Saison 1957/1958

Deutscher Meister (2. Meisterschaft)

Aufgebot:
Joe Beinert, Mike Gailius, Ludwig Gundacker, Volker Heindel, Werner Lamade, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Ulrich Ottmar, Oskar Roth, Kurt Siebenhaar, Horst Stein, Dieter Überle, Manfred Ziegler
Trainer: Anton Kartak

Die badische Oberliga wurde von sechs Mannschaften gebildet: USC Heidelberg, Turnerbund Heidelberg, TV 46 Heidelberg, TSG 78 Heidelberg, Karlsruher SC und TSV 46 Mannheim.

Unangefochten dominierten die „großen Drei“ aus Heidelberg (USC, HTV, TBH) die Liga und konnten nur von ihresgleichen besiegt werden. Dabei lauteten die Ergebnisse: HTV – USC 64:62/USC – HTV 46:43, TBH – USC 32: 53/USC – TBH 63:40, TBH – HTV 65:41/HTV – TBH 62:43. Die Rangfolge der Abschlusstabelle hieß daher wie im Vorjahr USC (18:2) vor HTV (16:4) und TBH (14:6). Damit hatten sich der USC als Badischer Meister und der HTV als Zweiter für die Teilnahme an den Südwestdeutschen Gruppenmeisterschaften qualifiziert.

Die oberste Damen-Liga umfasste nun nach der Rückkehr des Karlsruher SC wieder fünf Vereine: Heidelberger TV 46, USC Heidelberg, Germania Karlsruhe, Karlsruher SC, TSV Mannheim.
Der Deutsche Meister HTV blieb in den Rundenspielen ungeschlagen. Tabellenzweiter wurde mit sechs Siegen und zwei Niederlagen der USC.

Während sich die Oberliga-Meister USC (Herren) und HTV (Damen) bereits für die Teilnahme an den Südwestdeutschen Gruppenmeisterschaften qualifiziert hatten, mussten die Tabellenzweiten HTV bzw. USC in einem Ausscheidungsturnier um jeweils einen weiteren Platz kämpfen.
Bei den Herren löste der HTV seine Aufgabe gegen den Vertreter aus Rheinland-Pfalz, den VfL Bad Neuenahr, souverän mit 92:56. Auch gegen den Zweiten der hessischen Liga, den BC Darmstadt, siegte er deutlich mit 63:47.
Da bei den Damen nur Hessen gemeldet hatte, gab es hier lediglich das Spiel USC gegen Eintracht Frankfurt, in dem sich der USC mit 42:29 klar durchsetzte.

Die Südwestdeutschen Gruppenmeisterschaften wurden am 12./13.4.1958 in Bad Neuenahr ausgetragen. Dort hatte bei den Herren der Deutsche Meister USC gegen den TV Kirchheimbolanden, für den u. a. die Nationalspieler Beppo Brehm und Hannes Müller antraten, zunächst große Mühe und führte zur Halbzeit lediglich mit 19:16. In der 2. Hälfte aber fand der hohe Favorit zu seiner gewohnten Form und konnte sich schließlich mit 71:50 doch deutlich behaupten. Die Punkte erzielten für den USC H. Neumann (16), Ziegler (14), F. Neumann (10), Stein (9), Roth (6), Ottmar (4), Siebenhaar, Heindel (je 2), für den TVK Perignon (19), Bauer (15), Müller (11), Brehm (5).
Leichter tat sich der HTV, der die TSG Darmstadt mit 66:42 (37:22) besiegte. Für die Grünhemden punkteten Biller, H. Brydniak (je 13), Auer, Körner (je 12), P. Brydniak (5), Burrer (4), Laux (3), Schubert und Liedtke (je 2).
Im Herrenfinale kam es damit erneut zum Duell USC gegen HTV. Hier drehte der HTV den Spieß um und schlug den USC mit 53:50 (23:26). Trotz ihrer nur knappen Halbzeitführung dominierten die Akademiker bis etwa zur 30. Minute eindeutig das Spiel und lagen mit 32:23 vorn, ehe insbesondere Auer und Biller das Ruder für die Klingenteichler herumreißen konnten. Die Punkteverteilung: Biller 18, Auer 15, Körner, Burrer je 6, H. Brydniak 5, Skanda 2, Laux 1 (HTV); Roth 15, Lamade 10, F. Neumann, Ziegler je 8, H. Neumann 3, Heindel, Ottmar, Stein je 2 (USC).
Auch bei den Damen lautete die Reihenfolge HTV vor USC. Hier schlugen in den Halbfinalspielen der USC den UBC Mainz mit 42:28, der HTV GW Frankfurt mit 46:28. Im Endspiel besiegte der HTV den USC überlegen mit 71:27 (34:18). Es punkteten für den HTV Nagy (26), Becht, Gieser (je 15), Stein (6), Heinker, Uhrig (je 4), Holl (1), für den USC Neumann (10), Egner (4), Burckhardt (3), Kaehler, Riehl, Hofmann, Scholl, Schweller (je 2).

