IV. In den Niederungen der Regionalliga (1988/1989 – 1993/1994)

Beim USC waren nun fast alle Verantwortlichen bereit, sich mit der Regionalliga abzufinden. Der Aufwand dafür erschien überschaubar und zu einem beschaulichen Universitätsclub auch eigentlich viel besser zu passen als die Anforderungen des Profisports. Rasch zog man die Konsequenz, von dem für die RL zu großen und ohnehin vom USC nur bedingt nutzbaren OSP in die benachbarte Halle des ISSW, wo der Rekordmeister bereits von 1964 bis 1972 gespielt hatte, umzuziehen.

In diesen Regionalliga-Jahren gab es auf der organisatorischen Seite zwei Personen, die das Überleben, die Entwicklung und schließlich den Wiederaufstieg in die 2. BL ermöglichten. Eher im Hintergrund arbeitete Christian Dick als Geschäftsführer und garantierte so den administrativen Rahmen. Als Abteilungsleiter und immer wieder als Coach wirkte in dieser Zeit Thomas Riedel. Er kümmerte sich nicht nur um das Tagesgeschäft, sondern behielt als Stratege immer das Ziel des Wiederaufstiegs im Auge, so utopisch es zumindest anfänglich auch erschien. Er blieb auch in der Aufstiegssaison ruhig, als verschiedentlich anlässlich der Heimniederlage gegen Leimen Nervosität aufkam und er als Trainer in Frage gestellt wurde. Ohne ihn wäre die Basketball-Geschichte des USC sicher anders verlaufen, hätte Heidelberg wohl das Schicksal früherer (freilich im Vergleich bescheidenerer) Hochburgen wie etwa Darmstadt, Stuttgart oder Aachen geteilt.

Im Gegensatz zur bisherigen Darstellungsweise sollen nun die Regionalliga-Jahre und -Kader nicht mehr einzeln abgehandelt werden. Vielmehr soll diese Epoche in groben Zügen aufgezeigt werden, wobei es eher um Entwicklungslinien als um Details gehen wird. Dabei sollen die Abschlusstabellen der einzelnen RL-Spielzeiten der weiteren Veranschaulichung dienen.

Anfänglich hatten die Akademiker selbst um den Verbleib in der Regionalliga zu bangen. Der Trainer des Vorjahres, Thomas Benson, baute auf dem Restkader (ohne Peter Alleyne, auch ohne den abgewanderten Mario Stigler) auf und brachte einen Spieler von den amerikanischen Streitkräften mit. Der US-Boy aber erwies sich als sehr unzuverlässig und blieb endlich einfach weg. Auch Thomas Benson warf schließlich vorzeitig das Handtuch, und Thomas Riedel musste notgedrungen übernehmen. Der dann für die Saison 89/90 verpflichtete amerikanische Trainer konnte indes keine Akzente setzen, damit die Mannschaft nicht weiterbringen. So kehrte Thomas Riedel auf die Trainerbank zurück.

Wäre der USC seinerzeit in die Oberliga abgestiegen, hätte es wohl kein Zurück mehr gegeben, wäre die alte, vornehme und anscheinend müde gewordene Basketball-Hauptstadt endgültig zur Provinz geworden. Doch es sollte anders kommen!

