Basketball-Geschichte des USC Heidelberg

(Autor: Peter Wittig)

I. Höhenflüge

Vorgeschichte

Gegen Ende der vierziger bis Anfang der sechziger Jahre war Heidelberg die deutsche Basketball-Hauptstadt. War der Begriff Hochburg jemals gerechtfertigt, so hier, gingen doch in den Jahren von 1948 bis 1963 bei den Herren zehn, bei den Damen neun Meistertitel an den Neckar. Zu hinterfragen ist, ob diese rasante Entwicklung eher zufällig oder zwangsläufig erfolgte. Hätte diese so auch etwa in Wuppertal oder in Kassel ablaufen können? Um dies zu verstehen, müssen wir den Blick auf das Heidelberg der unmittelbaren Nachkriegszeit richten. Heidelberg war im Gegensatz zu fast allen anderen Städten unzerstört geblieben. Inwieweit wir diese Tatsache der durch “Student Prince” romantisch-verklärten Bekanntheit Heidelbergs in den USA zu verdanken haben, also einem Kalkül, ist bis heute umstritten.

Aufbauhilfe +

In der Folge verschlug es zahlreiche Flüchtlinge hierher. Viele davon kamen aus Osteuropa, z. B. aus der früheren CSSR oder aus dem Baltikum. Einige, z. B. die später noch zu erwähnenden Anton Kartak und Helmut Kulikowski, brachten Basketball-Erfahrungen aus ihrer früheren Heimat mit, trafen mit anderen zusammen und betätigten sich als Entwicklungshelfer.

Akademischer Nachwuchs +

Ein zusätzlicher Anziehungspunkt war die altehrwürdige Universität, die ihren Lehrbetrieb bald wieder aufnehmen konnte. Im Zusammenhang mit der intakt gebliebenen Stadt lockte sie zusätzlich zahlreiche in- und ausländische Studenten nach Heidelberg. Diese bildeten seinerzeit für diese Sportart, die in Deutschland insbesondere von der akademischen Jugend betrieben wurde, das Hauptpotential. Hier seien beispielhaft Günter Piontek und Willi Kitzing genannt.

„Amis“ +

Schließlich kamen die Amerikaner nach Heidelberg! Die amerikanischen Streitkräfte, die in Heidelberg das Hauptquartier der 7. US-Army errichtet hatten, belegten die Marstall-Halle und spielten dort eben auch Basketball. In den Pausen zwischen den einzelnen Spielen gab es für die Altstadt-Kinder die Möglichkeit, sich selbst mit dem großen Ball und dem hohen Korb zu versuchen. Bald, auch im Zusammenhang mit anderen geopolitischen Entwicklungen (Kalter Krieg), änderten sich offizielle amerikanische Politik und offizielles sowie inoffizielles Handeln vor Ort. Wollte man zuvor Deutschland niederhalten und isolieren, so versuchte man nun Demokratie und last but not least den „American Way of Life“ zu vermitteln, so eben auch Basketball.

Altstadtsumen” =

Vielleicht waren es tatsächlich begehrte Artikel wie Schokolade, Kaugummi, Coca Cola oder auch superchice Basketballschuhe, weshalb Altstadtsumen sich für das Basketballspiel zu interessieren begannen. Möglicherweise spielte auch eine Rolle, dass in den engen, stets belebten Altstadt-Gassen weniger als anderswo gekickt werden konnte. Auch gab es in Heidelberg, im Gegensatz etwa zur Arbeiterstadt Mannheim, kaum eine Fußball-Tradition. Jedenfalls gab es in dieser Zeit in Heidelberg ein Potential Basketball-Verrückter, die sich anderswo wohl dem Hand- und insbesondere dem Fußball zugewandt hätten.

Heidelberger Gemengelage

So entstand in Heidelberg aus sich gegenseitig beeinflussenden, parallel und auch zeitversetzt auftretenden und ablaufenden Faktoren und Prozessen eine Gemengelage, welche in Deutschland einmalig war und blieb. Sie sorgte für eine hochklassige Basketball-Landschaft, wie man sie vorher und nachher nirgendwo sonst in Deutschland antreffen konnte. Die Dominanz Heidelbergs im deutschen Basketball jener Zeit war auch wesentlich mitbedingt durch die Tatsache, dass finanzielle Aspekte damals kaum eine Rolle spielten. Basketball war Freizeitsport, der neben einer Arbeit oder insbesondere einem Studium betrieben wurde und für den sich die Frage einer Entlohnung gar nicht stellte. Gerade die hier drastisch veränderten Rahmenbedingungen, die Professionalisierung des heutigen Basketball-Sports, sorgen dafür, dass eine solche Hochburg auch künftig nicht mehr wird entstehen können. So wird es einmalig bleiben, dass man sich in Heidelberg insbesondere gegen die lokale Konkurrenz durchsetzen musste, um beste Aussichten auf den deutschen Meistertitel zu haben.

Heidelberg deutsche Basketball-Hauptstadt

Ein kurzer Rückblick auf das Geschehen bis dahin. 1939 hatte der LSV Spandau den ersten deutschen Herrentitel geholt. Der MTSC Schwabing errang 1947 den ersten Nachkriegstitel (nochmals 1949), 1948 (und 1951 – 1953) kam der Turnerbund Heidelberg zu seiner ersten Meisterschaft. 1950 folgte der SC Degerloch, 1954 und 1955 war es jeweils der FC Bayern München. Anton Kartak hatte beim Turnerbund 1947 die Basketballabteilung gegründet. Mit Torry Schober, Helmut Kulikowski, Günter Piontek, Willi Kitzung, Wolfgang Heinker und Kurt Siebenhaar konnte der TB auf Anhieb die badische und 1948 gar die deutsche Meisterschaft erringen. Kristallisationspunkte dieser Aktivitäten waren die leider längst einem modernistischen Seminarbau gewichene alte Marstall-Sporthalle, die altehrwürdige Klingenteich-Sporthalle und die “Gymnasiumshalle” des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums.

