Saison 1972/1973

Deutscher Meister (8. Meisterschaft)

Aufgebot:
Friedhelm Berres, Dr. Walter Fuchs, Hilar Geze, Horst Herrmann, Dietrich Keller, Wolfgang Lachenauer (Kapitän), Hans Riefling, Detlef Schöpf, Christoph Staiger, George Weston, Walter Wieland, Armin Zimmermann
Trainer: Dick Stewart

Die Vereine der Bundesliga Gruppe Süd:
1. FC Bamberg, MTV Gießen, USC Heidelberg, USC Mainz, SV Möhringen, Bayern München, USC München, TSV Nördlingen (Aufsteiger)

Die Meistermannschaft von 1973. Stehend von links: Trainer Dick Stewart, Wolfgang Lachenauer (Capt.), Walter Wieland, Christoph Staiger, Hilar Geze, Detlef Schöpf, Didi Keller, Betreuer „Pulver“ Kaiser Kniend von links: Friedhelm Berres, Horst Herrmann, George Weston, Armin Zimmermann, Hans Riefling; auf dem Foto fehlt Dr. Walter Fuchs (Slg. Dietrich Keller).

Die Meistermannschaft von 1973
Stehend von links: Trainer Dick Stewart, Wolfgang Lachenauer (Capt.), Walter Wieland, Christoph Staiger, Hilar Geze, Detlef Schöpf, Didi Keller, Betreuer „Pulver“ Kaiser
Kniend v. l.: Friedhelm Berres, Horst Herrmann, George Weston, Armin Zimmermann, Hans Riefling; auf dem Foto fehlt Dr. Walter Fuchs (Slg. Dietrich Keller).

Nach der Saison 71/72 gab es im Kader des Rekordmeisters eine scharfe Zäsur. Volker Heindel stellte sein Traineramt zur Verfügung. Mit ihm ging der nunmehr letzte der alten USC-Meistergarde von Bord. Ebenso wie der bereits im Vorjahr nach Wolfenbüttel abgewanderte Dr. Hannes Neumann war er an sieben DM des USC (1957- 1962 und 1966) beteiligt. Schwer wog auch der Wechsel des Mannschaftskapitäns Jürgen Loibl zum MTV Wolfenbüttel. Der aus der Jugend des USC hervorgegangene Nationalspieler folgte seinem Mentor Dr. Hannes Neumann, der dort die Trainerstelle innehatte. Center Dr. Jürgen Langhoff beendete nach immerhin acht Jahren beim USC seine sportliche Karriere. Den USC verließen zudem Joe Linnemann, Dieter Pfeiffer, Volkmar Gaber, Franz Losonsky, Gary Larsen und Roland Vogel.

Als neuer Trainer kam der amerikanische Lehrer Dick Stewart, der an der hiesigen High School unterrichtete. Vom Stamm der Vorsaison standen ihm lediglich noch Hans Riefling, Hilar Geze, Wolfgang Lachenauer und Dr. Walter Fuchs zur Verfügung. Immerhin fand einer der besten deutschen Center, Dietrich (Didi) Keller, stolze 2,09 m messend, den Weg an den Neckar. Didi Keller kam ursprünglich aus Mainz, wo ihn der in Heidelberg bestens bekannte Theodor Schober, nach wie vor Trainer des USC Mainz, endeckt und gefördert hatte. In der Saison 71/72 legte Didi Keller die Zwischenstation Leverkusen ein und verhalf TuS 04 zur Deutschen Meisterschaft. Von dort wechselte er nun zum Kurpfälzer USC, wo er als „Mr Inside“ in „Mr Outside“ Hans Riefling einen kongenialen Partner vorfand. Neben Didi Keller kam Christoph Staiger, mit 1,98 m ebenfalls mit Gardemaß ausgestattet, nach einem Intermezzo in Mainz zum USC zurück. Nach Saisonbeginn stieß noch die schwarze Perle George Weston hinzu. Mit ihnen sowie den Junioren Friedhelm Berres, Armin Zimmermann, Horst Herrmann, Detlef Schöpf und Walter Wieland formte Trainer Dick Stewart ein neues Team. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten sollte sich zeigen, dass es höchsten Ansprüchen genügte. Die sehr starke 1. Fünf mit Hans Riefling im Aufbau, Hilar Geze und Wolfgang Lachenauer auf den Flügeln sowie Christoph Staiger und Didi Keller unter den Körben wurde durch George Weston, Friedhelm Berres, Armin Zimmermann, Horst Herrmann, Detlef Schöpf und Walter Wieland wirkungsvoll ergänzt. Der beruflich stark belastete Arzt Dr. Walter Fuchs sollte nur wenig eingesetzt werden. Die Mannschaft wuchs zusammen, entwickelte sich gemeinsam weiter und konnte schließlich die verdiente Ernte einfahren.
Auch bezüglich der Spielstätte gab es eine erhebliche Veränderung. Der USC konnte von der ISSW-Halle in die wesentlich größere Halle des Bundesleistungszentrums (heute Olympiastützpunkt), nur wenige Schritte entfernt, umziehen.

