Mehr Spannung geht kaum! Wenn die USC BasCats Heidelberg am Samstag um 17 Uhr in der alten Halle des ISSW die BBC „Black Bulls“ Osnabrück zum Rückspiel im Playoff-Viertelfinale empfangen, dann geht es um nicht weniger als das gesteckte Saisonziel, das da Aufstieg in die Bundesliga heißt. Es ist angerichtet für einen echten Basketballkrimi, das hat das Hinspiel mit dem 66:66 am letzten Sonntag in Osnabrück gezeigt.
Mit den BasCats und den „Black Bulls“ treffen zwei ziemlich gleichwertige Mannschaften aufeinander. Die Tagesform, die besseren Nerven werden entscheiden. Und möglicherweise die Kulisse. Die BasCats benötigen jede lautstarke Unterstützung ihrer Fans, um diesen starken Gegner zu bezwingen. Es könnte eines jeder Spiele werden, die in die Geschichte des ISSW eingehen, als selbst in der 1. Bundesliga die Teams mit riesigem Respekt nach Heidelberg kamen. Man erinnere sich an die unvergessliche Schlacht gegen Keltern, als die BasCats erst in der Verlängerung verloren. An Siege gegen Herne, Nördlingen oder Hannover. Oder auch die Aufstiegsschlachten mit Bad Aibling und Bamberg. Auf der Osnabrücker Homepage heißt es im Rückblick auf das letztjährige Duell, dass das Team „noch nie in so einer lauten Halle gespielt hat.“ Das ist das Faustpfand der BasCats. Es sollte Rekordbesuch für diese Saison geben, Studierende zahlen nur zwei Euro Eintritt.
Sportlich betrachtet, gibt es gar nicht so viel, was die BasCats besser machen müssen als im Hinspiel. Es sind Nuancen. Die Distanzwürfe verbessern, die Freiwürfe verwandeln, die Importspielerinnen beim Scoren mehr entlasten und sich an den taktischen Marschplan von Cheftrainer René Spandauw und seiner Co-Trainerin Helena Eckerle halten. Aussetzer wie beim Ausgleich in der Schlusssirene zum 66:66 müssen tunlichst vermieden werden. „Wir werden ein paar kleine Dinge anpassen, aber im Grunde war ich mit dem Spiel zufrieden und man kann in einer Woche auch nicht so viel anpassen“, sagte Spandauw.
Die Ausgangslage ist klar: Der Sieger zieht ins Final Four um den Aufstieg in die 1. Bundesliga am 9./10. Mai (dem Vernehmen nach in Göttingen oder Leverkusen) ein, bei einem erneuten Unentschieden gäbe es Verlängerung. René Spandauw rechnet mit einer engen, hart umkämpften Partie. „Ich denke nicht, dass sich ein Team absetzen kann“, meinte der Niederländer. „Osnabrück hat eine vorzügliche Mannschaft, Fehler und Aussetzer werden aufgrund deren Erfahrung gnadenlos ausgenutzt. Wir hoffen auf die Unterstützung von sehr vielen Fans, die uns im ISSW zur Seite stehen. Das würde enorm helfen. Wir werden alles tun, und wenn wir das machen, was wir vor haben, werden wir es schaffen. Jeder Ballbesitz zählt.“ Spandauw hat einen Lieblingssatz: „Treffen ist ansteckend“. Mögen im Sinne der BasCats sich möglichst viele Spielerinnen anstecken lassen.
Auszeichnung für Anna-Lisa Wuckel: Sie wurde zum drittbesten Talent der 2. Liga Süd gewählt. Foto: Andreas Gieser
Eine schöne Auszeichnung gab es für Aufbauspielerin Anna-Lisa Wuckel. Die 18-Jährige wurde hinter Mia Wiegand (Würzburg) und Joanna Scheu (MTV Stuttgart) Dritte bei der Wahl zum „Best Young Player of the Year“. Gewählt wurde von Trainern und Trainerinnen, Spielerinnen und Verantwortlichen der DBBL.
Es ist angerichtet für ein Basketballfest in Heidelberg. Und in Sachen ISSW könnte es doppelt historisch werden. Denn in der 1. Bundesliga dürften die BasCats (mit hoher Wahrscheinlichkeit) dort nicht mehr spielen. Dann hieße es Abschied nehmen von der traditionsreichen Spielstätte mit all ihren Vor- und Nachteilen.
Michael Rappe
Die weiteren Playoff-Viertelfinal-Paarungen (Rückspiele)
So lief das Playoff-Heimspiel gegen Osnabrück im Vorjahr:
(20.04.25): BasCats – Osnabrück 47:60
Stenogramm: 2:0 (1.), 3:9 (4.), 5:16 (7.), 7:19 (10.), 11:24 (13.), 11:30 (15.), 17:36 (Halbzeit), 25:39 (25.), 27:46 (28.), 32:46 (30.), 38:46 (33.), 43:52 (36.), 47:60 (Endstand)
USC BasCats Heidelberg: Iseyemi 12, Zipser 7, Simon 6, Bieg Salazar 6, Linder 5, Wroblewski 5, Schüle 2, Steins 2, Stamenkovic 2, Emanga.
BBC Osnabrück: T. Dölle 25/3, Arlt 10/2, K. Dölle 9/2, Kraushaar 9, Kreuzhermes 3/1, Müller 3, Nocke 1, Potratz, Behr.
Statistik (BasCats/Osnabrück)
Dreierquote: 0:38% (0/10:8/21)
Zweierquote: 38:38%
Freiwurfquote: 64:67%
Rebounds: 37:40 (Zipser 11, Iseyemi 6, Linder 6 – T. Dölle 9, Kraushaar 7, Müller 7)
Assists: 8:12 (Simon 2, Iseyemi 2, Zipser 2 – Potratz 3, Behr 3)
Turnover: 22:22
Beitragsbild: Können René Spandauw und die BasCats den Einzug ins Final Four bejubeln? Foto: Nicole Gieser