Vielfältige Vereinslandschaft mit TBH, HTV 46, BCH und TSG 78

Protagonisten jener Jahre waren der Prager Anton Kartak, späterer USC-Trainer, USC-Vorsitzender und DBB-Präsident, Torry Schober aus Mährisch Ostrau (Ostrava), späterer USC- und Bundestrainer, der Lette Helmut Kulikowski und Hannes Babies, der den BCH gründete und nach seinem Weggang aus Heidelberg das Albert-Schweitzer-Turnier in Mannheim aus der Taufe hob. Zu ihnen stießen seinerzeit “Neckarschleimer” wie Kurt Siebenhaar (+), später langjähriger Landestrainer in Baden-Württemberg, Wolf Heinker (+), späterer Meistertrainer der HTV- und HSC-Damen und Bundestrainer, oder Oskar (Ossi) Roth, späterer Rekord-Nationalspieler, Studenten wie Günter Piontek, Willi Kitzing und ein gewisser Dr. Siegfried Reinhard, der 15 Jahre zuvor in Berlin mit der deutschen Handball- Nationalmannschaft Olympiasieger geworden war. 1948 wurde der TB Heidelberg erstmals deutscher Meister mit der Mannschaft Kartak, Schober, Heinker, Siebenhaar, Piontek, Roth, Neustrupa, Truchly, Fabian, Kitzing und Kulikowski. Es folgten 1951 – 1953 drei weitere Titel. 1952 gelang dem Turnerbund gar die Doppelmeisterschaft bei den Damen und den Herren, die später nur noch einmal (1979 durch den TuS 04 Leverkusen) erreicht werden konnte. History1 In diesen frühen 1950er Jahren war die erste Fünf der Nationalmannschaft mit jener des TBH identisch! Bild 1: Keimzelle des Heidelberger Herren-Basketballs: Der Turnerbund Beim HTV 1846 gründete Heinrich Evers am 7.11.1948 die Basketball-Abteilung, die ebenfalls bald glänzende Erfolge erringen sollte. Die Damenszene dominierte der HTV ab 1955 bis 1960 unangefochten mit sechs Meisterschaften, die siebente sollte 1963 folgen. Den HTV- Herren war ein Meistertitel auf Bundesebene freilich nicht vergönnt. Sie mussten sich mit zwei Vizemeisterschaften, beide (1957 und 1958) mit Niederlagen gegen den USC, begnügen. Noch vor dem HTV errang die TSG ´78 1954 einen deutschen Meistertitel bei den Damen. Dorthin hatten die Damen des TB Heidelberg geschlossen gewechselt. Von der TSG zog es sie dann wiederum z. T. zum HTV, mit dem sie dann Ihre denkwürdige Siegesserie antraten. Der andere Teil der TSG-Damen schloss sich dem USC an, einige beendeten ihre Laufbahn. Der in amerikanischen Diensten stehende Fotograf Hans Babies gründete 1947 den Basketball-Club Heidelberg (BCH), der jedoch über eine Vizemeisterschaft bei den Damen und zwei A-Jugend-Meisterschaften bei der männlichen Jugend nicht hinauskam. Hans Babies wanderte später nach Mannheim ab, wo er mit dem Albert-Schweitzer-Turnier den weltweit größten Junioren-Vergleichskampf initiierte.

Akademiker des USC betreten die Bühne

1952 betrat der USC Heidelberg mit der Gründung der Basketballabteilung die noch junge deutsche Basketball-Bühne, die in diesen Jahren von gerade einer sehr starken Heidelberger Konkurrenz geprägt war. Initiator des bald so erfolgreichen USC-Basketballs war Prof. Otto Neumann, der für seine Söhne Hannes und Fritz ein adäquates sportliches Betätigungsfeld suchte. In dieser Zeit beherrschte der Lokalrivale Turnerbund Heidelberg die Szene. Ab Mitte der 1950er Jahre schickte sich nun der USC an, die Basketball-Krone zu übernehmen. Damals bedeutete dies insbesondere, sich zuerst gegen die Heidelberger Konkurrenz zu behaupten. Bereits der Auftakt 1956 in der Düsseldorfer Rheinhalle zeigte dies eindrucksvoll. Bei den dort ausgetragenen deutschen Meisterschaften der Damen und Herren kamen von jeweils vier Mannschaften jeweils zwei aus Heidelberg. Bei den Herren waren dies der USC und nochmals der TB, bei den Damen der HTV und ebenfalls der USC. Bei den Herren konnte der Gastgeber ATV Düsseldorf den Titel vor dem USC und dem TB (4. Berliner SC) erringen. Bei den Damen verteidigte der HTV seinen Titel und setzte damit seine im Vorjahr begonnene Serie (1954: TSG ´78 Heidelberg) fort, die ununterbrochen bis 1960 dauern sollte (1963 nochmals HTV). Auf den Plätzen landeten hier die Neuköllner Sportfreunde, der Hamburger TB und der USC. Namhafte Spieler hatten den Weg zum USC gefunden, als er erstmals 1957 den Titel errang. Vom TBH waren Anton Kartak (zunächst als Spieler, später als Trainer) und Ossi Roth (der spätere Rekordnationalspieler und Vater der Handball-Zwillinge) sowie Kurt Siebenhaar, vom BCH Horst Stein gekommen. Zusammen mit Werner Lamade, Ulli Ottmar, Fritz und Hannes Neumann, Volker Heindel, Manfred „Mampitz“ Ziegler, Mike Gailius und Joe Beinert besiegte der USC im Endspiel den Lokalrivalen HTV eindrucksvoll mit 67:47. Mit identischer USC-Mannschaft endete 1958 mit 51:47 der zweite nationale Vergleich des USC mit dem HTV wesentlich knapper. Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass dem HTV in seiner Blütezeit des Herren-Basketballs, in dem er u. a. namhafte Spieler wie Gerhard Biller, Kurt Auer, Karl „Watcher“ Körner sowie die Brüder Hans und Peter Brydniak aufbieten konnte, der Meistertitel ausgerechnet durch den erstarkten USC verwehrt wurde. Diese erste deutsche Meisterschaft von 1957 bildete den Auftakt zu einer Serie, die bis 1962 anhalten sollte. Später folgten 1966, 1973 und 1977 drei weitere Titel zum damals unangefochtenen Rekordmeister. Dieser inoffizielle Ehrentitel ging freilich in den 1990er Jahren an den TuS 04 Leverkusen (mit nunmehr 14 Meisterschaften) verloren. Die Zeiten hatten sich eben verändert. Nicht akademisches Umfeld, reizvolle Stadt, Studienmöglichkeit und Aussicht auf einen Titel bestimmten nun den Kader, sondern finanzielle Möglichkeiten, die nun mal bei einem Universitätssportclub im Gegensatz zu einem von einem Weltkonzern gesponserten Club eng begrenzt sind. Ohne Häme ist allerdings zu ergänzen, dass die jüngere konzernstrategische Ausrichtung von Bayer eine Förderung des Spitzensports nicht mehr vorsieht. So fügte es das Schicksal nicht ohne Ironie, dass der aktuelle Rekordmeister TuS 04 mittlerweile in der unterklassigen Pro B antritt. Dem USC-Management aber gelang es Schritt für Schritt, Finanzausstattung und Strukturen den Erfordernissen des Profi-Basketballs anzupassen. So erscheint die Vorstellung, der USC könnte in naher Zukunft an seine großen Erfolgsjahre anknüpfen, nicht allzu vermessen. Übrigens haben Alba Berlin acht und MTV Gießen fünf Titel vorzuweisen. Hinter ihnen folgen mit jeweils vier Meisterschaften unser Turnerbund und Saturn Köln. Zahlreiche auswärtige Basketball-Talente fanden den Weg zum USC. Stellvertretend seien hier Klaus Weinand, Jürgen Langhoff, Rassem Yahya, Hillar Gese, später Didi Keller, Volkmar Gaber, Harry Rupp, Wolfgang Fengler und Rainer Frontzek genannt. Sie repräsentierten zu ihrer Zeit auf ihrer jeweiligen Position Deutschlands absolute Spitze. Gerade in den frühen Erfolgsjahren reichten das akademische Umfeld, die reizvolle Stadt und die Aussicht auf Teilhabe an einem Meistertitel allemal als wichtige Argumente für den Wechsel an den Neckar aus. Bald trugen auch Spieler aus dem Mutterland des Basketball-Sports zu den Erfolgen bei. Zunächst bildeten hier stationierte Armeeangehörige ein Reservoir talentierter Spieler, später kamen sie auch direkt aus den USA. Eddy Johnson (1966), George Weston (1973) und Hershel Lewis (1977 mit Pokalsieg) waren in ihrer Zeit wichtige Erfolgsgaranten. Der Deutschamerikaner Joe Linnemann war eigens zum USC gekommen, um so die Nominierung für den Olympiakader 1972 zu erreichen. Der Halbindianer Mike Wells, der zum Islam konvertierte Malek Abdul Mansour und der blonde Hüne Mark Veenstra waren an den Vizemeisterschaften der Jahre 1974, 1975 und 1978 (und Pokalsieg) beteiligt. Doch auch viele einheimische Talente entwickelten sich beim USC und trugen bei ihm und auch anderswo prominent zu den Erfolgen bei. Der spätere Rekordnationalspieler Ossi Roth, der Verteidigungsspezialist Volker Heindel, Hannes und Fritz Neumann, später das Sprungwunder Klaus „Pollo“ Urmitzer, das Rebound-As Christoph Staiger, der Kunstschütze Joe Loibl, der spätere Erfolgstrainer Hans „Lambi“ Leciejewski, Wolfgang und Eckhard Lachenauer, der Ballzauberer Hans Riefling kamen allesamt aus der Region, waren z. T. waschechte Altstädter. Dazu trug die gute Jugendarbeit bei, die der USC früh betrieb. So wurde die A-Jugend unter dem Trainer Ossi Roth bereits 1957 im Endspiel gegen den HTV (!) Deutscher Meister. Die Spieler „Gundi“ Gundacker, H. Neumann und V. Heindel sollten auch im Herrenbereich eine gute Rolle spielen. Auch die von Volker Heindel betreute A-Jugend, die 1963 erst im Endspiel gegen den MTV Wolfenbüttel unterlag, sollte mit Klaus Urmitzer und Joe Loibl zwei Eigengewächse für die Nationalmannschaft heranbilden. Ähnliche Erfolge gab es in den 1970er und 1980er Jahren in der B- und A-Jugend, damit auch Nachschub für die 1. Herrenmannschaft (u. a. Horst Wolf).

