Die Duelle zwischen den USC BasCats und den Falcons Bad Homburg sind stets von großer Spannung und viel Aggressivität geprägt. Das war am Samstagnachmittag nicht anders, aber die USC BasCats gewannen dennoch letztlich verdient und überzeugend mit 77:66. Gemeinsam mit Bamberg und Würzburg bilden sie in der 2. DBBL Süd nun ein Spitzentrio mit vier Siegen und einer Niederlage. Würzburg (auswärts) und danach Bamberg daheim sind die nächsten Gegner.
Die USC BasCats mussten auf Anna-Lisa Wuckel verzichten, Marissa Pangalos war angeschlagen und wurde nur dosiert eingesetzt. Dafür feierte Rückkehrerin Rachel Arthur ihr Heimdebüt und wurde bei der Teamvorstellung eifrig beklatscht. Bei Bad Homburg, zuletzt vier Mal Meister der Süd-Gruppe, fehlte Spielmacherin Isabel Gregor.
Bad Homburg hatte den besseren Start und ging durch einen Korb von Meghan Kenefick und einen Dreier von Marissa McDonald 5:0 in Führung. Es dauerte knapp zwei Minuten, bis die USC BasCats durch Michala Würzner ihren ersten Korb erzielten. Nach einem weiteren Dreier von Lena Sandner starteten die Gastgeberinnen einen 7:0-Lauf, doch die Gäste blieben dran. Ein weiterer 7:0-Lauf sorgte jedoch für das 19:12, zur ersten Viertelpause stand es 21:14.
Im zweiten Viertel schwächelten die BasCats. McDonald und Kenefick drehten auf, plötzlich stand es 26:31. Aber Rachel Arthur drehte auf, auch Leni Schramm-Bünning hatte gute Szenen. Sie traf kurz vor der Halbzeitsirene zum 39:37.
Die ersten sechs Heidelberger Punkte in der zweiten Halbzeit wurden von der überragenden Kiyara Letlow erzielt. Gegen sie fand Bad Homburg kein Mittel. Gegen Viertelende war es die starke Lilith Maitra, die erst einen tollen Schnellangriff erfolgreich beendete und dann per Distanztreffer mit Brett das 61:51 erzielte. So ging es ins letzte Viertel.
Kiyara Letlow hatte nach dem dritten Viertel bereits 24 Punkte und acht Rebounds auf dem Konto, und sie machte gerade so weiter. Wieder machte sie die ersten sechs Punkte der BasCats und verhinderte, dass Bad Homburg noch einmal ganz dicht herankam. Die Gäste waren nämlich mit einem 9:0-Lauf noch einmal auf 66:60 herangekommen, durch einen Dreier von Jerrine Steinhoff dann sogar auf 68:63. Mit einem Distanztreffer beende Rachel Arthur die Aufholjagd jedoch. Mit einem schönen Rückhandwurf zum 77:66 beendete sie die Partie.
Die Deutsch-Amerikanerin ist eine Belebung für das Heidelberger Spiel. Ihre Dynamik und Schnelligkeit tun dem Team gut. Unter dem Korb kann es sich auf Kiyara Letlow verlassen, die in 32 Minuten 32 Punkte, zehn Rebounds und zwei Ballgewinne in der Statistik hatte. Ein starkes Spiel machte auch Antonia Schüle, die defensiv äußerst couragiert zu Werke ging. Neben sechs Rebounds gefiel sie auch mit sechs Vorlagen und zwei Ballgewinnen. Julia Wroblewski fehlte zwar das Wurfglück, dafür wies sie fünf Ballgewinne auf.
Am kommenden Samstag, 7. November, 17.30 Uhr, spielen die USC BasCats bei den KB Sharks Würzburg.
Stenogramm: 0:5 (2.), 5:8 (4.), 12:8 (5.), 21:14 (10.), 21:19 (12.), 26:31 (16.), 39:37 (Halbzeit), 47:41 (23.), 54:48 (27.), 61:51 (30.), 66:61 (32.), 66:60 (35.), 72:66 (37.), 77:66 (Endstand).
BasCats: Letlow 32, Arthur 14/1, Würzner 9/1, Schramm-Bünning 8/2, Maitra 7/1, Pangalos 4/1, Schüle 2, Wroblewski 1, Metz, Blasen, Skrijelj.
Bad Homburg: Kenefick 14/2, Dodig 12/1, Crnjac 10, McDonald 7, T. Steinhoff 6 , J. Steinhoff 5/1, Haux 5/1, Dröll 4, Sandner 3/1, Soth, Beising.
Rebounds: 36:32 (Letlow 10, Schüle 6, Wroblewski 5 – Team 7, Dodig 6)
Dreier: 25:28% (6/24:7/25)
Freiwurfquote: 71:79%
Assists: 19:11 (Schüle 6, Würzner 4 – Dodig 3, T. Steinhoff 3)
Steals: 13:6 (Wroblewski 5)
Turnover: 15:20
Stimmen zum Spiel:
Cheftrainer Niko Kuusi: „Die zweite Halbzeit war sehr gut. Bad Homburg spielte eine andere Defense als unsere bisherigen Gegner. Wir haben die Strategie gegen Kenefick in der zweiten Halbzeit geändert. Marissa Pangalos war nicht ganz fit, die Verletzung von Anna-Lisa Wuckel ist nicht so schlimm. Teilweise haben wir noch zu einfache Korbleger zugelassen, aber das war insgesamt schon ein ganz gutes Spiel. Nun müssen wir den Fokus auf den richtigen Rhythmus legen.“
Lilith Maitra: „Wir hatten heute sehr viel Energie, das war auch der Game Plan. Solche Spiele machen Spaß, gerade bei einer so vollen Halle. Dafür sind wir dankbar. Wir sind der zweiten Halbzeit aggressiver gegen Meghan Kenefick vorgegangen, das war ein Schlüssel zum Erfolg. Kiyara ist einfach grandios unter dem Korb. In Kanada ist mehr erlaubt, das erklärt die Fouls von ihr. Ich bin sehr froh, dass ich den Schritt nach Heidelberg gemacht habe, wir haben eine gute Teamchemie. Wir machen auch viel zusammen, einige wohnen zusammen und fahren gemeinsam zum Training. Das ist alles sehr cool.“
Antonia Schüle: „Das war ein sehr körperliches Spiel. Da Marissa nicht fit war, wollten wir das als Team kompensieren. Bad Homburg war defensiv sehr aggressiv. Im zweiten Viertel haben wir etwas geschwächelt, später sind wir besser an Kenefick drangeblieben. Bei der 66:51-Führung haben wir es dann nochmal spannender gemacht als es sein muss. Wir finden uns aber immer besser rein und spielen als Team zusammen. Und Kiyara ist unter dem Korb eine Maschine. Dennoch können wir noch vieles verbessern. Ich fühle mich in dieser Mannschaft richtig wohl. Wir kommen gut zurecht mit Niko Kuusi, er will uns alle besser machen. Nun folgen mit Würzburg und Bamberg toughe Spiele, vor allem das Doppel-Wochenende mit Bamberg und dem Pokalspiel gegen München wird anstrengend. Aber mit München haben wir noch eine Rechnung offen.“
Michael Rappe
Beitragsbild: Kiyara Letlow war unter dem Korb einmal mehr nicht zu stoppen. Foto: Andreas Gieser