter Rolf Bader, allesamt um 2,05 m mes- send. Auf dem Flügel hatte man sich mit dem Nationalspieler Hans Brydniak, der beim HTV das Basketball-Hand- werk erlernt hatte, verstärkt.
Doch der USC konnte gegenhalten. Er hatte mit Klaus Weinand, Volker Heindel, Hannes Neumann, Horst Stein und Spielertrainer Oskar Roth gar vier aktuelle Nationalspieler in seinen Reihen. Der Syrer Rassem Yahya galt als einer der besten in Deutschland spielenden Basketballer. Die Bank war durch die Routiniers Werner Lamade, Fritz Neumann sowie Manfred Ziegler erstklassig besetzt.
Zusätzlich angestachelt wurde der Serienmeister durch den Ausspruch von Aachens ältestem Spieler und Trainer- assistenten Karlheinz Nagelschmitz: „… Wir sind zur Zeit 20 Punkte besser als der USC Heidelberg.“ Doch Hoch- mut kommt vor dem Fall!

In einem spannenden Spiel mit viel Klasse und Rasse wehrte der USC den Herausforderer Alemannia Aachen mit einem verdienten 69:65-Sieg (27:36) nochmals ab. Die körperlich deutlich überlegenen Alemannen legten gegen die USC-Starter Weinand, Heindel, H. Neumann, Lamade und Yahya los wie die Feuerwehr und gingen gleich mit 8:0 und 14:4 in Führung, bauten nach der Halbzeit ihren Vorsprung gar auf 14 Punkte aus. Dabei zeigten die Aachener Moss, Hans Brydniak und Schulz eine erstaunliche Freiwurfsicherheit. Für den Titelverteidiger brach immer wieder Rassem Yahya zum gegnerischen Korb durch. Kurz vor Halbzeit hatte der Aachener Moss bereits das vierte Foul auf seinem Konto und wurde ausgewechselt.
Dennoch überrumpelten die Alemannen den USC zu Beginn des zweiten Abschnitts und gingen mit 42:28 in Füh- rung. Nun aber kam die große Zeit des Meisters. Volker Heindel erkämpfte am eigenen Korb Ball um Ball und lei- tete mit einem höllischen Tempo eigene Angriffe ein. Die Kurpfälzer liefen zu bestechender Form auf, zeigten eine blendende Kondition und wirbelten die sich tapfer wehrenden Alemannen gehörig durcheinander. Hannes Neumann und insbesondere Rassem Yahya brachten Aachen mit ihren Durchbrüchen in große Verlegenheit, so dass rasch Gene Moss sein fünftes und Schulz sein viertes Foul erhielt. Fünf Minuten vor Schluss gelang Hannes Neumann der Gleichstand zum 55:55. Beim Stand von 65:62 für den USC musste auch Klaus Weinand, der Loridon wirksam beschattet und selbst hoch gepunktet hatte, mit fünf Fouls ausscheiden. Spielertrainer Roth wechselte sich für ihn ein. Als er nach zwei erfolgreichen Freiwürfen Loridons das 67:64 scorte, konnte am Sieger trotz des knappen Aus- gangs kein Zweifel mehr bestehen. Der Rekordmeister hatte noch einmal gezeigt, dass er die Klasse, Ausdauer und Nervenstärke besaß, es mit jedem bundesdeutschen Team aufzunehmen.
Beste Korbschützen beim USC waren: Weinand 24, Yahya 18, H. Neumann 11, Lamade 10, F. Neumann 2, Roth 2 Punkte. Bei Aachen punkteten: Loridon 25, Brydniak 12, Moss 11.


Der Aachener Moss beim Schuss; zu spät kommen Lamade (4), Weinand (10), Neumann, Yahya (6) (Slg. Klaus Weinand).

*

Horst Stein verließ nach Abschluss der Saison 61/62 den USC und schloss sich der KuSG Leimen an. Er hatte zunächst beim BCH sowie dem HTV gespielt und war nach seinem Wechsel zum USC an allen sechs Meister- schaften beteiligt. Der gebürtige Altstädter wollte nun die aufstrebende KuSG an seinem nunmehrigen Wohnort Leimen unterstützen.

 

4. Schöpferische Pause und ein weiterer Titel (62/63 – 71/72)

 

Nach dem 6. Meistertitel legte der USC zunächst eine Ruhepause ein. Nach wie vor hatte er sehr gute Spieler in seinen Reihen, nach wie vor spielte er stets vorne mit. Bis zur Einführung der zweigeteilten Bundesliga am 1.10. 1966 gab es noch packende Lokalderbys gegen den Turnerbund, den HTV, die KuSG Leimen und zuletzt auch gegen EK Eppelheim, die in der alten Oberliga Süd vertreten waren.
Der HTV gehörte wie der USC zu den Gründungsmitgliedern der BL Süd, stieg aber leider nach der Saison 69/70 in die Zweitklassigkeit ab. EK Eppelheim gab in der darauffolgenden Saison 70/71 ein nur kurzes Gastspiel in der obersten Spielklasse.


USCler und Ex-USCler unter sich! Klaus Weinand (10/VfL Osnabrück) gegen Hannes Neumann (8) und Jürgen Langhoff (verdeckt); es lauern Rassem Yahya (links) und Volker Heindel (rechts). (Slg. Klaus Weinand)

In Deutschland standen nun andere Vereine auf dem Siegertreppchen. Endlich konnte sich nach gewaltigen An- strengungen die Aachener Alemannia mit den beiden Meisterschaften 1963 und 1964 (mit Klaus Weinand) in den Annalen verewigen. Weitere Titel sollten ihr nicht vergönnt sein. Auch der immer wieder hoch gehandelte VfL Os- nabrück konnte mit den Ex-USC-Spielern Rassem Yahya und Klaus Weinand 1969 den Meistertitel erringen – es sollte der einzige bleiben!

Der MTV Gießen machte mit gleich vier Meisterschaften im beschriebenen Zeitraum (1965, 1967, 1968, 1975) von sich reden.
Mit drei Meisterschaften in Folge (1970 – 1972) ließ der neu entstandene und gleich sehr ambitionierte TuS 04 Le- verkusen aufhorchen.
Doch der USC sollte zurückkommen!

Volker Heindel (USC) zieht gegen seinen ehemaligen Vereinskameraden Klaus Weinand (VfL Osnabrück) energisch zum Korb; im Hintergrund Osnabrücks Nationalspieler Uhlig (Slg. Volker Heindel).

Nachdem Spielertrainer Oskar Roth, Werner Lamade und Manfred Ziegler ihre Basketball-Laufbahn beendet hatten, verblieben dem USC als Spieler der ersten Stunde Volker Heindel und Hannes Neumann, beide weiterhin auch Na- tionalspieler. Zusammen mit Rassem Yahya und Fritz Neumann bildeten sie den Kern der Mannschaft. Jürgen Loibl und Klaus Urmitzer, zwei Eigengewächse, die 1963 mit der A-Jugend Deutscher Vizemeister wurden, konnten sich bald ebenfalls in der 1. Mannschaft und dann auch in der Nationalmannschaft etablieren. Zu ihnen stieß der Hage- ner Nationalcenter Jürgen Langhoff.  Ebenso spielten sich Hans Leciejewski und Christoph Staiger in das Team und wurden bald zu wichtigen Stützen. Der Nationalspieler Didi Kienast spielte dagegen lediglich 1964/65 beim USC und wechselte dann studienbedingt zum MTV Gießen. Ebenfalls aus beruflichen Gründen wanderte Rassem Yahya 1965 zum VfL Osnabrück ab. Die Lachenauer-Zwillinge Wolfgang und Eckhard stießen ebenso wie der Distanz- schütze Hillar Gese gegen Ende dieser Epoche zum USC. Der 1967 von der Post Mannheim zum USC gewechsel- te Hans Riefling sollte sich bald zu einem Schlüsselspieler des USC entwickeln und auch in der Nationalmann- schaft eine wichtige Rolle spielen.

Als Trainer und Coach wirkte zunächst der ehemalige TBH-Meisterspieler und Altinternationale Theodor Schober. Er wanderte allerdings 1965 aus beruflichen Gründen nach Mainz ab. Sein Nachfolger wurde Kurt Siebenhaar, auch er früher beim Turnerbund und der Nationalmannschaft aktiv, danach noch Meisterspieler beim USC. Später sollten Hannes Neumann (zunächst als Spielertrainer) und Volker Heindel nachfolgen. Beide waren Spieler der ersten Stunde beim USC und an sieben DM maßgeblich beteiligt.

Saison 1962/1963

4. Platz der Oberliga Südwest

Aufgebot:
Werner Lamade (nur bis November 1962), Rassem Yahya, Fritz Neumann, Volker Heindel, Manfred Ziegler, Gerd Pflaumer, Harald Ströming, Phil Day (ab Dezember 1962), Oskar Roth (Spielertrainer)

Die Vereine der Oberliga Südwest:
TSG Darmstadt, BC Darmstadt, GW Frankfurt, Eintracht Frankfurt, MTV Gießen, TB Heidelberg, TV 1846 Hei- delberg, USC Heidelberg, RW Koblenz, TV Kirchheimbolanden, BBC Linz, TV 1870 Mainz

In die Saison 62/63 ging der Deutsche Meister mit einem Kader, der den Eindruck erwecken konnte, er wolle nun nach sechs ununterbrochenen Titel den frustrierten Rivalen freiwillig das Feld überlassen. Die Abgänge Klaus Wei- nand (zurück zu RW Koblenz), Horst Stein und Ludwig Gundacker KuSG Leimen) wogen bereits schwer. Überdies stand Hannes Neumann wegen eines Studienaufenthalts in den USA die gesamte Saison über nicht zur Verfügung, während Werner Lamade im November 1962 aus dem Kader schied, da er berufsbedingt nach Berlin umzog. Ob- wohl Harald Ströming vom HTV kam und dann ab Dezember 1962 der Amerikaner Phil Day beim USC spielte, hatte das Team gegenüber dem Vorjahr deutlich an Klasse, Länge und Tiefe eingebüßt.
Dagegen hatte sich der Lokalrivale HTV mit den beiden Amerikanern Ziolkowski und Wollberg beträchtlich verstärkt. Mit ihnen und dem bisherigen Spielerstamm hoffte Trainerin Maria Biller wieder vorne mitmischen zu können. Mit dem Aufsteiger MTV Gießen trat nun in der Oberliga Südwest ein weiterer sehr ambitionierter Verein auf den Plan, der mit Klaus Jungnickel, Bernd Röder und den beiden starken Amerikanern Butler und Combs sehr gut besetzt war. Der MTV sollte sich für den USC zum großen Südwestrivalen entwickeln.
So war beim amtierenden Meister nicht nur eine Titelverteidigung völlig unrealistisch. Vielmehr stand zu befürchten, dass er sogar Mühe haben würde, in der Liga vorne mitzuspielen.
Die Saisonentwicklung solle diese Befürchtungen bestätigen!

Beide Spiele gegen den HTV gingen an die Klingenteichler. Gegen den starken Aufsteiger MTV Gießen gab es eine klare Niederlage und ein Unentschieden. Dagegen blieb der USC gegen den anderen Lokalrivalen TBH in beiden Spielen siegreich.
In der Lokalpresse wurde seinerzeit kolportiert, der USC habe gegen Saisonende absichtlich Spiele abgegeben, um hinter dem TV Kirchheimbolanden nur den 4. Tabellenplatz zu erreichen, so den wenig aussichtsreichen Spielen um die deutsche Meisterschaft zu entgehen und damit die Saison abzuschließen. Auffallend war schon, dass die „Akademiker“ in den letzten vier Begegnungen patzten und so den 3-Punkte-Vorsprung vor dem TV Kirchheimbo- landen noch einbüßten. Dabei trat der USC jeweils nur mit einem Rumpfteam an, z. B. bei BBC Linz mit lediglich sechs Spielern, dabei mit Volker Heindel und Manfred Ziegler nur zwei Akteuren der 1. Mannschaft).

Die Spiele des USC in der Oberliga Südwest:

USC – RW Koblenz 69:41 (34:20) – Lamade 23, Ziegler 14, Roth 13
BC Darmstadt – USC 42:56
TSG Darmstadt – USC 51:71 (36:44) – Yahya 28, Lamade, Ziegler je 14
TV Kirchheimbolanden – USC 67:63 (33:33) – Ziegler 17, Lamade 13, Yahya 12
USC – Eintracht Frankfurt 71:45 (40:20) – Yahya 30, Lamade 17
MTV Gießen – USC 78:63 – Jungnickel 29, Butler, Combs 16 – Yahya 34
TBH – USC 49:78 (21:32) – Yahya 37, Lamade 17
USC – HTV 64:73 (29:32) – Yahya 22, Ziegler 20 – Ziolkowski 19, Wollberg 12
USC – TV Mainz 53:46 – Ziegler 19, Yahya 15, Heindel 10
USC – BBC Linz 58:46 (26:16)
GW Frankfurt – USC 52:52 (27:30) – Yahya 22, Day 10
USC – TV Kirchheimbolanden 55:50 (26:16) – Yahya 28, Ziegler 14 – USC ohne Fritz Neumann, Pflaumer und Day
USC – TSG Darmstadt 65:62 (36:27) – Yahya 33
USC – TBH 62:44 (36:27) – Ziegler 20, Yahya 13 – Riebel 15, Fuchs 11
USC – MTV Gießen 80:80 (46:43) – Yahya 28, F. Neumann 17, Ziegler 16 – Jungnickel 41, Combs 19
HTV – USC 96:87
USC – GW Frankfurt 73:55 – Yahya 16, Day 15, Ströming 13
TV Mainz – USC 74:73 – Yahya 32, Day 14
BBC Linz – USC 59:56 – Heindel 18, Leciejewski 14
Eintracht Frankfurt – USC 39:32
RW Koblenz – USC 69:53

Der HTV musste in der OL Südwest lediglich eine (überraschende) Niederlage hinnehmen (76:78 bei BBC Linz). Im Heimspiel gegen den Gießen ließ er den Gästen keine Chance und siegte spektakulär mit 106:70 (Biller 37, Ziol- kowski 20, Wollberg 18 – Jungnickel 34, Butler 28). Auch in Gießen zogen die Turner nach hohem Rückstand (33:55 – 30. Minute) ihr gefürchtetes Tempospiel auf und blieben noch mit 67:66 erfolgreich (Röder 24, Butler 21, Combs 15 – Biller 29, Ziolkowski 17). Gegen den Lokalrivalen TBH siegte der HTV mit 56:55 und 95:71. Der Tur- nerbund wiederum konnte immerhin u. a. den MTV Gießen im Heimspiel mit 63:50 bezwingen und belegte in der Abschlusstabelle einen Mittelplatz.
So errangen die Klingenteichler mit 42:2 Punkten wieder einmal die Südwestmeisterschaft. Es folgten MTV Gießen mit 33:11, TV Kirchheimbolanden mit 29:15 und der USC mit 26:18 Punkten.

Der Südwestmeister HTV schied in der Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft gegen den Westzweiten SSV Hagen mit einem 60:54-Heimsieg und einer 66:90-Auswärtsniederlage aus dem Rennen.
Dagegen konnten die HTV-Damen ihre siebente Deutsche Meisterschaft feiern. Bei den Herren konnte sich erst- mals Alemannia Aachen in den Annalen verewigen.

*

Nach der Saison 1962/1963 beendete ein Urgestein des deutschen und Heidelberger Basketballs seine aktive Karriere: Oskar Roth. Zuletzt als Spielertrainer des USC, gelangen ihm insgesamt neun Meisterschaften im Herrenbereich (drei mit dem TBH, sechs mit dem USC), was niemand vor ihm schaffte und wohl auch niemand nach ihm schaffen wird. Als echter „Sumen“ aus der Altstadt hatte er eine seinerzeit typische „Basketball-Sozi- alisation“ mit dem Kristallisationspunkt Marstallhalle erfahren. Obwohl sein gestrenger Lehrmeister Anton Kartak ihm einst prophezeit hatte, er würde dieses Spiel niemals begreifen, galt er bald als bester deutscher Verteidiger, wurde bereits mit 18 Jahren Nationalspieler, absolvierte 63 Länderspiele und nahm an vier Europameisterschaften teil: Anton Kartaks paradoxe Intervention hatte also perfekt gewirkt!

Oskar Roth, Urgestein des Heidelberger Basketballs, im Endspiel gegen Aachen vor seiner 9. Deutschen Meisterschaft (Slg. Gerhard Treutlein).

Mit Werner Lamade (bereits im November 1962) und Manfred Ziegler beendeten zwei weitere Akteure, die als Spie- ler der ersten Stunde an allen sechs Deutschen Meisterschaften des USC maßgeblich beteiligt waren, aus berufli- chen Gründen ihre Laufbahn. Beide waren über die ganzen Jahre zuverlässige Teamplayer, die nicht zuletzt in der von erheblichen personellen Problemen geprägten abgelaufenen Saison wichtige Korsettstangen der Mannschaft waren.

*

Einmal mehr trug indes die gute Jugendarbeit des USC ihre Früchte. Die von Werner Lamade geformte und nun von Volker Heindel trainierte A-Jugend musste sich 1963 in einem packenden Endspiel erst in letzter Sekunde dem neuen Meister MTV Wolfenbüttel beugen und wurde damit Vizemeister. In einer sehr guten USC-Mannschaft konn- ten sich Klaus “Pollo” Urmitzer (Nr. 11) und Jürgen “Joe” Loibl (Nr. 9) besonders auszeichnen. Unter Beobachtung von Nationaltrainer Bilek empfahlen sie sich damit nachdrücklich für höhere Aufgaben in der Nationalmannschaft. Ab der Saison 1963/1964 verstärkten sie das Herrenteam des USC.

