Die U16 des USC Heidelberg hat sich im ersten Spiel der Best-of-Three-Serie der JBBL-Play-Downs einen spektakulären Auswärtssieg gesichert. In einem dramatischen und hart umkämpften Spiel gewann das Team von Coach Camilla Grönberg bei den Bamberg Baskets mit 77:72 (8:15, 27:32, 46:51, 70:70) nach Verlängerung.
Auf dem Papier gingen die Gastgeber als Favorit in die Partie. Bamberg hatte seine Relegationsgruppe auf Platz vier abgeschlossen, während der USC Heidelberg in seiner Gruppe Siebter geworden war. Davon war auf dem Feld jedoch über weite Strecken wenig zu sehen. Heidelberg zeigte von Beginn an die Intensität und den Kampfgeist, den Coach Camilla Grönberg vor dem Spiel von ihrer Mannschaft eingefordert hatte – und die Spieler lieferten über die gesamte Spielzeit einen echten Kampf.
Der Start in die Partie gehörte zunächst Bamberg. Heidelberg hatte im ersten Viertel Schwierigkeiten offensiv in Rhythmus zu kommen und lag nach zehn Minuten mit 8:15 zurück. Doch im zweiten Viertel kämpfte sich das Team zurück ins Spiel und konnte den Rückstand bis zur Halbzeit auf 27:32 verkürzen.
Nach der Pause folgte die beste Phase der Heidelberger. Mit deutlich mehr Energie, aggressiver Verteidigung und besserer Wurfauswahl gewann der USC das dritte Viertel mit 29:19 und übernahm erstmals die Kontrolle über das Spiel. Doch Bamberg ließ sich nicht abschütteln und kämpfte sich im letzten Abschnitt wieder zurück.
Die Schlussphase entwickelte sich zu einem echten Krimi. Heidelberg hatte mehrfach die Chance, das Spiel durch Freiwürfe in der regulären Spielzeit zu entscheiden, konnte diese Möglichkeiten jedoch nicht nutzen. Acht Sekunden vor dem Ende traf Milo Gojak einen wichtigen Dreipunktewurf zum 70:70, der Heidelberg zurück ins Spiel brachte. In der darauffolgenden Situation foulte Heidelberg – eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als riskant erwies. Bamberg bekam noch einmal die Chance von der Freiwurflinie, doch fünf Sekunden vor dem Ende vergaben die Gastgeber beide Würfe. So blieb es beim 70:70 und das Spiel ging in die Verlängerung.
In der Overtime behielt Heidelberg schließlich die Nerven. Trotz großer Foulprobleme – am Ende mussten drei Heidelberger Spieler vorzeitig mit fünf Fouls vom Feld – zeigte das Team weiterhin großen Kampfgeist und entschied die Verlängerung mit 7:2 für sich.
Besonders herausragend war Milo Gojak, der seine beste Saisonleistung zeigte. Er traf alle vier seiner Dreipunktewürfe und erzielte insgesamt 16 Punkte – viele davon in wichtigen Momenten. Auch Ben Fischer überzeugte mit 21 Punkten, obwohl er über das gesamte Spiel hinweg enorm unter Druck gesetzt wurde. Unter dem Korb dominierte Lando Kohn mit einer beeindruckenden Leistung. Er sammelte unglaubliche 18 Rebounds und verteilte zusätzlich fünf Assists. Jacques Herzenstiel lieferte ebenfalls eine starke Vorstellung und kam mit 19 Punkten und 12 Rebounds auf ein Double-Double.
Am Ende war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, die diesen wichtigen Auswärtssieg möglich machte. Der USC gewann das Rebound-Duell deutlich und zeigte in entscheidenden Momenten die nötige Mentalität.
Trotz des sensationellen Erfolgs ist im Kampf um den Klassenerhalt noch nichts entschieden. Mit dem 1:0 in der Serie hat sich Heidelberg zwar eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet, doch allen Beteiligten ist klar, dass noch ein weiterer Sieg benötigt wird. Dieser könnte bereits am kommenden Sonntag in Heidelberg gelingen. Sicher ist: Nach diesem ersten Spiel erwartet das Team erneut ein großer Kampf.
Michael Rappe
Beitragsbild: Lando Kohn sammelte 18 Rebounds. Foto: Lukas Adler