Durch den erst kurz vor Saisonbeginn bekannt gegebenen Verzicht des nominellen Aufsteigers EK Eppelheim auf die Teilnahme am Spielbetrieb der BL Süd konnte der SV Möhringen, Siebenter der abgelaufenen Saison 71/72, in der Liga verbleiben.

Die Spielergebnisse des USC in der BL-Hauptrunde

USC Heidelberg – USC Mainz 90:62 (45:21)
HD: Keller 37, Staiger 10, Geze 8, Riefling, Lachenauer je 7, Berres 6, Herrmann, Wieland je 6, Zimmermann 3
Mainz: Werner 13, Wucherer, Merk je 11

USC – Bayern München 79:63 (39:25)
USC: Geze 21, Keller 16, Staiger 12, Lachenauer, Wieland je 8, Herrmann 6, Riefling 4, Zimmermann, Berres je 2

1. FC Bamberg – USC 65:63 (30:28)*
1. FC: Wade 21, Schitthoff 11; USC: Keller 24, Riefling 11, Staiger 10, Lachenauer 5
1. FC Bamberg – USC 75:70 (33:32)
USC: Geze 27, Staiger 16, Keller 11, Riefling, Herrmann je 4, Lachenauer 3, Weston, Berres je 2, Dr. Fuchs 1

MTV 1846 Gießen – USC 108:68 (55:34)

SV Möhringen – USC 74:86 (39:39)

USC Heidelberg – USC München 79:67
HD: Keller 31, Riefling, Weston je 12, Staiger 11, Geze 9, Lachenauer 4

USC – TSV Nördlingen 74:52
USC: Keller 17, Herrmann 16, Lachenauer 10, Dr. Fuchs, Staiger je 6, Weston, Schöpf, Geze je 4, Riefling, Wieland, Zimmermann je 2

USC – SV Möhringen 68:65 (29:37)

USC Mainz – USC Heidelberg 74:62 (36:29)
HD: Keller 28, Weston, Staiger je 9, Lachenauer 6, Herrmann 4, Geze, Riefling, Schöpf je 2

Bayern München – USC 79:95 (27:39)
USC: Geze 25, Keller 22, Riefling 14, Staiger 12, Lachenauer, Berres je 7, Wieland 4, Herrmann, Schöpf je 2

USC  – 1. FC Bamberg 65:51
USC: Geze 20, Lachenauer 12, Staiger 11, Keller 9, Riefling 8, Wieland 3, Weston 2

USC – MTV 1846 Gießen 71:77 (30:38)
USC: Riefling, Geze je 17, Staiger 14, Lachenauer 11, Wieland 6, Keller 4, Herrmann 2
MTV: Koski 16, Ampt 15, Jungnickel 14, Hess 13, Peters 8, Breitbach 5, Decker, Strack je 2

USC München – USC Heidelberg 86:73 (40:33)
München: Geschwindner 21, Belik, Reiter je 16, Diekmann 10, Pethran 9, Dr. Dieter 6
HD: Keller 16, Riefling 12, Geze, Wieland je 10, Staiger, Berres je 8, Weston 7, Lachenauer 2

TSV Nördlingen – USC 63:88 (34:38)
USC: Keller 33, Geze 19, Staiger 14, Riefling 8, Weston, Wieland je 5, Lachenauer 4

* Spiel wurde wegen unkorrekter Schiedsrichterentscheidungen wiederholt.

Abschlusstabelle der BL Süd 72/73

1. MTV 1846 Gießen 28:0 Punkte +367 Körbe
2. USC München 20:8 Punkte +88 Körbe
3. USC Heidelberg 18:10 Punkte +79 Körbe
4. 1. FC Bamberg 16:12 Punkte +41 Körbe
5. FC Bayern München 12:16 Punkte -46 Körbe
6. USC Mainz 8:20 Punkte -110 Körbe
7. SV Möhringen 5:23 Punkte -115 Körbe
8. TSV Nördlingen 5:23 Punkte -295 Körbe

Dynamisch zieht Hans Riefling zum Korb. Links stellt Christoph Staiger einen Block, im Hintergrund beobachtet Friedhelm Berres. Die Ränge des BLZ sind in der Partie gegen den Erzrivalen MTV Gießen überfüllt (Slg. Hans Riefling).