(Slg. Jürgen Loibl)

Saison 1963/1964


Meister der Oberliga Südwest

Aufgebot:
Rassem Yahya, Hannes Neumann, Fritz Neumann, Volker Heindel, Klaus Urmitzer, Jürgen Loibl, Harald Ströming, Phil Day (zeitweise), Klaus Perignon, Hans Leciejewski, Günter Ehrt, Westermann
Trainer: Theodor Schober

Die Vereine der Oberliga Südwest:
BC Darmstadt, GW Frankfurt, Eintracht Frankfurt, MTV Gießen, TB Heidelberg, TV 1846 Heidelberg, USC Heidel- berg, TV Kirchheimbolanden, KuSG Leimen (Aufsteiger), BBC Linz, TV 1870 Mainz, TV Offenbach (Aufsteiger)

In den Statuten gab es die Änderung, dass lediglich ein Ausländer nominiert werden durfte. Davon waren z. B. der aktuelle Südmeister HTV und der Südzweite MTV Gießen betroffen, die in der Vorsaison jeweils zwei Amerikaner eingesetzt hatten.

Gegenüber der Vorsaison ging der USC mit einem deutlich gestärkten Kader in den Wettbewerb, obwohl Klaus Weinand, der bereits seine Zusage gegeben hatte, kurz vor Saisonbeginn absprang und nach Aachen ging. Immer- hin stand Hannes Neumann wieder zur Verfügung. Neu im Team waren die starken Junioren Klaus Urmitzer und Jürgen Loibl, die bald auch in die Nationalmannschaft berufen werden sollten. Mit dem erfahrenen Aufbau- und Flügelspieler Klaus Perignon, ehemals TV Kirchheimbolanden, kam eine wichtige Ergänzung in den Kader.

Nachdem nun auch die KuSG Leimen (mit den Ex-USC-Spielern Horst Stein und Ludwig Gundacker) der OL SW angehörte, kam es in und um Heidelberg zu weiteren Nachbarschaftsduellen.
Sämtliche Spiele gegen die Lokalrivalen gingen an den USC, während der Neuling KuSG Leimen umgekehrt kein Lokalderby gewinnen konnte. Der TBH konnte den HTV im Heimspiel mit 57:55 knapp besiegen, während es im Rückspiel zu einer Punkteteilung (68:68) kam.

Insgesamt trat der USC wieder geschlossener auf, wenngleich er auch in der neuen Saison immer wieder Ausfälle wichtiger Spieler zu beklagen hatte. Die Junioren Klaus Urmitzer und Jürgen Loibl erwiesen sich als erhebliche Ver- stärkungen.

Die Spiele des USC in der Oberliga Südwest:

TV Kirchheimbolanden – USC 42:56 – Urmitzer 13
GW Frankfurt – USC 77:84 – GW: Schurkus 34, USC: Perignon 16, H. Neumann 15, Yahya, Loibl 14
BBC Linz – USC 55:72 – H. Neumann 20, Urmitzer, F. Neumann 14 (ohne Yahya und Heindel)
TV Mainz – USC 78:63 – Wucherer 24, Luding 20 – Urmitzer 25
Eintr. Frankfurt – USC 56:77 – Urmitzer 23, Yahya 22
MTV Gießen – USC 69:78
BC Darmstadt – USC 62:57
USC – HTV 93:85 (49:50) – USC: Urmitzer 29, Yahya, H. Neumann 18, HTV: Johnson 29, Biller 27
USC – TV Offenbach 81:54 – H. Neumann 29, Urmitzer 18, F. Neumann 17
USC – TV Kirchheimbolanden 84:53 – Loibl 20, Day 19, H. Neumann 12
USC – BBC Linz 84:74 – Urmitzer 28, Loibl 16, H. Neumann 13
USC – KuSG Leimen 71:59 – Yahya 23, Urmitzer 17
USC – TBH 81:48 – Yahya 24, Loibl 13, H. Neumann 12 – Riebel 18
KuSG Leimen – USC 59:90
USC – Eintr. Frankfurt 104:61 – Yahya 24, H. Neumann 20, Urmitzer 16, Heindel 15
TV Offenbach – USC 47:83 – Yahya 24, Urmitzer 20, Loibl 16
USC – TV Mainz 61:42 – USC ohne Yahya, H. Neumann, Heindel – mit Ströming, Leciejewski, Ehrt, Westermann
USC – TBH 74:45 – Urmitzer 26, H. Neumann 11, Loibl 10
HTV – USC 86:87 – Ebner 25, Biller 23 – Yahya 24, Urmitzer 23
USC – MTV Gießen 60:62 – USC: Yahya 16, Loibl 13, Urmitzer 12, MTV: Butler 17, Jungnickel, Röder 16
USC – BC Darmstadt 87:81 – Yahya 37, Loibl 21, Heindel 16                                  

Abschlusstabelle:

1. USC Heidelberg 38:6
2. MTV Gießen 36:8
3. GW Frankfurt 29:15
4. HTV 1846 28:16
5. TBH 25:19

10. KuSG Leimen 13:31
11. TV Offenbach 8:36
12. BBC Linz 2:42

In der Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft traf der USC auf den Nordvertreter Post-SV Hannover, der in der Vorrunde seinen Namensvetter aus München mit zwei hohen Siegen ausgeschaltet hatte.
Am 12.4.1964 hatte der USC im Heimspiel (in der Halle des Englischen Instituts) alle Mühe, sich mit 84:74 durch- zusetzen (USC: Yahya 25, H. Neumann 22, Urmitzer 16, Post-SV: Sarodnik 32, Gotthard 16).
Beim am 19.4.1964 stattfindenden Rückspiel siegte der USC mit 78:69 (Post-SV: Sarodnik 27, USC: Yahya 34, H. Neumann 20). In einer Begegnung mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten hatten die Norddeutschen ihren Gast zunächst deutlich dominiert, ehe die Kurpfälzer im zweiten Abschnitt nervenstark und routiniert konterten. Das in den beiden Begegnungen ausgetragene Privatduell zwischen Rassem Yahya (USC) und dem Nationalspieler Sarodnik (Post- SV) endete mit jeweils 59 Punkten unentschieden.

Im Halbfinale traf der Rekordmeister dann auf den Titelverteidiger (und neuen Meister) Alemannia Aachen, der ja mit Klaus Weinand antrat, der eigentlich zum USC zurückkehren wollte. Diese Hürde erwies sich für den USC als zu hoch, so dass er mit zwei Niederlagen aus dem Rennen schied.
26.4.1964: Alemannia Aachen – USC 78:55 – Alem.: Weinand, Schulz 24, USC: Yahya, H. Neumann 18
18.5.1964: USC – Alemannia Aachen 61:67

Im Finale verteidigte der Meister Alemannia Aachen seinen Titel gegen den Herausforderer SSV Hagen erfolgreich.


Saison 1964/1965

Meister der Oberliga Südwest

Aufgebot:
Dr. Rassem Yahya, Hannes Neumann, Fritz Neumann, Volker Heindel, Jürgen Loibl, Dr. Jürgen Langhoff, Dietfried Kienast, Harald Ströming, Hans Leciejewski, Manfred Ziegler, Spaeder
Trainer: Theodor Schober

Die Vereine der Oberliga Südwest:
VfL Bad Kreuznach (Aufsteiger), BC Darmstadt, GW Frankfurt, Eintracht Frankfurt, MTV Gießen, TB Heidelberg, TV 1846 Heidelberg, USC Heidelberg, 1. FC Kaiserslautern (Aufsteiger), TV Kirchheimbolanden, KuSG Leimen, TV 1870 Mainz

Mit Jungnationalspieler Klaus „Pollo“ Urmitzer, der zum Liga-Konkurrenten MTV Gießen wechselte, hatte der USC einen herben Abgang zu verzeichnen. An den Neckar kamen aber der Aufbauspieler Dietfried Kienast (Eintracht Frankfurt) und der Center Jürgen Langhoff (SSV Hagen), beide ebenfalls Nationalspieler. Damit erschien der Kader gegenüber der Vorsaison sogar eher stärker, konnte Theodor Schober doch mit Hannes Neumann, Volker Heindel, Jürgen Loibl und den beiden Neuzugängen immerhin fünf aktuelle Nationalspieler und dazu den syrischen Ballzau- berer Rassem Yahya aufbieten.

Am 17.10.1964 konnte der USC seine neue Spielstätte, die taufrische und moderne Sporthalle des Uni-Instituts für Leibesübungen (später ISSW-Halle) im Neuenheimer Feld, mit einem klaren Sieg gegen den Lokalrivalen HTV standesgemäß einweihen.

Die Spiele des USC in der Oberliga Südwest:

VfL Bad Kreuznach – USC 38:70 – Langhoff, H. Neumann 19, Loibl 12
USC – HTV 85:63
USC – BC Darmstadt 96:72 – Langhoff 27, Loibl 26
Eintracht Frankfurt – USC 38:68 – H. Neumann 18, Yahya 17, Langhoff 13
TBH – USC 50:83 – Fuchs 26 – Langhoff 27, Yahya 20, H. Neumann 17
USC  – MTV Gießen 97:68 (40:37) – USC: H. Neumann 22, Langhoff 20, Heindel, Loibl 16, MTV: Urmitzer 18
TV Mainz – USC 38:85 – Yahya 20, H. Neumann 19, Langhoff 15
USC Heidelberg – TV Kirchheimbolanden 71:51 – Loibl 20, Langhoff 16, Kienast 15
USC Heidelberg – 1. FC Kaiserslautern 82:48 – Loibl 20, Langhoff 16, Kienast 15
USC Heidelberg – Eintracht Frankfurt 85:57 – Langhoff 24, Yahya 17, Loibl 14
HTV – USC 81:99 (44:53)
TV Kirchheimbolanden – USC 49:63 – Langhoff 25, Loibl 14
MTV Gießen – USC 75:93 (36:48) – Yahya, Langhoff 24, Loibl 18, H. Neumann 14
USC – KuSG Leimen 83:45 – Langhoff 34, H. Neumann, Kienast 9
KuSG Leimen – USC 40:104 – Yahya 32, Loibl 16, Langhoff 14, H. Neumann 11
USC – TV Mainz 63:43 – Langhoff, Loibl 24
USC – GW Frankfurt 82:59
GW Frankfurt – USC 80:61
TBH – USC 66:60 – TBH: Fuchs 21, Meredith 12, Riebel 11, Hornung 10, USC: Loibl 19, Yahya 13, Langhoff 11

Der USC wurde mit nur zwei Niederlagen Südwestmeister vor Grünweiß Frankfurt und dem MTV Gießen. Besonders die beiden hohen Siege gegen den MTV Gießen ließen aufhorchen und rückten den Rekordmeister in den Kreis der Favoriten im Hinblick auf die Deutsche Meisterschaft.
Die Lokalrivalen HTV und TBH folgten auf den Plätzen. Der Neuling KuSG Leimen musste in den Spielen gegen die etablierten Heidelberger Vereine USC, HTV und TBH Lehrgeld bezahlen, konnte aber immerhin die Klasse sicher halten.
Absteiger waren der VfL Bad Kreuznach und der TV Mainz.

Die Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft führte den USC mit dem Westzweiten ATV Düsseldorf zusam- men, der sich in der Vorrunde klar gegen den SV Degerloch durchgesetzt hatte.
Nach einem 93:68-Sieg am 24.4.65 (Langhoff 25, Yahya 17, H. Neumann 16, Kienast 13, Loibl 12, Heindel 8, Spaeder 2) konnte sich der USC im Rückspiel am 1.5.65 eine 68:70-Niederlage (Yahya 16, Langhoff 14, Loibl 12, Heindel 11, H. Neumann 9, Kienast 4, Ziegler 2) leisten, um sich dennoch klar für das Halbfinale zu qualifizieren.

Im Halbfinale trafen die Akademiker auf den sehr ambitionierten Nordmeister VfL Osnabrück, der sich u. a. mit dem Nationalcenter Klaus Weinand verstärkt hatte.
In eigener Halle hatten die Norddeutschen am 08.05.65 keine Mühe, den indisponierten USC mit 94:74 (VfL: Weinand 27, Böttger 21, Koppermann 16; USC: Yahya 26, Langhoff 15, H. Neumann 14) abzufertigen.
Im Rückspiel siegte der Rekordmeister am 15.05.65 zwar mit 60:55 (USC: Yahya 25; VfL: Weinand 15), schied aber dennoch aus dem Meisterschaftsrennen.
Ende 1964 verbreitete der VfL Osnabrück die Meldung, Rassem Yahya würde im Januar 1965 beim Städtischen Krankenhaus Osnabrück eine Stelle als Assistenzarzt antreten, i. d. Z. zum VfL Osnabrück wechseln und über die entsprechende Spielberichtigung bereits zum 1.1.65 zu verfügen.
Der syrische Arzt spielte bekanntlich die Saison 64/65 beim USC bis zum Ende, wechselte dann aber zur neuen Saison 65/66 zum VfL. Es ist jedoch festzustellen, dass Rassem Yahya in beiden Halbfinalbegegnungen gegen seinen späteren neuen Verein nicht etwa verhalten agierte, sondern klar bester USC-Spieler war. Es sollten seine letzten Spiele für den USC gewesen sein.

Im Finale trafen am 23.5.1965 in Heidelberg (der USC hatte eine große Chance verpasst!) vor 1300 Zuschauern der favorisierte VfL Osnabrück und der MTV Gießen, der sich als Südwestdritter u. a. gegen den Westmeister und Ti- telverteidiger Alemannia Aachen durchgesetzt hatte, aufeinander.
Mit 69:68 (35:38) besiegte der MTV Gießen den VfL Osnabrück und errang damit seine erste deutsche Meister- schaft, an der der Heidelberger Klaus Urmitzer mit 18 Punkten großen Anteil hatte.
Im Jahr darauf sollte der Südwestdritte das Kunststück wiederholen, trotz dieser nicht optimalen Ausgangsposition Deutscher Meister zu werden. Er würde indes einen anderen Namen als der diesjährige Titelträger führen.

Saison 1965/66

Deutscher Meister (7.) – in Augsburg 73:68 gg. MTV Gießen

Aufgebot:
Hannes Neumann, Volker Heindel, Joe Loibl, Dr. Jürgen Langhoff, Klaus Urmitzer, Eddy Johnson, Dieter Burrer, Christoph Staiger, Jürgen Schmücker, Hans Leciejewski, Jost Hülsmann, Karlheinz „Gille“ Arnold, Karl Körner
Trainer Kurt Siebenhaar

Die Vereine der Oberliga Südwest:
BC Darmstadt, TSG Darmstadt (Aufsteiger), TV Eppelheim (Aufsteiger), GW Frankfurt, Eintracht Frankfurt, MTV Gießen, TB Heidelberg, TV 1846 Heidelberg, USC Heidelberg, 1. FC Kaiserslautern, TV Kirchheimbolanden, KuSG Leimen, USC Mainz (Aufsteiger)

Starke Veränderungen gegenüber den Vorjahren prägten den Kader der Saison 65/66 des Südwestmeisters USC Heidelberg. Torry Schober konnte am Institut für Leibesübungen der Universität Mainz eine Stelle als Dozent an- treten und wechselte zugleich als Trainer vom hiesigen USC zum Namensvetter nach Mainz. Auch der syrische Basketballvirtuose Dr. Rassem Yahya und der Nationalspieler Dietfried Kienast verließen den USC, da sie anders- wo bessere berufliche Möglichkeiten antrafen. Während der langjährige USC-Spieler Rassem Yahya in Osnabrück eine Stelle als Assistenzarzt aufnahm und daher den ambitionierten VfL verstärkte, veränderte Didi Kienast sich nach nur einem Jahr beim USC zum deutschen Meister nach Gießen, wo er ein halbes Deputat als Sportlehrer finden konnte, welches ihm auch die Fortführung seines Studiums ermöglichte.


Die Meistermannschaft von 1966.

Stehend von links: Abt.-Ltr. Dr. Bauer, Staiger, Urmitzer, Johnson, Loibl, Dr. Langhoff, Neumann, „Pulver“ Kaiser, Trainer Siebenhaar; kniend v. l.: Heindel, Hülsmann, Leciejewski, Arnold, Schmücker; auf dem Foto fehlen Dieter Burrer und Karl Körner (Slg. Christoph Staiger)

Die Trainerstelle beim USC übernahm nun der vorherige Meisterspieler des TBH und des USC, Kurt Siebenhaar. Als Spieler fand das Eigengewächs Klaus Urmitzer den Weg vom Meister MTV Gießen zum USC zurück. Dieter Burrer, langjähriger HTV-Spieler, wechselte nach 1-jährigem Gastspiel bei Alemannia Aachen zum USC. Die Ju- nioren Hans Leciejewski und Christoph Staiger sollten stärker in das Team eingebunden werden. Jost Hülsmann, Karlheinz Arnold und Jürgen Schmücker ergänzten den Kader. Im Januar 1966 kam mit Edward „Eddy“ Johnson noch ein sehr starker US-Boy zum USC. Er war Kapitän und bester Spieler der „Celtics“, einer sehr spielstarken Auswahl der amerikanischen Streitkräfte in Europa (USAREUR). Die Celtics waren beim Vierländerturnier in Bre- men im Dezember 1965 für Polen eingesprungen und hatten dort einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Zur Saisonmitte wechselte schließlich Karl Körner von der KuSG Leimen zurück zum USC und bestritt für ihn noch einige Spiele.