USC Abonnement-Meister

(56/57 – 61/62)

Saison1956/57

Deutscher Meister (1. Meistertitel) – in HD 67:47 gg. HTV Aufgebot 56/57: Lamade, Roth, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Siebenhaar, Stein, Ziegler, Gailius, Beinert; Trainer: Anton Kartak

Saison 1957/58

Deutscher Meister (2.) – in HD 51:47 gg. HTV Aufgebot 57/58: Lamade, Roth, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Siebenhaar, Stein, Ziegler, Gailius, Beinert; Trainer: Anton Kartak

Saison 1958/59

Deutscher Meister (3.) – in Augsburg 56:42 gg. Alemannia Aachen Aufgebot 58/59: Lamade, Roth, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Stein, Ziegler, Überle, Pflaumer, Echner, Gundacker; Trainer: Kurt Siebenhaar

Saison 1959/60

Deutscher Meister (4.) – in Berlin 52:36 gg. ATV Düsseldorf Aufgebot 59/60: Lamade, Roth, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Stein, Ziegler, Weinand, Pflaumer, Gundacker, Körner; Trainer: Anton Kartak History2 Bild 2: Ähnlich wie 10 Jahre zuvor dominierten Heidelberger Spieler auch die Nationalmannschaft. Das Foto zeigt die Nationalmannschaft im April/Mai 1961 beim Freiplatztraining in Belgrad. Stehend v. l.: Heindel (USC), Brydniak (HTV => Aachen), Langhoff (Hagen => USC), Schulz (Aachen), H. Neumann (USC), Puell (München), Biller (HTV), Weinand (USC) Kniend v. l.: Stolz (Neukölln), Erüffner (Aachen), Roth und Stein (beide USC) (Slg. Klaus Weinand)

Saison 1960/61

Deutscher Meister (5.) – in der vollbesetzten High-School-Sporthalle in HD 54:43 gg. Jahn München Aufgebot 60/61: Lamade, Roth, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Stein, Ziegler, Weinand, Pflaumer, Gundacker, Körner; Trainer: Anton Kartak (Weinand 24, Stein 10)

Saison 1961/62

Deutscher Meister (6.) – in Wiesbaden gg. hochfavorisierte Alemannia Aachen mit 69:65 Aufgebot 61/62: Lamade, Yahya, Ottmar, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Heindel, Stein, Ziegler, Weinand, Pflaumer, Gundacker; Trainer: Roth (Weinand 22, Yahya 20, Neumann 15, Heindel 2 – Loridon 25, Brydniak 13, Grüttner 8) Hochmut kommt vor dem Fall, sagte doch Aachens ältester Spieler u. Trainerassistent Karlheinz Nagelschmitz vorher: „… Wir sind zur Zeit 20 Punkte besser als der USC Heidelberg.“ Die Alemannia aus Aachen galt freilich mit ihren semi-professionellen Strukturen 1962 als hoher Favorit und hatte gewaltig aufgerüstet, um endlich den Titel zu holen. Beeindruckend die „Luftwaffe“ mit dem belgischen Nationalcenter John Loridon, dem schwarzen US-Captain Gene Moss und History3dem Ex-Erfurter Rolf Bader, allesamt um 2,05 m messend. Auf dem Flügel hatte man sich mit dem Nationalspieler Hans Brydniak, der beim HTV das Basketball-Handwerk erlernt hatte, verstärkt. Doch der USC konnte gegenhalten. Nationalcenter Klaus Weinand galt als seinerzeit bester deutscher Spieler. Der Syrer Rassem Yahya wurde gar als bester in Deutschland spielender Basketballer gehandelt. Mit Volker Heindel, Hannes Neumann und Horst Stein konnte der USC weitere aktuelle Nationalspieler aufbieten, die durch die Routiniers Werner Lamade und Ulli Ottmar ergänzt wurden. Und der USC hielt dagegen, wehrte den Ansturm der Alemannia nochmals ab und sicherte sich damit den 6. Meistertitel in Folge. Alemannia Aachen aber sollte sich in den beiden Folgejahren schadlos halten.

