Saison 1984/1985

9. Platz der Hauptrunde der 1. Bundesliga, 3. Platz der Qualifikationsrunde: Abstieg

Aufgebot:
Wolf Armbruster, Marcus Egin, Dietmar Ihle, Markus Jochum, Hans-Peter Kaltschmitt, Larry Knight, Bernd Lipfert, Harald Nicklas, Peter Reissaus, Andreas Schreiner, Horst Wolf
Trainer: Hans Leciejewski, Co-Trainer: Dietrich Keller

Die Konkurrenz der 1. Bundesliga:
1. FC Bamberg (Aufsteiger), DTV Charlottenburg, BG Düsseldorf (Aufsteiger), MTV Gießen, ASC Göttingen, SSV Hagen, USC Heidelberg, BSC Saturn Köln, TuS 04 Leverkusen, Giants Osnabrück

Wieder gab es einen starken Umbruch im Team. Vernon Freeman zog es in die Schweiz, Uwe Sauer in ein College nach Santa Clara, Andreas Dahn nach Ludwigsburg. Moritz Rossner wollte bei der Bundeswehr-Sportfördergruppe in Warendorf seinen Wehrdienst ableisten, während Christoph Kruschewski sich mit unbekanntem Ziel abmeldete. Am schwersten aber wog zweifellos der Abgang Tom Norwoods mit dem Ziel Leverkusen. Seiner vorherigen Zusage für die neue Saison hatte man vertraut. Was nutzte es nun dem USC, dass er für eine längere Sperre Norwoods in Leverkusen sorgte, da er doch gerade ihn nicht gleichwertig ersetzen konnte?
Aus St. Etienne/Frankreich kam der amerikanische Flügelspieler Larry Knight, aus Dillingen der 20-jährige Junioren-Nationalspieler Markus Jochum, aus Bayreuth der Flügelspieler Harald Nicklas, von Post Mannheim der Centerspieler Andreas Schreiner. Zurück zum USC zog es Wolf Armbruster aus Hagen und Bernd Lipfert aus Speyer.
Weiterhin fungierten Hans Leciejewski als Coach, Didi Keller als sein Assistent. Wieder stand ein Kampf gegen den Abstieg bevor, in den man mit gedämpftem Optimismus ging.

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Der USC-Kader der Saison 84/85
Stehend v. l.: Co-Trainer Didi Keller, Andreas Schreiner, Larry Knight, Horst Wolf, Wolf Armbruster, Marcus Egin, Trainer Hans Leciejewski; kniend v. l.: Physiotherapeut Elmar Bauer, Peter Reissaus, „Lukas“ Kaltschmitt, Harald Nicklas, Bernd Lipfert, Markus Jochum (Slg. Hans Leciejewski)

Alle Teams hatten sich auf deutliche Änderungen im Regelwerk einzustellen. Mit der Dreipunkte-Regel aus einer Distanz von 6,25 m oder mehr wollte man kleineren Spielern bessere Chancen geben. Die neue 24-Sekunden- anstatt der 30-Sekunden-Periode sollte das Spiel schneller und dadurch attraktiver machen.

Mit einem Erfolg gegen den alten Südrivalen MTV Gießen am 1. Spieltag begann die neue Saison durchaus vielversprechend. Es war ein Sieg der gesamten Mannschaft, da neben Larry Knight (24) noch Peter Reissaus (16), Wolf Armbruster (15), Horst Wolf und Marcus Egin (beide 13) zweistellig punkteten. Es folgten dann allerdings Niederlagen in Berlin, gegen Hagen, in Göttingen sowie gegen Köln. Endlich gelang am 6. Spieltag wieder ein Sieg (in Düsseldorf), dem aber gleich am 7. Spieltag die Ernüchterung mit einer weiteren Heimpleite gegen Bamberg folgte. Sensationell gelang dann ein Auswärtssieg in Leverkusen, wo Larry Knight (39) und Horst Wolf (20) besonders erfolgreich scorten. Dem anschließenden Heimsieg gegen Giants Osnabrück folgte eine Serie von fünf teils knappen, teils deftigen Niederlagen, die erst am 15. Spieltag (72:67 gegen Düsseldorf) beendet wurde.

