Dennis Czygan: „Zurzeit reichen die finanziellen Mittel noch nicht für den Aufstieg“

Die Spannung steigt. Nun steht der Gegner der AXSE BasCats im Playoff-Halbfinale fest. Die Elangenie Falcons Bad Homburg werden am kommenden Samstag um 17 Uhr im ISSW zum ersten Halbfinale antreten. Im zweiten Halbfinale hat BVUK Würzburg Heimrecht gegen die DJK Brose Bamberg. Sportlich sind die Weichen bei den BasCats gesteltl, wirtschaftlich sieht es noch nicht so gut aus. Die DBBL hat die Lizenzbedingungen verschärft, verlangt nun noch einen zusätzlichen hauptamtlichen Trainer, der im weiblichen Bereich tätig sein muss und dessen Kosten mit 25.000 Euro veranschlagt sind. Im Interview spricht Dennis Czygan über die derzeitige wirtschaftliche Lage.

Dennis, alle wollen wissen, ob – im Falle der sportlichen Qualifikation, sprich Meisterschaft – der Aufstieg auch finanziell möglich ist. Wie ist der Stand der Dinge?

Dennis Czygan: Zurzeit reichen die Finanzen leider noch nicht. Hauptgrund ist die Änderung der Lizenzauflagen. Im Dezember/Januar hätte ich noch uneingeschränkt Ja gesagt, diese neue Regelung ist schon ein kleiner Schock. Sie hat unseren zusätzlichen Bedarf verdoppelt, und es ist sehr schwer, die bisherigen Sponsoren zu überzeugen, mehr zu machen. Der Trainer muss 100 Prozent zum weiblichen Bereich gehören. Arbeit wäre genug da, denn ich gehe davon aus, dass wir nächste Saison wieder ein WNBL-Team haben werden und wir bräuchten für die 1. Liga vielleicht auch vormittags einen Trainer, der mit den Profis trainieren kann.

Könnte der Aufstieg an dieser neuen Lizenzbedingung scheitern?

Dennis Czygan: Ja, denn wenn keine weiteren Mittel dazukommen, könnten wir die Mannschaft nicht verstärken. Mit der jetzigen Mannschaft und bei gleichem Budget aufzusteigen, würde keinen Sinn machen. Schließlich steigen beispielsweise die Schiedsrichter- und Fahrtkosten. Für die Region wäre das natürlich ganz bitter, denn viele denken, dass es jetzt an der Zeit wäre.

Wie genau funktioniert das mit dem Lizenzantrag?

Dennis Czygan: Bis zum 31. März müssen wir den Antrag abgeben. Darin müssen alle lizenzrelevanten Unterlagen enthalten sein. Für Zweitligisten nennt sich das „Lizenzantrag mit aufschiebender Bedingung“, da wir ja am 31. März noch nicht wissen können, ob wir aufsteigen. Wenn wir es dann sportlich geschafft haben, dann haben wir bis 30. April Zeit, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachzuweisen. Das ist der offiziell letzte Termin.

Was für einen Etat braucht man für die 1. Liga und planst Du schon für den sportlichen Bereich?

Dennis Czygan: 150.000 Euro sollten es schon sein. Klar ist, dass wir Verstärkungen brauchen. Es rufen auch schon Agenten an, aber das ist momentan noch nicht mein Thema. Wir müssen schauen, wer von den jetzigen Spielerinnen bleibt und wo wir dann Bedarf haben.

Ist die Halle, das ISSW 700, für die 1. Bundesliga tauglich?

Dennis Czygan: Ja. Sie ist auch ohne Parkettboden spieltauglich. Da hat uns das ISSW sehr geholfen, dafür noch einmal vielen Dank. Die sanitären Anlagen müssen noch verbessert werden. Ich denke, die Halle wird ein Schmuckstück. Für uns ist wichtig, nicht umziehen zu müssen. Auch eine Foulanzeige ist vorhanden, dafür ist dann aber eine weitere Person am Kampfgericht nötig.

Stephan Winkler hat große Probleme, genügend ehrenamtliche Helfer zu finden, die alles rund um ein Spiel organisieren. Warum ist das so schwierig?

Dennis Czygan: Ich verstehe das auch nicht. Die HelferInnen bekommen ja auch etwas geboten. Sie sind z.B. hautnah an der Mannschaft dran. Wir müssen auf jeden Fall die Vereinsmitglieder noch mehr aktivieren – im Interesse der gesamten Abteilung.

Was würde der Aufstieg für Dich persönlich bedeuten?

Dennis Czygan: Ich werde auf keinen Fall meinen Job aufgeben. Vielleicht brauche ich mal einen Tag Erholungsurlaub nach langen Fahrten, aber da ist mein Arbeitgeber gesprächsbereit. Die Wochenenden sind natürlich durch die weiteren Fahrten ganz weg, aber da habe ich zu Hause die volle Unterstützung.

Wenn es mit dem Aufstieg nichts wird, wärest Du für ein weiteres Jahr 2. Liga motiviert?

Dennis Czygan: Wenn die Konzeption stimmt, dann ja. Es müsste deutlich erkennbar sein, dass die 1. Liga ein Ziel bleibt. Ich kann mir auch vorstellen, noch einmal eine jüngere Mannschaft aufzubauen, aber ich möchten nicht viele weitere Schritte nach hinten machen. Das Ziel muss maximal sein.

Stell Dir vor, ihr werdet Meister und wisst noch nicht, ob ihr aufsteigen könnt…!

Dennis Czygan: Wenn wir Meister werden, feiern wir das auf jeden Fall und werden es genießen. Es ist möglich, dass wir dann noch nicht wissen, ob wir auch hoch können. Die Zusagen müssen nun von der Wirtschaft kommen.

Michael Rappe

Geht der Weg wirklich nach oben? Trainer Dennis Czygan mit Viktoria Krell. Foto: Tom Eisele