Wenn die USC BasCats Heidelberg am Samstag um 15 Uhr im Final Four um den Bundesliga-Aufstieg in Göttingen auf die Wings Leverkusen treffen, dann ist es für eine Spielerin ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten. Denn BasCats-Aufbauspielerin Greta Gomann (18) kam vor der Saison aus Leverkusen in die Kurpfalz.
„Ich kenne natürlich noch einige Spielerinnen und ich habe auch unter Coach Patrick Reusch gespielt“, erzählt Gomann. Sie geht davon aus, dass sich durch die Neuzugänge auch spielerisch einiges geändert haben wird, „insofern wird es auch mich überraschen. Die haben fast alle viel Erfahrung, es wird sehr physisch und das müssen wir matchen.“ Im anderen Halbfinale traut sie Bochum nach den letzten Wochen mit seiner überragenden Amerikanerin Collins alles zu, auch wenn Göttingen gleich fünf Imports hat. Das Testspiel gegen die Göttingerinnen vor der Saison spielt für sie keine Rolle, weil damals viele Spielerinnen bei den BasCats gefehlt haben.
Cheftrainer René Spandauw: „Ich wollte Greta unbedingt. Foto: Andreas Gieser
„Unser Ziel ist der Aufstieg und die Meisterschaft, ich möchte gerne 1. Liga spielen“, stellt Gomann klar. Zwar hat sie über ihre Zukunft noch nicht endgültig entschieden, aber „der Plan ist, dass ich bei den BasCats bleibe.“
Beim Playoff-Rückspiel und dem knappen 49:47-Sieg der BasCats gegen Osnabrück spielten die einheimischen Fans eine ganz große Rolle. Diese werden in Göttingen, zumindest in größerer Zahl, fehlen. Gomann sieht das jedoch nicht als großen Nachteil. „Ein Top4 ist was ganz anderes, es ist nicht das klassische Auswärtsspiel. Leverkusen hat die gleiche Situation. Wir werden das Herz auf dem Feld lassen“, verspricht Gomann.
Nach ihrer langen Verletzung ist sie dabei, zu alter Stärke zurück zu finden. Gegen Osnabrück präsentierte sie sich als „emotional leader“, pushte das Publikum. Sie war es, die den letzten Freiwurf verwandelte und dann einen Pass der Osnabrückerinnen blockte. „Ich habe im Augenwinkel die Uhr gesehen und habe gedacht, Du musst jetzt rausgehen. Am Ende war es dann ein glücklicher Block.“
Greta Gomann, hier im Nationaltrikot, fühlt sich bei den USC BasCats sehr wohl. Foto: Andreas Gieser
Greta Gomann wurde am 31. Mai 2007 in Köln geboren. Ihre Eltern betrieben beide Leichtathletik, auch sie begann damit. Mit 13 entschied sie sich dann für Basketball. Nach den Anfängen in Köln wechselte sie nach Bonn in die WNBL, es folgte über die Regionalliga der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Mit der deutschen U16 holte sie 2023 den Titel bei der B-EM. „Das war ein frühes Highlight, ich hatte viel Verantwortung“, erinnert sich Gomann.
Sie schnupperte bei den Wings Leverkusen in der 1. Liga, fünf Spiele bestritt sie ab Januar 2025. Mit 16, 17 Jahren ein früher Höhepunkt in ihrer Karriere, die auch immer wieder mit Verletzungen gespickt war. So auch beim vorläufigen Höhepunkt, der U18-EM 2025. Im Halbfinale verletzte sie sich am Knie und konnte im Finale nicht mitwirken. Noch schlimmer: Die Verletzung dauerte viel länger als gedacht, so dass sie erst in der Rückrunde bei den USC BasCats einsteigen konnte.
Greta Gomann (hier gegen Tonia Dölle): Keine Angst vor großen Namen. Foto: Andreas Gieser
„Ich wollte aus dem Rheinland weg und hatte mich für Heidelberg entschieden“, so Gomann. BasCats-Cheftrainer René Spandauw wollte sie unbedingt. „Natürlich ist Heidelberg viel kleiner als Köln, aber ich bin hier heimisch geworden. Die Menschen sind anders, aber ich habe nur positive Erfahrungen gemacht.“ Seit dem Wintersemester studiert sie Psychologie, das sei nicht immer leicht mit dem Basketball zu vereinbaren. In ihrer Freizeit malt sie gerne („um den Kopf auszuschalten“).
Wer sich mit Greta Gomann unterhält, ist überrascht, dass sie erst 18 Jahre alt ist. Sie wirkt reifer und hat das Potenzial zu einer Führungsspielerin. Ihre Worte wählt sie mit Bedacht, sie hat einen klaren Kopf und klare Vorstellungen. Sportlich wie menschlich ein Gewinn für die USC BasCats Heidelberg.
Michael Rappe
Das Spiel gegen Leverkusen auf Youtube
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Beitragsbild: Greta Gomann on fire. Foto: Andreas Gieser