USC BasCats: Viel versprechendes Debüt

16 Feb. 2026

Für die USC BasCats Heidelberg rückt die Teilnahme an den Playoffs zur 1. Bundesliga immer näher. Am 16. Spieltag der 2. DBBL Süd schlugen sie die Qool Sharks Würzburg mit 78:65 und sicherten sich damit knapp den direkten Vergleich (Hinspiel 55:67). Es war über weite Strecken eine klasse Leistung in einer Partie, in der Kelly Moten und Jayla Oden eine echte Show abzogen und Greta Gomann endlich ihr Debüt im BasCats-Trikot feiern konnte.

Nach einer guten und intensiven Trainingswoche mit weitgehend vollem Kader hatte Cheftrainer René Spandauw für das Verfolgerduell gegen den Kontrahenten um die vier Playoff-Plätze personell die Qual der Wahl. Lediglich Lotta Simon, Carla Koch und Melina Karavassilis standen nicht zur Verfügung. Leni Schramm-Bünning und Greta Metz konnten für das WNBL-Spiel am nächsten Tag geschont werden.

Die Duelle gegen Würzburg waren in der Vergangenheit immer eng und hart umkämpft gewesen, und so begann die Partie auch diesmal. Die „Sharks“ spielten gewohnt aggressiv und waren die ersten Minuten absolut auf Augenhöhe. Dann jedoch übernahm Jayla Oden das Ruder. Trotz Handgelenksprellung spielte sie großartig auf, vor allem im Fastbreak war die Amerikanerin überhaupt nicht zu halten. Mit sieben Punkten in Folge sorgte sie für das 16:8 für die BasCats.

Jayla Oden war mit ihrem Tempo kaum zu halten. Sie belohnte sich mit 21 Punkten. Foto: Andreas Gieser

Das zweite Viertel begann mit einem Distanztreffer von Anna-Lisa Wuckel, gefolgt von einem sehenswerten sehr hohen Dreier von Kelly Moten. Sie war die Spielerin des zweiten Spielabschnitts, traf, passte und pflückte Rebounds nach Herzenslust. Am Ende waren es 24 Punkte und elf Rebounds – damit ein Double-Double – dazu noch je drei Ballgewinne und Vorlagen, und das in 23 Minuten. Auch Oden schaffte ihre 21 Punkte in nur 23 Minuten. Centerin Melanie Hoyt stellte sich erfolgreich dem harten Kampf unter dem Korb und hatte am Ende 16 Punkte und acht Rebounds in der Statistik.

Das dritte Viertel der BasCats war richtig stark (25:11). Sie waren fokussiert, leisteten sich in der ganzen zweiten Halbzeit nur noch einen Ballverlust – insgesamt nur sieben, was Saisonbestwert ist – und trafen sehr gut. Immer wieder wurden freie Würfe herausgespielt, mit höchstem Tempo wurden die „Sharks“ in die Schranken gewiesen. Beim 68:45 war die höchste Führung erreicht.

Doch Würzburg ist ein Team, das auch bei hohem Rückstand weiterkämpft. Mit einem 12:0-Lauf zum 70:57 sorgten sie wieder für Spannung, zumindest was den direkten Vergleich anging. Die im Schlussviertel sehr starke Paula Wenemoser verkürzte gar auf elf Punkte, doch ein Dreier von Julia Wroblewski und ein Korb von Melanie Hoyt entschieden die Partie und den direkten Vergleich.

Neben dem tollen Sieg war das Debüt von Greta Gomann das Highlight des Tages. Sieben Monate hatten sie wegen einer Meniskusverletzung pausieren müssen. Als sie nach knapp sechs Minuten ins Spiel kam, zeigte sie sofort ihre Qualitäten als Aufbau- und mögliche Führungsspielerin. Sofort war sie „on fire“, dirigierte, kämpfte, feuerte an. Im zweiten Viertel krönte die 18-Jährige ihr Debüt mit einem Distanztreffer. Äußerst unschön war die Aktion von Marja Wahl gegen Gomann im vierten Viertel. Zurecht kassierte die Würzburgerin ihr fünftes Foul (in nur elf Minuten). René Spandauw brachte dieses rüde Foul derart in Rage, dass er ein Technisches Foul bekam.

