Mit 83:64 gegen die Eisvögel Freiburg II haben die USC BasCats Heidelberg den ersten Heimsieg geschafft. Der Sieg im „Breast cancer awareness match“ war verdient. Mit zahlreichen Aktionen wurde auf die Bedeutung der Brustkrebsvorsorge aufmerksam gemacht.
Zwar gingen die Freiburgerinnen, die ohne Stephanie Wagner spielten, durch einen Distanztreffer von Karla Busch nach acht Sekunden 3:0 in Führung, doch es sollte die einzige Führung des Spiels bleiben. Die stark aufspielende Leni Schramm-Bünning verwandelte zwei schnelle Dreier und ein weiterer Distanztreffer von Aufbauspielerin Marissa Pangalos sorgte für ein beruhigendes 12:5. Freiburg blieb zwar dran, konnte aber Kiyara Letlow nicht stoppen. Sechs Punkte der Kanadierin in Folge führten zu einem Zehn-Punkte-Vorsprung. Da defensiv nicht alles klappte, kassierte die BasCats aber im ersten Viertel 20 Punkte.
Leni Schramm-Bünning zeigte ihr bisher bestes Spiel im BasCats-Trikot. Foto: Nicole Gieser
Kiyara Letlow herrschte weiter unter den Körben und erzielte die ersten acht Punkte der Heidelbergerinnen im zweiten Viertel. Es dürfte nicht viele Spielerinnen in der 2. Bundesliga Süd geben, die ihr körperlich trotzen können. Mit 33 Punkten, darunter sogar ein Distanztreffer, und neun Rebounds zeigte die Kanadierin erneut eine tolle Leistung. Und sie kommt mit ganz wenigen Fouls aus, ihr erstes kassierte sie Mitte des dritten Viertels. Zweimal wurde sie mit tollen Pässen von Michala Würzner bedient. Zur Pause waren es zwölf Punkte Vorsprung.
In der zweiten Halbzeit drehte die Zyprerin Marissa Pangalos auf. 19 Punkte, überragende zehn Assists und acht Rebounds hatte die Co-Kapitänin am Ende in der Statistik. Bei den Gästen versuchen die bundesligaerfahrenen Karla und Paula Paradzik alles, um ihr Team einigermaßen im Spiel zu halten. Sie erzielten zusammen 34 Punkte. Einen tollen Spielzug krönte Pangalos mit einem Dreier zum 83:63.
Eine überraschende Personalie wurde wenige Stunden vor der Partie bekannt. Rachel Arthur, Spielerin des Meisterteams von 2019 und danach für die BasCats, Marburg, Keltern und Halle in der 1. Bundesliga aktiv, kehrt zu den BasCats zurück. Die 34-Jährige hat bereits die letzten Wochen mittrainiert und die Reha nach ihren zwei Kreuzbandrissen in Heidelberg beendet. Sie wird voraussichtlich am 31. Oktober im Kracher gegen die Falcons Bad Homburg ihr Comeback geben. „Einmal BasCats, immer BasCats“, nannte Jochen Kohlhaas, Direktor Frauenfußball beim USC, erneut sein Credo. Mit ihrer Erfahrung dürfte die Deutsch-Amerikanerin den jungen Heidelbergerinnen auf jeden Fall weiterhelfen.
Stenogramm: 12:5 (2.), 22:12 (6.), 26:20 (10.), 30:28 (15.), 42:28 (19.), 43:31 (Halbzeit), 48:43 (26.), 61:48 (30.), 72:56 (34.), 83:64 (Endstand).
BasCats: Letlow 33/1, Pangalos 19/2, Schramm-Bünning 9/2, Wuckel 6, Wroblewski 4, Maitra 4, Skrijelj 3, Metz 3, Würzner 2, Schüle, Blasen.
Freiburg II: P. Paradzik 20/1, K. Paradzik 14/1, Ouedraogo 12, Gergelova 8, Busch 5, Ruholl 3, Wieczorek 2, Mbah, Hirt.
Rebounds: 49:27 (Metz 11, Letlow 9, Pangalos 8 – Team 7, K. Paradzik 4, Ouedraogo 4.
Dreier: 27:14% (6/22:3/22)
Freiwurfquote: 71:81%
Assists: 22:9 (Pangalos 10 – Wieczorek 3, P. Paradzik 3)
Steals: 11:4 (Pangalos 3)
Turnover: 17:17
Stimmen zum Spiel:
Cheftrainer Niko Kuusi: „Ich bin zufrieden. Wenn wir den Ball bewegt haben, dann war das gut. Waren wir müde, dann kamen leichte Turnover. Die 1-1-Defense hat mir heute gefallen. Michala Würzner hat nach ihrer Verletzung ein gutes Spiel gemacht, sie bringt uns Energie und Erfahrung. Mit Rachel Arthur gewinnen wir eine weitere Spielerin hinzu, die die Youngster mit ihrer Erfahrung unterstützt.“
Michala Würzner: „Es war anders als sonst, weil das Team neu ist. Aber irgendwie auch gleich, denn die Halle und die Fans sind immer noch so wie früher. Es hat Spaß gemacht, wieder für die BasCats zu spielen. Defensiv war das heute noch ausbaufähig, offensiv macht das Zusammenspiel mit Kiyara unter dem Korb sehr viel Spaß. Sie hat viel Präsenz. Es war im Sommer, als ich gefragt wurde, ob ich wieder spielen möchte. Innerhalb von zwei Wochen habe ich mich dann entschieden. Kraft und Kondition brauchte ich erst wieder, das andere habe ich im Blut.“
Leni Schramm-Bünning: „Ich hatte in den letzten Spielen schon viele Würfe, jetzt waren sie auch mal drin. Meine Handverletzung ist weg, daher fühle ich mich gut. Wir haben heute gut zusammen gespielt. Alle ziehen zum Korb, nicht nur die Imports. Die Anspiele zu Kiyara haben geklappt, sie ist einfach eine Maschine unter dem Korb. Die Fouls müssen wir noch etwas reduzieren, also die Hände raushalten. Das erste Spiel gegen München war wirklich nicht gut, jetzt haben wir viel mehr Energie und es läuft. Michala ist defensiv super und sie redet viel mit uns. Sie ist so etwas wie die dritte Kapitänin neben Julia und Marissa. Ich freue mich auf Rachel.“
Michael Rappe
Beitragsbild: Königin unter den Körben: Kiyara Letlow. Foto: Nicole Gieser