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Nach zwei Jahren Bangen konnte der USC das Abstiegsgespenst bannen und vorsichtig nach oben schauen. Die Wende kam in der Spielzeit 90/91, als es Thomas Riedel gelang, Eugen Tallo und Karol Varga zu verpflichten. Beide waren vielfache tschechoslowakische Nationalspieler und brachten sehr viel Klasse und Erfahrung mit. Eugen Tallo war Aufbauspieler und fungierte als Spielertrainer, Karol Varga war Center. Mit ihnen gewann der USC nicht nur die Führungspersönlichkeiten, die dem Team bislang so sehr gefehlt hatten, sondern auch überaus erfolgreiche Korbjäger. Eugen Tallo zeigte sich allerdings als Basketball-Verrückter im positiven und auch im negativen Sinne. Mit sehr viel Basketballverstand brachte er als Aufbauspieler und Spielertrainer endlich die zuvor vermisste Struktur in das Spiel. Leider aber fehlte ihm im Umgang mit seinen Teamkollegen allzu oft das nötige Feingefühl, zudem trug er massive Konflikte in die Mannschaft, die ihn später scheitern ließen. Ein Konfliktpunkt war seine Funktion als Spielertrainer, der eben auch er mit ihren beiden Grundaspekten auf Dauer nicht gerecht werden konnte. (Vermutlich ist die Doppelaufgabe als Coach und als Spieler gerade dann besonders schwierig, wenn diese Person der Führungsspieler des Teams ist oder sich so sieht.) So waren mit Tallo Sieg oder Niederlage eng verknüpft. In einer Spitzenbegegnung beim seinerzeit ebenfalls sehr ambitionierten Lokalrivalen DJK Eppelheim war er zunächst für eine hohe Führung des USC hauptverantwortlich, später ebenso für die endliche knappe Niederlage. Er hatte nach der Pause das Einzelspiel übertrieben, mit den Schiedsrichtern diskutiert, sich nicht ausgewechselt; so war das Spiel trotz lange deutlich überlegenem USC noch gekippt! Der zweite Konfliktpunkt resultierte aus seiner Herkunft. Als Slowake fühlte er sich in der CSSR (und in deren Nationalmannschaft) notorisch gegenüber den Tschechen benachteiligt (dieser übergeordnete Umstand führte ja bekanntlich nach dem Ende des „Kalten Krieges“ zur Trennung der beiden Ethnien und zur Bildung jeweils eigener Nationalstaaten). Daher wurde gerade Karol Varga, der tschechische Centerspieler des USC, häufig die Zielscheibe der verbalen Attacken des hitzigen Eugen Tallo. So war Karol, ungemein wichtiger Leistungsträger, von beiden Konfliktpunkten ohne eigenes Zutun massiv betroffen, was dem Team-Spirit auf Dauer nicht gut tun konnte. Es kam, wie es kommen musste: Eugen Tallo „verabschiedete“ sich in einem Heimspiel mit einer demonstrativen Leistungsverweigerung. So musste Thomas Riedel wieder einmal als Coach einspringen und die Wogen glätten. Er blieb nun bis zum Aufstieg in die 2. Bundesliga 1994 in diesem Amt.