Das konnte jedoch die positiven Eindrücke dieses Sieges nicht trüben. Mit vollem Kader dürften die BasCats ihre volle Leistungskraft erst noch erreichen. Beste Aussichten für die Playoffs. Nach der einwöchigen Pause müssen sie am 28. Februar um 18.30 Uhr bei den Dillingen Diamonds antreten, ehe am 8. März das nächste Spitzenspiel wartet. Ausnahmsweise an einem Sonntag um 17 Uhr kommen die VIMODROM Baskets Jena, derzeit Dritter, ins Sportinstitut.

In der Halbzeitpause zeigten die „Sick‘Snakezz“ aus Mannheim eine mitreißende Tanzshow. Die Formation hat bereits an den Hip-Hop-Weltmeisterschaften in den USA teilgenommen.

Die „Sick‘Snakezz“ aus Mannheim zeigten in der Halbzeit eine mitreißende Tanzshow. Foto: Andreas Gieser

Michael Rappe

Stenogramm: 7:8 (6.), 16:8 (9.), 22:10 (10.), 28:12 (12.), 34:18 (15.), 34:25 (16.), 43:34 (Halbzeit), 58:40 (26.), 68:45 (30.), 70:56 (35.), 78:65 (Endstand).

USC BasCats: Moten 24/2, Oden 21/2, Hoyt 16, Wroblewski 5/1, Wuckel 571, Gomann 4/1, Schüle 3, Fairley, Laabs, Irthum, Zipser.

Würzburg: Hill 18/2, Wiegand 12/1, Wenemoser 11/1, Timoschenko 9, Michel 8/1, Daub 3/1, Fuchsbauer 2, Jacob 2, Jordan, Wahl.

Rebounds (BasCats/Würzburg): 43:38 (Moten 11, Hoyt 8, Oden 6 – Wiegand 9, Wenemoser 8, Timoschenko 7)

Dreier: 29:29% (7/24:6/21)

Freiwurfquote: 50:69%

Assists: 11:15 (Moten 3, Wroblewski 3 – Hill 7)

Steals: 10:1 (Oden 3, Moten 3)

Michael Rappe

Stimmen zum Spiel:

Cheftrainer René Spandauw: „Das dritte Viertel war heute richtig gut. Wir hatten Tempo, Verteidigungsdruck, Sicherheit im Angriff und kaum Ballverluste. Nur sieben sind Saisonbestwert, in der zweiten Halbzeit war es nur noch einer. Großes Lob an Julia Wroblewski, die gegen Wiegand und Hill einen tollen Job gemacht hat, ebenso Anna-Lisa. Jayla war großartig, ebenso wie Kelly und Melanie. Greta ist ein Energiebündel. Sie verfügt über eine hohe Basketball-Intelligenz, aber auch über emotionale Intelligenz.“

Julia Wroblewski: „Heute war mein Job vor allem Mia Wiegand und Kate Hill zu stoppen. Würzburg spielt sehr aggressiv, wir haben versucht, uns gegenseitig zu helfen. Man hat auch gesehen, dass wir jetzt mehr Spielerinnen im Training haben und mehr trainieren können. Wir haben im Aufbau jetzt sehr viele Optionen, keine muss mehr zwingend 30 Minuten spielen. Hinsichtlich der Playoffs bin ich sehr optimistisch. Jena wird noch ein Brocken, aber wir haben eine gute Ausgangslage.“

Greta Gomann: „Ich hatte in der Reha immer wieder harte Momente, weil ich keinen spielerischen Einfluss nehmen konnte. Für mich war es aber kein Neuland, so lange verletzt zu fehlen. Der Kontakt zum Team war während der Reha nie ein Problem. Wir haben nun einen vollen Kader und eine volle Bank und können noch zulegen. Zudem können wir mega gut durchwechseln. Heute war es ein Teamerfolg, und es ist mega wertvoll, dass wir den direkten Vergleich gewonnen haben. Der Blick ist nun auf die Playoffs gerichtet, wir können uns jetzt aufeinander einstellen. Wir haben das höchste Tempo in der Liga und können noch zulegen.“

Michael Rappe

Ergebnisse

Tabelle

Beitragsbild: Greta Gomann krönte ihr gutes Debüt mit einem Distanztreffer. Foto: Andreas Gieser