Hauptrunden-Ergebnisse des USC

USC – MTV Gießen 87:80 (41:44)
USC: Armbruster 15, Egin 13, Kaltschmitt 2, Knight 24, Lipfert, Jochum 4, Nicklas, Reissaus 16, Schreiner, Wolf 13
MTV: Elzie 22, Huttel, Kaufmann 5, Koch 19, Lechner, Seifert, Süßlin, Teetz 9, Waniek 19, Wysocki 6; Trainer: Lindenstruth

DTV Charlottenburg – USC 86:82 (49:34)
DTV: Baldi 2, Dronsela 10, Malis 20, Schröder 14, Strack 9, Strauss 10, Wadehn 15, Weinbecker, Weiss 6; Trainer: Prof. Dr. Neumann
USC: Armbruster 2, Egin 17, Kaltschmitt 8, Knight 34, Lipfert 4, Jochum 7, Nicklas 2, Reissaus, Schreiner, Wolf 8

USC – SSV Hagen 73:78 (35:42)
USC: Armbruster, Egin, Kaltschmitt 2, Knight 44, Lipfert, Jochum 7, Nicklas 3, Wolf 17, Reissaus, Schreiner
SSV: Hillebrand 8, Kuhtz 2, Hunger 22, Schimke, Toone 25, Asshoff 19, Klippert 2; Trainer: Krüsmann

ASC Göttingen – USC 94:70 (44:38)
ASC: Mason 16, Olinde 10, Mendel 16, Frank 4, Limburg 2, Sowa 9, Lodders 5, v. Richthofen, Weitemeyer 14, Jackel 18; Trainer: Schofield
USC: Egin 2, Kaltschmitt 4, Knight 28, Lipfert, Jochum 8, Nicklas, Reissaus 2, Schreiner, Wolf 26

USC – BSC Saturn Köln 85:107 (44:49)
USC: Egin 4, Kaltschmitt 2, Knight 34, Lipfert, Jochum 4, Nicklas, Reissaus 25, Schreiner 6, Wolf 10
BSC: Peters 10, Heidrich, Hudson, Kadlec 22, Zander 27, Kalkus, Pappert 24, Brose, Orlando 24; Trainer: Klein

BG Düsseldorf – USC 73:80 (38:36)
BG: Astroh, Bräuer 2, Mock 2, Linssen 4, Ludwig 4, Schott 6, Chojnacki 23, Hochstein 6, Fischer 11, Steffen 15; Trainer: Zbigniew
USC: Armbruster, Egin 12, Kaltschmitt 2, Knight 27, Jochum 6, Nicklas 2, Wolf 18, Reissaus 11, Schreiner 2

USC – 1. FC Bamberg 82:92 (42:43)
1. FC: Baierlein 14, Bezucha, Andres 11, Amon 2, Goppert 5, Hemmen, Sweet 21, Geschwindner 5, v. Waaden 8, Kimpel 26; Trainer: Lorber
USC: Armbruster 1, Egin 16, Kaltschmitt, Knight 31, Lipfert, Jochum 8, Nicklas, Reissaus 17, Schreiner, Wolf 9

TSV Bayer 04 Leverkusen – USC 91:93 n. V. (48:37, 80:80)
TuS 04: Behnke 17, Schmitz 4, Körner 6, Harnett 18, Hamilton 6, Stinshoff 12, Baeck 3, Brauer 18, Winter 2, Arpe 5; Trainer: Lee
USC: Armbruster 6, Egin 12, Kaltschmitt 7, Knight 39, Jochum 2, Nicklas, Reissaus 7, Schreiner, Wolf 20

USC – BC Giants Osnabrück 81:74 (43:34)
USC: Armbruster, Egin 7, Kaltschmitt 11, Knight 14, Lipfert 6, Jochum 15, Nicklas, Reissaus 16, Schreiner, Wolf 12
BC: Lilier, Apeltauer 10, Guenther 12, Freiberg, Kater 6, Kleen 11, Weber 2, Fragstajn 4, Johnson 19, Zedler 10; Trainer: Wojtak

MTV Gießen – USC 86:80 (43:44)
MTV: Elzie 12, Kaufmann 12, Koch 20, Lechner, Seifert 10, Süßlin 2, Teetz 10, Waniek 18, Wysocki 2
USC: Armbruster, Egin 4, Kaltschmitt 5, Knight 16, Jochum 22, Nicklas, Reissaus 15, Wolf 18

USC – DTV Charlottenburg 74:79 (38:43)
USC: Armbruster, Egin 6, Kaltschmitt, Knight 37, Lipfert 6, Jochum, Nicklas 2, Reissaus 13, Schreiner 8, Wolf 2
Dailey 16, Dronsela 8, Schröder 15, Strack 1, Strauss 9, Wadehn 26, Weinbecker 2, Weiss 2

SSV Hagen – USC 70:69 (40:35)
SSV: Hillebrand 14, Risse 12, Hunger 22, Schimke 4, Toone 10, Asshoff 6, Klippert 2
USC: Armbruster 5, Egin 12, Knight 17, Nicklas 9, Reissaus 12, Schreiner 2, Wolf 12