Es soll aber ebenfalls nicht verschwiegen werden, dass der USC in dieser Zeit des Erwachens unter Eugen Tallo und auch danach, neuerlich unter Trainer Thomas Riedel, allmählich wieder für Spieler interessant wurde, denen mehr als eine RL-Karriere zuzutrauen war. Dazu gehörten eben Karol Varga, den es freilich bald beruflich bedingt nach Bayern zog, später sein Nachfolger Jiri Stastny, auch er vielfacher CSSR-Nationalcenter. In diesen RL-Jahren waren es aber insbesondere einheimische Spieler, die das Team prägten. Allen voran ist ein Akteur zu nennen, der in seinem 1. USC-Jahr mit dem Team aus der 2. BL abstieg, ihm in der RL-Zeit trotz vieler anderer Angebote als Leistungsträger die Treue hielt und seine Karriere wiederum beim USC in der 2. BL beendete: Jochen Dörr. Als Kämpfernatur konnte er zäh verteidigen, zum Korb ziehen und Dreier werfen – einen solchen Spieler hat man in jeder Mannschaft gerne. Er trat dann in Offenburg eine Stelle als Gymnasiallehrer an, pflegt aber heute noch Verbindung zu ehemaligen Mannschaftskameraden. Auch die ebenfalls mitabgestiegenen Moritz Rossner und Christian Kreilein sollten in der RL eine gute Rolle spielen. Erstgenannter war leider sehr verletzungsanfällig, so dass ihm eine seinem Potenzial angemessene Karriere versagt blieb. Christian Kreilein aber war in all diesen Jahren ein zuverlässiger Teamplayer, sich nicht zu schade, immer wieder auf der von ihm wenig geliebten Position 1 durchaus erfolgreich auszuhelfen. Der Wirtschaftsprüfer trat dann beruflich bedingt kürzer und entschied sich gegen eine weitere Karriere in der 2. BL. Auf der Position 1 zu Hause war der ebenfalls talentierte Ulf Zimmer, auch er von Verletzungspech arg gebeutelt. Aus Leimen kam später mit Ralf Schäfer ein ambitionierter Spieler, der wesentlich zum Aufstieg in die 2. BL und zum Klassenverbleib dort beitragen sollte. Mit Meinhard Erben fand ein Paradiesvogel zum USC. Er konnte kaum als ausgeprägter Mannschaftsspieler bezeichnet werden, riss aber Zuschauer und auch Mitspieler immer wieder durch seine Dynamik, technische Brillanz und seine Kabinettstückchen mit (erinnerte das reifere Heidelberger Publikum insoweit an „Watcher“ Körner), glänzte allerdings weniger durch Beständigkeit. Auf der Centerposition konnte der zugezogene Dieter Zipser durch seinen Kampfgeist überzeugen (unvergessen, wie er lange später in der 2. BL einsprang und sich beherzt gegen den in der Klasse legendären Karim Aw behauptete). Der aus der USC-Jugend hervorgegangene Dribbelkönig Pascal Roller gab dagegen in der RL nur ein kurzes Gastspiel und wechselte bald zum Zweitligisten TV Langen, später nach Tübingen, Freiburg und Frankfurt, längst Nationalspieler geworden.

In der Spielzeit 91/92 wurden die Regionalligen in den südwestlichen Bundesländern umbenannt. Zur neuen „Regionalliga Südwest“ gehörte nun auch die bisherige Regionalliga Mitte, die von den Landesverbänden Hessen, Rheinland-Pfalz und Saar gebildet wurde und sich neu „Regionalliga Südwest, Regionalgruppe Nord“ nannte. Die seitherige Regionalliga Südwest (Landesverband Baden-Württemberg) stellte nun die Regionalgruppe Süd der neuen Regionalliga Südwest.
Nach den Rundenspielen waren jetzt Play-Off-Spiele vorgesehen, in denen zunächst in Hin- und Rückspiel die jeweiligen Erstplatzierten auf die Zweitplatzierten der anderen Gruppe treffen sollten, wobei beide Begegnungen als Einheit galten. Der Aufsteiger in die 2. Bundesliga Süd war dann in der 2. Runde nach dem Best-of-Three-Modus zu ermitteln.

In der Saison 91/92 erreichte der USC wie in der Vorsaison den 2. Tabellenplatz, mit dem er sich für die neu eingeführten Playoffs qualifizierte. Dort scheiterte er in der 1. Runde an Eintracht Frankfurt, dem Meister der Nordgruppe der RL Südwest. Im Heimspiel errang der USC zwar einen 4-Punkte-Sieg, unterlag den Hessen aber in Frankfurt mit 20 Punkten.