Bild 3: Der Aachener Moss beim Schuss, zu spät kommen Lamade (4), Weinand (10), Neumann, Yahya (6) (Slg. Klaus Weinand)


Schöpferische Pause und 1 weiterer Titel

(62/63 – 71/72)

Nach dem 6. Meistertitel legte der USC zunächst eine Ruhepause ein. Nach wie vor hatte er sehr gute Spieler in seinen Reihen, nach wie vor spielte er stets vorne mit. Nicht zuletzt gab es packende Lokalderbys gegen den Turnerbund und gegen den HTV, die beide noch immer prominent in der alten Oberliga Südwest vertreten waren. In Deutschland standen nun andere Vereine auf dem Siegertreppchen. Endlich konnte sich nach gewaltigen Anstrengungen die Aachener Alemannia mit den beiden Meisterschaften 1963 und 1964 in den Annalen verewigen. Weitere Titel sollten ihr nicht vergönnt sein. Auch der immer wieder hoch gehandelte VfL Osnabrück konnte mit den Ex-USC-Spielern Rassem Yahya und Klaus Weinand 1969 den Meistertitel erringen – es sollte der einzige bleiben! Nun konnte sich der MTV Gießen mit vier Meisterschaften im beschriebenen Zeitraum (1965, 1967, 1968, 1975) schadlos halten. Gleich drei Meisterschaften (1970 – 1972) errang der neu entstandene und sehr ambitionierte TuS 04 Leverkusen.

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Bild 4: USCler und Ex-USCler unter sich! Klaus Weinand (10 – Vfl Osnabrück) gegen Hannes Neumann (8) und Jürgen Langhoff (verdeckt); es lauern Rassem Yahya (5) und Volker Heindel (13). (Slg. Volker Heindel)


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Bild 5: Volker Heindel (USC) zieht gegen seinen ehemaligen Vereinskameraden Klaus Weinand (VfL Osnabrück) zum Korb), im Hintergrund Osnabrücks Nationalspieler Uhlig. (Slg. Volker Heindel)

Doch der USC sollte zurückkommen!

Saison 1965/1966

Deutscher Meister (7.) – in Augsburg 73:68 gg. MTV Gießen Aufgebot 65/66: Dieter Burrer (4), Christoph Staiger (5), Jürgen Schmücker (6), Dr. Jürgen Langhoff (7), Hannes Neumann (8), Joe Loibl (9), Hans Leciejewski (10), Klaus Urmitzer (11), Jost Hülsmann (12), Volker Heindel (13), Eddy Johnson (14), Karlheinz „Gille“ Arnold (15), Trainer Kurt Siebenhaar Starke Veränderungen gegenüber den Vorjahren prägten den Kader der Saison 65/66 des Südwestmeisters USC Heidelberg. Torry Schober konnte am Institut für Leibesübungen der Universität Mainz eine Stelle als Dozent antreten und wechselte zugleich als Trainer vom hiesigen USC zum Namensvetter nach Mainz. Auch der syrische Basketballvirtuose Dr. Rassem Yahya und der Nationalspieler Dietfried Kienast verließen den USC, da sie anderswo bessere berufliche Möglichkeiten antrafen. Während der langjährige USC-Spieler Rassem Yahya in Osnabrück eine Stelle als Assistenzarzt aufnahm und daher den ambitionierten VfL verstärkte, veränderte Didi Kienast sich nach nur einem Jahr beim USC zum deutschen Meister nach Gießen, wo er ein halbes Deputat als Sportlehrer finden konnte, welches ihm auch die Fortführung seines Studiums ermöglichte. Die Trainerstelle beim USC übernahm nun der vorherige Meisterspieler des TBH und des USC, Kurt Siebenhaar. Als Spieler fand das Eigengewächs Klaus Urmitzer den Weg vom Meister MTV Gießen zum USC zurück.

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Bild 6: Die Meistermannschaft von 1966 Stehend von links: Abt.-Ltr. Dr. Bauer, Staiger, Urmitzer, Johnson, Loibl, Dr. Langhoff, Neumann, „Pulver“ Kaiser, Trainer Siebenhaar Kniend v. l.: Heindel, Hülsmann, Leciejewski, Arnold, Schmücker (Slg. Christoph Staiger)

Mit einigen Anlaufschwierigkeiten und Ausrutschern erreichte das Team in der starken OL Südwest den 3. Platz hinter dem MTV Gießen und GW Frankfurt. Doch in den folgenden Vor- und Vorschlussrundenspielen konnte sich der USC immer mehr steigern. Er schaltete mit zwei souveränen Siegen zunächst Hagen 1860 aus, dann den hocheingeschätzten Nordmeister VfL Osnabrück, der ja neben anderen Spitzenkräften mit Klaus Weinand und Rassem Yahya zwei Ex-USC-Spieler in seinen Reihen hatte. Konnte sich der VfL im ersten Spiel mit 86:85 noch knapp behaupten, so musste er im Rückspiel in Heidelberg die hohe Überlegenheit des USC anerkennen, der 93:69 siegte. In der Vorschlussrunde musste der USC schon härter kämpfen, um den Südmeister FC Bayern München in die Schranken zu weisen (USC – Bayern 86:74, Bayern – USC 78:80). Im kampfbetonten Finale gegen den Deutschen Meister MTV Gießen in Augsburg sahen die 2500 Zuschauer den USC stets in Führung, wobei es in den Schlussminuten noch einmal eng wurde. Doch konnte sich die gesamte Mannschaft steigern und schließlich mit 73:68 den verdienten Sieg und damit den 7. Meistertitel sichern. In „Basketball“, dem amtlichen Organ des Deutschen Basketball-Bundes, hieß es in der Ausgabe 12/66 u. a.: … Das variierte Wurfvermögen und die Spielkunst Johnsons, dazu seine – zusammen mit Urmitzer, Dr. Langhoff, Heindel und Neumann – gezeigte überlegene Verteidigung erlangten entscheidende Bedeutung. …“ Für Klaus Urmitzer war es übrigens der 2. Meistertitel in Folge, hatte er doch im Vorjahr dem heutigen Gegner dazu verholfen. USC: Johnson 26, Dr. Langhoff 19, Urmitzer 10, Neumann 9, Heindel 8, Loibl 1 Gießen: Jungnickel 19, Geschwindner 14, Kienast 11, Röder 8, Ross 6, Gelling 4, Wucherer 4, Jörg 2