Die Spiele des USC in der Oberliga Südwest:

EK Eppelheim – USC 60:77 – EK: Dietrich 16 , USC: Urmitzer 28
1. FC Kaiserslautern – USC 48:83 (32:38) – USC: Urmitzer 26, Loibl 24, Staiger 10, Heindel 7
USC – TBH 108:61 (51:34) – USC: Langhoff 28, Urmitzer, Loibl 23, Neumann 16
USC – TV Kirchheimbolanden 90:53 (51:32) – USC: Urmitzer 33, Langhoff 20, Loibl 15, Neumann 10
USC – KuSG Leimen 69:36 (40:16) – USC: Langhoff 14, Loibl 14,Urmitzer 12
USC – HTV 90:69 (37:35)
TSG Darmstadt – USC 50:83 (19:35)  – USC: Loibl 24, Urmitzer 21, Langhoff 11, Burrer 8
MTV 1846 Gießen – USC 82:62 (39:23) – MTV: Kienast 18, Jungnickel 16, Geschwindner 14 – USC: Urmitzer 16, Neumann 13, Loibl 11
USC – BC Darmstadt 79:65 (41:26)
USC – Eintracht Frankfurt 66:43 (41:26)
USC – EK Eppelheim 89:21 (43:10) – USC: Loibl 18, Urmitzer, Hülsmann 16, Langhoff 15, EK: Stein 10
TV Kirchheimbolanden – USC 40:96
TBH – USC 49:98 (23:46) – TBH: Riebel 13, Perignon 12, Fuchs 11, USC: Johnson 28, Urmitzer 23, Loibl 19, Langhoff 10
USC – TSG Darmstadt 104:47 – USC: Johnson, Loibl 24, Staiger 17
Eintracht Frankfurt – USC 47:74 (17:31)
USC Mainz – USC Heidelberg 50:75 (23:29) – Loibl 26, Neumann 18, Leciejewski 16 (HD mit 7 Mann ohne Johnson, Urmitzer, Langhoff und Staiger)
HTV – USC 65:72 (36:35) – HTV: Johnson 24, Biller 15, USC: Urmitzer 23, Neumann 18
KuSG Leimen – USC Heidelberg 70:85 (41:47) – KuSG: Jackson 18, Gundacker 17, Spaeder 14, Krell 10, USC: Urmitzer 26, Neumann 25, Leciejewski 10
USC – GW Frankfurt 68:69 (23:29)
USC Heidelberg – MTV Gießen 77:70 (30:32) – USC: Neumann 23, Loibl 22, Langhoff 15, MTV: Wucherer 18, Kienast 16
USC Heidelberg – USC Mainz 74:43 – HD: Urmitzer 22, Langhoff 14, Staiger, Burrer, Schmücker 10
GW Frankfurt – USC 78:69 (36:35) – USC: Urmitzer, Langhoff 24, Schmücker 10 (USC ohne 5 Spieler)

Südwestmeister wurde mit nur einer Niederlage (gegen den USC) der MTV Gießen vor GW Frankfurt und dem USC. Auf den Plätzen folgten der HTV und BC Darmstadt.
Die abgelaufene Saison war die letzte der alten Oberligen, da an ihre Stelle ab der kommenden Saison 1966/67 die zweigeteilte Bundesliga Nord (Nord und West) und Süd (Süd und Südwest) mit jeweils 10 Vertretern treten würde. Für die Gruppe Süd hatten sich aus der OL Südwest qualifiziert:
BC Darmstadt, GW Frankfurt, MTV Gießen, TV 1846 Heidelberg und USC Heidelberg. Damit gehörten u. a. der vierfache Deutsche Meister Turnerbund Heidelberg und das langjährige OL-Mitglied TV Kirchheimbolanden nicht mehr der höchsten Spielklasse an. Dies galt auch für die Heidelberger Umlandvereine KuSG Leimen und EK Eppel- heim, die nun allesamt in der neuen OL Südwest antreten würden.
Für die Spiele um die Deutsche Meisterschaft hatten sich qualifiziert:
- in der OL West: ATV Düsseldorf, AH Hagen, Tusa Düsseldorf
- in der OL Nord: VfL Osnabrück, MTV Wolfenbüttel, Oldenburger TB
- in der OL Südwest: MTV Gießen, GW Frankfurt, USC Heidelberg
- in der OL Süd: Bayern München, Schwaben Augsburg, SV Möhringen

Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft

In der Vorrunde zur deutschen Meisterschaft hatte der USC gegen den Westzweiten AH Hagen anzutreten.
Am 17.4.1966 fragten sich in der Hagener Ischeland-Halle nach dem Spiel die zahlreichen Zuschauer, ob sie den künftigen Deutschen Meister gesehen hatten. Vor den Augen der kompletten Mannschaft des Vizemeisters VfL Osnabrück, Gegner der nächsten Runde, präsentierte sich der Rekordmeister wahrhaft meisterlich und siegte mit 115:76.
AH Hagen – USC 76:115 (28:49)
AH: Gimbel 16, Pollex, Kühlein 12
USC: Johnson 30, Neumann 18, Urmitzer 16, Dr. Langhoff 14, Loibl 13

Im Rückspiel am 23.4.66 ließ der USC in eigener Halle den Westfalen ebenfalls keine Chance und siegte deutlich mit 93:69 (48:31). Für die „Akademiker“ war einmal mehr Eddy Johnson mit 25 Punkten fleißigster Scorer.

Zwischenrunde um die Deutsche Meisterschaft

Auch der VfL Osnabrück konnte den SW-Dritten USC nicht stoppen. In eigener Halle führte der amtierende Vize- meister am 30.4.1966 allerdings noch zu Beginn der 2. Hälfte klar mit 18 Punkten, ehe der kombinationssichere und konditionsstarke USC eine unwiderstehliche Aufholjagd startete und in der Schlussphase gar mit drei Punkten führte. Nur Schusspech verhinderte noch den Sieg der „Akademiker“.
Volker Heindel und Dieter Burrer schränkten abwechselnd sehr wirkungsvoll die Kreise des Ex-Heidelbergers Rassem Yahya ein, so dass dieser unter seinem durchschnittlichen Score blieb. Die beiden Nationalcenter Jürgen Langhoff (USC) und Klaus Weinand (VfL, früher USC) lieferten sich ein mitreißendes Duell mit unentschiedenem Ausgang. Ein Wermutstropfen fiel in den USC-Becher, als Jürgen Langhoff sich nach einem rüden Foul seines Nationalmannschafts-Kollegen Uhlig zu einer Revanche hinreißen ließ, die mit der Disqualifikation und einer Sperre für zwei Spieltage geahndet wurde.
VfL Osnabrück – USC 86:85 (46:32)
VfL: Böttger, Dieter (je 20), Dr. Yahya 15, Dr. Weinand 14, Koppermann 10, Uhlig 6, Jarré 2
USC: Johnson 22, Dr. Langhoff 17, Urmitzer 16, Loibl 12, Neumann 11, Heindel 7

In eigener Halle präsentierte sich der USC im Rückspiel am 7.5.1966 erneut in meisterlicher Form und fertigte den Nordmeister mit 90:69 ab. Auch ohne den gesperrten Jürgen Langhoff zermürbte der Rekordmeister seinen Gegner von Anfang an und legte dessen schärfste Waffen an die Kette. Volker Heindel kurbelte mit großer Übersicht das Spiel an, Eddy Johnson und Jürgen Loibl waren im Angriff nicht zu stoppen, während Hannes Neumann, Klaus Urmitzer und Christoph Staiger in der Abwehr und im Spielaufbau überragten. Der VfL fand kaum Mittel gegen die Distanzwürfe Johnsons und Loibls. Auf der Gegenseite stellten Neumann, Heindel und Johnson die besten Osna- brücker Schützen Dieter, Yahya und Böttger weitgehend kalt. Sichtlich irritiert zeigte sich Nationalcenter Klaus Weinand, als Klaus Urmitzer mehrfach dessen gefürchtete Hook-Shots abwehrte. Wie im Vorspiel zeigten sich die „Akademiker“ ihrem Gegner konditionell überlegen. Der USC revanchierte sich mit diesem hohen Sieg gegen den Vorjahresfinalisten eindrucksvoll für sein letztjähriges Ausscheiden.
USC – VfL Osnabrück 90:69
USC: Johnson 32, Loibl 24, Heindel 12, Neumann 10, Urmitzer 8, Burrer 2, Leciejewski, Staiger je 1
VfL: Dr. Weinand 23, Koppermann 14, Dr. Yahya 10, Uhlig 7, Böttger, Dieter je 6, Jarré 2

Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft

Im Semifinale hatte sich der USC mit Bayern München auseinanderzusetzen. Der Südmeister rechnete sich seinerzeit gute Meisterschaftschancen aus, hatte er doch etwa mit dem ehemaligen Aachener Schulz, dem Ex-Gießener Butler, dem langen Krüger und von Lossow sehr starke Spieler in seinen Reihen. Mit dem Ex- Aachener Gene Moss stand zudem ein sehr erfahrener Coach an der Seitenlinie.
Dennoch erkämpfte sich der USC am 14.5.1966 ohne den noch gesperrten Jürgen Langhoff in der Höhle des Löwen einen wertvollen, freilich nach dem Spielverlauf etwas zu hoch ausgefallenen 86:74-Sieg. Gegen die etwas zu selbstsicher beginnenden Bayern legten die Kurpfälzer rasch 7:0 Punkte vor. Krüger und Schulz waren aber dann nicht mehr zu bremsen, glichen mehrfach für den hervorragend aufspielenden Südmeister aus und erzwangen mit 24:20 (11. Min.) gar die Führung. Die sicheren USC-Rückraumspieler Heindel und Neumann setzten aber immer wieder gekonnt Urmitzer und Johnson ein, die sich gegen ihre körperlich überlegenen Gegenspieler erstaunlich gut durchsetzen konnten. Den 6-Punkte-Vorsprung der „Akademiker“ glichen die Bajuwaren nach der Pause mit einem furiosen Start aus und brachten ihren Gegner vorübergehend ins Schwimmen. Nachdem aber Schulz, Krüger und von Lossow foulbedingt ausgeschieden waren und zudem Butler mit vier Fouls zurückhaltender agieren musste, sicherte der USC sich doch noch einen deutlichen Sieg.
Bayern München – USC 74:86
Bayern: Krüger 22, Schulz 14, Butler 11, Höcherl, von Lossow, Feilner je 6, Reischl 4, Bredau 2
USC: Johnson 28, Urmitzer 22, Neumann 15, Loibl 11, Heindel, Burrer je 4, Staiger 2

Wer beim Semifinal-Rückspiel am 21.5.1966 einen leichten USC-Sieg gegen den FC Bayern München erwartet hatte, sah sich getäuscht. Der Südmeister stellte sich in der Uni-Halle gegenüber dem Vorspiel nochmals verbes- sert vor und imponierte durch eine ausgezeichnete Wurfleistung sowie eine sehr wirksame Deckung. Auch in kämpferischer Hinsicht wirkte er weitaus stärker als der vorherige Gegner VfL Osnabrück. Immerhin führten die Bayern über 32 Minuten des Spiels, mussten dann aber doch die nervenstarken Hausherren noch vorbeiziehen lassen. Der überragend aufspielende Klaus Urmitzer riss das Spiel im letzten Viertel mit seinem Ideenreichtum und seinen Abspielen aus dem Feuer. Plötzlich war auch Hannes Neumann mit seinen Durchbrüchen erfolgreich, kämpften Volker Heindel und Hans Leciejewski mit letztem Einsatz in der Abwehr. Damit hatte der USC zum achten Mal die Endspiel-Teilnahme geschafft.
USC – Bayern München 80:78 (37:40)
USC: Johnson 25, Urmitzer 15, Loibl 13
Bayern: Krüger 22, Schulz 20, Butler 16, Minzlaß 12

Finale um die Deutsche Meisterschaft

Das Finale fand am 5.6.1966 in Augsburg statt. Gegner des USC war der amtierende Deutsche Meister MTV Gießen, der sich im Halbfinale in ähnlicher Spielart wie der USC mit einem deutlichen Auswärtssieg (79:66) und einem knappen Heimsieg (61:57) gegen den Westmeister ATV Düsseldorf durchgesetzt hatte.
In einem kampfbetonten Spiel sahen die 2500 Zuschauer den USC stets in Führung. Die Kurpfälzer ließen sich von den ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufen der MTV-Anhänger, die u. a. mit drei Bussen angereist waren, nicht beir- ren und gingen durch konzentriertes Spiel sofort in Führung. Das Hauptaugenmerk beider Mannschaften war auf die Verteidigung gerichtet. Auf USC-Seite war Volker Heindel auf den gefährlichen Diethelm Kienast, in der Vorsaison noch sein Mannschaftskollege, angesetzt . In der ersten Spielhälfte behauptete der Rekordmeister eine Rebound- überlegenheit, wobei Klaus Urmitzer sich gegen den Gießener Jungnickel durchsetzte. Die 29:18-Führung des USC konnten die Männerturner zur Pause jedoch auf 33:26 verkürzen.
in der zweiten Spielhälfte wurde Volker Heindel zum ruhenden Pol im USC-Spiel und bestätigte damit seine gute Form in der gesamten Endrunde. Auch Eddy Johnson und Jürgen Langhoff steigerten sich nochmals. Nach einer ständig zwischen vier und acht Punkten schwankenden Führung konnte sich der USC fünf Minuten vor Schluss nach dem fünften Foul Röders auf 67:54 absetzen. Obwohl dann auch Jungnickel und Wucherer auf MTV-Seite ausgefoult waren, wurde es in den Schlussminuten noch einmal eng. Doch überstand der USC diese Drangperiode und sicherte schließlich mit 73:68 Sieg und Meisterschaft. Der Erfolg des USC war verdient, hatte er sich doch nacheinander gegen den Westzweiten, den Nordmeister, den Südmeister und zuletzt gegen den Deutschen Meis- ter sicher durchgesetzt. In „Basketball“, dem offiziellen Organ des Deutschen Basketball-Bundes, hieß es in der Ausgabe 12/66 u. a.: „Das variierte Wurfvermögen und die Spielkunst Johnsons, dazu seine – zusammen mit Urmitzer, Dr. Langhoff, Heindel und Neumann – gezeigte überlegene Verteidigung erlangten entscheidende Bedeu- tung.“ Für Klaus Urmitzer war es der 2. Meistertitel in Folge, hatte er doch im Vorjahr dem heutigen Gegner dazu verholfen. Auch hatte er mit beiden Teams lediglich den dritten Platz der Oberliga Südwest erreicht und dann doch alle Gegner distanziert.
USC – MTV Gießen 73:68 (33:26)
USC: Johnson 26, Dr. Langhoff 19, Urmitzer 10, Neumann 9, Heindel 8, Loibl 1
MTV: Jungnickel 19, Geschwindner 14, Kienast 11, Röder 8, Ross 6, Gelling 4, Wucherer 4, Jörg 2

 

Saison 1966/67

3. Platz der Bundesliga Süd

Aufgebot:
Dr. Hannes Neumann (Kap.), Volker Heindel, Jürgen Loibl, Klaus Urmitzer, John Ware, Dr. Jürgen Langhoff, Christoph Staiger, Jochen Schmücker, Hans Leciejewski, Dieter Burrer, Dierk Helmken, Volkmar Gaber, Weinelt
Trainer: Kurt Siebenhaar

Die Vereine der Bundesliga Süd:
BC Darmstadt, GW Frankfurt, MTV Gießen, TV 1846 Heidelberg, USC Heidelberg (zuvor OL Südwest);
Schwaben Augsburg, SV Stuttgart-Möhringen, Bayern München, TSV 1860 München, MTSV Schwabing (zuvor OL Süd)

In der Saison 1966/1967 wurde der USC am 1.10.1966 Gründungsmitglied der zweigeteilten Basketball-Bundesliga. An Stelle der alten Oberligen Nord, West, Süd und Südwest traten die beiden BL-Gruppen Nord und Süd mit je- weils zehn Vereinen. Für die Gruppe Süd qualifizierten sich neben dem USC der Lokalrivale HTV 46, MTV Gießen, GW Frankfurt, FC Bayern München, TSV Schwaben Augsburg, TSV 1860 München, BC Darmstadt, MTSV Schwabing München und SV Möhringen (Stuttgart). In der Gruppe Nord waren dies SSV Hagen, VFL Osnabrück, Oldenburger TB, ATV Düsseldorf, MTV Wolfenbüttel, SSV Hellas Göttingen, TSV 1860 Hagen, Post SV Hannover und Tusa Düsseldorf. Für die wegen finanzieller Unabwägbarkeiten auf ihr Teilnahmerecht verzichtende Aachener Alemannia rückte ASC Gelsenkirchen nach.
Da Altmeister TBH, KuSG Leimen und EK Eppelheim sich für die neue Spielklasse nicht qualifizieren konnten, ge- hörten die Nachbarschaftsduelle mit diesen Clubs für den USC nun der Vergangenheit an.