Die Süddeutschen Meisterschaften am 26./27.4.1958 fanden wieder in der High School in HD statt. Bei den Herren qualifizierten sich der USC mit 51:20 (24:10) gegen TS Jahn München und der HTV mit 55:45 (21:25) gegen TG Viktoria Augsburg für das Finale. Im Endspiel besiegte der USC den HTV klar mit 62:37 (27:21) (Stein 15, Lamade 14, Roth 13, Ottmar 10 – Auer 12, Biller 9, Körner 8) und wurde damit erneut Südmeister.
Bei den Damen siegten der HTV gegen SV Backnang mit 62:16 (25:6), der USC gegen TV Augsburg mit 39:25 (20:10). Den süddeutschen Titel holte sich nach 1-jähriger Unterbrechung wieder der HTV mit einem deutlichen 48:11-Sieg (26:6) gegen den USC.

Auch das am 10./11.5.1958 stattfindende Turnier um die Deutschen Meisterschaften wurde in der High School ausgetragen. Wie im Vorjahr stellten der USC und der HTV jeweils bei den Damen und bei den Herren die süddeutschen Teilnehmer.
Bei den Herren schalteten der HTV den Nordmeister ATV Düsseldorf mit 48:46 (27:26), der USC den Nordzweiten TuSpo Göttingen mit 64:34 (28:11) aus. Den 3. Platz errang ATV Düsseldorf mit 69:51 gegen TuSpo Göttingen.

Werner Lamade in einer Spielszene gegen TuSpo Göttingen. Erneut erwies sich der Nationalspieler als Stütze des neuen und alten Deutschen Meisters (Foto: Heidelberger Tageblatt, Quelle „Basketball“ Nr. 5/1958).

Werner Lamade in einer Spielszene gegen TuSpo Göttingen. Erneut erwies sich der Nationalspieler als Stütze des neuen und alten Deutschen Meisters (Foto: Heidelberger Tageblatt, Quelle „Basketball“ Nr. 5/1958).

Im Endspiel blieb der USC in einer spannenden Begegnung mit 51:47 (27:18) gegen den HTV siegreich und sicherte sich damit seinen zweiten Meistertitel. Oskar Roth und Horst Stein hatten für den USC eine schnelle 4:0-Führung erzielt, die Kurt Auer, Hans Brydniak und Gerhard Biller in einen 13:8-Vorsprung für die Klingenteichler umwandelten. Dann setzte sich bis zum Halbzeitpfiff das sichere Kombinationsspiel der „Akademiker“ immer mehr durch, für die Volker Heindel und Oskar Roth einen deutlichen Vorsprung herausschossen. Nach der Pause kam der unbändig kämpfende HTV von einem 23:33-Rückstand auf 38:42 heran. Mit etwas Glück konnte der USC jedoch am Ende seinen knappen Vorsprung behaupten.