History7

Bild 7: Volker Heindel führt gegen Real Madrid den Ball. Rechts Klaus Urmitzer. (Slg. Volker Heindel)

In der darauffolgenden Saison 66/67 spielte der USC als Deutscher Meister auch im Europapokal . Unvergessen sind seine beiden Duelle mit dem hochfavorisierten Real Madrid. In Heidelberg führte der USC lange und hatte den königlichen Klub mit 88:93 gar am Rande einer Niederlage. Auch in Madrid schlug sich der USC sehr wacker, was sogar die einheimischen Gazetten anerkannten. Offensichtlich war in diesem Spiel, dass dem Gastgeber die „Betreuung“ der „Unparteiischen“ sehr gut gelang. So unterlag der USC ehrenvoll mit 15 Punkten Differenz.

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Bild 8: Die bravouröse Madrider Mannschaft. Oben von links: Joe Loibl, Klaus Urmitzer, Hannes Neumann, John Ware, Jürgen Langhoff, Christoph Staige Kniend v. l.: Jochen Schmücker, Hans Leciejewski, Volker Heindel (Slg. Volker Heindel)

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Bild 9: Mannschaftsfoto des USC Ende der 1960er Jahre. Stehend von links: Kalli Schäfer, Klaus Urmitzer, Joe Loibl, Jochen Schmücker, Lambi Leciejewski, Trainer Hannes Neumann Kniend v. l.: Volker Heindel, Jiri Fila, Hans Riefling, ? Himmelsbach (Slg. Volker Heindel)

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Bild 10: Das USC-Aufgebot der Saison 71/72. Stehend von links: Mannschaftsbetreuer „Pulver“ Kaiser, Larson, Linnemann, Gaber, Fuchs, Loibl, Gese, Trainer Volker Heindel Kniend v. l.: Riefling, W. Lachenauer, Pfeiffer, Vogel, ? (Slg. Volker Heindel)

USC meldet sich zurück

(72/73 – 76/77)

Saison 1972/73

Deutscher Meister (8.) – in Endspielen gg. MTV Gießen (70:70 in Gießen, 71:70 in HD) Aufgebot 72/73: Hillar Gese (5), George Weston (6), Christoph Staiger (7), Detlef Schöpf (8), Dietrich Keller (9), Friedhelm Berres (10), Herrmann (11), Wolfgang Lachenauer (12), Walter Wieland (13), Armin Zimmermann (14), Hans Riefling (15); Trainer: Dick Stewart In der Saison 1972/1973 sollte es „große“ Veränderungen in der Mannschaft geben. Vom Vorjahr blieben lediglich Hans Riefling, Hillar Gese und Wolfgang Lachenauer. Den USC verlassen hatten dagegen Loibl, Linnemann, Pfeiffer, Gaber, Dr. Puscasiu, Losonsky und Larsen. Immerhin fand der beste deutsche Center, Dietrich (Didi) Keller, stolze 2,09 m messend, vom USC Mainz den Weg an den Neckar. Mit ihm kam der Ex-USCler Christoph Staiger, mit 1,98 m ebenfalls mit Gardemaß ausgestattet, nach einem Intermezzo in Mainz zum USC zurück. Nach Saisonbeginn stieß noch die schwarze Perle George Weston hinzu. Mit ihnen und den Junioren Friedhelm Berres, Armin Zimmermann, Horst Herrmann und Walter Wieland formte der ebenfalls neue amerikanischen Trainer Dick Stewart ein neues Team. Der Weg: USC nach Hauptrunde 3. der BL Süd (nach ungeschl. MTV Gießen und SG BC USC München, vor Bamberg). Nord: SSV Hagen, Vfl Osnabrück, TuS 04 Leverkusen, MTV Wolfenbüttel.

History11

Bild 11: Die Meistermannschaft von 1973. Stehend von links: Trainer Dick Stewart, Wolfgang Lachenauer (Capt.), Walter Wieland, Christoph Staiger, Hillar Gese, Detlef Schöpf, Didi Keller, Betreuer „Pulver“ Kaiser Kniend von links: Friedhelm Berres, Horst Herrmann, George Weston, Armin Zimmermann, Hans Riefling (Slg. Dietrich Keller)

In der Zwischenrunde Gruppe 1 gelang es dem USC, sich durch je zwei Siege gegen MTV Wolfenbüttel und den wiederum hoch eingeschätzten VfL Osnabrück sowie einen Heimsieg und eine Auswärtsniederlage gegen den MTV Gießen für das Halbfinale zu qualifizieren. In der Vorschlussrunde zeigte der USC gegen den Titelverteidiger Leverkusen keine Schwächen und konnte beide Spiele (USC – TuS 04 64:52, TuS 04 – USC 60:70) klar für sich entscheiden. Gießen qualifizierte sich durch zwei souveräne Siege ebenfalls für die beiden Finalspiele. In den beiden Finalspielen gegen den MTV Gießen sollte der USC sich mit dem knappsten aller Ergebnisse den 8. Meistertitel sichern. Am 17.3.1973 hatte der MTV im Heimspiel alle Mühe, in letzter Sekunde den Ausgleich zum 70:70 zu erreichen. Auch die heimische Allgemeine Zeitung schrieb, der MTV sei von seiner Normalform ein gutes Stück entfernt gewesen. „Nervenstarker USC ließ Entscheidung noch offen“ wusste dagegen das Heidelberger Tageblatt zu berichten. Die Gegner des 1. Finalspiels in Gießen: USC: Riefling (10), Gese (12), Keller (12), Staiger (12), Weston (10), Lachenauer (9), Wieland (2), Herrmann (2), Berres (1), Schöpf; Trainer: Dick Stewart Gießen: Koski (22), Jungnickel (16), Decker (14), Peters (12), D. Strack (4), Röder (2), Minor, Breitbach, Gentzen, Minor, Bauernfeind, Krausch; Trainer: Kienast In HD sollte das Spiel ähnlich dramatisch verlaufen. In der 1. Halbzeit führte der USC von Anfang an und konnte mit einem 37:28 in die Pause gehen. Konzentriert und diszipliniert kämpfte sich der MTV heran und erreichte sechs Minuten vor Schluss mit 53:53 den Einstand. Nach wechselnder 2-Punkte Führung erzwang Gießen wiederum Sekunden vor Schluss mit 65:65 die Verlängerung. Am Ende konnte der USC, bei dem Hans Riefling eine überragende Leistung bot, mit 71:70 triumphieren. Alle waren sich darin einig, dass das glücklichere Team obsiegt hatte. Die Gegner des 2. Finalspiels in Heidelberg: USC: Riefling (26), Gese (18), Keller (11), Staiger (6), Wieland (4), Lachenauer (2), Weston (2), Schmücker, Herrmann (2), Berres; Trainer: Dick Stewart Gießen: Jungnickel (27), Decker (20), Koski (14), Peters (2), Weigand (2), Breitbach (2), Gentzen (2), D. Strack (1), Röder, Minor, Bauernfeind; Trainer: Kienast