Die Spielergebnisse des USC in der Bundesliga Süd:

TSV 1860 München – USC 68:85 (31:40)
USC – HTV 77:51 (31:16)
Schwaben Augsburg – USC 63:72 (24:32) – USC: Langhoff 24, Urmitzer 21, Loibl 18
USC – GW Frankfurt 80:61 (31:25) – USC: Urmitzer 31, Loibl 22, Neumann 14, Dr. Langhoff 12; GW: Stakemann 18, Schurkus 16, Bär 8
Bayern – USC 59:73 (37:34) – USC: Urmitzer 20
USC – MTSV 103:68 (38:30) – USC: Urmitzer 25, Loibl 24, Dr. Langhoff 21, Neumann 13, Staiger 8
USC – TV Möhringen 98:62 – USC: Ware 25, Urmitzer 20, Loibl 15, Dr. Langhoff 12
MTV 1846 Gießen – USC Heidelberg 94:80 (52:43)
BC Darmstadt – USC Heidelberg 71:93 (27:36)
USC – TSV 1860 München 88:64 (47:23)
HTV – USC 53:88 (27:50) – HTV: Biller 20, Scholz 12, USC: Ware 20
USC – Schwaben Augsburg 75:43 (31:19) – USC: Urmitzer 26, Dr. Langhoff, Heindel 10, Schmücker 8
GW Frankfurt – USC 73:73 (39:37) – GW: Davis 31, Schurkus 15, USC: Ware 20, Urmitzer, Dr. Langhoff je 14,
Heindel 10
USC – FC Bayern München 67:63 (30:28) – USC: Dr. Langhoff 17, Ware 16, Urmitzer 12, Neumann, Burrer je 8
SV Möhringen – USC 60:85 (20:51) – USC: Dr. Langhoff 17, Urmitzer 18, Dr. Neumann 17
MTSV Schwabing München – USC 61:75 (20:51) – USC: Urmitzer 31, Dr. Neumann 17 (USC ohne Dr. Langhoff, Heindel, Ware, Leciejewski, Staiger, Schmücker)
USC Heidelberg – MTV 1846 Gießen 64:76 (26:34) – USC: Dr. Neumann 19, Dr. Langhoff 13, Urmitzer 12 (Loibl verletzt)
USC Heidelberg – BC Darmstadt 86:54 (31:30) – USC: Dr. Langhoff 21, Loibl 16, Urmitzer 14, Dr. Neumann 12

Abschlusstabelle der BL Süd 1966/67

1. MTV 1846 Gießen 32:4 Punkte + 270 Körbe
2. GW Frankfurt 31:5 Punkte + 348 Körbe
3. USC Heidelberg 31:5 Punkte + 320 Körbe
4. FC Bayern München 21:15 Punkte + 49 Körbe
5. FC Schwaben Augsburg 16:20 Punkte – 64 Körbe
6. TSV 1860 München 14:22 Punkte – 57 Körbe
7. TV 46 Heidelberg 13:23 Punkte – 129 Körbe
8. BC Darmstadt 12:24 Punkte – 259 Körbe
9. MTSV Schwabing München 6:30 Punkte – 285 Körbe
10. SV Möhringen 4:32 Punkte – 193 Körbe

Nach Ende dieser Premierensaison wurde der MTV Gießen Südmeister mit 32:4 Punkten. Es folgten GW Frankfurt und der USC mit jeweils 31:5 Punkten. Mit lediglich zwei Niederlagen und einem Unentschieden hatte der amtie- rende Meister durchaus imponierende Leistungen gezeigt. Ausgerechnet gegen den MTV Gießen patzte er indes in beiden Spielen. Nach dem 80:94 in Gießen unterlag er auch im heimischen BLZ dem wie entfesselt aufspielenden MTV mit 64:76. Es war die erste Heimniederlage der Akademiker in einem Punktspiel seit drei Jahren. In diesem Spiel fehlte verletzungsbedingt Jürgen Loibl, wie auch sonst der USC über die ganze Saison hinweg von zahlrei- chen Ausfällen betroffen war.
Nach den damaligen Statuten war der Tabellenplatz bei Punktgleichheit in einem Entscheidungsspiel zu ermitteln. Dies galt für GW Frankfurt und den USC hinsichtlich des zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme am Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft berechtigte.
Das Entscheidungsspiel wurde am 8.4.1967 in Darmstadt ausgetragen. In diesem Spiel unterlag der USC in letzter Sekunde GW Frankfurt mit 67:68 (33:43). Die „Akademiker“ hatten gegen die Grünweißen in der ersten Halbzeit zu wenig Initiative gezeigt und mussten ständig einem deutlichen Rückstand hinterherlaufen. In der Schlussphase hatte der USC dann doch noch den Sieg vor Augen, vergab ihn jedoch durch unglückliche Aktionen. Für ihn war damit die Saison beendet, während GW in das Halbfinale gegen den ungeschlagenen Nordmeister VfL Osnabrück einzog.
USC: Urmitzer 19, Dr. Langhoff, Dr. Neumann je 14, Staiger 8, Leciejewski 6
GW: Davis 27, Schurkus 19, Stakemann 12

In den Halbfinalspielen setzten ich der Südmeister und der Nordmeister durch. Im Endspiel um die DM (in Mann- heim) besiegte der MTV Gießen den VfL Osnabrück mit 85:73 und holte damit seinen zweiten Meistertitel.

In dieser Saison spielte der USC als Deutscher Meister auch im Europapokal. Unvergessen sind seine beiden Duelle mit dem hohen Favoriten Real Madrid. In Heidelberg führte der USC lange und hatte den königlichen Klub mit 88:93 gar am Rande einer Niederlage. Ohne den verhinderten John Ware wuchs gegen die spanischen Profis jeder einzelne Spieler über sich hinaus. “USC Heidelberg lieferte Madrid ein phantastisches Spiel”, meldete sei- nerzeit geradezu euphorisch die RNZ. Experten meinten, es sei das beste Spiel gewesen, das je eine deutsche Vereinsmannschaft gezeigt hatte (1964 musste Aachen gegen denselben Gegner eine 43:115-Schlappe ein- stecken). Nachdem der USC in der 37. Minute mit 82:81 und 83:82 geführt hatte, konnte Real erst in den letzten Sekunden den Sieg sichern. Für den USC punkteten: Loibl (21), Neumann, Urmitzer, Langhoff, Staiger (alle 14), Heindel (7), Leciejewski (4). Auch in Madrid schlug sich der USC sehr wacker, was sogar die einheimischen Ga- zetten anerkannten. Offensichtlich war in diesem Spiel, dass dem Gastgeber die „Betreuung“ der „Unparteiischen“ sehr gut gelang. So unterlag der USC ehrenvoll mit 15 Punkten Differenz.


Die bravouröse Madrider Mannschaft.

Oben v. l.: Joe Loibl, Klaus Urmitzer, Hannes Neumann, John Ware, Jürgen Langhoff, Christoph Staiger; kniend v. l.: Jochen Schmücker, Hans Leciejewski, Volker Heindel (Slg. Volker Heindel)

Kapitän Hannes Neumann beim Wimpeltausch (Slg. Gerhard Treutlein).

 

Volker Heindel führt gegen Real Madrid den Ball. Rechts blockt Klaus Urmitzer (Slg. Volker Heindel).

 


Jürgen Loibl im Spiel gegen Real Madrid (Slg. Jürgen Loibl)

                                                                        Saison 1967/1968

2. Platz der BL Süd

Kader:
Klaus Urmitzer, Joe Loibl, Hans Riefling, Dr. Hannes Neumann, Hans Leciejewski, Christoph Staiger, Volker Heindel,  Dr. Jürgen Langhoff, Jiri Fila, Jochen Schmücker
Trainer: Kurt Siebenhaar, ab Februar 1968 als Spielertrainer Dr. Hannes Neumann

Mit Hans Riefling kam ein junger Aufbauspieler von Post Mannheim zum USC, der bald Nationalspieler und eine wichtige Stütze des USC über fast eine Dekade werden sollte. Er verfügte über einen soliden Distanzschuss, enor- me Schnelligkeit, konnte den Ball sicher vortragen und hatte ein gutes Auge für seine Mitspieler. Damit zählte Hans Riefling zu den besten deutschen Aufbauspielern seiner Zeit. Seine größten Erfolge errang er in der 2. Hälfte seiner aktiven Jahre, als ihm am gegnerischen Korb adäquate Abnehmer für seine gefürchteten Pässe zur Verfügung standen.

Hans Riefling zieht energisch an seinen Gegenspielern vorbei (Slg. Hans Riefling).

Als Mitfavorit um einen der beiden Endrundenplätze konnte sich der USC hinter dem klar führenden Meister MTV Gießen den zweiten Tabellenplatz der Südgruppe sichern.

Abschlusstabelle der BL Süd 67/68

1. MTV 1846 Gießen 33:3 Punkte + 287 Körbe
2. USC Heidelberg 28:8 Punkte + 159 Körbe
3. GW Frankfurt 25:11 Punkte + 127 Körbe
4. FC Bayern München 18:18 Punkte + 90 Körbe
5. TV 46 Heidelberg 15:21 Punkte – 58 Körbe
6. Eintr. Frankfurt 14:22 Punkte – 113 Körbe
7. USC München 13:23 Punkte – 71 Körbe
8. TSV 1860 München 12:24 Punkte – 103 Körbe
9. BC Darmstadt 12:24 Punkte – 193 Körbe
10. FC Schwaben Augsburg 10:26 Punkte – 125 Körbe

Im Februar 1968 musste Kurt Siebenhaar sein Traineramt beim USC zur Verfügung stellen, da er sich seiner neuen Aufgabe als Landestrainer zu widmen hatte. Ihm folgte als Spielertrainer Dr. Hannes Neumann.

Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft:

In den beiden Halbfinalspielen gegen den VfL Osnabrück, bei dem die Ex-USCler Rassem Yahya und Klaus Weinand groß aufspielten, mussten die „Akademiker“ die Überlegenheit des Nordmeisters anerkennen und unterlagen in beiden Begegnungen deutlich. Die gesamte Saison stand allerdings unter einem ungünstigen Stern, da Center Dr. Langhoff verletzungsbedingt ausfiel. So war der USC auf den langen Positionen deutlich unterbesetzt.

13.04.68 VfL Osnabrück – USC 75:55 (30:20)
VfL: Dr. Yahya 23, Dieter 15, Uhlig 12, Koppermann 11, Dr. Weinand 10
USC: Urmitzer 17, Dr. Neumann 13, Riefling 8, Loibl 7

20.04.68 USC – VfL Osnabrück 60:70 (26:30)
USC: Urmitzer 17, Leciejewski 13, Riefling 12, Loibl 6, Dr. Neumann 5
VfL: Dr. Weinand 24, Dr. Yahya 21, Uhlig, Dieter, Gaber je 6

Der deutsche Meister von 1967, MTV Gießen, konnte seinen Titel gegen den Herausforderer VfL Osnabrück beim Endspiel in Osnabrück mit 79:69 erfolgreich verteidigen.

Saison 1968/1969

4. Platz der Bundesliga Süd

Aufgebot:
Karl Schröder, Klaus Urmitzer, Jürgen Loibl, Dr. Jürgen Langhoff, Jochen Schmücker, Lambi Leciejewski, Volker Heindel, Jiri Fila, Hans Riefling, Jim Himmelsbach, Dewey Williams, Wolfgang Lachenauer, Eckhard Lachenauer, Andreas Pingel, Dierk Helmken
Trainer: Dr. Hannes Neumann


Mannschaftsaufstellung des USC in der Spielzeit 1968/1969.

Stehend von links: Schröder, Urmitzer, Loibl, Schmücker, Leciejewski, Trainer Dr. Neumann
Kniend v. l.: Heindel, Fila, Riefling, Himmelsbach; es fehlen Dr. Langhoff, Williams, Pingel, Helmken, E. und W. Lachenauer (Slg. Volker Heindel)

Dr. Hannes Neumann agierte nun als Trainer, griff aber fallweise auch aktiv in das Spielgeschehen ein.
Die Saison entwickelte sich insgesamt unbefriedigend. Es gab zahlreiche personelle Ausfälle, so dass der USC am Ende lediglich den vierten Platz in der Tabelle einnahm und sich damit nicht für die Endrunde der zwei jeweils bes- ten Teams der beiden BL-Gruppen qualifizierte.

Abschlusstabelle der BL Süd 68/69

1. MTV 1846 Gießen 32:4 Punkte + 340 Körbe
2. GW Frankfurt 30:6 Punkte + 278 Körbe
3. FC Bayern München 28:8 Punkte + 183 Körbe
4. USC Heidelberg 26:10 Punkte + 176 Körbe
5. USC Mainz 22:14 Punkte + 117 Körbe
6. Eintr. Frankfurt 14:22 Punkte – 113 Körbe
7. TV 46 Heidelberg 11:25 Punkte – 27 Körbe
8. USC München 9:27 Punkte – 128 Körbe
9. BC Darmstadt 7:29 Punkte – 314 Körbe
10. TB Würzburg 1:35 Punkte – 512 Körbe

Saison 1969/1970

4. Platz der Bundesliga Süd
2. Platz der Endrunde

Aufgebot:
Jürgen Loibl (Kapitän), Dr. Jürgen Langhoff, Hillar Gese, Hans Riefling, Jim Himmelsbach, Eckhard Lachenauer, Karl Schröder, Dieter Pfeiffer, Dr. Walter Fuchs, Wolfgang Lachenauer, Walter Wieland, Gernot Dick, Andreas Pingel, Karlheinz Wittmann, Gramlich
Trainer: Dr. H. Neumann


Der USC-Kader in der Saison 1969/1970.
Stehend: E. Lachenauer, Schröder, Pfeiffer, Dr. Fuchs, W. Lachenauer, Wieland, Dr. Langhoff, Gese, Trainer Dr. H. Neumann; kniend: Dick, Pingel, Wittmann, Riefling, Himmelsbach, Gramlich. Es fehlt der verletzte Kapitän Loibl (Slg. Gerhard Treutlein).

Vom letztjährigen Kader fehlten dem USC nun Klaus Urmitzer, der sich wieder dem Rivalen MTV Gießen an- geschlossen hatte, Hans Leciejewski (USC Mainz) und der Amerikaner Dewey Williams.

Sogar noch hinter dem Mainzer USC (mit Didi Keller sowie den Heidelbergern Christoph Staiger und „Lambi“ Leciejewski, weiterhin von Torry Schober betreut) erreichte der USC Heidelberg schließlich den vierten Tabel- lenplatz.
Nach langer Zugehörigkeit zur obersten Spielklasse musste sich der alte Lokalrivale HTV 46 aus der BL Süd verabschieden. Er hatte dem USC in der Vergangenheit manch harten Strauß geliefert und die Emotionen der kundigen Heidelberger Fangemeinde bewegt, was nun leider ein Ende fand.

Abschlusstabelle der BL Süd 69/70

1. MTV 1846 Gießen 32:4 Punkte + 365 Körbe
2. GW Frankfurt 30:6 Punkte + 311 Körbe
3. USC Mainz 28:8 Punkte + 202 Körbe
4. USC Heidelberg 25:11 Punkte + 180 Körbe
5. USC München 24:12 Punkte + 244 Körbe
6. Bayern München 15:21 Punkte + 51Körbe
7. TSV 1860 München 10:26 Punkte – 218 Körbe
8. SC/Rei Koblenz 8:28 Punkte – 229 Körbe
9. TV 46 Heidelberg 8:28 Punkte – 363 Körbe
10. TV Kirchheimbolanden 0:36 Punkte – 532 Körbe

Neu eingeführt war nach Abschluss der Hauptrunde eine zweigeteilte Endrunde. An ihr nahmen die jeweils Erst- und Drittplatzierten einer BL-Gruppe und die Zweit- und Viertplatzierten der anderen BL-Gruppe teil. Die jeweiligen Ersten der beiden ER-Gruppen trugen dann das Finale um die DM aus.

In dieser Endrunde traf der USC auf den Südrivalen GW Frankfurt, den Nordmeister TuS 04 Leverkusen und den Norddritten SSV Hagen. Hier konnten sich die „Akademiker“ gegenüber den Leistungen in der BL Süd trotz wiederum herber personeller Ausfälle deutlich steigern. Sie blieben in den vier Spielen gegen SSV Hagen und GW Frankfurt ungeschlagen und mussten sich lediglich dem späteren Meister TuS 04 Leverkusen in bei- den Spielen (gegen TuS 04 68:74, in Leverkusen 73:84) beugen.

Saison 1970/1971

3. Platz der Bundesliga Süd
4. Platz der Deutschen Meisterschaft

Aufgebot:
Jürgen Loibl (Kapitän), Dr. Jürgen Langhoff, Hillar Gese, Hans Riefling, Dr. Dan Puscasiu, Karl Schröder, Dieter Pfeiffer, Dr. Walter Fuchs, Wolfgang Lachenauer, Walter Wieland, Gernot Dick, Hans Leciejewski, Mike Paulle
Trainer: Dr. H. Neumann


Saison 1970/1971
Auf dem Bild fehlt zudem Mike Paulle (Slg. Gerhard Treutlein).

Dem Kader gehörte nun auch wieder der vom USC Mainz zurückgekehrte Hans Leciejewski an. Dazu stieß noch der amerikanische Centerspieler Mike Paulle, immerhin Mitglied der US-Militärauswahl.
In der neuen Saison würde es wieder Lokalderbys geben, da EK Eppelheim in die BL Süd aufgestiegen war.