USC – ASC Göttingen 72:85 (39:40)
USC: Armbruster 2, Egin 12, Kaltschmitt 2, Knight 23, Lipfert 4, Jochum 12, Wolf 10, Reissaus 7, Schreiner
ASC: Mason 12, Olinde 16, Frank 1, Limburg, Sowa 17, Lodders 2, v. Richthofen 2, Weitemeyer , Jackel 35

BSC Saturn Köln – USC 107:66 (59:22)
BSC: Peters 3, Heidrich 5, Hudson 26, Kadlec 10, Zander 20, Kalkus, Pappert 22, Brunnert 7, Brose, Orlando 14
BSC: Armbruster, Egin 2, Kaltschmitt, Knight 15, Lipfert 6, Jochum 13, Wolf 22, Reissaus, Schreiner 8

USC – BG Düsseldorf 72:67 (32:29)
USC: Armbruster 4, Egin 22, Kaltschmitt 2, Knight 22, Lipfert, Jochum 10, Wolf 11, Reissaus 1, Schreiner
BG: Astroh, Bräuer 2, Mock 6, Linssen 14, Schulder, Ludwig 6, Schott 8, Hochstein 8, Fischer 6, Steffen 17; Trainer: Byrne

1. FC Bamberg – USC 82:79 n. V. (35:32, 72:72)
1. FC: Bezucha 2, Andres 13, Goppert 6, Hemmen, Sweet 34, Geschwindner 12, v. Waaden 9, Kimpel 6
USC: Armbruster 13, Egin 2, Kaltschmitt 2, Knight 25, Lipfert 1, Wolf 22, Jochum 10, Reissaus 4, Schreiner

USC – TSV Bayer 04 Leverkusen 61:74 (42:41)
USC: Armbruster 2, Egin 12, Kaltschmitt 5, Knight 21, Lipfert, Jochum 6, Nicklas, Reissaus 4, Schreiner, Wolf 11
TuS 04: Behnke, Schmitz 2, Körner 4, Harnett 22, Hamilton, Stinshoff 11, Baeck 14, Winter 12, Arpe 9; Trainer: Reintjes

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BC Giants Osnabrück – USC 75:65 (41:32)
BC: Lilier, Eisenmenger, Apeltauer 2, Guenther, Kater 7, Kleen 12, Weber 13, Fragstajn 13, Johnson 3, Zedler 25
USC: Armbruster 2, Egin 9, Kaltschmitt, Knight 26, Lipfert 2, Jochum 9, Reissaus 2, Schreiner 3, Wolf 12

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Weil der 1. FC Bamberg seinen Spieler Bernd Kimpel trotz vorheriger Disqualifikation mit Passeinzug in der Begegnung gegen Düsseldorf eingesetzt hatte, gab es nach Abschluss der Hauptrunde einen Rechtsstreit, an dem der USC nicht beteiligt, von dem er aber wohl direkt betroffen war. Bei Aberkennung der Bamberger Punkte im Spiel gegen Düsseldorf wären die Kurpfälzer als Tabellenachter in die Zwischenrunde eingezogen und damit aller Abstiegssorgen ledig gewesen, während Bamberg in der Qualifikationsrunde hätte antreten müssen. Das Urteil lautete dann auf ein Entscheidungsspiel um den Einzug in die Zwischenrunde zwischen dem USC und Bamberg. In diesem Spiel unterlag der USC sehr unglücklich mit 79:80 (43:47) (Jochum 10, Wolf 8, Schreiner 5, Nicklas 8, Knight 40, Reissaus 6, Kaltschmitt 2, Armbruster, Arnold – Sweet 32, Geschwindner 12, Bezucha 2, Andres 16, Goppert 12, v. Waaden 6), so dass er nun doch in die Qualifikationsrunde musste. Dort hatte er mit den vier besten Teams der 2. BL Süd die beiden Plätze in der 1. BL auszuspielen.
In der Korbjägerliste belegte Larry Knight mit 478 Punkten den 1. Platz, der junge Horst Wolf mit 253 Punkten immerhin Rang 12.

Larry Knight, erfolgreichster BBL-Korbjäger der Saison 84/85 (Foto: Pfeifer)

Larry Knight, erfolgreichster BBL-Korbjäger der Saison 84/85 (Foto: Pfeifer).

