Die USC BasCats Heidelberg haben mit einem 68:59 (23:18, 39:31, 61:50) das Achtelfinale um den DBB-Pokal erreicht. Dort könnten sie Mitte November auf einen attraktiven Gegner aus der Bundesliga treffen. Im Vorjahr kamen die Heidelbergerinnen bis ins Viertelfinale, wo sie dem deutschen Ex-Meister ALBA Berlin unterlagen.
In Mainz dominierten die USC BasCats über weite Strecken. Im ersten Viertel war die Partie mit zehn Führungswechseln noch recht ausgeglichen, aber mit zwei Distanztreffern von Julia Wroblewski gingen die BasCats 21:16 in Führung und gaben diese nicht mehr ab. Wroblewski fand an diesem Abend zu alter Treffsicherheit zurück, versenkte fünf Dreipunktewürfe und war mit 17 Punkten Topscorerin.
Die Heidelbergerinnen hatten Mainz‘ Leistungsträgerin Selma Yesilova ganz gut im Griff, so dass diese nur auf zwölf Punkte kam. Damit war sie immer noch beste Werferin beim ASC, der nur 30 Prozent Trefferquote hatte und so die Heidelbergerinnen nicht gefährden konnte. In der zweiten Halbzeit machte Yesilova gar keinen Punkt mehr, obwohl sie insgesamt 31 Minuten auf dem Feld stand.
Die Einsatzzeiten bei den BasCats waren sehr gut verteilt, alle zehn eingesetzten Spielerinnen wiesen mehr als zwölf Minuten auf. Marissa Pangalos war nach Wroblewski die zweitbeste Werferin, zu ihren 15 Punkten pflückte sie noch neun Rebounds, das waren mehr als von den Centerinnen Kiyara Letlow und Greta Metz. Die Kanadierin war diesmal nicht ganz so dominant wie in den beiden Ligaspielen, aber zwölf Punkte, sechs Rebounds und drei Assists sind wahrlich nicht schlecht. Antonia Schüle wird immer treffsicherer, wieder versenkte sie zwei Distanztreffer, eine neue Stärke der 21-Jährigen.
Die höchste Führung der BasCats gab es beim 66:51 nach drei Minuten im vierten Viertel, in dem es offensiv nicht mehr so gut lief. Dafür ließen die Heidelbergerinnen auch nur acht Punkte zu, und das in den letzten drei Minuten.
Am Samstag, 17. Oktober, 17 Uhr, erwarten die USC BasCats in der 2. Bundesliga Süd die bisher ungeschlagenen Eisvögel Freiburg II. Die Partie findet im Rahmen des „Pinktober“ statt, um auf die Brustkrebsvorsorge aufmerksam zu machen.
Michael Rappe
Stenogramm: 6:11 (6.), 16:15 (7.), 18:23 (10.), 21:34 (15.), 28:34 (17.), 31:39 (Halbzeit), 41:54 (26.), 51:60 (30.), 51:66 (37.), 59:68 (Endstand).
Mainz: Yesilova 12/2, Barron 10, Kriebel 9/2, Rehders 8, Kirk 7, Özdemir 7, Bast 4, Feunou Bakam 2, Kraus, Dötsch.
BasCats: Wroblewski 17/5, Pangalos 15/2, Schüle 12/2, Letlow 12, Wuckel 5/1, Metz 4, Schramm-Bünning 3, Blasen, Maitra, Skrijelj.
Rebounds: 39:40 (Kirk 11, Bast 6, Rehders 6 – Pangalos 9, Letlow 6, Team 6.
Dreier: 24:34% (4/17:11/32)
Freiwurfquote: 71:81%
Assists: 8:16 (Yesilova 3 – Wuckel 4)
Turnover: 12:16
Stimmen zum Spiel:
Cheftrainer Niko Kuusi: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben viele Optionen kreiert, um erfolgreich zu werfen. Dass Julia werfen kann, das weiß jeder und Antonia Schüle ist sehr konstant im Moment. Darüber freue ich mich, denn sie hat viel trainiert. Selma Yesilova haben wir gut verteidigt, individuell und als Team. Im vierten Viertel war unsere Defense gut, aber wir haben freie Würfe nicht getroffen. Ich bin sehr froh, wie wir als Team zusammenarbeiten, und das nach nur zwei Testspielen und drei Pflichtspielen. Es sind einige kleine Dinge, die wir noch verbessern müssen. Die Spielzeit war sehr gut verteilt, das ist unser Plan.“
Julia Wroblewski: „Ich finde, wir haben verdient gewonnen. Wir hatten über weite Strecken des Spiels eine sehr hohe Intensität, hatten guten defensiven Druck und uns auf die Dinge konzentriert, die wir uns vorgenommen hatten. Ich denke, jede Spielerin ist froh, wenn ihre Würfe fallen. Aber es gibt auch Tage, an denen sie nicht fallen und das ist völlig normal. Nach den ersten beiden Saisonspielen war froh, dass ich diesmal die Würfe, die wir als Team oft gut herausgespielt haben, getroffen habe. Im vierten Viertel haben wir uns nicht mehr so auf unser Spiel konzentriert und die freien Aktionen nicht mehr so schön herausgespielt wie in den Minuten zuvor. Aber auch das gehört dazu. Wir sind ein sehr junges Team mit viel Entwicklungspotenzial. Daran gilt es zu arbeiten. Mir ist wichtig zu sagen, dass alle Spielerinnen einen wichtigen Teil zum Spiel beigetragen haben, sei es defensiv oder offensiv. Das Spiel hat gezeigt, dass wir als Team einen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben.“
Antonia Schüle: „Wir haben das Spiel durch unsere Energie, eine aggressive Verteidigung und gutes Zusammenspiel in der Offense für uns entschieden. Allerdings müssen wir von Beginn an noch konsequenter verteidigen und dem Gegner weniger zweite Chancen ermöglichen. Meine Dreier in diesem Spiel waren gut herausgespielt und ich freue mich, dass ich sie getroffen habe. Wir trainieren diese Würfe im Training häufig, sodass ich im Spiel, wenn es darauf ankommt, selbstbewusst werfen kann.“
Michael Rappe
Beitragsbild: Julia Wroblewski versenkte in Mainz fünf Distanzwürfe. Foto: Andreas Gieser