Es sollte sich rasch zeigen, dass EK Eppelheim in der obersten Spielklasse überfordert war. Mit lediglich einem Sieg mussten die Heidelberger Vorstädter sofort wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Auch die beiden Begegnungen mit dem USC gingen klar an den akademischen Nachbarn.

Für den USC war es eine recht unausgeglichene Saison, da es zahlreiche Überraschungen bei Niederlagen und Siegen gab. Am Ende konnte er sich mit dem dritten Tabellenplatz für die Endrunde qualifizieren, in der er auf den Südmeister USC München, den Nordzweiten VfL Osnabrück und den Nordvierten MTV Wolfenbüttel traf.

Abschlusstabelle der BL Süd 70/71

1. USC München 30:6 Punkte + 338 Körbe
2. MTV 1846 Gießen 28:8 Punkte + 277 Körbe
3. USC Heidelberg 24:12 Punkte + 148 Körbe
4. FC Bayern München 22:14 Punkte + 5 Körbe
5. 1. FC Bamberg 20:16 Punkte + 43 Körbe
6. GW Frankfurt 18:18 Punkte + 66 Körbe
7. USC Mainz 16:20 Punkte + 29 Körbe
8. TSV 1860 München 14:22 Punkte – 108 Körbe
9. SC Rei Koblenz 4:32 Punkte – 334 Körbe
10. EK 1847 Eppelheim 2:34 Punkte – 464 Körbe

Souverän setzte sich der USC HD in der Endrunde gegen den VfL Osnabrück durch. Dem 101:71 in Heidel- berg (USC: Gese 30, Dr. Langhoff 16, Pfeifer 14, Riefling und Paulle je 12, Loibl 10, Dr. Puscasiu 7; VfL: Dr. Weinand 19, Rupp 18, Kollmann 12) folgte ein 107:84 in Osnabrück (USC: Dr. Langhoff 26, Riefling 15, Dr. Fuchs 14, Gese 13, Loibl 12, Pfeifer 9, Lachenauer und Dr. Puscasiu je 8, Wieland 2; VfL: Tobien 22, Dr. Weinand 14, Rupp 13, Maier 11).

Als härterer Brocken erwies sich der MTV Wolfenbüttel. Doch behielten die „Akademiker“ mit Glück auch hier in beiden Begegnungen die Oberhand mit 82:79 in Wolfenbüttel (USC: Gese 25, Dr. Langhoff 14, Lachenauer 12, Paulle 10, Riefling 9, Pfeifer 8, Loibl und Dr. Puscasiu je 2; MTV: Wohlers 33, Knopke 32) und 82:74 in HD (USC: Dr. Langhoff 16, Gese 15, Loibl 11, Pfeifer 10, Lachenauer, Dr. Fuchs und Paulle je 8, Riefling 4, Dr. Puscasiu 2; MTV: Knopke 29, Wohlers 22).
Entscheidend waren die beiden Spiele gegen den Südmeister und Namensvetter aus München. Am zweiten Spieltag der Endrunde übernahm der Kurpfälzer USC mit einem 88:86 (47:36) gegen den Favoriten aus der bayerischen Landeshauptstadt die Tabellenführung der Gruppe 1. Gepunktet hatten in diesem hochklassigen und spannenden Spiel für HD Gese (31), Riefling (16), Dr. Puscasiu (15), Paulle (13), Pfeifer (5), Loibl und Dr. Langhoff (je 4), für München Dieter (20), Stronczek (17), Pethran (16), Belik (12), Jekeli (10).
In einer skandalösen Begegnung entschied der USC München am 31.3.1971 mit einem 76:70 (43:34) gegen den Gast aus Heidelberg die Finalteilnahme für sich. Nach dem 69:69 in der 37. Minute traf der bayerische Schiedsrichter Dr. Langenbach einige krasse Fehlentscheidungen, die durchweg die Heidelberger trafen. Be- sonders eklatant war eine Szene, als Riefling zum Korb der Münchener zog und von Dr. Dieter angegriffen wurde. Nach dem Schiedsrichterpfiff hob Dr. Dieter sofort die Hand, um ungläubig zu sehen, dass nicht er, sondern Hans Riefling sein 5. Foul kassierte. Das Momentum war gebrochen, nachdem Heidelberg mit seiner guten körperlichen Verfassung das Spiel zunehmend in den Griff bekommen hatte. Nicht nur Trainer Dr. Neumann („So wurde ich in meiner ganzen sportlichen Laufbahn noch nie betrogen.“), sondern auch die Mün- chener äußerten sich nach diesem fairen Spiel eindeutig (L. Lakfalvi, Trainer: “Es tut uns leid, diesen Sieg haben wir nicht verdient.“, Dr. Rolf Dieter: “Dieser Sieg wurde uns geschenkt.“, Dr. Schulz, Spielertrainer von Bayern München: “So offensichtlich wurde hier noch keine Mannschaft verschaukelt.“). Unisono berichtete die Münchener Presse. HD: Riefling 20, Loibl 15, Gese 14, Pfeifer 11, Paulle 6, Dr. Langhoff 4, Dr. Puscasiu, München: Dr. Dieter 24, Geschwindner 14, Stronczek 10, Jekeli 8, Belik 6.

In den beiden Spielen gegen den MTV Gießen um den 3. Platz unterlag der USC jeweils knapp.
11.04.71 in Heidelberg: USC – MTV 92:99 (55:55) – USC: Pfeifer 20, Riefling 18, Gese 17, Loibl 10, Dr. Langhoff 9, Lachenauer 6, Paulle 6, Dr. Fuchs 4, Dr. Puscasiu 2, Wieland; MTV Kienast 28, Ampt 25, Province 14, Hess 10, Dr. Urmitzer 7, Jungnickel 6, Röder 5, Peters 4
18.04.71 in Gießen: MTV – USC 96:91 (48:48) - USC: Lachenauer 22, Riefling 20, Pfeifer 15, Loibl 13, Gese 9, Dr. Puscasiu, Wieland je 6; MTV Ampt 35, Dr. Urmitzer 20, Province 16, Hess 15, Kienast 28, Strack 2

Der amtierende Deutsche Meister TuS 04 Leverkusen verteidigte seinen Titel gegen den Südmeister USC München erfolgreich.

Saison 1971/1972

 3. Platz der Bundesliga Süd

Aufgebot:
Jürgen Loibl (Kapitän), Hillar Gese, Hans Riefling, Dieter Pfeiffer, Dr. Walter Fuchs, Wolfgang Lachenauer, Volkmar Gaber, Gary Larson, Joe Linnemann, Roland Vogel, Franz Losonsky
Trainer: Volker Heindel

 

Das USC-Aufgebot der Saison 71/72.
Stehend von links: Mannschaftsbetreuer „Pulver“ Kaiser, Larson, Linnemann, Gaber, Fuchs, Loibl, Gese, Trainer Volker Heindel; kniend v. l.: Riefling, W. Lachenauer, Pfeiffer, Vogel, Losonsky (Slg. Volker Heindel)

Gegenüber dem Vorjahr gab es im Kader des USC starke Veränderungen. Nachdem Trainer Dr. Neumann aus be- ruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand, übernahm Volker Heindel die Mannschaft. Vorgänger und Nach- folger waren bekanntlich vielfache Nationalspieler, Protagonisten der ersten Stunde beim USC und hatten mit ihm jeweils sieben Meistertitel errungen.
Center Dr. Langhoff beendete seine Karriere beim USC. Große Erwartungen setzte man beim USC auf die Neuzu- gänge Gary Larson (USA), Joe Linnemann (Deutschamerikaner) und Volkmar Gaber (USC Mainz).

Die beiden BL-Gruppen Nord und Süd umfassten nun lediglich noch jeweils acht gegenüber bislang zehn Mann- schaften. In einer Zwischenrunde, die in zwei Gruppen mit jeweils vier Teilnehmern (je zwei aus Nord und Süd) ausgetragen wurde, qualifizierten sich die beiden Gruppenersten für das Halbfinale, welches wiederum in Über- kreuzspielen entschieden wurde.

Abschlusstabelle 71/72 der BL Süd

1. MTV 1846 Gießen 26:2 Punkte
2. USC München 17:11 Punkte
3. USC Heidelberg 17:11 Punkte
4. 1. FC Bamberg 17:11 Punkte
5. FC Bayern München 14:14 Punkte
6. USC Mainz 14:14 Punkte
7. SV Möhringen 7:21 Punkte
8. BC Darmstadt 0:28 Punkte

In der Punkterunde der Gruppe Süd konnte der USC den hohen Erwartungen nicht ganz gerecht werden. Immerhin qualifizierte er sich jedoch mit dem dritten Tabellenplatz für die Zwischenrunde, die ihn mit dem Südmeister MTV Gießen, dem Nordzweiten VfL Osnabrück und dem Nordvierten BSV Berlin zusammenführte.
Mit zwei Heimsiegen (gegen VfL Osnabrück und BSV Berlin) und vier Niederlagen (zwei gegen MTV Gießen, je eine in Berlin und Osnabrück) platzierte sich der USC auf dem dritten Rang der Zwischenrunde und schied damit aus dem Meisterschaftsrennen aus

Die Meisterschaft errang zum dritten Mal in Folge TuS 04 Leverkusen mit zwei sehr knappen Siegen (80:75, 70:67) gegen den Südmeister MTV Gießen.

Nachzutragen ist, dass Dr. Klaus „Pollo“ Urmitzer (MTV Gießen) am 19.1.1972 bei der Rückfahrt vom Auswärts- spiel in HD (80:76 für Gießen) zusammen mit seinen Mannschaftskollegen Günther Lindenstruth und Hans Heß schwer verunglückte. Klaus Urmitzer traf es mit drei Monate Krankenhausaufenthalt besonders hart. “Pollo” war ein echter Altstädter, aus der Jugend des USC hervorgegangen und hatte beim USC, dem MTV und in der National- mannschaft sehr erfolgreich gespielt. Geradezu legendär waren sein Sprungvermögen und seine Sprüche (” Ich war der erste weiße, deutsche, unter zwei Meter messende Spieler mit abgeschlossener Berufsausbildung, der einen Dunking schaffte.”). Der Zahnarzt versuchte nach seiner Genesung ein Comeback beim MTV, musste aber ca. ein Jahr nach dem Unfall seine so erfolgreiche Karriere beenden. Er spielte danach noch einige Zeit beim Heidelberger SC.

5. USC meldet sich zurück (72/73 – 76/77)

 

1972 gab es nach dem insgesamt enttäuschenden Verlauf der Vorsaison eine starke personelle Zäsur. Der not- wendige Neuaufbau des Teams sollte die vorläufig letzte glanzvolle Epoche der USC-Geschichte einleiten. Den entscheidenden personellen Baustein für dieses halbe Jahrzehnt stellte wohl der von TuS 04 Leverkusen gekom- mene Nationalcenter Dietrich „Didi“ Keller dar. Mit ihm fand der bereits 1967 zum USC gestoßene Aufbauspieler Hans Riefling endlich die Anspielstation am gegnerischen Korb. Das Tandem sollte die Schlüsselfiguren für den Zeitraum von der 8. (1973) bis zur 9. Meisterschaft (1977) stellen. Zu den beiden Meisterschaften kamen ein Po- kalsieg und zwei Vizemeisterschaften – fürwahr stolze Erfolge gegen starke Gegner wie MTV Gießen, TuS 04 Leverkusen, SSV Hagen und andere.

Uneingeschränkt erhob der USC in dieser Zeit noch den Anspruch, in der Beletage des deutschen Basketballs ganz oben mitzumischen.

Saison 1972/73

Deutscher Meister (8.) – in Endspielen gg. MTV Gießen (70:70 in Gießen, 71:70 in HD)

Aufgebot:
Hillar Gese (5), George Weston (6), Christoph Staiger (7), Detlef Schöpf (8), Dietrich Keller (9), Friedhelm Berres (10), Horst Herrmann (11), Wolfgang Lachenauer (12 – Kapitän), Walter Wieland (13), Armin Zimmermann (14), Hans Riefling (15)
Trainer: Dick Stewart


Die Meistermannschaft von 1973.

Stehend von links: Trainer Dick Stewart, Wolfgang Lachenauer (Capt.), Walter Wieland, Christoph Staiger, Hillar Gese, Detlef Schöpf, Didi Keller, Betreuer „Pulver“ Kaiser
Kniend von links: Friedhelm Berres, Horst Herrmann, George Weston, Armin Zimmermann, Hans Riefling (Slg. Dietrich Keller)

Für Trainer Volker Heindel, der nicht mehr zur Verfügung stand, kam der amerikanische Lehrer Dick Stewart, der an der hiesigen High School unterrichtete.

Weiter sollte es in der neuen Saison „große“ Veränderungen in der Mannschaft geben. Vom Vorjahr blieben ledig- lich Hans Riefling, Hillar Gese und Wolfgang Lachenauer. Den USC verlassen hatten dagegen Loibl, Linnemann, Pfeiffer, Gaber, Losonsky und Larsen. Einen herben Verlust bedeutete der Wechsel des Mannschaftskapitäns „Joe“ Loibl nach Wolfenbüttel. Der aus der Jugend des USC hervorgegangene Nationalspieler folgte seinem Mentor Hannes Neumann, der dort die Trainerstelle innehatte. Immerhin fand einer der besten deutschen Center, Dietrich (Didi) Keller, stolze 2,09 m messend, vom TuS 04 Leverkusen den Weg an den Neckar. Der in Heidelberg bestens bekannte Theodor Schober, Trainer des USC Mainz, hatte ihn dort entdeckt und gefördert. In der Saison 71/72 legte Didi Keller die Zwischenstation Leverkusen ein und verhalf TuS 04 zur Meisterschaft. Mit ihm als „Mr. Inside“ fand „Mr. Outside“ Hans Riefling einen kongenialen Partner. Neben Didi Keller kam der Ex-USCler Christoph Staiger, mit 1,98 m ebenfalls mit Gardemaß ausgestattet, nach einem Intermezzo in Mainz zum USC zurück. Nach Saisonbe- ginn stieß noch die schwarze Perle George Weston hinzu. Mit ihnen und den Junioren Friedhelm Berres, Armin Zimmermann, Horst Herrmann, Detlef Schöpf und Walter Wieland formte Trainer Dick Stewart ein neues Team. Es sollte sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten zeigen, dass es höchsten Ansprüchen genügte. Die sehr starke 1. Fünf mit Hans Riefling im Aufbau, Hillar Gese und Wolfgang Lachenauer auf den Flügeln sowie Christoph Staiger und Didi Keller unter den Körben wurde durch die Bank wirkungsvoll ergänzt. Die Mannschaft wuchs zusammen, entwickelte sich gemeinsam weiter und konnte schließlich die verdiente Ernte einfahren.

Dynamisch zieht Hans Riefling gegen Gießen zum Korb. Links stellt Christoph Staiger einen Block, im Hintergrund Friedhelm Berres (Slg. Hans Riefling).

Abschlusstabelle der BL Süd 72/73

1. MTV 1846 Gießen 28:0 Punkte + 367 Körbe
2. USC München 20:8 Punkte + 88 Körbe
3. USC Heidelberg 18:10 Punkte + 79 Körbe
4. 1. FC Bamberg 16:12 Punkte + 41 Körbe
5. FC Bayern München 12:16 Punkte – 46 Körbe
6. USC Mainz 8:20 Punkte – 110 Körbe
7. SV Möhringen 5:23 Punkte – 115 Körbe
8. TSV Nördlingen 5:23 Punkte – 295 Körbe

Der Weg:
USC nach Hauptrunde 3. der BL Süd (nach ungeschl. MTV Gießen und SG BC USC München, vor Bamberg). Nord: SSV Hagen, Vfl Osnabrück, TuS 04 Leverkusen, MTV Wolfenbüttel.

In der Zwischenrunde Gruppe 1 gelang es dem USC, sich durch jeweils zwei Siege gegen MTV Wolfenbüttel und den wiederum hoch eingeschätzten VfL Osnabrück sowie einen Heimsieg und eine Auswärtsniederlage gegen den MTV Gießen für das Halbfinale zu qualifizieren. In der Vorschlussrunde zeigte der USC gegen Titelverteidiger Leverkusen keine Schwächen und konnte beide Spiele (USC – TuS 04 64:52, TuS 04 – USC 60:70) klar für sich entscheiden. Gießen qualifizierte sich durch zwei souveräne Siege gegen den 1. FC Bamberg ebenfalls für die Finalspiele.

In den beiden Endspielen gegen den MTV Gießen sollte der USC sich mit dem knappsten aller Ergebnisse den 8. Meistertitel sichern. Am 17.3.1973 hatte der MTV im Heimspiel alle Mühe, in letzter Sekunde den Ausgleich zum 70:70 zu erreichen. Auch die heimische Allgemeine Zeitung schrieb, der MTV sei von seiner Normalform ein gutes Stück entfernt gewesen. „Nervenstarker USC ließ Entscheidung noch offen“ wusste dagegen das Heidelberger Ta- geblatt zu berichten. Die Gegner des 1. Finalspiels in Gießen:
USC: Gese, Keller, Staiger (je 12 Punkte), Riefling, Weston (je 10), Lachenauer (9), Wieland, Herrmann (je 2), Berres (1), Schöpf; Trainer: Dick Stewart
MTV: Koski (22), Jungnickel (16), Decker (14), Peters (12), D. Strack (4), Röder (2), Minor, Breitbach, Gentzen, Krausch, Bauernfeind; Trainer: Kienast

Didi Keller zeigt an der Freiwurflinie keine Nerven und entscheidet am Ende die Meisterschaft (Slg. Hans Riefling).