Auch in der Spielzeit 92/93 wurde der USC Vizemeister der Regionalliga-Gruppe Südwest/Süd. Dabei konnte er im direkten Vergleich den Lokalrivalen und Absteiger aus der 2. BL, KuSG Leimen, überraschend auf den 3. Platz verweisen.
Die Akademiker unterlagen zwar in Leimen mit 87:94 Punkten, waren jedoch im Rückspiel am 20.3.1993 topfit und siegten vor 1.200 begeisterten Zuschauern im ISSW sensationell hoch mit 81:58 (35:23). Entscheidend dabei war, dass sie Lamar Ogden („Big O“) auf 6 Punkte halten konnten. Jochen Dörr gelang das Kunststück, den Starspieler der KuSG, der im Spiel zuvor noch 39 Punkte erzielt hatte, nahezu auszuschalten und nebenbei noch 10 Punkte zu scoren.
USC: Klaehn 11, Stastny 19, Zipser 4, Schäfer 12, Kreilein 11, Erben 6, Dörr 10, Krückel 4, Roller 4
KuSG: Ogden 6, Stein 2, Hauck 5, Brüning 14, Biller 9, Pabst 6, Sodomann 4, Gieser 2, Rösch 7, Vogel 3

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Im Aufstiegskampf scheiterten die Akademiker allerdings erneut am Meister der Nordgruppe, der wie im Vorjahr Eintracht Frankfurt hieß. Vier Wochen nach dem begeisternden Spiel gegen Leimen zeigte sich der USC im ISSW völlig indisponiert und unterlag den Hessen sang- und klanglos mit 78:94 (38:51). Insbesondere gegen den US-Amerikaner Matthews fanden sie kein Mittel.
USC: Roller 13, Klaehn 11, Baker 2, Schäfer 4, Krückel 6, Stastny 19, Erben 6, Kreilein 11, Dörr 4, Zipser; Eintracht: Matthews 38
Im Rückspiel drehte der USC zwar den Spieß um und siegte mit 87:77 (49:46), musste den Hessen aber doch wegen des ungünstigen Vergleichs den Vortritt lassen.
USC: Roller 12, Klaehn 6, Baker 11, Schäfer 15, Stastny 23, Kreilein 2, Erben 6, Dörr 8, Zipser 2, Krückel 2; Eintracht: Matthews 18, Zeiske 16, Langohr 14, von Moller 13

Mit Joachim Klaehn im vorletzten und Horst Wolf im letzten Regionalligajahr stießen schließlich Spieler zum USC, die mit ihm unbedingt in die 2. BL aufsteigen wollten. Zusammen mit Ralf Schäfer unterstützten sie Abteilungsleiter und Trainer Thomas Riedel auch vornehmlich im Marketingbereich und schufen so wichtige Voraussetzungen im Umfeld. Der USC war wieder ein Faktor und ging als Favorit in die RL-Saison 93/94, wo freilich mit der im Jahr zuvor abgestiegenen KuSG Leimen eine Konkurrentin aufwartete, die nicht bereit war, den USC wieder vorbeiziehen zu lassen. U. a. mit Matthias Biller, Dietmar Ihle, Dirk Sodomann und vor allen anderen dem aus den USA zurückgekehrten Allrounder Troy Russel konnte Trainer Gerhard Heindel auch durchaus berechtigte Wiederaufstiegs-Ambitionen für Leimen reklamieren. Doch auch beim USC hatte sich noch einiges getan. Der große Flügelspieler Pasco Tomic war aus dem slowenischen Ljubljana, Center Andreas Schreiner vom TSV Speyer, Aufbauspieler Raoul Arnold vom LSV Ladenburg gekommen. So war ein spannender Saisonverlauf zu erwarten.

Das USC-Team in der RL-Saison 1993/1994:
Joachim „Jogi“ Klaehn (Nr. 4), Jochen Dörr (5), Dieter Zipser (6), Ralf Schäfer (7), Horst „Horschek“ Wolf (8), Rainer Kloss (9), Meinhard Erben (10), Christian Kreilein (11), Pasco Tomic (12), Jiri Stastny (13), Raoul Arnold (14), Andreas Schreiner (15)

Mit dieser Mannschaft errang der USC in der Saison 1993/1994 den Aufstieg in die 2. BL Süd.

Mit dieser Mannschaft errang der USC in der Saison 1993/1994 den Aufstieg in die 2. BL Süd.

