USC BasCats: Am Ende noch gezittert

9 Feb. 2026

Revanche gelungen! Die USC BasCats Heidelberg gewannen in der 2. DBBL Süd beim MTV Stuttgart mit 70:68, nachdem sie das Hinspiel mit 61:72 verloren hatten. Der direkte Vergleich ist zwar weg, er dürfte aber mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Rolle spielen. Da Bad Homburg das Spitzenspiel gegen Jena in einer erstaunlich punktereichen Partie 85:82 gewann, sind die BasCats wieder Zweiter.

Bei den BasCats war Center Melanie Hoyt erstmals nach zwei Monaten wieder dabei, Kelly Moten spielte, obwohl sie die ganze Woche wegen Erkrankung nicht hatte trainieren können. Es fehlten Laurie Irthum, Lotta Simon, Carla Koch, Melina Karavassilis und Greta Gomann.

Stuttgart hatte den besseren Start. Selma Yesilova verwandelte bereits nach neun Sekunden ihren ersten Dreier, über 10:3 und 16:9 zogen die Gastgeberinnen erstmal davon. Es war vor allem Jayla Oden, die ihr Team im Spiel hielt, und Anne Zipser sorgte mit vier Punkten in Folge für den 18:18-Ausgleich.

Bis Mitte des zweiten Viertels blieb es ausgeglichen, dann übernahmen die USC BasCats das Kommando. Ein viertelübergreifender 10:0-Lauf brachte 16 Punkte Führung zu Beginn der zweiten Halbzeit. Mit Freiwürfen sorgten Kelly Moten und Anne Zipser für die 57:45-Führung nach dem dritten Viertel.

Nach einem Distanztreffer der starken Anna-Lisa Wuckel schien eigentlich alles klar, doch Stuttgart gab sich nicht geschlagen. Selma Yesilova lief total heiß und erzielte im Schlussviertel 15 Punkte, davon neun aus der Distanz. Wuckels zweiter Dreier 1:34 zum 69:59 für die BasCats schien 1:34 vor Schluss die endgültige Entscheidung, doch mit drei Dreiern von Yesilova schmolz der Vorsprung auf 69:68. Dann vergab Kelly Moten auch noch zwei Freiwürfe, aber Melanie Hoyt verwandelte einen von zwei und Stuttgart kam nicht mehr zum Wurf.

Ein verdienter Sieg, der am Schluss noch einmal in Gefahr geriet. Am kommenden Samstag kommt der Tabellendritte Würzburg zum Spitzenspiel nach Heidelberg (17 Uhr, ISSW).

Michael Rappe

Stenogramm: 10:3 (3.), 16:9 (7.), 20:18 (10.), 24:24 (15.), 24:32 (17.), 28:34 (18.), 28:41 (Halbzeit), 28:44 (21.), 37:52 (26.), 45:57 (30.), 47:60 (33.), 55:60 (36.), 59:69 (38.), 68:70 (Endstand).

MTV Stuttgart: Yesilova 28/6, Williams 9/1, Scheu 8, Soltau 8, Ivancic 6, Antic 2, El-Haiwan 2, Kehrenberg 2, Schreiner 2, Ngome 1, Stamenkovic, Maitra.

USC BasCats: Hoyt 17, Wuckel 11/2, Oden 11/1, Fairley 10/2, Moten 8, Schüle 5/1, Zipser 5, Wroblewski 3/1, Schramm-Bünning, Metz.

Rebounds (Stuttgart/BasCats): 36:43 (Soltau 7, Scheu 5, Team 5 – Wuckel 9, Moten 8, Hoyt 7)

Dreier: 33:41% (7/218:7/17)

Freiwurfquote: 36:62%

Assists: 15:13 (Scheu 4, El-Haiwan 4 – Moten 7)

Steals: 10:11 (Soltau 3 – Oden 5)

Michael Rappe

Stimmen zum Spiel:

Cheftrainer René Spandauw: „Bis drei Minuten vor Schluss war alles prima. Dann haben wir plötzlich komplett die Spannung verloren, haben nachlässig agiert und alles plötzlich anders gemacht. Stuttgart, vor allem Yesilova, hat dann plötzlich die Bälle reingeballert. Ich habe das Team gefragt, ‚habt ihr Angst zu gewinnen‘? Die letzten Sekunden haben wir es dann wieder sehr gut ausgespielt, Charisse Fairley hatte einen wichtigen Rebound. Melanie hat bei ihrem Comeback ihre Präsenz und ihre Wichtigkeit gezeigt. Sie war so gut, dass wir sie drin lassen mussten. Anna-Lisa hat toll verteidigt, gerade gegen Joanna Scheu.“

Melanie Hoyt: „ Es war mein erstes Spiel seit der Verletzung und es war einfach wunderbar, wieder auf dem Feld zu stehen. Stuttgart spielt schnell und ist unermüdlich, aber wir haben unser Ding gemacht, indem wir gut im Rebound waren, das Tempo kontrolliert haben und uns nicht von ihrer Geschwindigkeit überrollt haben lassen. Es hat in der ersten Halbzeit ein bisschen gedauert, bis ich im Spiel war, aber meine Teamkameradinnen haben mir dabei geholfen. Wir sind bis zum Schlusspfiff konzentriert und diszipliniert geblieben, auch in den engen Spielsituationen. Es war ein großer Sieg, aber ein noch größerer für mich, mit diesen Mädels wieder auf dem Feld stehen zu dürfen.“

Jayla Oden: „Ich denke, das Spiel ist wirklich gut für uns gelaufen. Wir haben als Team früh Zeichen gesetzt, etwas, worauf wir die ganze Woche hingearbeitet haben. Und ich denke, das hat einen großen Unterschied ausgemacht. Wir haben uns an den Gameplan gehalten, sind fokussiert geblieben und haben unter beiden Körben gut zusammengespielt. Jede hat jeder vertraut, kommuniziert und hat die Dinge getan, die nicht immer in der Statistik auftauchen. Persönlich glaube ich, dass ich aggressiv begonnen habe. Ich habe ein paar schnelle Fouls bekommen, aber ich habe das nicht an mich herangelassen und trotzdem wie zuvor weitergespielt. Insgesamt hat es Spaß gemacht, und dass wir es mit diesem Team gewonnen haben, macht es noch besser.“

Michael Rappe

Ergebnisse

Tabelle

Beitragsbild: Melanie Hoyt feierte in Stuttgart ein eindrucksvolles Comeback. Foto: Nicole Gieser