Das Rückspiel In Heidelberg sollte ähnlich dramatisch verlaufen. In der 1. Halbzeit führte der USC von Anfang an und konnte mit einem 37:28 in die Pause gehen. Konzentriert und diszipliniert kämpfte sich der MTV heran und er- reichte sechs Minuten vor Schluss mit 53:53 den Einstand. Nach wechselnder 2-Punkte-Führung erzwang Gießen wiederum Sekunden vor Schluss mit 65:65 die Verlängerung. Doch am Ende konnte der USC, bei dem Hans Riefling eine überragende Leistung bot, mit 71:70 triumphieren. Alle waren sich darin einig, dass das glücklichere Team obsiegt hatte. Die Gegner des 2. Finalspiels in Heidelberg:
USC: Riefling (26 Punkte), Gese (18), Keller (11), Staiger (6), Wieland (4), Lachenauer, Weston, Herrmann (je 2), Schmücker, Berres; Trainer: Dick Stewart
MTV: Jungnickel (27), Decker (20), Koski (14), Peters, Weigand, Breitbach, Gentzen (je 2), D. Strack (1), Röder, Minor, Bauernfeind; Trainer: Kienast

*

Nachzutragen ist, dass auch der Damentitel an den Neckar ging. In den beiden Endspielen standen sich der von Wolf Heinker trainierte HSC und der Lokalrivale KuSG Leimen gegenüber. Dabei orientierten sich die Damen offenbar an der Dramaturgie der Herrenendspiele. Nach einem 48:48 in Leimen konnte sich der HSC im Rückspiel, ausgetragen am 12. Mai 1973 in der vollbesetzten Halle des Bundesleistungszentrums (heute OSP), mit 57:54 knapp gegen die KuSG durchsetzen.

Die HSC-Meistermannschaft (von links): Helga Balzer, Hannelore Kreische, Iris Barton, Gabriele Bartel, Christina Hornung, Angela Bischler, Gudrun Wölke, Christine Weiß, Christine Haas, Ursula Reissner, Milena Veckova und Sarah Rühle (Quelle: „HSC-Information“ Nummer 202, 4. Quartal 1987)

Saison 1973/74

Vizemeister gg. SSV Hagen (SSV – USC 67:54, USC – Hagen 64:70)

Aufgebot:
Harald Rupp, Hans-Peter Kaltschmitt, Christoph Staiger, Mike Wells, Detlef Schöpf, Dietrich Keller, Jochen Schmitt, Horst Herrmann, Walter Wieland, Wolfgang Lachenauer, Eckhard Lachenauer, Hans-Joachim Strüven, Hans Riefling
Trainer: Hans „Lambi“ Leciejewski

Gegenüber der Meistermannschaft des Vorjahres gab es deutliche Veränderungen. Für Dick Stewart übernahm nun Hans „Lambi“ Leciejewski den Trainerposten. Aus Osnabrück war der Nationalspieler Harald Rupp, aus Hamburg der Juniorennationalspieler Hans-Joachim Strüven zum USC gekommen. Zum Kader gehörten nun auch wieder Eckhard Lachenauer und neu die talentierten Junioren Jochen Schmitt und Hans-Peter Kaltschmitt. Für Verstär- kung aus Übersee sollte Mike Wells, ein Halbindianer aus South Dakota, sorgen. Er konnte dann allerdings erst für die Endrunde verpflichtet werden, so dass der USC in der Hauptrunde der BL Süd ohne Ausländer auskommen musste.


Der Vizemeister von 1974.
Stehend von links: Trainer Leciejewski, Wells, Kaltschmitt, E. Lachenauer, Rupp, Staiger, Strüven, W. Lachenauer, Schöpf, Keller, Betreuer „Pulver“ Kaiser
Sitzend von links: Riefling, Herrmann, Schmitt; es fehlt Walter Wieland (Slg. Peter Wittig).

Abgewandert war Friedhelm Berres, während der Diplom-Ingenieur Hillar Gese beruflich bedingt pausieren musste.

Der Titelverteidiger konnte sich mit nur drei Niederlagen (gegen Gießen, in Bamberg und beim USC München) auf dem zweiten Platz in der BL Gruppe Süd sicher für die Endrunde qualifizieren.

Die Spielergebnisse des USC:

USC – FC Bamberg 82:63 (38:33) – Schmitt 4, Kaltschmitt, Staiger 16, Schöpf, Keller 20, Hermann 2, W. Lachen- auer 7, Wieland 8, Strüven 10, Riefling 15

Bayern München – USC 63:85 (33:47) – Schmitt 2, Kaltschmitt 5, Staiger 8, Schöpf 5, Keller 25, Hermann 10, W. Lachenauer 16, Wieland 4, Strüven 6, Riefling 4

USC – ADB Koblenz 88:57 (47:15) – Schmitt 1, Kaltschmitt 7, Staiger 17, Schöpf 13, Keller 17, Hermann 6, Wie- land 8, Strüven 9, Riefling 10

USC HD – USC München 65:59 (37:23) – Schmitt 8, Kaltschmitt, Staiger 8, Schöpf 3, Keller 23, Hermann 5, Wie- land 2, Strüven 4, Riefling 12

Böwe Augsburg  – USC 65:75 (28:40) – Schmitt 2, Kaltschmitt 12, Staiger 6, Schöpf 2, Keller 20, Hermann 4, W. Lachenauer 3, Wieland 8, Strüven 8, Riefling 10

USC Mainz  – USC HD 56:72 (28:28) – Schmitt, Staiger 4, Schöpf 2, Keller 26, Hermann, W. Lachenauer 5, Wie- land 8, Strüven 4, Riefling 15, Rupp 8

USC HD – MTV Gießen 51:55 (31:27) – Schmitt 4, Rupp 4, Kaltschmitt 6, Staiger 3, Keller 14, E. Lachenauer, W. Lachenauer 1, Wieland 2, Strüven 4, Riefling 13

FC Bamberg  – USC 86:72 (28:28) – Schmitt 2, Rupp 8, Kaltschmitt 6, Staiger 8, Keller 28, Hermann, W. Lachen- auer 4, Wieland, Strüven 6, Riefling 10

USC – Bayern München 117:55 (56:22) – Schmitt 6, Kaltschmitt 2, Staiger 22, Schöpf 14, Keller 38, W. Lachenau- er 11, Wieland, Riefling 8, Rupp 14, E. Lachenauer 2

ADB Koblenz  – USC 66:74 (25:40) – Schmitt, Kaltschmitt, Staiger 13, Schöpf 4, Keller 23, W. Lachenauer 6, Wie- land 2, Stüven, Riefling 20, Rupp 6

USC München – USC HD 82:76 (42:40) – Schmitt, Staiger 7, Schöpf 2, Keller 25, Hermann, Wieland2, W. Lachen- auer, Strüven 12, Riefling 14, Rupp 14

USC HD – USC Mainz 90:56 (51:27) – Kaltschmitt 4, Staiger 10, Schöpf 2, Keller 22, Herrmann, W. Lachenauer 12, Wieland 4, Strüven 6, Riefling 6, Rupp 24

USC – Böwe Augsburg 114:68 (61:32) – Schmitt 10, Staiger 9, Schöpf 12, Keller 24, Herrmann 8, W. Lachenauer 17, Wieland 14, Riefling 2, Rupp 10, E. Lachenauer 8

MTV Gießen – USC 62:66 (37:26) – Schmitt, Kaltschmitt 6, Staiger 12, Schöpf 4, Keller 18, Wieland 2, W. La- chenauer 10, Strüven 3, Riefling 9, Rupp 2

Abschlusstabelle der BL Süd in der Saison 73/74

1. MTV 1846 Gießen 26:2 Punkte + 424 Körbe
2. USC Heidelberg 22:6 Punkte + 234 Körbe
3. USC München 16:12 Punkte + 106 Körbe
4. 1. FC Bamberg 16:12 Punkte + 24 Körbe
5. ADB Koblenz 15:13 Punkte + 16 Körbe
6. USC Mainz 8:20 Punkte – 163 Körbe
7. BG Augsburg 5:23 Punkte – 319 Körbe
8. Bayern München 4:24 Punkte – 322 Körbe

Die Korbjägerliste der BL Süd führte Nationalcenter Didi Keller (USC Heidelberg) unangefochten mit 323 Punkten an. Auf den Plätzen folgten Chapman/Koblenz (299), Wade/Bamberg (274), Geschwindner/USC München (245), Koski/Gießen (232), Niklas/Augsburg (227), Petran/USC München (220), Jekeli/USC München (210), Jungnickel/ Gießen (204) und Ritter/Bayern München (197).

Erst in der Endrunde konnte der USC den US-Amerikaner Mike Wells einsetzen. In der Endrundengruppe 2 erreich- te der USC nach Heimsiegen gegen Nordmeister SSV Hagen und den Norddritten MTV Wolfenbüttel (mit Trainer Dr. Hannes Neumann und Spieler Joe Loibl) sowie zwei Siegen gegen den Süddritten USC München mit 8:4 Punk- ten den 2. Platz hinter dem punktgleichen SSV Hagen.

Die Endrundenergebnisse des USC:

USC – MTV Wolfenbüttel 77:58 (38:26) – Kaltschmitt, Staiger 7, Schöpf, Keller 22, W. Lachenauer 3, Wieland, Strüven 13, Riefling 15, Rupp 10, Wells 7

USC München – USC HD 72:76 (37:40) – Kaltschmitt, Staiger 13, Keller 13, W. Lachenauer 2, Wieland 2, Strüven 12, Riefling 6, Rupp 8, Wells 16, Herrmann

USC – SSV Hagen 74:69 (28:28) – Kaltschmitt 2, Staiger 9, Keller 25, W. Lachenauer 1, Wieland, Strüven 6, Rief- ling 6, Rupp 11, Wells 14, Herrmann

SSV Hagen – USC 86:70 (42:38) – Schmitt, Staiger 10, Keller 14, W. Lachenauer 4, Wieland, Strüven 4, Riefling 10, Rupp 12, Wells 16, Herrmann

USC HD – USC München 72:68 (37:34) – Schmitt, Staiger 8, Keller 22, E. Lachenauer, W. Lachenauer 2, Strüven 7, Riefling 6, Rupp 4, Wells 13, Herrmann 10

MTV Wolfenbüttel – USC 83:77 (39:35) – Schmitt, Kaltschmitt 2, Schöpf 8, Keller 23, W. Lachenauer, Strüven 14, Riefling 8, Rupp 12, Wells 10, Herrmann

Damit qualifizierte sich der USC für die beiden Halbfinalspiele, die ihn mit dem Sieger der Gruppe 1, TuS 04 Lever- kusen, zusammenführten. Diese Hürde schien freilich nach dem heimischen 75:75 zu hoch zu sein. Im Rückspiel in Leverkusen gelang dem USC jedoch ein sensationeller 69:62-Sieg und damit der erneute Einzug in die Final- spiele. Die RNZ vom 25. März 1974 berichtete von einer Supershow des USC.

Die Halbfinalspiele des USC:

USC – TuS 04 Leverkusen 75:75  (37:45) – Kaltschmitt, Staiger 6, Schöpf 4, Keller 19, W. Lachenauer, Strüven 6, Riefling 12, Rupp 20, Wells 4, Herrmann 4

TuS 04 Leverkusen – USC 62:69 (25:35) – Kaltschmitt, Staiger 12, Schöpf 12, Keller 9, W. Lachenauer, Strüven 2, Riefling 4, Rupp 6, Wells 20, Herrmann 4

Vielleicht hatte sich der USC zu sehr verausgabt! Jedenfalls konnte er dem Ansturm des erfolgshungrigen SSV, der im heimischen Hagen eine beispiellose Basketball-Begeisterung ausgelöst hatte, nicht standhalten. Im 1. Endspiel an der Volme gab es gleich eine herbe 13-Punkte-Niederlage (67:54). Auch im Rückspiel in der ausverkauften Halle des BLZ scheiterte der USC mit 64:70. In beiden Spielen hatte Jimmy Wilkens, der die Basketball-Euphorie in Ha- gen maßgeblich ausgelöst hatte, mit 26 bzw. 22 Punkten seine Gegner vor fast unlösbare Aufgaben gestellt. Beim USC waren wie gewohnt Didi Keller, Hannes Riefling und Harry Rupp die Stützen. Mike Wells war dagegen mit 0/13 Würfen in Hagen ein glatter Ausfall. Auch zeigte sich, dass der USC den Distanzschützen Hillar Gese noch nicht gleichwertig ersetzen konnte.

Die Finalspiele:

SSV Hagen – USC 67:54 (35:30)
SSV: Wilkins 26, J. Pollex 10, Martinek 9, G. Pollex 8, Dahlbüdding 8, Schaumann 4, Schmunz 2, Krüsmann, Eickmann
USC: Keller 16, Riefling 12, Staiger 10, W. Lachenauer 8, Rupp 6, Herrmann 2, Wells (0/13!), Kaltschmitt, Schöpf

USC – SSV Hagen 64:70 (33:31)
USC: Keller 22, Rupp 16, Riefling 10, Schöpf 8, Wells 6, Strüven 2, Staiger, Kaltschmitt, W. Lachenauer, Herrmann
SSV: Wilkens 22, Martinek 17, J. Pollex 12, Krüsmann 9, G. Pollex 6, Schaumann 2, Dahlbüdding 2, Busemann, Schmunz, Eickmann

Saison 1974/75

Vizemeister gg. MTV Gießen (MTV – USC 84:69, USC – MTV 67:56)

Aufgebot:
Harald Rupp, Hans-Peter Kaltschmitt, Christoph Staiger, Malek Abdul Mansour, Detlef Schöpf, Dietrich Keller, Jochen Schmitt, Rolf Bläsius, Wolfgang Lachenauer, Hans-Joachim Strüven, Walter Wieland, Hans Riefling, Rainer Masgai
Trainer: Dick Stewart, ab 1.1.1975 Hans „Lambi“ Leciejewski

Die „Amtssprache“ im USC-Team war nun wieder Englisch: Dick Stewart kam aus den USA zurück und nahm sei- ne Lehrtätigkeit an der High School sowie seinen Job als USC-Coach wieder auf. Für Mike Wells stieß mit dem bulligen Malek Abdul Mansour ein starker US-Spieler zum Team. Aus Bamberg kam der Abwehr-Spezialist Rolf Bläsius zum USC. Er sollte Christoph Staiger ersetzen, der studienbedingt nur noch in der Regionalliga spielen wollte, dann aber doch einige Spiele für die 1. Mannschaft bestritt. Der Juniorennationalspieler Rainer Masgai, von der KuSG Leimen gekommen, wollte sich beim USC weiterentwickeln.

Zum Jahresende 1974 gab Dick Stewart den Trainerposten auf, nachdem es zu Unstimmigkeiten zwischen ihm und den USC-Verantwortlichen über Training und Führung der Mannschaft gekommen war. Hans Leciejewski übernahm nun wieder die Verantwortung für das Team.

Nach dem letzten Gruppenspiel in der Bundesliga Süd belegte der USC hinter Südmeister MTV Gießen den 2. Platz und qualifizierte sich damit für die Endrunde.

Die Spielergebnisse des USC in der BL Süd

USC – 1. FC Bamberg 67:59 (37:28) – Mansour 18, Rupp 12, Kaltschmitt 5, Staiger, Keller 22, Schmitt, Masgai 6, Lachenauer 2, Schöpf, Strüven 2

USC München – USC HD 78:84 (46:28) – Mansour 11, Rupp 12, Kaltschmitt 3, Keller 30, Schmitt, Masgai 22, La- chenauer 4, Strüven, Riefling, Wieland 2

ADB Koblenz – USC 69:67 (37:36) – Mansour 23, Rupp, Kaltschmitt 6, Keller 28, Schmitt, Masgai, Lachenauer 6, Strüven, Riefling 1, Wieland 3

USC HD – USC Mainz 108:47 (53:22) – Mansour 21, Rupp 6, Kaltschmitt 8, Keller 21, Schmitt 9, Masgai 16, La- chenauer 6, Wieland 3, Strüven 7, Riefling 11

USC  – MTV Gießen 77:75 (41:40) – Mansour 27, Rupp, Kaltschmitt, Keller 16, Bläsius 8, Masgai 4, Lachenauer 8, Wieland, Strüven 6, Riefling 8

TG Hanau – USC 69:123 (41:64) – Mansour 32, Rupp 10, Kaltschmitt 8, Schmitt 8, Staiger 8, Keller 14, Masgai 6, Wieland 7, Strüven 10, Riefling 20

USC  – TSV 1860 München 105:54 (50:24) – Mansour 23, Rupp 4, Kaltschmitt 14, Schmitt 10, Keller 16, Bläsius, Masgai 16, Wieland 6, Strüven 6, Riefling 10

1. FC Bamberg  – USC 87:87 (40:39) – Mansour 22, Rupp 4, Kaltschmitt 5, Schmitt, Keller 23, Bläsius 4, Masgai, Wieland 13, Strüven, Riefling 16

USC HD  – USC München 73:76 (36:39) – Rupp 10, Kaltschmitt 16, Schmitt 6, Keller 29, Bläsius 2, Masgai, Lachenauer, Wieland, Strüven 2, Riefling 8

USC  – ADB Koblenz 92:78 (35:28) – Mansour 27, Rupp 17, Kaltschmitt 5, Staiger 2, Keller 14, Bläsius 8, Lachenauer 5, Wieland, Strüven, Riefling 14

USC Mainz – USC HD 79:81 (38:43) – Mansour 9, Rupp 3, Kaltschmitt 8, Keller 41, Bläsius 14, Lachenauer, Wie- land, Strüven 2, Riefling 4

MTV Gießen  – USC 98:78 (48:39) – Mansour 16, Rupp 2, Kaltschmitt 9, Keller 28, Bläsius 6, Masgai 14, Lachenauer, Wieland 1, Strüven, Riefling 2

USC HD  – TG Hanau 85:62 (35:31) – Mansour 4, Rupp 12, Schmitt 16, Keller 31, Bläsius 6, Masgai 2, Lachen- auer 6, Wieland, Strüven 6, Riefling 2

TSV 1860 München  – USC 68:98 (33:43) – Rupp 9, Kaltschmitt 11, Staiger 4, Keller 33, Bläsius 10, Lachenau- er 13, Wieland 3, Strüven 13, Riefling 2

Didi Keller belegte in der Korbjägerliste als bester deutscher Korbschütze der BL-Gruppe Süd mit 346 Punkten den 4. Rang.