Im Saisonverlauf dominierten der USC und die KuSG dann auch deutlich die Liga. Seine einzige Saisonniederlage verbuchte der USC (ohne den verletzten Jiri Stastny) ausgerechnet zu Hause gegen den Rivalen aus Leimen.
Im Rückspiel in Leimen aber zeigte sich der USC klar überlegen und konnte sich damit auf dem 1. Tabellenplatz behaupten. Leimen kam mit einer weiteren Niederlage unangefochten auf Platz 2.

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Die Statuten sahen nun vor, dass der einzige Aufsteiger in die 2. BL unter den jeweils ersten beiden Mannschaften der beiden Südwest-Regionalligagruppen Süd (USC und Leimen) sowie Nord (Saarlouis und Kirchheimbolanden) ermittelt werden sollte. Dabei kam es zunächst zu jeweils zwei Überkreuzspielen. Die beiden Sieger traten anschließend gegeneinander an, wobei hier zwei Erfolge notwendig waren.
Leimen setzte sich gegen den TV Saarlouis, den Meister der Nordgruppe, in beiden Begegnungen problemlos durch. Im heimischen Sportpark siegte die KuSG mit einem für den Gast sogar noch schmeichelhaften 94:77, auswärts mit 98:82.

Der USC trat zunächst in Kirchheimbolanden an, wo er zähen Widerstand der Gastgeber zu überwinden hatte, ehe er mit 102:96 (54:52) siegte.
Kibo: Woods 30, Bitschnau 18, Feistel 11
USC: Arnold 4, Dörr 8, Klaehn 13, Kloss, Schäfer 10, Schreiner 13, Stastny 14, Wolf 20, Tomic 20

Auch im heimischen ISSW taten sich die Akademiker schwer und verspielten fast noch ihre deutliche Halbzeitführung. Am Ende aber erreichten sie mit 84:79 (49:33) die Finalspiele.
USC: Klaehn 10, Dörr 16, Zipser 4, Schäfer 3, Wolf 10, Kloss, Tomic 8, Stastny 19, Arnold 3, Schreiner 11; Kibo: Bitschnau 19, Feistel 20, Woods 20

So kam es zum Showdown zwischen dem USC und der KuSG, in dem die Karten wieder neu gemischt waren. Dabei hatte der in der Hauptrunde besser platzierte USC zunächst bei der KuSG anzutreten, genoss jedoch dann beim evtl. notwendigen dritten Spiel Heimrecht.

Im ersten Spiel in Leimen siegte die KuSG mit 79:77 (38:40) und setzte damit den USC gehörig unter Druck. Die Akademiker errangen nach beiderseits nervösem Beginn nach 15 Minuten eine 29:20-Führung, die bis zur Halbzeit auf zwei Punkte schmolz, mitbedingt durch foulbedingtes Pausieren des USC-Centers Horst Wolf. Nach der Pause hatten die Vorstädter stets leichte Vorteile und erzwangen eine 65:58-Führung (30. Minute). Dennoch brachte Joachim Klaehn den USC kurz vor Schluss durch zwei verwandelte Freiwürfe mit 77:76 in Front, ehe Dirk Sodomann mit dem einzigen Leimener Dreier den Endstand markierte. Troy Russel war mit 30 Punkten der Matchwinner für die KuSG.
KuSG: Russel 30, Sodomann 11, Stein 10, Brüning 9, Rösch 8, Biller 5, Hauck 3, Ihle 3
USC: Tomic 21, Schreiner 14, Stastny 13, Klaehn 9, Wolf 8, Dörr 5, Schäfer 5, Arnold 2