Dynamisch zieht Hans Riefling zum Korb. Links stellt Christoph Staiger einen Block, im Hintergrund beobachtet Friedhelm Berres. Die Ränge des BLZ sind in der Partie gegen den Erzrivalen MTV Gießen überfüllt (Slg. Hans Riefling).

In der Endrundengruppe 1 traf der USC auf den MTV Gießen (S 1), den VfL Osnabrück (N 2) und den MTV Wolfenbüttel (N 4). Es gelang dem USC, sich durch jeweils zwei Siege gegen den MTV Wolfenbüttel und den wiederum hoch eingeschätzten VfL Osnabrück sowie einen Heimsieg und eine Auswärtsniederlage gegen den MTV Gießen für das Halbfinale zu qualifizieren.

In der ER-Gruppe 2 kämpften der SSV Hagen (N 1), der USC München (S 2), der Titelverteidiger TuS 04 Leverkusen (N 3) und der 1. FC Bamberg (S 4) um den Einzug in das Halbfinale.

Spielergebnisse des USC in der Endrundengruppe 1

USC – VfL Osnabrück 86:68 (48:24)
USC: Geze 19, Keller 14, Wieland 13, Riefling 12, Lachenauer 11, Weston 8, Berres 5, Staiger, Herrmann je 2
VfL: Rupp 17, Ogden 16, Dr. Weinand 14

USC – MTV Gießen 87:81 (43:44)
USC: Riefling 24, Keller 16, Berres 14, Lachenauer 8, Geze, Herrmann je 6, Weston 3, Wieland 2
MTV: Hess 24, Jungnickel 17, Koski 14

MTV Wolfenbüttel – USC 74:85 (31:50)
MTV: Wohlers 28, Loibl, Knopke je 14, Junger, Kück je 6, Wiese 4
USC: Geze 18, Keller 16, Riefling 12, Lachenauer 11, Staiger 10, Herrmann 7, Weston, Wieland, Berres je 4, Schöpf, Zimmermann, Leciejewski

USC – MTV Wolfenbüttel 72:61
USC: Geze 24, Keller 16, Staiger 12, Berres 8, Lachenauer 6, Weston 4, Wieland 2

MTV Gießen – USC 104:85 (47:43)

VfL Osnabrück – USC Heidelberg 99:105 (55:51)
USC: Staiger 29, Riefling 22, Geze 21, Keller 15, Lachenauer 8, Wieland, Berres je 4, Schöpf 2

In der Abschlusstabelle der ER-Gruppe 1 belegte der MTV Gießen mit 10:2 Punkten den ersten Platz vor dem punktgleichen USC Heidelberg. Auf den Plätzen folgten die beiden Nordvertreter VfL Osnabrück (4:8) und MTV Wolfenbüttel (0:12), die damit aus dem Meisterschaftsrennen schieden.
In der Gruppe 2 gab es die bis dahin einmalige Konstellation, dass am Ende alle vier Teilnehmer 6:6 Punkte aufwiesen. So musste der Rechenschieber die beiden Halbfinalteilnehmer ermitteln. Diese waren der TuS 04 Leverkusen (1.) und der 1. FC Bamberg (2.). Das Nachsehen hatten folglich der USC München und der SSV Hagen.
Somit lauteten die Gegner der Überkreuzspiele TuS 04 Leverkusen – USC und MTV Gießen – 1. FC Bamberg.

In beiden Halbfinalspielen setzte sich der Rekordmeister USC deutlich gegen den Titelverteidiger TuS 04 Leverkusen durch und erreichte damit die Finalspiele. Dorthin folgte ihm der MTV Gießen, der den 1. FC Bamberg durch zwei souveräne Siege ebenfalls distanzierte.

Ergebnisse der Halbfinalspiele

24.2.1973
USC – TuS 04 Leverkusen 64:52 (37:16)
USC: Riefling 16, Geze, Keller je 14, Staiger 6, Lachenauer 5, Weston 4, Berres 3, Herrmann 2
TuS 04: Ecker 13, Kuprella, Reiter je 8, Reintjes 6, Kleen, Frontzek, Wandel je 5, Kuczmann 2
1. FC Bamberg – MTV Gießen 56:87 (30:35)

10.3.1963
TuS 04 Leverkusen – USC 60:70 (31:30)
TuS 04: Ecker 23, Reiter 9, Reintjes 8, Kuprella, Kleen je 5, A. Kuczmann 4, Wandel, Frontzek, Holst je 2
USC: Keller 21, Geze 16, Staiger 15, Riefling, Schöpf je 4, Lachenauer, Weston je 3, Wieland, Herrmann je 2
MTV Gießen – 1. FC Bamberg 107:82 (51:47)