Abschlusstabelle 74/75 der BL Süd

1. MTV 1846 Gießen 22:6 Punkte + 175 Körbe
2. USC Heidelberg 21:7 Punkte + 226 Körbe
3. USC München 19:9 Punkte + 107 Körbe
4. 1. FC Bamberg 19:9 Punkte + 67 Körbe
5. ADB Koblenz 15:13 Punkte + 11 Körbe
6. USC Mainz 6:22 Punkte – 159 Körbe
7. TG Hanau 6:22 Punkte – 200 Körbe
8. TSV 1860 München 4:24 Punkte – 227 Körbe

Auch in der Saison 1974/1975 errangen die USC-Recken die Vizemeisterschaft.
Stehend von links: Masseur Walter Ginelewicz, Trainer Hans Leciejewski, “Lukas” Kaltschmitt, Hans-Joachim Strüven, Rainer Masgai, Wolfgang Lachenauer, Malek Abdul Mansour, Harald Rupp, Abteilungsleiter Dieter „Heisel“ Joseph
Kniend von links: Hans Riefling, Rolf Bläsius, Dietrich Keller, Walter Wieland. Auf dem Bild fehlt Jochen Schmitt (Slg. Hans Riefling).

Die Endrunde begann mit einer deftigen 71:91-Auftaktniederlage beim MTV Wolfenbüttel. Doch konnte der USC sich wiederum steigern und sicherte sich damit in der Gruppe 2 mit 4 Siegen (u. a. im Rückspiel gg. den MTV Wolfenbüttel mit 78:55!) und zwei Niederlagen den 1. Platz vor den Niedersachsen; ausgeschieden waren der Ti- telverteidiger SSV Hagen und der USC München. In der Gruppe 1 belegten der MTV Gießen und TuS 04 Leverku- sen die ersten Plätze, so dass im Halbfinale der USC und TuS 04 bzw.  die beiden Männerturnvereine aus Gießen und Wolfenbüttel die Gegner waren. Zusammen mit Jimmy Wilkens (SSV Hagen) führte Didi Keller mit 144 Punk- ten die Korbjägerliste der Gruppe 2 an.

Die Endrundenspiele des USC:

MTV Wolfenbüttel – USC 91:71 (50:36) – Mansour 10, Rupp 4, Kaltschmitt, Keller 17, Bläsius 8, Lachenauer 6, Wieland, Strüven 4, Riefling 16, Glasauer 6

USC HD  – USC München 92:69 (44:42) – Mansour 18, Rupp 17, Glasauer 2, Keller 25, Bläsius 5, Lachenauer 3, Wieland 5, Strüven 7, Riefling 10

SSV Hagen – USC 82:76 (44:42) – Mansour 5, Rupp 6, Kaltschmitt 11, Glasauer 6, Keller 27, Bläsius, Wieland 1, Strüven, Riefling 20

USC HD  – SSV Hagen 59:57 (38:25) – Mansour 15, Rupp 8, Kaltschmitt 3, Glasauer 14, Keller 12, Bläsius, La- chenauer 3, Wieland 2, Strüven, Riefling 2

USC München – USC HD 81:82 (38:35) – Mansour 14, Rupp 8, Kaltschmitt 6, Staiger 4, Keller 38, Bläsius 6, La- chenauer, Masgai, Strüven 2, Riefling 4

USC  – MTV Wolfenbüttel 78:55 (36:26) – Mansour 22, Rupp 4, Kaltschmitt 7, Keller 25, Bläsius 4, Lachenauer, Masgai, Strüven 4, Riefling 12, Wieland

Im Halbfinale konnte sich der USC, wenn auch denkbar knapp, mit einem 79:71-Heimsieg und einer 73:80- Aus- wärtsniederlage gegen den hoch eingeschätzten TuS 04 Leverkusen durchsetzen.

Die Halbfinalspiele des USC:

USC – TuS 04 Leverkusen 79:71  (43:37)
USC: Mansour 7, Rupp 2, Kaltschmitt 5, Keller 21, Bläsius 6, Lachenauer 8, Masgai, Strüven, Riefling 19, Wieland 11
TuS 04 Leverkusen: Reintjes, Kuprella 8, A. Kuczmann 4, R. Kleen 8, H. Kleen, Schulte 5, Reiter 5, Ridgle 10, Thimm 31

TuS 04 Leverkusen – USC 80:73 (44:38)
TuS 04 Leverkusen: Reintjes 1, Kuprella 8, A. Kuczmann 2, B. Kuczmann, R. Kleen 20, H. Kleen, Schulte, Reiter 8, Ridgle 20, Thimm 21
USC: Mansour 30, Rupp 6, Kaltschmitt 1, Keller 14, Bläsius 9, Lachenauer 1, Masgai, Strüven, Riefling 5, Wieland 7)

Ebenso knapp behauptete sich der MTV aus Gießen gegen seinen Namensvetter aus Wolfenbüttel (81:80 bzw. 78:78), so dass in den beiden Endspielen die alten Südrivalen USC Heidelberg und MTV Gießen aufeinander treffen sollten.
In der Endabrechnung setzte sich der MTV gegen den USC durch. Die Duplizität i. V. zum Vorjahr wollte es auch, dass ausgerechnet in diesen Spielen der amerikanische Korbjäger Malek Abdul Mansour Formschwächen zeigte. Das 1. Endspiel in Gießen endete 84:69 für die Hausherren. In Heidelberg siegte der USC klar mit 67:56, konnte damit jedoch das Ergebnis des Vorspiels nicht korrigieren. Nach 22.19 Minuten, so meldete „Basketball“, war al- lerdings der USC mit einem 44:28-Vorsprung Deutscher Meister. Mehrfach wendete sich über 60:42 (35.) über 65: 48 und 67:50 (1.10 vor Schluss) das Blatt, bis der zuvor sehr enttäuschende US-Star Dennis Curran mit vier Punk- ten das Schicksal des USC besiegelte.

Die Finalspiele:

MTV Gießen  – USC 84:69 (44:33)
MTV: Curran 28, D. Strack 11, Peters 10, Hess 10, U. Strack 8, Breitbach 8, Bauernfeind 5, Minor 3, Bernath 1; Trainer: Jungnickel
USC: Mansour 5, Rupp 6, Kaltschmitt 2, Keller 24, Bläsius 4, Lachenauer 4, Masgai, Strüven 1, Riefling 14, Wie- land 9; Trainer: Leciejewski

USC – MTV Gießen  67:56 (36:26)
USC: Keller 25, Riefling 14, Kaltschmitt 14, Mansour 6, Rupp 4, Lachenauer 2, Wieland 2, Bläsius, Masgai, Strüven; Trainer: Leciejewski
MTV: Heß 16, Minor 13, Curran 7, Peters 6, Breitbach 6, Bernath 4, D. Strack 3, Weigand 1, U. Strack, Bauern- feind; Trainer: Jungnickel

Malek Abdul Mansour ist nicht zu stoppen (Slg. Peter Wittig).

Auch im Pokal stand der USC im Endspiel. Im Halbfinale konnte er auch ohne den verletzten Amerikaner Malek Abdul Mansour TuS 04 Leverkusen mit 61:60 aus dem Rennen werfen.

Das Pokal-Halbfinale:

USC – TuS 04 Leverkusen 61:60 (32:35)
USC: Riefling 16, Rupp 12, Lachenauer 12, Wieland 7, Kaltschmitt 6, Bläsius 6, Keller 2, Masgai, Strüven; Trainer: Leciejewski
TuS 04: Ridgle 26, Thimm 14, A. Kuczmann 6, R. Kleen 5, Kuprella 4, Schulte 3, Reintjes 2, Reiter; Trainer: Klietsch

Harry Rupp zieht gegen Martinek und G. Pollex (beide SSV Hagen) zum Korb. Zum Eingreifen bereit Didi Keller (Nr. 9) (Slg. Peter Wittig).

Ohne den aus zwingenden beruflichen Gründen verhinderten Didi Keller hatte der USC im 1. Endspiel beim SSV Hagen keine Chance und unterlag mit 58:79. Zu Hause konnte der USC diesen hohen Rückstand trotz zeitweisen 24-Punkte-Vorsprungs nach der Pause (41:17) nicht wettmachen, zumal er den beiden schweren Endspielen gegen Gießen Tribut zollen musste. Der USC siegte mit 66:56 und hatte seine besten Kräfte erneut in Didi Keller, Hans Riefling und Harald Rupp.

Die Pokal-Endspiele:

SSV Hagen – USC 79:58 (43:29)
SSV: G. Pollex 4, Smith 25, Busemann 1, Schmunz 2, Ivan 6, J. Pollex 16, Knop, Krüsmann 11, Martinek 14; Trainer: Trapp
USC: Mansour 12, Rupp 6, Kaltschmitt 6, Staiger 8, Bläsius, Lachenauer, Wieland 13, Strüven 2, Riefling 11; Trainer: Leciejewski

USC HD  – SSV Hagen 66:56 (39:17)
USC: Mansour 10, Rupp 12, Kaltschmitt, Keller 19, Bläsius 6, Lachenauer, Wieland 2, Riefling 17; Trainer: Leciejewski
SSV: G. Pollex 2, Smith 18, Busemann 4, Schmunz 10, Ivan 2, J. Pollex 6, Krüsmann 4, Martinek 10; Trainer: Trapp

Saison 1975/76

4. Platz in der einteiligen Bundesliga

Aufgebot:
Hans-Peter Kaltschmitt, Hans-Joachim Strüven, Didi Keller, Wolfgang Lachenauer, James Romeo, Günter Glasauer, Christoph Staiger, Harry Rupp, Jochen Schmitt, Hans Riefling, Detlef Schöpf
Coach: „Lambi“ Leciejewski

Für den zum DTV Berlin-Charlottenburg abgewanderten Malek Abdul Mansour kam vom Namensvetter aus Mainz der Korbjäger James Romeo, ein langer weißer Flügelspieler aus den USA, an den Neckar. Nach einer Pause ge- hörten Christoph Staiger, Detlef Schöpf und Günter Glasauer wieder zum Kader. Dagegen hatte es Rolf Bläsius nach Trier gezogen, auch Walter Wieland und Rainer Masgai waren abgewandert.

Das Aufgebot der Saison 1975/1976.
Stehend von links: Hans-Peter Kaltschmitt, Hans-Joachim Strüven, Didi Keller, Wolfgang Lachenauer, James Romeo, Günter Glasauer, Christoph Staiger, Coach „Lambi“ Leciejewski Kniend v. l.: Harry Rupp, Jochen Schmitt, Hans Riefling, Detlef Schöpf (Slg. Peter Wittig)

Wie mit einem Menetekel begann die Saison in der neuen einteiligen Bundesliga gegen den TuS 04 Leverkusen. Gegen die 60:62-Heimniederlage wurde Protest eingelegt, da der Siegeskorb der Rheinländer unter irregulären Umständen zustande kam. Dem berechtigten Protest wurde nicht stattgegeben.

Ab Januar 1976 musste der USC ohne James Romeo auskommen, da der Amerikaner entgegen der Absprache aus dem Weihnachtsurlaub in den Staaten nicht zurückgekehrt war. Zudem musste der USC in einigen Spielen auf Didi Keller, noch häufiger auf Günter Glasauer verzichten. Nach einer durchwachsenen Saison erreichten die „Aka- demiker“ mit 12 Siegen und 6 Niederlagen einen unter diesen Umständen achtbaren 4. Tabellenplatz. Die Meister- schaft sicherte sich der TuS 04 Leverkusen vor dem MTV Wolfenbüttel und dem SSV Hagen, während der Vorjah- resmeister MTV Gießen lediglich den 5. Platz einnahm.

Die Spiele des USC in der einteiligen Basketball-Bundesliga:

USC – TuS 04 Leverkusen 60:62 (22:31) – Schmitt 6, Rupp 8, Kaltschmitt 1, Keller 9, Romeo 20, Staiger 4, La- chenauer 2, Strüven, Riefling 10

RuWa Essen-Dellwig – USC 74:81 (34:47) – Schmitt, Rupp 10, Kaltschmitt, Glasauer, Keller 25, Romeo 23, Stai- ger 12, Lachenauer 2, Strüven 4, Riefling 5

USC – 1. FC Bamberg 101:79 (54:49) – Schmitt 2, Rupp 2, Kaltschmitt 6, Keller 19, Romeo 22, Staiger 17, La- chenauer 4, Strüven 5, Riefling 16, Schöpf 8

ASV Köln – USC 76:91 (36:51) – Schmitt 11, Rupp 10, Keller 31, Romeo 23, Staiger 2, Lachenauer 4, Riefling 4, Schöpf 6
USC – ADB Koblenz 90:68 (42:32) – Schmitt 4, Rupp, Kaltschmitt 4, Keller 34, Romeo 20, Staiger 2, Lachenauer, Strüven 4, Riefling 7, Schöpf 15

SSV Hagen – USC 79:68 (31:26) – Schmitt 4, Rupp 6, Kaltschmitt 7, Keller 15, Romeo 10, Staiger 7, Lachenauer 3, Riefling 6, Schöpf 10

USC – MTV Wolfenbüttel 66:64 (28:30) – Schmitt 4, Rupp 3, Kaltschmitt 2, Keller 14, Romeo 26, Staiger, Lachen- auer 2, Strüven, Riefling 10, Schöpf 5

SG BC USC München – USC HD 60:62 (36:27) – Schmitt 2, Rupp 9, Kaltschmitt 6, Keller 3, Romeo 16, Staiger 12, Lachenauer 4, Strüven 2, Riefling 4, Schöpf 4

USC – MTV Gießen 83:73 (35:30) – Schmitt 7, Rupp 2, Kaltschmitt 11, Keller 26, Romeo 15, Staiger 10, Lachen- auer, Riefling 12, Glasauer

USC – ASV Köln 80:71 (45:38) – Schmitt 10, Rupp 4, Kaltschmitt 4, Keller 24, Staiger 12, Lachenauer 2, Riefling 13, Glasauer 4, Schöpf 3, Strüven 4

ADB Koblenz  – USC HD 66:94 (34:51) – Schmitt 13, Rupp 11, Kaltschmitt 10, Keller 23, Staiger 10, Lachenauer 2, Riefling 6, Glasauer 4, Schöpf 6, Strüven 9

USC – SSV Hagen 74:75 n. V. (38:25, 63:63) – Schmitt 2, Rupp 8, Kaltschmitt 8, Keller 23, Staiger 6, Lachenauer, Riefling 5, Glasauer 10, Schöpf 1, Strüven 11

MTV Wolfenbüttel  – USC HD 78:60 (35:34) – Schmitt 17, Rupp 17, Kaltschmitt 3, Staiger 3, Lachenauer 8, Rief- ling 4, Strüven 8, Ludwig, Vogel, Maugg

TuS 04 Leverkusen- USC 104:56 (57:25)– Schmitt 14, Rupp 5, Kaltschmitt 2, Staiger 9, Lachenauer 12, Riefling 10, Schöpf 2, Strüven 2, Ludwig, Vogel

1. FC Bamberg  – USC HD 68:84 (27:31) – Schmitt 3, Rupp 17, Kaltschmitt 7, Keller 8, Staiger 10, Lachenauer 18, Riefling 13, Strüven, Schöpf 8, Vogel

USC – RuWa Essen-Dellwig 115:82 (49:46) – Schmitt 10, Rupp 14, Kaltschmitt 6, Keller 30, Staiger 18, Lachenau- er 19, Riefling 4, Schöpf, Strüven 12, Vogel 2

USC – SG BC USC München 88:66 (40:29) – Schmitt 14, Rupp 2, Kaltschmitt 17, Keller 16, Staiger 8, Lachenauer 10, Riefling 7, Schöpf 12, Strüven 2, Vogel

MTV Gießen – USC HD 103:82 (52:36) – Schmitt 10, Rupp 10, Kaltschmitt 6, Keller 27, Staiger 11, Lachenauer 7, Riefling 2, Schöpf 4, Strüven 5

Abschlusstabelle der Bundesliga 75/76

1. TuS 04 Leverkusen 30:6 Punkte + 321 Körbe
2. MTV Wolfenbüttel 28:8 Punkte + 332 Körbe
3. SSV Hagen 26:10 Punkte + 131 Körbe
4. USC Heidelberg 24:12 Punkte + 89 Körbe
5. MTV 1846 Gießen 20:16 Punkte + 100 Körbe
6. 1. FC Bamberg 16:20 Punkte – 33 Körbe
7. ASV Köln 14:22 Punkte – 140 Körbe
8. BC/USC München 14:22 Punkte – 134 Körbe
9. ADB Koblenz 8:28 Punkte – 312 Körbe
10. Ruwa Essen 0:36 Punkte – 357 Körbe

Saison 1976/77

Deutscher Meister (9.), Pokalsieger

Aufgebot:
Jochen Schmitt, Harald Rupp, Hans-Peter Kaltschmitt, Hans Niklas, Hershel Lewis, Didi Keller, Wolfgang Fengler, Rainer Frontzek, Achim Strüven, Hans Riefling, Michael Vogel, Achim Heine, Bernd Kimpel
Trainer: Hans „Lambi“ Leciejewski

In die Saison 1976/1977 ging der USC mit einem Superteam. Unter dem Trainer und Coach “Lambi” Leciejwski ge- lang es, nochmals ein hochkarätiges USC-Team auf die Beine zu stellen.

