Die U16 der MLP Academics Heidelberg bleibt in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) ungeschlagen. Im letzten Spiel der ersten Einteilungsrunde, Gruppe neun, setzte sich der USC in eigener Halle mit 54:50 (10:9, 26:26, 40:35) gegen die Rhein-Neckar Metropolitans durch. In einem hart umkämpften Derby war vor allem die Verteidigung gefragt, denn offensiv wollte den Heidelbergern über weite Strecken nur wenig gelingen.
Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Heidelberg war mit zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen gestartet und hatte dabei durchschnittlich 82 Punkte erzielt. Die Rhein-Neckar Metropolitans aus Mannheim reisten dagegen noch ohne Erfolgserlebnis an. Trotz dieser unterschiedlichen Ausgangssituation entwickelte sich von Beginn an eine ausgeglichene Begegnung, in der beide Mannschaften um jeden Ballbesitz kämpfen mussten.
Bereits das erste Viertel zeigte, dass es ein punktearmes Spiel werden würde. Heidelberg verteidigte intensiv, zwang die Gäste zu schwierigen Entscheidungen und provozierte zahlreiche Ballverluste. Gleichzeitig fehlte im Angriff die gewohnte Treffsicherheit. Nur zwei von 17 Würfen aus dem Feld fanden im ersten Viertel ihr Ziel. So stand nach den ersten zehn Minuten eine knappe 10:9-Führung für die Academics auf der Anzeigetafel.
Auch im zweiten Viertel änderte sich wenig am Spielverlauf. Beide Mannschaften hatten Schwierigkeiten, offensiv in einen Rhythmus zu kommen. Die Heidelberger konnten ihre gute Verteidigungsarbeit nicht in einen größeren Vorsprung ummünzen, während Mannheim ebenfalls um jeden erfolgreichen Abschluss ringen musste. Zur Halbzeit stand es folgerichtig 26:26. Die Statistik unterstrich den intensiven Charakter der Partie: Bereits nach 20 Minuten hatten beide Teams zusammen 31 Ballverluste (10:21) produziert.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel eng. Die Würfe von außen wollten für Heidelberg weiterhin nicht fallen, sodass die Mannschaft andere Wege finden musste, um zu Punkten zu kommen. Vor allem Ben Fischer sorgte mit guten Einzelaktionen in Korbnähe für wichtige Zähler. Auch Kephren Moukagny, Joan Grau Rodriguez und Ben Starke suchten immer wieder entschlossen den Weg zum Korb und hielten den USC offensiv im Spiel. Da die Heidelberger aus der Distanz keinen einzigen ihrer 30 Dreierversuche im gesamten Spiel verwandelten, war es umso wichtiger, durch entschlossene Drives und Aktionen unter dem Korb zu erfolgreichen Abschlüssen zu kommen.
Auf der anderen Seite blieb die Defensive über weite Strecken der entscheidende Faktor. Besonders Johannes Zimmermann setzte mit starken Defensivaktionen wichtige Akzente und beendete die Partie mit sechs Steals. Insgesamt erzwangen die Academics 41 Ballverluste der Gäste. Diese defensive Intensität hielt Heidelberg auch dann im Spiel, wenn offensiv wenig zusammenlief.
Im Schlussviertel wurde es noch einmal spannend. Die Metropolitans trafen vermehrt aus dem Feld und hielten die Partie bis in die Schlussminuten offen. Heidelberg musste die knappe Führung verteidigen und durfte sich keine einfachen Fehler mehr erlauben. In einer nervenaufreibenden Schlussphase gelang es den Academics schließlich, den Vorsprung über die Zeit zu bringen und den dritten Sieg im dritten Saisonspiel perfekt zu machen. Das Derby zeigte allerdings auch, dass die offensive Effizienz noch deutliches Verbesserungspotenzial bietet. Während die Defensive erneut überzeugte, wird es in den kommenden Wochen darum gehen, wieder mehr Sicherheit im Abschluss zu gewinnen und die eigenen offensiven Möglichkeiten konsequenter zu nutzen.
Mit dem 54:50-Erfolg schließen die Heidelberger die erste Einteilungsrunde ungeschlagen ab. Die Mannschaft hat damit ihr wichtiges Zwischenziel erreicht und sich für die nächste Einteilungsrunde qualifiziert. Gegen wen genau es am Wochenende weitergeht, steht erste Mitte der Woche fest. Auf jeden Fall geht es wieder in einer Vierer-Gruppe weiter, in der man mindestens Zweiter werden muss, um den Aufstieg in die A-Division zu schaffen. Die Teams sind neben dem USC noch Crailsheim, VfL Kirchheim und Südhessen.
USC: Fischer 11, Grau Rodrguez 11, Starke 10, Moukagny 6, Zimmermann 2, L. Fischer, Jäger, Brand, Buß, Achterfeld, Olapade.
Michael Rappe
Beitragsbild: Die U16-Jungs des USC schafften in der JBBL den dritten Sieg. Foto: Luca Völpel