Saison 1973/74

Vizemeister gg. SSV Hagen (SSV – USC 67:54, USC – Hagen 64:70) Aufgebot 73/74: Harald Rupp, Hans-Peter Kaltschmitt, Christoph Staiger, Mike Wells, Detlef Schöpf, Dietrich Keller, Jochen Schmitt, Horst Herrmann, Wolfgang Lachenauer, Eckhard Lachenauer, Hans- Joachim Strüven, Hans Riefling; Trainer Hans „Lambi“ Leciejewski

History12

Bild 12

Gegenüber der Meistermannschaft des Vorjahres gab es deutliche Veränderungen. Für Dick Stewart übernahm nun Hans „Lambi“ Leciejewski den Trainerposten. Für Verstärkung aus Übersee sollte Mike Wells, ein Halbindianer aus Idaho, sorgen. Aus Osnabrück war der Nationalspieler Harald Rupp, aus Hamburg der Juniorennationalspieler Hans-Joachim Strüven zum USC gekommen. Zum Kader gehörten nun auch wieder Eckhard Lachenauer und neu die talentierten Junioren Jochen Schmitt und Hans-Peter Kaltschmitt. Abgewandert waren Walter Wiegand und Friedhelm Berres, während der Diplom-Ingenieur Hillar Gese beruflich bedingt pausieren musste. Der Meister konnte sich in der BL Gruppe Süd sicher für die Endrunde qualifizieren. Ebenso sicher erreichte er dort die beiden Halbfinalspiele gegen TuS 04 Leverkusen. Diese Hürde schien freilich nach dem heimischen 75:75 zu hoch zu sein. Im Rückspiel in Leverkusen gelang dem USC jedoch ein sensationeller 69:62-Sieg und damit der erneute Einzug in die Finalspiele. Die RNZ vom 25. März 1974 berichtete von der Supershow des USC. Vielleicht hatte der USC sich zu sehr verausgabt! Jedenfalls konnte er dem Ansturm des erfolgshungrigen SSV, der im heimischen Hagen eine beispiellose Basketball-Begeisterung ausgelöst hatte, nicht standhalten. Im 1. Endspiel an der Volme gab es gleich eine herbe 13-Punkte-Niederlage (67:54). Auch im Rückspiel in der ausverkauften Halle des BLZ scheiterte der USC mit 64:70. In beiden Spielen hatte Jimmy Wilkens, der die Basketball-Euphorie in Hagen maßgeblich ausgelöst hatte, mit 26 bzw. 22 Punkten seine Gegner vor fast unlösbare Aufgaben gestellt. Beim USC waren wie gewohnt Didi Keller, Hannes Riefling und Harry Rupp die Stützen. Mike Wells war dagegen mit 0/13 Würfen in Hagen ein herber Ausfall. Es zeigte sich auch, dass der Distanzschütze Hillar Gese (noch) nicht gleichwertig zu ersetzen war. Die Mannschaften: (in Hagen) USC: Keller 16, Riefling 12, Staiger 10, Lachenauer 8, Rupp 6, Hermann 2 (Wells 0/13!) SSV: Wilkins 26, J. Pollex 10, Martinek 9, G. Poll. 8, Dahlbüdding 8, Busemann 4, Krüsmann 2 (in HD) USC: Keller 22, Rupp 16, Riefling 10, Schöpf 8, Wells 6, Strüven 2, Staiger, Kaltschmitt, Lachenauer, Hermann SSV: Wilkens 22, Martinek 17, J. Pollex 11, Krüsmann 10, G. Pollex 6, Schaumann 2, Dahlbüdding 2, Busemann, Schmunz, Eickmann

Saison 1974/75

USC Vizemeister gg. MTV Gießen (MTV – USC 84:69, USC – MTV 67:56) Aufgebot 74/75: Harald Rupp, Hans-Peter Kaltschmitt, Christoph Staiger, Malek Abdul Mansour, Detlef Schöpf, Dietrich Keller, Jochen Schmitt, Rolf Bläsius, Wolfgang Lachenauer, Walter Wieland, Hans Riefling, Rainer Masgai; Trainer Dick Stewart (Hans „Lambi“ Leciejewski Die „Amtssprache“ im USC-Team war nun wieder Englisch: Dick Stewart kam aus den USA zurück und nahm seine Lehrtätigkeit an der High School sowie seinen Job als USC-Coach wieder auf. Für Mike Wells stieß mit dem bulligen Malek Abdul Mansour ein starker US-Spieler zum Team. Aus Bamberg kam der Abwehr-Spezialist Rolf Bläsius zum USC. Er sollte Christoph Staiger ersetzen, der studienbedingt nur noch in der Regionalliga spielen wollte, dann aber doch einige Spiele für die 1. Mannschaft bestritt. Der Juniorennationalspieler Rainer Masgai, von der KuSG Leimen gekommen, wollte sich beim USC weiterentwickeln. Nach dem letzten Gruppenspiel in der Bundesliga Süd belegte der USC hinter Südmeister MTV Gießen den 2. Platz und qualifizierte sich damit für die Endrunde. Didi Keller belegte in der Korbjägerliste als bester deutscher Korbschütze der BL-Gruppe Süd mit 346 Punkten den 4. Rang. Zu Beginn der Endrunde gab Dick Stewart den Trainerposten überraschend auf, den wieder Hans Leciejewski übernahm. Diese History13begann mit einer deftigen 71:91-Auftaktniederlage beim MTV Wolfenbüttel. Doch konnte der USC sich wiederum steigern und sicherte sich damit in der Gruppe 2 mit 4 Siegen (u. a. Revanche gg. Wolfenbüttel mit 78:55!) und 2 Niederlagen den 1. Platz vor dem MTV; ausgeschieden waren der SSV Hagen, amtierender Deutscher Meister, und der USC München. In der Gruppe 1 belegten der MTV Gießen und TuS 04 Leverkusen die ersten Plätze, so dass in den Halbfinalvergleichen der USC und TuS 04 bzw. die beiden MTV aus Gießen und Wolfenbüttel die Gegner waren. Zusammen mit Jimmy Wilkens (SSV Hagen) führte Didi Keller mit 144 Punkten die Korbjägerliste der Gruppe 2 an.