Der Deutsche Meister der Herren von 1958. Stehend von links: Volker Heindel, Hannes Neumann, Ulrich Ottmar, Ludwig Gundacker, Dieter Überle, Oskar Roth, Werner Lamade; kniend von links: Joe Beinert, Manfred Ziegler, Kurt Siebenhaar, Horst Stein, Fritz Neumann (Quelle: „Basketball“, Mai 1958).

Der Deutsche Meister der Herren von 1958. Stehend von links: Volker Heindel, Hannes Neumann, Ulrich Ottmar, Ludwig Gundacker, Dieter Überle, Oskar Roth, Werner Lamade; kniend von links: Joe Beinert, Manfred Ziegler, Kurt Siebenhaar, Horst Stein, Fritz Neumann (Quelle: „Basketball“, Mai 1958).

Bei den Damen unterlag der USC dem Nordmeister ASV Berlin mit 24:41 (11:16), während sich der Meister HTV mit 60:22 (32:9) gegen ATV Düsseldorf durchsetzte. Auch im Endspiel triumphierte der HTV mit 64:20 (36:9) gegen den ASV Berlin. Die 57-fache ungarische Nationalspielerin Maria Nagy (spätere Maria Biller), „ohne Frage die beste ausländische Kraft, die je in einer deutschen Vereinsmannschaft gespielt hat“ (Organ „Basketball“), erzielte in diesem Finale allein 33 Punkte und riss das verwöhnte Heidelberger Publikum zu Beifallsstürmen hin. Im Spiel um den 3. Platz siegte der USC gegen ATV Düsseldorf mit 41:24 (19:15):
Deutscher Meister der Damen HTV 46, Dritter USC.

Die HTV-Damen präsentieren sich nach ihrer 4. Deutschen Meisterschaft. Stehend von links: Trainer Wolf Heinker, Lore Himmel, Hannelore Kreische, Erika Pfeiffer, Erika Uhrig, Helga Gieser, Maria Nagy; kniend von links: Brigitte Stein, Käti Becht, Gisela Heinker, Doris Holl (Quelle: „Basketball“, Mai 1958).

Die HTV-Damen präsentieren sich nach ihrer 4. Deutschen Meisterschaft. Stehend von links: Trainer Wolf Heinker, Lore Himmel, Hannelore Kreische, Erika Pfeiffer, Erika Uhrig, Helga Gieser, Maria Nagy; kniend von links: Brigitte Stein, Käti Becht, Gisela Heinker, Doris Holl (Quelle: „Basketball“, Mai 1958).

Auch der Titel des Deutschen Hochschulmeisters der Herren ging 1958 nach Heidelberg. Das Endturnier wurde am 21./22.6.1958 in der Talbot-Halle in Aachen ausgetragen. In der Vorschlussrunde gab es dabei folgende Ergebnisse: Uni Heidelberg – Uni Bonn 64:48 (35:26) und TH München – Uni Frankfurt 56:55 n. V. (48:48, 23:23).
Im Endspiel der beiden Vorrundensieger setzte sich in einem spannenden Spiel schließlich die Uni Heidelberg mit 58:55 (25:35) durch. Noch zur Pause schienen die Münchener indes einem sicheren Sieg entgegen zu gehen. Die gesamte Mannschaft zeigte in der ersten Hälfte ein gekonntes Spiel mit schnellem und geschicktem Ball- und Positionswechsel, das die Heidelberger zunächst überforderte. Zudem trafen die Gebrüder Puell aus allen Lagen. Im zweiten Abschnitt fanden Hannes Neumann und Werner Lamade jedoch immer besser ins Spiel. Eine Minute vor Schluss erzwangen die Kurpfälzer den Ausgleich und konnten nochmals zum Sieg nachlegen.
Für die siegreiche Uni Heidelberg spielten: Lamade, H. Neumann, Ottmar, Ziegler, Pflaumer, Böhler, Wallenwein, Hagedorn, Ochs, Vazansky, Astor.

Nächste Saison: Saison 1958/1959

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