Im Rückspiel aber gab es vor 1.400 Zuschauern im ISSW mit 82:72 (44:38) einen deutlichen Heimsieg des USC. Entscheidend war, dass Troy Russel diesmal auf 15 Punkte gehalten werden konnte. Nach ausgeglichenem Beginn lag die KuSG um die 14. Minute mit 26:24 bzw. 28:26 vorne – weitere Führungen sollten ihr indes nicht mehr gelingen! Der USC konterte und erreichte bis zur Pause einen 6-Punkte-Vorsprung. Bis Mitte der zweiten Halbzeit kamen die Leimener auf 53:55 heran. Doch dann beging Troy Russel ein Offensivfoul, sein 4. Foul insgesamt, weshalb ihn Coach Gerhard Heindel für knapp drei Minuten auf die Bank beordern musste. Diese Minuten waren spielentscheidend, denn in dieser Zeit zogen die Akademiker auf 63:55 davon und gaben diese Führung bis zum Matchende nicht mehr ab.
USC: Klaehn 14, Dörr 13, Schäfer 4, Wolf 16, Tomic 15, Stastny 10, Arnold 1, Schreiner 9
KuSG: Russel 15, Stein 1, Rosenkranz 2, Hauck 8, Brüning 8, Biller 18, Sodomann 8, Ihle 11, Rösch 1

Also kam es am 30.4.1994 zum denkwürdigen Tanz in den Mai. Hasso Waldschmidt berichtete später in der RNZ vom heißen Duell in der Sauna. Er spielte auf eine außergewöhnlich sommerliche Walpurgisnacht an. Diese tropischen Temperaturen verstärkten für den Gast aus Leimen ein strategisches Dilemma. Die KuSG hatte mit Troy Russel den eindeutig stärksten Spieler der Liga in ihren Reihen, während der USC über ein ausgeglichenes Team mit einer sehr langen Bank, in dem auch der 10. Mann bedenkenlos eingesetzt werden konnte (was der Spielverlauf zeigen sollte!), verfügte. Gerade bei den herrschenden Witterungsbedingungen konnte Leimens Schlüsselspieler unmöglich 40 Minuten durchhalten. Ohne ihn aber war mit einem deutlichen Leistungsabfall zu rechnen, was bereits die vorangegangene Begegnung im ISSW nachdrücklich gezeigt hatte.

Die 1.500 Zuschauer sahen in der überfüllten ISSW-Halle ein in der 1. Halbzeit völlig ausgeglichenes Spiel. In der 30. Minute lagen die Gäste gar mit 53:48 in Front. Doch dann verließen Troy Russel, der zuvor immer wieder die USC-Abwehr ausgetrickst und das KuSG-Spiel im Angriff und in der Abwehr getragen hatte, die Kräfte. Pasco Tomic war es vorbehalten, mit 65:60 die Vorentscheidung für die Akademiker zu erzwingen. Der deutliche 70:61 (44:40)-Sieg des USC resultierte dann aus taktischen Fouls der KuSG und genutzten Freiwürfen der Gastgeber. Das Konzept der Heidelberger war aufgegangen: Das starke USC-Kollektiv hatte sich gegen die individuelle Klasse eines Einzelspielers durchgesetzt.
USC: Klaehn 4, Dörr 3, Zipser, Schäfer, Wolf 14, Kloss 11, Tomic 12, Stastny 17, Arnold, Schreiner 9
KuSG: Russel 25, Stein 2, Rosenkranz, Hauck, Brüning 4, Biller 19, Sodomann 6, Ihle 2, Rösch 2

Die Beharrlichkeit Thomas Riedels hatte sich ausgezahlt, der USC war in die 2. BL zurückgekehrt. Nun aber stellten sich neue Fragen. Mit welchem Team sollte die 2. BL angegangen werden? Welcher Trainer sollte es führen, da Thomas Riedel sich angesichts seiner beruflichen Belastungen außer Stande sah, diese Aufgabe auch in der höheren Spielklasse zu übernehmen? Eine Frage aber war von zentraler Bedeutung: Wie sollte der steigende personelle und organisatorische Aufwand finanziert werden? An dieser Frage war bekanntlich zuvor zunächst der Verbleib des USC in der 1., später dann in der 2. BL gescheitert.

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