Am Sonntag beginnt für den USC Heidelberg II die neue Saison in der Basketball-Regionalliga Baden-Württemberg der Männer. Die Partie bei KKK Haiterbach (Spielbeginn 16.30 Uhr) wird gleich zur Standortbestimmung, denn Haiterbach möchte nach einigen Verstärkungen um den Titel mitspielen. So wie auch der USC II, der wie gewohnt ein zweigleisiges Ziel hat: Talente entwickeln und um den Aufstieg mitkämpfen. Trainer Stefan Gagic: „Wie bereits in der vergangenen Saison gehen wir mit einem klaren sportlichen Anspruch in die neue Spielzeit: Wir wollen um den Aufstieg in die nächsthöhere Liga mitspielen. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung junger Spieler ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit und unserer sportlichen Philosophie.“
In dieser Saison bekommt dieser Entwicklungsauftrag noch einmal eine größere Bedeutung. Da der USC in diesem Jahr keine NBBL-Mannschaft stellt, wird die Herrenmannschaft des USC II noch stärker zur nächsten Entwicklungsstufe für junge Talente aus dem eigenen Verein. Insbesondere Spieler der Jahrgänge 2008, 2009 und 2010 sollen frühzeitig an den Herrenbasketball herangeführt und in die Mannschaft integriert werden.
Dabei ist dem USC bewusst, dass Entwicklung nicht ohne Fehler möglich ist. „Junge Spieler werden auf diesem Niveau Fehler machen – und sie sollen diese Fehler auch machen dürfen. Entscheidend ist für uns, dass sie aus diesen Situationen lernen, Verantwortung übernehmen und durch echte Spielzeit Selbstvertrauen und Erfahrung sammeln. Kurzfristige Fehler werden wir deshalb bewusst in Kauf nehmen, wenn sie langfristig zu einer besseren Entwicklung der Spieler und damit auch der Mannschaft beitragen“, meinte Gagic. „Unser Ziel ist es, beides miteinander zu verbinden: sportlichen Erfolg und nachhaltige Spielerentwicklung. Wir wollen um Siege und den Aufstieg kämpfen, gleichzeitig aber ein Umfeld schaffen, in dem junge Spieler Verantwortung übernehmen und sich unter realem Wettbewerbsdruck weiterentwickeln können.“
Der Kader bietet eine gute Mischung aus Erfahrung, Athletik und jungen Talenten. Besonders wichtig wird dabei sein, die unterschiedlichen Profile der Spieler zu einer funktionierenden Einheit zu verbinden. Unterschiedlichen Spielertypen sorgen für mehrere Möglichkeiten, auf verschiedene Spielsituationen zu reagieren. Gleichzeitig bietet die Kaderstruktur insbesondere den jüngeren Spielern die Möglichkeit, sich schrittweise an die Anforderungen des Seniorenbasketballs heranzuarbeiten.
Mit Goran Dosan kehrt ein Spieler zurück, der zuletzt für die Karlsruhe College Wizards aktiv war. Seine Erfahrung und seine Kenntnisse des Vereins werden uns zusätzliche Stabilität geben. Aus der ehemaligen NBBL-Mannschaft stoßen mit Marlon Lippe, Mike Pindur und Elias Holt drei Spieler des Jahrgangs 2008 zum Team. Sie sollen den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen und sich im Herrenbereich etablieren. Aus der U16-Mannschaft kommen außerdem Damian Deglovič (2009) und Peace Osazee (2010) hinzu. Für beide bedeutet der Schritt in den Seniorenbereich eine neue sportliche Herausforderung und die Möglichkeit, Erfahrungen auf einem deutlich höheren physischen und taktischen Niveau zu sammeln.
„Die Saison selbst wird voraussichtlich äußerst anspruchsvoll“, erwartet Stefan Gagic. „Viele Mannschaften haben ihren Kader mit Spielern aus höheren Ligen verstärkt. Der Anspruch auf den Aufstieg ist bei einem Großteil der Vereine entsprechend hoch. Dadurch wird die Liga sehr ausgeglichen und kompetitiv. Sowohl Heimspiele als auch Auswärtsspiele werden wahrscheinlich von hoher Intensität, engen Spielverläufen und mentaler Belastung geprägt sein. Jeder einzelne Ballbesitz kann entscheidend sein. Deshalb wird es für uns nicht ausreichen, lediglich an einzelnen Spieltagen unser bestes Niveau abzurufen. Wir müssen über die gesamte Saison konstant bleiben.“
Die Identität soll weiterhin über aggressive Verteidigung, hohes Tempo, körperliche Präsenz und eine klare kollektive Spielidee definiert werden. Gleichzeitig müssen wir lernen, auch in engen Spielen ruhig zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und schwierige Situationen gemeinsam zu lösen. Für Gagic ist dabei besonders wichtig, dass die jungen Spieler nicht nur auf dem Papier Teil des Kaders sind, sondern echte Verantwortung bekommen. Das bedeutet auch, dass sie in schwierigen Spielsituationen auf dem Feld stehen werden und möglicherweise Fehler machen. Diese Fehler gehören zum Entwicklungsprozess. Entscheidend ist, wie die Mannschaft darauf reagiert und was der Spieler aus der nächsten Aktion macht.
Der Kader des USC Heidelberg II für die Saison 2026/27, Center: Stephan Jones, John Kropp, Luis Scheck; Aufbau: Raphail Chatzidamianidis, Elias Holt (USC U19), Damian Deglovic (USC U16), Peace Osazee (USC U16); Flügel: Marlon Lippe (USC U19), Malte Thomas, Mike Pindur (USC U19), Goran Dosan (Karlsruhe College Wizards), Joshua Edmundsson, Lukas Pflüger, Agussi Franck, Dominic Vengert, Eric Friese, Michael Schönit.
Michael Rappe
Beitragsbild: Trainer Stefan Gagic. Foto: Archiv