Bild 13: Malek Abdul Mansour ist nicht zu stoppen. (Slg. Peter Wittig)

USC und TuS 04 bzw. die beiden MTV aus Gießen und Wolfenbüttel die Gegner waren. Zusammen mit Jimmy Wilkens (SSV Hagen) führte Didi Keller mit 144 Punkten die Korbjägerliste der Gruppe 2 an. Im Halbfinale konnte sich der USC, wenn auch denkbar knapp, mit einem 79:71-Heimsieg und einer 73:80-Auswärtsniederlage gegen den hoch eingeschätzten TuS 04 Leverkusen durchsetzen. Ebenso knapp behauptete sich der MTV aus Gießen gegen seinen Namensvetter aus Wolfenbüttel (81:80 bzw. 78:78), so dass in den beiden Endspielen die alten Südrivalen USC Heidelberg und MTV Gießen aufeinander treffen sollten. In der Endabrechnung setzte sich der MTV gegen den USC durch. Die Duplizität i. V. zum Vorjahr wollte es auch, dass ausgerechnet in diesen Spielen der amerikanische Korbjäger Malek Abdul Mansour Formschwächen zeigte. Das 1. Endspiel in Gießen endete 84:69 für die

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Hausherren. In Heidelberg siegte der USC klar mit 67:56, konnte damit jedoch das Ergebnis des Vorspiels nicht korrigieren. Nach 22.19 Minuten, so meldete „Basketball“, war allerdings der USC mit einem 44:28-Vorsprung Deutscher Meister. Mehrfach wendete sich über 60:42 (35.) über 65:48 und 67:50 (1.10 vor Schluss) das Blatt, bis der zuvor sehr enttäuschende US-Star Dennis Curran mit vier Punkten das Schicksal des USC besiegelte. Die Mannschaften: (in Gießen) USC: Keller 24, Riefling 14, Wieland

9, Rupp 6, Mansour 5 , Lachenauer 4, Bläsius 4, Kaltschmitt 2, Strüven 1, Masgai MTV: Curran 28, D. Strack 11, Heß 10, Peters 10, Breitbach 8, U. Strack 8, Bauernfeind 5, Minor 3, Bernath 1 (in HD) USC: Keller 25, Riefling 14, Kaltschmitt 14, Mansour 6, Rupp 4, Lachenauer 2, Wieland 2, Bläsius, Masgai, Strüven MTV: Heß 16, Minor 13, Curran 7, Peters 6, Breitbach 6, Bernath 4, D. Strack 3, Weigand 1, U. Strack, Bauernfeind

Bild 14: Harry Rupp zieht gegen Martinek und G. Pollex (beide SSV Hagen) zum Korb, im Hintergrund beobachtet Didi Keller. (Slg. Peter Wittig)

Auch im Pokal stand der USC im Endspiel. Ohne Didi Keller hatte der USC im 1. Endspiel beim SSV Hagen keine Chance und unterlag mit 58:79. Zu Hause konnte der USC diesen hohen Rückstand trotz zeitweisen 24-Punkte Vorsprungs nach der Pause (41:17) nicht wettmachen, zumal er den beiden schweren Endspielen gegen Gießen Tribut zollen musste. Der USC siegte mit 66:56 und hatte seine besten Kräfte erneut in Didi Keller (19 Punkte), Hans Riefling (17) und Harald Rupp (12).

Saison 1975/76

4. Platz in der einteiligen Bundesliga Für den zum DTV Berlin-Charlottenburg abgewanderten Malek Abdul Mansour kam vom Namensvetter aus Mainz der Korbjäger James Romeo, ein langer weißer Flügelspieler aus den USA, an den Neckar. Nach einer Pause gehörten Christoph Staiger, Detlef Schöpf und Günter Glasauer wieder zum Kader. Dagegen hatte es Rolf Bläsius nach Trier gezogen, auch Walter Wieland und Rainer Masgai waren abgewandert. Wie mit einem Menetekel begann die Saison in der neuen einteiligen Bundesliga gegen den TuS 04 Leverkusen. Gegen die 60:62-Niederlage wurde Protest eingelegt, da der Siegeskorb der Rheinländer unter irregulären Umstanden zustande kam. Dem berechtigten Protest wurde nicht stattgegeben. Ab Januar 1977 musste der USC ohne Amerikaner auskommen, da James Romeo entgegen der Absprache aus dem Weihnachtsurlaub in den Staaten nicht zurückgekehrt war. Nach einer durchwachsenen Saison erreichte der USC mit 12 Siegen und 6 Niederlagen einen achtbaren 4. Tabellenplatz. Die Meisterschaft sicherte sich der TuS 04 Leverkusen vor dem MTV Wolfenbüttel und dem SSV Hagen, während der Vorjahresmeister MTV Gießen lediglich den 5. Platz einnahm.

History15

Bild 15: Das Aufgebot der Saison 1975/1976. Stehend von links: Hans-Peter Kaltschmitt, Hans-Joachim Strüven, Didi Keller, Wolfgang Lachenauer, James Romeo, Günter Glasauer, Christoph Staiger, Coach „Lambi“ Leciejewski Kniend v. l.: Harry Rupp, Jochen Schmitt, Hans Riefling, Detlef Schöpf (Slg. Peter Wittig)