Endspiele um die Deutsche Meisterschaft

In den beiden Endspielen gegen den MTV Gießen sollte der USC sich mit dem knappsten aller Ergebnisse den 8. Meistertitel sichern. Am 17.3.1973 hatte der von Dietfried Kienast trainierte MTV im Heimspiel alle Mühe, in letzter Sekunde den Ausgleich zum 70:70 zu erreichen. Auch die heimische Allgemeine Zeitung schrieb, der MTV sei von seiner Normalform ein gutes Stück entfernt gewesen. „Nervenstarker USC ließ Entscheidung noch offen.“, wusste dagegen das Heidelberger Tageblatt zu berichten.
Das 1. Finalspiel in Gießen: MTV Gießen – USC Heidelberg 70:70 (32:36)
MTV: Koski (22), Jungnickel (16), Decker (14), Peters (12), D. Strack (4), Röder (2), Minor, Breitbach, Gentzen, Bauernfeind, Krausch
USC: Geze, Keller, Staiger (je 12 Punkte), Riefling, Weston (je 10), Lachenauer (9), Wieland, Herrmann (je 2), Berres (1), Schöpf

Didi Keller zeigt an der Freiwurflinie keine Nerven und entscheidet am Ende die Meisterschaft (Slg. Hans Riefling).

Didi Keller zeigt an der Freiwurflinie keine Nerven und entscheidet am Ende die Meisterschaft (Slg. Hans Riefling).

Das Rückspiel am 24.3.1973 in Heidelberg sollte ähnlich dramatisch verlaufen. In der 1. Halbzeit führte der USC von Anfang an und konnte mit einem Vorsprung von neun Punkten in die Pause gehen. Konzentriert und diszipliniert kämpfte sich der MTV heran und erreichte sechs Minuten vor Schluss mit 53:53 den Einstand. Nach wechselnder 2-Punkte-Führung erzwang Gießen wiederum Sekunden vor Schluss mit 65:65 die Verlängerung. Doch am Ende konnte der USC, bei dem Hans Riefling eine überragende Leistung bot, mit 71:70 triumphieren. Alle waren sich darin einig, dass das glücklichere Team obsiegt hatte.

Das 2. Finalspiel in Heidelberg: USC Heidelberg – MTV Gießen 71:70 (37:28)
USC: Riefling (26 Punkte), Geze (18), Keller (11), Staiger (6), Wieland (4), Lachenauer, Weston, Herrmann (je 2), Schöpf, Berres, Zimmermann
MTV: Jungnickel (27), Decker (20), Koski (14), Peters, Weigand, Breitbach, Gentzen (je 2), D. Strack (1), Röder, Minor, Bauernfeind

Die Foulanzeige auf dem Board lässt erahnen, wie leidenschaftlich beide Mannschaften im BLZ um den Meistertitel kämpften (Slg. Peter Wittig).

Die Foulanzeige auf dem Board lässt erahnen, wie leidenschaftlich beide Mannschaften im BLZ um den Meistertitel kämpften (Slg. Peter Wittig).

Zu ergänzen ist, dass auch der Damentitel an den Neckar ging. In den beiden Endspielen standen sich der von Wolf Heinker trainierte Heidelberger SC und der von Willi Pupp betreute Lokalrivale KuSG Leimen gegenüber. Dabei orientierten sich die Damen offenbar an der Dramaturgie der Herrenendspiele. Nach einem 48:48 im Leimener Sportpark setzte sich der HSC im Rückspiel, ausgetragen am 12. Mai 1973 in der vollbesetzten Halle des Bundesleistungszentrums, mit 57:54 knapp gegen die KuSG durch.

Die HSC-Meistermannschaft (von links): Helga Balzer, Hannelore Kreische, Iris Barton, Gabriele Bartel, Christina Hornung, Angela Bischler, Gudrun Wölke, Christine Weiß, Christine Haas, Ursula Reissner, Milena Veckova und Sarah Rühle (Quelle: „HSC-Information“ Nummer 202, 4. Quartal 1987)

Die HSC-Meistermannschaft (von links): Helga Balzer, Hannelore Kreische, Iris Barton, Gabriele Bartel, Christina Hornung, Angela Bischler, Gudrun Wölke, Christine Weiß, Christine Haas, Ursula Reissner, Milena Veckova und Sarah Rühle
(Quelle: „HSC-Information“ Nummer 202, 4. Quartal 1987)

Nächste Saison: Saison 1973/1974

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