Ihre aktive Laufbahn beendet hatten Christoph Staiger und Detlef Schöpf; sie wollten den Zweitligisten USC II verstärken. Wolfgang Lachenauer und Günter Glasauer wollten ebenfalls kürzer treten und schlossen sich dem TV Eppelheim, ebenfalls Zweitligist, an.

Die Alt-Internationalen Hannes Riefling auf der Aufbau- und Didi Keller auf der Centerposition gingen in ihre letzte Erstliga-Saison und wollten sich spektakulär mit einem weiteren Meistertitel verabschieden. Ebenfalls im Aufbau spielte der aktuelle Nationalspieler Harry Rupp, vor Jahren von Osnabrück an den Neckar gewechselt.

Mit dem Amerikaner Hershel Lewis (er sprang wegen eines Profi-Angebots zunächst ab, kam dann am 12. Spieltag doch), immerhin in der Vorauswahl für die Olympischen Spiele, und dem jungen Shootingstar Rainer Frontzek, neu vom ASV Köln verpflichtet, hatte man wohl die absolut stärksten Spieler der Liga auf den Positionen 2 und 3 im Kader. Vom MTV Wolfenbüttel kam Wolfgang Fengler, ein 2,04 m großer Deutsch-Amerikaner, an den Neckar. Ebenfalls Nationalspieler, sollte er als Pendant zu Didi Keller insbesondere auf der Position 4 eingesetzt werden. Auch das Duo Keller/Fengler hatte in Deutschland keinen Vergleich zu fürchten.

Ergänzt wurde das Team durch eine lange und gut bestückte Bank. Hier sind zunächst Achim Strüven, schon einige Jahre beim USC, und Hans Niklas, neu aus München gekommen, zu nennen, beide auf den Positionen 3 und 4 einsetzbar. Die talentierten B-Nationalspieler Hans-Peter Kaltschmitt und Jochen Schmitt standen auf der Aufbau- und Flügelposition bereit, das Erbe zu übernehmen. Zu Michael Vogel gesellten sich die von Eintracht Frankfurt gekommenen Bernd Kimpel und Achim Heine, allesamt unter den Körben einsetzbar. So verfügte „Lambi” Leciejewski über eine ideale Mischung erfahrener und aufstrebender junger Spieler, die auch von außen zumindest als Mitfavoriten für die deutsche Meisterschaft betrachtet wurden.

Die Meistermannschaft des Jahres 1977: Bernd Kimpel (13), Michael Vogel (8), Harry Rupp (5), Didi Keller (9), Wolfgang Fengler (10), Hans Niklas (7), “Lukas” Kaltschmitt (6), Jochen Schmitt (4), Rainer Frontzek (12), Hans Riefling (15), Achim Strüven (14), Achim Heine (11). Es fehlt Hershel Lewis. (Slg. Peter Wittig)

Hoch gehandelt wurden damals neben dem USC der SSV Hagen mit Jochen Pollex, Hans-Günter Mewes und Pinky Smith, nach wie vor der MTV Gießen mit Karl Ampt, Robert Minor und dem starken US-Center Morris Presley, vor allem aber der TuS 04 Leverkusen, der mit Jörg Heidrich, John Ecker, Rudolf Kleen und Norbert Thimm ein sehr starkes Quartett aufbieten konnte. Für Spannung war dann auch reichlich gesorgt!

Der Spielmodus der 1. Bundesliga wurde gegenüber der Vorsaison insoweit geändert, als nun eine Endrunde aus den ersten sechs Mannschaften der Hauptrunde gebildet wurde, die in einer Vor- und Rückrunde die Meisterschaft entscheiden sollte.

Insgesamt wurde der USC trotz einiger Rückschläge seiner Favoritenrolle gerecht. Am Ende der Hauptrunde beleg- te der USC mit 30:6 Punkten den 1. Platz vor dem punktgleichen SSV Hagen, TuS 04 Leverkusen (26:10) und MTV Gießen (24:12).

Die Hauptrundenspiele des USC:

SSV Hagen – USC 62:68 (42:37) – Schmitt 4, Rupp 13, Kaltschmitt 15, Niklas 6, Vogel 6, Fengler 18, Heine, Frontzek 4, Kimpel, Strüven, Riefling 2

USC – MTV Wolfenbüttel 65:64 (34:25) – Schmitt 6, Rupp 7, Kaltschmitt 8, Niklas, Vogel, Fengler 12, Heine 4, Frontzek 22, Riefling 6

Post-SV Bayreuth – USC 81:102 (36:51) – Schmitt 13, Rupp 29, Niklas 5, Vogel, Keller 11, Fengler 21, Heine 10, Frontzek 9, Strüven 4, Riefling

USC Heidelberg – SG BC USC München 108:86 (44:38) – Schmitt 23, Rupp 10, Niklas 7, Vogel 3, Keller 28, Feng- ler 20, Heine, Frontzek 5, Strüven 5, Riefling 7

USC – TuS 04 Leverkusen 80:79 n. V. (42:35, 72:72) – Schmitt 10, Rupp 12, Vogel, Keller 10, Fengler 14, Heine 2, Frontzek 30, Strüven, Riefling 2

MTV Gießen – USC 69:77 (44:37) – Schmitt 4, Rupp 4, Niklas 4, Vogel, Keller 21, Fengler 20, Heine, Frontzek 14, Strüven 2, Riefling 8

1. FC Bamberg – USC 83:75 (39:40) – Schmitt 2, Rupp 10, Niklas, Vogel, Keller 21, Fengler 6, Frontzek 24, Strü- ven 4, Riefling 8, Staiger

USC – SSC Göttingen 93:64 (39:26) – Schmitt 12, Niklas 13, Vogel, Keller 20, Fengler 14, Frontzek 18, Strüven 5, Riefling 10

ASV Köln – USC 72:78 (36:37) – Schmitt 4, Kaltschmitt, Niklas, Keller 10, Fengler 33, Frontzek 14, Strüven 11, Riefling 6

USC – SSV Hagen 84:88 (44:41) – Schmitt 5, Rupp 4, Kaltschmitt, Niklas, Vogel, Keller 14, Fengler 19, Frontzek 30, Strüven, Riefling 12

MTV Wolfenbüttel – USC 64:86 (30:48) – Schmitt, Kaltschmitt, Rupp 4, Niklas 2, Keller 23, Fengler 16, Frontzek 29, Strüven, Riefling 12

USC – Post-SV Bayreuth 80:75 (44:45) – Schmitt 7, Rupp, Kaltschmitt 2, Niklas 6, Keller 14, Fengler 13, Frontzek 22, Strüven 2, Riefling, Lewis 14

SG BC USC München – USC Heidelberg 67:111 (36:54) – Schmitt 16, Rupp 7, Kaltschmitt, Niklas 21, Vogel 2, Keller 8, Fengler 13, Frontzek 21, Strüven, Riefling 2, Lewis 21

TuS 04 Leverkusen – USC 91:79 (44:43) – Schmitt, Rupp 6, Kaltschmitt, Niklas, Keller 12, Fengler 13, Frontzek 16, Strüven, Riefling 6, Lewis 26

USC – MTV Gießen 70:69 (38:38) – Schmitt 2, Rupp 6, Niklas 8, Keller 14, Fengler 8, Frontzek 2, Strüven 2, Rief- ling 4, Lewis 24

USC – 1. FC Bamberg 88:72 (39:33) – Schmitt 9, Rupp 6, Niklas 8, Keller 19, Fengler 4, Frontzek 20, Strüven, Riefling 4, Lewis 18

SSC Göttingen – USC 75:90 (47:57) – Schmitt 4, Kaltschmitt 3, Niklas 2, Keller 18, Fengler 10, Frontzek 25, Rief- ling, Lewis 28

USC – ASV Köln 96:66 (52:30) – Schmitt 9, Rupp 4, Kaltschmitt 2, Niklas 6, Keller 15, Fengler 8, Frontzek 14, Strüven 4, Riefling 4, Lewis 30

Abschlusstabelle der BL-Hauptrunde 76/77

1. USC Heidelberg 30:6 Punkte (Vergleich gg. SSV Hagen: +2 Körbe)
2. SSV Hagen 30:6 Punkte (Vergleich gg. USC Heidelberg: – 2 Körbe)
3. TuS 04 Leverkusen 26:10 Punkte
4. MTV 1846 Gießen 24:12 Punkte
5. MTV Wolfenbüttel 24:12 Punkte
6. 1. FC Bamberg 20:16 Punkte
7. SSC Göttingen 10:26 Punkte
8. ASV Köln 8:28 Punkte
9. Post-SV Bayreuth 4:32 Punkte
10. BG/USC München 4:32 Punkte

Am 1. Spieltag der Endrunde aber schien der USC sein Waterloo erlebt zu haben, als er in Leverkusen eine 31- Punkte-Schlappe einstecken musste. Doch zeigte das Team Charakter, sprach sich aus und verteidigte mit einem Sieg in Bamberg die Tabellenführung. Vor allem gegen Leverkusen, mit dem grandiosen 35-Punkte-Sieg im vor- letzten Saisonspiel beim MTV Wolfenbüttel sowie bei ihrem souveränen Auftritt im letzten und entscheidenden Spiel im heimischen BLZ am 26.3.1977 gegen SSV Hagen zeigten die Neckarstädter ihr enormes Potential. „Bas- ketball“ vermeldete seinerzeit, der besonders im ersten Durchgang überragende Didi Keller, Hershel Lewis und Rai- ner Frontzek hätten aus einem guten Meisterteam noch herausgeragt. „In dieser Neunten steckt Musik“, schwärm- te die heimische Rhein-Neckar-Zeitung.
TuS 04 musste sich mit dem 2. Platz begnügen, dahinter folgten Gießen, Hagen, Wolfenbüttel und Bamberg.

Die Endrundenergebnisse des USC:

TuS 04 Leverkusen – USC 96:65 (46:43) – A. Kuczmann 4, Kuprella 10, Burmeister 4, Ecker 22, Heidrich 6, Kleen 27, Schulte 4, v. Stegmann 6, Thimm 9, Röhrich 4; Trainer: Röder – Schmitt 4, Rupp 6, Kaltschmitt 2, Niklas 2, Keller 12, Fengler 10, Frontzek 9, Strüven, Vogel, Lewis 20

1. FC Bamberg – USC 68:74 (37:36) – Becher 2, Brand 13, Mackert, Horcher, Reichmann 14, Voigt 8, Siminovic 21, Schönmüller 6, Ziegmann 4; Trainer: Nicolic – Schmitt 2, Rupp 2, Kaltschmitt, Niklas 2, Keller 26, Fengler 13, Frontzek 12, Strüven 7, Riefling, Lewis 10

USC – MTV Gießen 82:80 (38:41) – Schmitt 6, Rupp 2, Kaltschmitt 1, Niklas 2, Keller 16, Fengler 4, Frontzek 28, Lewis 23 – Froese, Strauss 2, Hess 9, Presley 28, Dr. Ampt 16, Strack 4, Peters 9, Minor 12; Trainer: Jungnickel

USC – MTV Wolfenbüttel 79:72 (36:37) – Schmitt 2, Rupp, Kaltschmitt 3, Niklas 4, Keller 19, Fengler 6, Frontzek 22, Strüven, Lewis 23 – Casault 30, Apeltauer 6, Wohlers 16, Ammon, Biskup, Loibl 16, Löwe, Wiese 2, Kück 2; Trainer: Alba

SSV Hagen – USC 91:76 (44:34) – G. Pollex 9, Smith 31, Schmunz 2, Asshoff 4, J. Pollex 5, Diestelhorst 8, Kadlec 10, Mewes 13, Pappert 9; Trainer: Trapp – Schmitt 6, Rupp 4, Kaltschmitt, Niklas 6, Keller 9, Fengler 4, Frontzek 22, Riefling, Lewis 25

USC – TuS 04 Leverkusen 83:78 (35:36) – Schmitt 2, Rupp 8, Keller 16, Fengler 17, Frontzek 28, Riefling, Lewis 12, Vogel – A. Kuczmann 2, Kuprella 10, Ecker 16, Heidrich 12, Kleen 28, Schulte, v. Stegmann , Thimm 10

USC – 1. FC Bamberg 83:71 (44:26) – Schmitt 4, Rupp 4, Kaltschmitt, Niklas 4, Fengler 20, Vogel, Frontzek 37, Strüven 4, Riefling, Lewis 10, Vogel – Becher 4, Mackert 6, Horcher 10, Reichmann 2, Voigt 15, Siminovic 27, Gese 5, Ott 2

MTV Wolfenbüttel – USC 67:102 (31:46) – Casault 20, Apeltauer 14, Wohlers 9, Opitz, Ammon, Biskup 9, Grazei, Loibl 3, Löwe 4, Wiese 8 – Schmitt, Rupp, Niklas 9, Keller 18, Fengler 13, Frontzek 18, Strüven 2, Riefling 6, Lewis 36, Vogel

USC – SSV Hagen 90:77 (39:36) – Schmitt 4, Rupp 4, Kaltschmitt, Niklas, Keller 24, Fengler 15, Frontzek 19, Riefling 1, Lewis 23, Vogel – G. Pollex 13, Smith 10, Busemann, Schmunz 4, Asshoff 6, J. Pollex 6, Diestelhorst 4, Kadlec 20, Mewes 2, Pappert 12

Endrundentabelle der BL-Saison 76/77

1. USC Heidelberg 28:12 Punkte
2. TuS 04 Leverkusen 26:14 Punkte
3. MTV 1846 Gießen 22:18 Punkte
4. SSV Hagen 20:20 Punkte
5. MTV Wolfenbüttel 12:28 Punkte
6. 1. FC Bamberg 12:28 Punkte

Hans Riefling mit Pass auf Hershel Lewis, im Hintergrund Rainer Frontzek (Slg. Hans Riefling).

In der Liste der 10 besten Korbjäger der Endrunde war der USC gleich dreifach vertreten, was die Ausgeglichenheit des Teams eindrucksvoll belegte: 5. Rainer Frontzek mit 213 Treffern, 6. Hershel Lewis (210) und 10. Didi Keller (157). Mit 285 Treffern führte der Bamberger Simonovic die Liste an.

Eher nebenbei holte sich der USC dann noch gegen TuS 04 Leverkusen den Pokal, den gerade er doch bislang stets als minder attraktiv betrachtet hatte.
An dem auf das letzte Meisterschaftsspiel folgenden Mittwoch (30.3.1977) gelang dem USC in dieser Besetzung nochmals eine eindrucksvolle Demonstration, als er dem TuS 04 mit 88:70 keine Chance ließ. In diesem Spiel beendeten vor heimischer Kulisse gebührend „die drei Musketiere“ (FAZ) Hans Leciejewski, Hans Riefling und Didi Keller ihre glanzvollen Karrieren.
Die Teams in HD:
USC: Schmitt (4 Punkte), Rupp (2), Niklas, Keller (16), Fengler (19), Frontzek (12), Strüven, Riefling (2), Lewis (33)
TuS 04: A. Kuczmann (4), Kuprella (6), Burmeister, Ecker (25), Heidrich (10), Kleen (19), v. Stegmann, Schulte, Röhrich, Thimm (6)

Waren über ein halbes Jahrzehnt als kongeniales Duo die Korsettstangen des USC: Hans Riefling und Didi Keller in ihrer letzten Saison. Einmal mehr erhält Didi Keller einen Pass von Hans Riefling und zieht energisch zum Korb, hier gegen seinen Hagener Centerkollegen Pinky Smith (Slg. Hans Riefling).

In Leverkusen wurde es dennoch recht eng. Doch konnte sich der USC schließlich Dank der Vorarbeit auch eine 72:87-Niederlage leisten, um den Deutschen Basketball-Pokal mit an den Neckar zu nehmen.
Die Teams in Leverkusen:
USC: Schmitt, Rupp (6), Kaltschmitt (2), Niklas, Keller (7), Fengler (10), Frontzek (21), Vogel, Riefling (2), Lewis (24)
TuS 04: A. Kuczmann (4), Kuprella (6), Burmeister, Ecker (21), Heidrich (8), Kleen (29), v. Stegmann, Schulte, Röhrich (2), Thimm (17)

Zurück zur Übersicht