Qualifikationsrunden-Ergebnisse des USC

USC – BG Bayreuth 76:71 (40:33) –
USC: Armbruster 2, Egin 12, Kaltschmitt, Knight 22, Jochum 14, Nicklas 11, Wolf 13, Reissaus, Schreiner 2, Arnold
BG: Boyle 2, Froese 2, Kämpf 17, Knecht 6, Oldham 31, Oliwa, Radensleben, Steidle, Vogel, Kosterlitz 13; Trainer: Schneemann

Bayern München – USC 77:84 (35:39)
FCB: Horn 13, Wohlleben 2, Aas 8, Kupec, Wullinger 6, Durner 10, Weitemeyer 8, Trux, Miller 30; Trainer: Klementis
USC: Armbruster, Egin 13, Arnold, Knight 14, Lipfert 6, Jochum 16, Reissaus 7, Schreiner, Wolf 28

USC – TV Langen 71:77 (40:33)
USC: Armbruster 5, Egin 21, Knight 19, Jochum 7, Nicklas 4, Reissaus 9, Schreiner 2, Wolf 4
TV: Hering 14, Schindler 4, Greunke 15, Schiebelhut 10, Koch 6, Misok 13, Miller-Zinkgraf 13, Oltrogge 2; Trainer: J. Barth

Jahn Bamberg – USC 70:83 (38:38)
Jahn: Adams 9, Bauer, Cole 35, Hübner 11, Posser, R. Schabacker 2, Tyranowski 10, Weckwerth, Winkelspecht 3, Back; Trainer: Heyder
USC: Armbruster 2, Egin 10, Kaltschmitt 9, Knight 23, Lipfert 2, Jochum 10, Wolf 22, Nicklas 5, Reissaus, Schreiner

BG Bayreuth – USC 78:70 (36:34)
BG: Boyle 14, Froese 2, Kämpf 16, Knecht 6, Oldham 28, Oliwa 4, Radensleben, Steidle, Vogel, Kosterlitz 8
USC: Armbruster 10, Egin 14, Kaltschmitt 2, Knight 24, Lipfert, Jochum 9, Nicklas 7, Reissaus, Schreiner, Wolf 4

USC – Bayern München 93:75 (40:43)
USC: Armbruster 2, Egin 22, Kaltschmitt 2, Knight 16, Lipfert 4, Jochum 13, Nicklas 4, Reissaus, Schreiner, Wolf 30
FCB: Horn 6, Wohlleben 14, Aas 4, Wullinger 2, Durner, Weitemeyer 12, Trux 3, Miller 34

TV Langen – USC 62:49 (33:38)
TV: Hering 4, W. Barth, Schindler 2, Greunke 12, Schiebelhut 2, Koch 17, Misok 4, Miller-Zinkgraf 12, Oltrogge 9
USC: Armbruster, Egin 4, Kaltschmitt, Knight 17, Lipfert 1, Jochum 7, Nicklas 10, Reissaus, Schreiner, Wolf 10

USC – Jahn Bamberg 89:66 (49:33)
USC: Armbruster 5, Egin 14, Kaltschmitt 10, Knight 18, Lipfert 4, Jochum 6, Nicklas 2, Reissaus 4, Schreiner 4, Wolf 22
Jahn: Adams 6, Bauer 2, Cole 29, Hübner 8, Picht 6, R. Schabacker 4, Tyranowski 6, Weckwerth 3, Winkelspecht 2, Back

In der Qualifikationsrunde erreichte der USC schließlich mit 10:6 Punkten punktgleich den 3. Platz hinter der BG Bayreuth und musste somit wieder in die 2. BL Süd absteigen. Wieder einmal hatte der TV Langen (14:2 Punkte), der zusammen mit der BG Bayreuth in das auf 12 Mannschaften aufgestockte Oberhaus einzog, dem USC mit zwei Siegen die Suppe versalzen. Umso bitterer, da doch gerade in diesem Jahr eben wegen der Aufstockung die Chancen auf den Klassenerhalt besonders günstig waren.

Auch Marcus Egin konnte den erneuten USC-Abstieg nicht verhindern (H&B-Presse-Bild, Slg. Peter Wittig)

Auch Marcus Egin konnte den erneuten USC-Abstieg nicht verhindern (H&B-Presse-Bild, Slg. Peter Wittig).

Deutscher Meister wurde der TSV Bayer 04 Leverkusen, bei dem der USC in der Vorrunde noch mit 93:91 gesiegt hatte. Dafür gingen alle drei Begegnungen (einschließlich Entscheidungsspiel) mit dem Tabellennachbarn 1. FC Bamberg verloren – ein weiteres Indiz dafür, dass das USC-Team sich kaum auf wichtige Spiele fokussieren konnte.

Für den USC sollte aber nun eine neue Ära anbrechen. „Lambi“ Leciejewski gab seine Trainertätigkeit endgültig auf, Didi Keller übernahm. Die Fahrstuhl-Zeit war erst einmal vorbei, die 1. Bundesliga geriet immer mehr aus dem Blick, obwohl diese Einsicht manchen USC-Verantwortlichen (und -Anhängern) schwer fiel. Der USC musste sich neu definieren!

 

Nächster Abschnitt: III. Sinkflug (85/86 – 87/88)

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