Saison 1976/77

Deutscher Meister (9.) Pokalsieger Aufgebot 76/77: Jochen Schmitt, Harald Rupp, Hans-Peter Kaltschmitt, Hans Niklas, Hershel Lewis, Didi Keller, Wolfgang Fengler, Rainer Frontzek, Achim Strüven, Hans Riefling, Michael Vogel, Achim Heine, Bernd Kimpel; Trainer Hans „Lambi“ Leciejewski In die Saison 1976/1977 ging der USC mit einem Superteam. Unter dem Trainer und Coach “Lambi” Leciejwski gelang es, nochmals ein hochkarätiges USC-Team auf die Beine zu stellen. Ihre aktive Laufbahn beendet hatten Christoph Staiger, Wolfgang Lachenauer und Detlef Schöpf. Die Altinternationalen Hannes Riefling auf der Aufbau- und Didi Keller auf der Centerposition gingen in ihre letzte Erstliga-Saison und wollten sich spektakulär mit einem weiteren Meistertitel verabschieden. Ebenfalls auf der Position 1 spielte der aktuelle Nationalspieler Harry Rupp, vor Jahren von Osnabrück an den Neckar gewechselt. Mit dem Amerikaner Hershel Lewis (er sprang wegen eines Profi-Angebots zunächst ab, kam dann am 12. Spieltag doch), immerhin in der Vorauswahl für die Olympischen Spiele, und dem jungen Shootingstar Rainer Frontzek, aktuell vom ASV Köln verpflichtet, hatte man wohl die absolut stärksten Spieler der Liga auf den Positionen 2 und 3 im Kader. Mit Wolfgang Fengler, einem 2,04 m großen Deutsch-Amerikaner, konnte man schließlich einen weiteren aktuellen Nationalspieler gewinnen. Vom MTV Wolfenbüttel an den Neckar gekommen, sollte er insbesondere auf der Position 4 eingesetzt werden. Auch das Duo Keller/Fengler hatte in Deutschland keinen Vergleich zu fürchten. Ergänzt wurde das Team durch eine lange und gut bestückte Bank. Hier sind zunächst Achim Strüven, schon einige Jahre beim USC, und Hans Niklas, neu aus München gekommen, zu nennen, beide auf den Positionen 3 und 4 einsetzbar. Die talentierten B-Nationalspieler Hans-Peter Kaltschmitt und Jochen Schmitt standen auf der Aufbau- und Flügelposition bereit, das Erbe zu übernehmen. Zu Michael Vogel gesellten sich die von Eintracht Frankfurt gekommenen Bernd Kimpel und Achim Heine, allesamt unter den Körben einsetzbar. So verfügte „Lambi” Leciejewski über eine ideale Mischung erfahrener und aufstrebender junger Spieler, die auch von außen zumindest als Mitfavoriten für die deutsche Meisterschaft betrachtet wurden.

History16

Bild 16 (Slg. Peter Wittig)

Hoch gehandelt wurden damals neben dem USC der SSV Hagen mit Jochen Pollex, Hans-Günter Mewes und Pinky Smith, nach wie vor der MTV Gießen mit Karl Ampt, Robert Minor und dem starken US-Center Morris Presley, vor allem aber der TuS 04 Leverkusen, der mit Jörg Heidrich, John Ecker, Rudolf Kleen und Norbert Thimm ein sehr starkes Quartett aufbieten konnte. Für Spannung war dann auch reichlich gesorgt! Der Spielmodus der 1. Bundesliga wurde gegenüber der Vorsaison insoweit geändert, als nun eine Endrunde aus den ersten sechs Mannschaften der Hauptrunde gebildet wurde, die in einer Vor- und Rückrunde die Meisterschaft entscheiden sollte.

History17

Bild 17: Didi Keller (9) hat eingelocht – die Abwehr der Gießener kommt zu spät. Im Hintergrund Hershel Lewis. (Slg. Peter Wittig)

Insgesamt wurde der USC trotz einiger Rückschläge seiner Favoritenrolle gerecht. Am Ende der Hauptrunde belegte der USC mit 30:6 Punkten den 1. Platz vor dem punktgleichen SSV Hagen, TuS 04 Leverkusen (26:10) und MTV Gießen (24:12). Am 1. Spieltag der Endrunde aber schien der USC sein Waterloo erlebt zu haben, als er in Leverkusen eine 65:96-Schlappe einstecken musste. Doch zeigte das Team Charakter, sprach sich aus und verteidigte mit einem Sieg in Bamberg die Tabellenführung. Vor allem gegen Leverkusen (83:78 – Frontzek 28, Fengler 17, Keller 16, Lewis 12, Rupp 8 Punkte) und in den beiden letzten Saisonspielen beim MTV Wolfenbüttel (102: 67 mit einem überragenden Hershel Lewis (36 Punkte) sowie im letzten und entscheidenden Spiel im heimischen BLZ am 26.3.1977 gegen SSV Hagen (90:77 – Keller 24, Lewis 23, Frontzek 19 und Fengler 15 Punkte) zeigten die Neckarstädter ihr enormes Potential. „Basketball“ vermeldete seinerzeit, der besonders im ersten Durchgang überragende Didi Keller, Hershel Lewis und Rainer Frontzek hätten aus einem guten Meisterteam noch herausgeragt. Die heimische Rhein-Neckar-Zeitung schwärmte, in dieser Neunten stecke Musik. TuS 04 musste mit dem 2. Platz zufrieden sein, dahinter folgten Gießen, Hagen, Wolfenbüttel und Bamberg.In der Liste der 10 besten Korbjäger der Endrunde war der USC gleich dreifach vertreten, was die Ausgeglichenheit des Teams eindrucksvoll belegte: 5. Rainer Frontzek mit 213 Treffern, 6. Hershel Lewis (210) und 10. Didi Keller (157). Mit 285 Treffern führte der Bamberger Simonovic die Liste an. Eher nebenbei holte sich der USC dann noch gegen TuS 04 Leverkusen den Pokal, den gerade er doch bislang stets als minder attraktiv betrachtet hatte. An dem auf das letzte Meisterschaftsspiel folgenden Mittwoch (30.3.1977) gelang dem USC in dieser Besetzung nochmals eine eindrucksvolle Demonstration, als er dem TuS 04 mit 88:70 keine Chance ließ. In diesem Spiel beendeten vor heimischer Kulisse gebührend „die drei Musketiere“ (FAZ) Hans Leciejewski, Hans Riefling und Didi Keller ihre glanzvolle Karriere. Die Teams in HD: USC: Schmitt (4 Punkte), Rupp (2), Niklas, Keller (16), Fengler (19), Frontzek (12), Strüven, Riefling (2), Lewis (33) TuS 04: A. Kuczmann (4), Kuprella (6), Burmeister, Ecker (25), Heidrich (10), Kleen (19), v. Stegmann, Schulte, Röhrich, Thimm (6) In Leverkusen wurde es dennoch recht eng. Doch konnte sich der USC schließlich Dank der Vorarbeit auch eine 72:87-Niederlage leisten, um den Deutschen Basketball-Pokal mit an den Neckar zu nehmen. Die Teams in Leverkusen: USC: Schmitt, Rupp (6), Kaltschmitt (2), Niklas, Keller (7), Fengler (10), Frontzek (21), Vogel, Riefling (2), Lewis (24) TuS 04: A. Kuczmann (4), Kuprella (6), Burmeister, Ecker (21), Heidrich (8), Kleen (29), v. Stegmann, Schulte, Röhrich (2), Thimm (17)